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KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen

Kunstinstitution bei artports.com

KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen

Austraße 9
D-52156 Monschau
Germany/Deutschland
Tel: +49 (0)2472 / 80 31 94
info@kuk-monschau.de
www.kuk-monschau.de
Öffnungszeiten:
Di. - Fr. 14 - 17 Uhr / Sa./So. 11 - 17 Uhr / Mo. geschlossen
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KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen

Aktuelle Info

Hochwertige Fotografie internationaler Künstler ist Kernkompetenz des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) der StädteRegion Aachen in Monschau – und verleiht ihm ein Alleinstellungsmerkmal. Wechselnde Ausstellungen auf hohem Niveau präsentieren Werke weltweit bekannter und angesehener Fotografen einer breiten Öffentlichkeit - bei freiem Eintritt. Die wachsenden Netzwerke der Stabsstelle Kultur der StädteRegion Aachen, die das Haus verantwortet und kuratiert, haben die Entwicklung seit Gründung im Jahr 2002 vorangetrieben und ein klares Bekenntnis zum Kunstgenre Fotografie bedingt.

Das Programm sowie weitere Informationen auf der kürzlich gerelaunchten Website: www.kuk-monschau.de

(Foto: Eingang des KuK ©Peter Stollenwerk)

Ausstellungen

Aktuelle und kommende Ausstellungen


KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen

07.04.2019 - 23.06.2019
Bruce Davidson - "Retrospective"
(Deutschlandpremiere)

Pressemitteilung
Exakt 60 Jahre ist es her, dass Bruce Davidson 1959 von Magnum Photos als vollwertiges Mitglied aufgenommen wurde. Damals war der US-Amerikaner gerade einmal 26 Jahre alt. Seither hat er die Agentur, von der er von keinem Geringeren als Magnum-Mitgründer Henri Cartier-Bresson erfuhr, als sie sich im Paris der 1950er begegneten, geprägt wie kaum ein anderer.

In den Folgejahren bis in die 1960er hinein schärfte Bruce Davidson sein Profil mit Arbeiten über Subkulturen und Lebenswelten am Rand der Gesellschaft. Dazu gehören Serien über einen Kleinwüchsigen in der Zirkuswelt ("The Dwarf"), eine Clique junger Freigeister ("Brooklyn Gang"), Alltag rund um Rassentrennung versus Integration ("Freedom Rides"). Davidson gilt heute daher als richtungsweisender Pionier der Sozialdokumentarischen Fotografie. In den 1960ern lichtete er die Bürgerrechtsbewegung ("Time of Change") ebenso ab wie Harlem als sozialen Brennpunkt New Yorks ("100th Street"). Jahrzehnte später wendete er sich Landschaften zu, zuletzt bis 2013 der "Nature of Los Angeles".

Diese Retrospektive zeigt erstmals in Deutschland den Facettenreichtum von Bruce Davidsons Werk in der größten Übersicht über sein Gesamtwerk. Der humanistische Ansatz seiner Fotografie und eine moralische Haltung schimmern stets durch, wenn der 1933 Geborene sich länderübergreifend eine Vielzahl von Realitäten stets mit persönlichem Blick und Hingabe visuell zueigen macht.

Partner dieser Ausstellung ist die Agentur Magnum Photos (Paris).

(Fotocredit: New York, USA, 1962 ©Bruce Davidson/Magnum Photos


KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen

30.06.2019 - 22.09.2019
Howard Greenberg Gallery - "From Archive to History"
(Deutschlandpremiere)

Pressemitteilung
30.000 Abzüge der wichtigsten Vertreter des Kunstgenres Fotografie im 20. Jahrhundert umfasst das Archiv der Howard Greenberg Gallery. Die Sammlung der 1981 – damals noch als "Photofind" – gegründeten Galerie mit Sitz in New York erstreckt sich über sämtliche kunstfotografischen Gattungen und Stile bis hin zu zeitgenössischer Fotografie. Die Ausstellung "From Archive to History" ist nun im KuK zum ersten und absehbar einzigen Mal in Deutschland zu sehen.

Sie zeigt Arbeiten von 60 Fotografen, unter ihnen Edward Steichen, Man Ray, Walker Evans, Sarah Moon und Berenice Abbott. Die Ausstellung wurde ein wenig im Stil des surrealistischen Literaturspiels "Exquisite Corpse" zusammengestellt, bei dem die Mitspieler einen Teil eines Satzes oder Bildes verantworten, ohne weitere zu kennen. In der KuK-Ausstellung sind u.a. Mode-Inszenierungen von Lillian Bassman, Horst P. Horst und Martin Munkacsi, Aufnahmen von Pariser Straßen um 1900 von Eugène Atget, ikonenhafte Porträts von Arnold Newman oderLisette Model zu sehen.

Howard Greenberg gehört zu den einflussreichsten Kunsthändlern in New York City. Für die KuK-Ausstellung stellt er etwa 130 besondere Aufnahmen aus seiner Sammlung wegweisender Fotografie zur Verfügung. Sie gewährt ungewöhnliche Einblicke in die Chronik der Fotografie des 20. Jahrhunderts.

Neben der Howard Greenberg Gallery (New York) sind auch diChroma (Madrid) und als Unterstützer EWV Partner dieser Ausstellung.

(Fotocredit: Horst P. Horst, "Mainbocher Corset", Paris, 1939 ©Horst Estate/Conde Nast)


KuK - Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen

29.09.2019 - 15.12.2019
"Bilder aus einem vergangenen Land. Fall der Berliner Mauer."

Pressemitteilung
Der Fall der Berliner Mauer, die Deutschland von 1961 bis 1989 zweiteilte, jährt sich zum 30. Mal. Das nimmt Dr. Nina Mika-Helfmeier als Kuratorin zum Anlass, exklusiv für das KuK eine Ausstellung zu konzipieren. Mithilfe und mit Materialien der langjährigen FAZ- Fotografin Barbara Klemm sowie den in Berlin ansässigen Kulturinstitutionen Ostkreuz-Agentur, Willy-Brandt-Haus und Gallery argus fotokunst als Partnern stellt sie rund 130 Fotografien so zusammen, wie sie nirgendwo anders zu sehen sein werden.

Nachdem unter dem Titel "Bilder aus einem vergangenen Land" bereits im Vorjahr das Zusammenleben in der DDR Thema war, fokussiert der zweite Teil den Schwerpunkt Mauer, deren Auswirkungen und Fall. So beschäftigen sich zum Beispiel Arbeiten von Ute und Werner Mahler damit, wie die Landschaft mit dem Bollwerk aussah. Den Aufnahmen stellt das Fotografenpaar neuere von den gleichen Stellen gegenüber. Mancherorts ist es geradezu unheimlich, wie nichts mehr an die einst schier unüberwindliche Trennlinie erinnert.

Alltagsszenen aus Berlin sind hingegen auf vielen Arbeiten von Arno Fischer zu sehen, während Harald Hauswald sich Gruppen und Neigungsgemeinschaften am Rande der Gesellschaft zuwendet, die aufgrund von Verboten nur heimlich und stets risikobehaftet existierten. Arbeitsalltag (auch) von Frauen zu DDR-Zeiten und in den Jahren rund um den Mauerfall stellt Barbara Köppe dar, während Barbara Klemm mit gutem Grund als "Foto-Chronistin der Einheit" gilt und den Abschied von der DDR hautnah begleitete.

Partner dieser Ausstellung sind "Ostkreuz - Agentur der Fotografen" (Berlin), das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Sparkasse Aachen.

(Fotocredit: Fall der Mauer. Brandenburger Tor, Berlin, 10. November 1989 ©Barbara Klemm)


Ausstellungsarchiv


17.02.2019 - 31.03.2019
SHIFT Photo
(Gruppenausstellung)

Pressemitteilung
Historische Fotografien, wie eine Erinnerung zart auf eine scheinbar schwebende Leinwand projiziert. Familienbilder, über Jahrzehnte immer wieder in gleicher Pose aufgenommen, die Zeit und Individuum sezieren. Alltägliche Formen, die im Zwielicht der Nacht Kontraste setzen und wie etwas ganz anderes wirken. Alltagsgegenstände, die ein Eigenleben entwickeln und in Beziehung zueinander stehen. Authentische Innenaufnahmen und fast abstrakt wirkende Architekturfotos, die dem unbestechlichen, nüchternen Sujet eine gespenstische Schönheit verleihen.

Vielfalt ist das Stichwort, das am besten zur Gruppenschau des SHIFT-Projekts passt. Denn auf drei Etagen enthüllen die Teilnehmer des ersten SHIFT-Jahrgangs das künstlerisch-fotografische Potenzial der Region – und wie erfrischend unterschiedlich Themen und Ergebnisse sein können, wenn Profis auf den Auslöser drücken.

Mal ziehen Porträts von Frauen, futuristisch in Szene gesetzt, die Blicke auf sich, mal Fußballfans in voller Anfeuer-Montur, mal ein Perspektivwechsel von oben, mal die verstörenderweise rein physische Nähe zwischen Mutter und Kind, mal das Ankommen in der Welt draußen eines Mannes, der 45 Jahre hinter Gittern lebte. Mit Positionen vertreten sind Florian Beckers, Andrea Borowski, Carl Brunn, Jörg Hempel, Andreas Magdanz, Johanna Reich, Marco Röpke, Marco Rose, Manja Schiefer, Peter Stollenwerk, Hugo Thomassen, Petra Warrass und Ernst Wawra. Eine exklusive Publikation flankiert die Präsentation.

Mehr zum Projekt unter www.shift-photo.com.

(Das SHIFT-Logo wurde von Manja Schiefer designt.)


25.11.2018 - 16.12.2018
Andreas Magdanz. Kabinett-Präsentation im Rahmen des SHIFT-Projekts.


28.10.2018 - 16.12.2018
Max Scheler. "Von Konrad A. bis Jackie O." Fotografien aus Deutschland, China und den USA.

Pressemitteilung
Deutschland. China. USA. Drei Länder, drei Kontinente, drei völlig unterschiedliche Kulturen und Sichtweisen. Während die Fotografien aus Deutschland das Wirtschaftswunder, den politischen Aufbruch, aber auch die Teilung eines Landes durch eine unüberwindbare Mauer kommentieren, berichten die Bilder aus China von Krise, ideologischem Umbruch und kultureller Fremde. Die USA begegnen dem Betrachter in den Arbeiten von Max Scheler als vielschichtiges und widersprüchliches Phänomen: progressiv und dennoch provinziell, demokratisch-fortschrittlich und dennoch rassistisch und ungerecht.

Die Klammer für all das sind 151 Arbeiten des deutschen Fotografen und Bildjournalisten Max Scheler (1928-2003), Sohn des gleichnamigen Philosophen und Soziologen, der ihn sicherlich auch für die feinen Zwischentöne sensibilisierte, die den Zeitgeist einer Gesellschaft prägen. Max Scheler entbrannte für die Fotografie, nachdem er 1941 Herbert List begegnet war und ihm Anfang der 1950er bei Reisen in den Süden Europas assistiert hatte.

Ab 1955 war Scheler als freier Bildjournalist für namhafte Magazine in Europa, Nordafrika, im Nahen Osten und Asien tätig, wobei zu seinen Schwerpunkten politische und soziale Ereignisse zählten. 1959 begann er, in Hamburg für den "Stern" zu arbeiten, dessen Erscheinungsbild er damals maßgeblich mitprägte.

Sein Hauptthema war derweil "Human Interest", menschliche Verhaltensweisen und Emotionen, wie sie sich ausdrücken und möglichst authentisch in Fotos festhalten lassen. Nach Ende seines fotografischen Schaffens im Jahr 1975 gründete er mit Rolf Gillhausen das Magazin "GEO".


28.10.2018 - 18.11.2018
Johanna Reich. Kabinett-Präsentation im Rahmen des SHIFT-Projekts.


23.09.2018 - 21.10.2018
"European Youth"
(Kooperationsprojekt von Magnum Photo/Spéos Photography School Paris mit Partnern)

Pressemitteilung
Die Ausstellung "European Youth" im Rahmen des Projekts "Pulsschlag Europa" schließt sich in dreifacher Weise der vorangegangenen Cartier-Bresson-Schau im KuK an: Sie führt die Suche fort, was Europa eint, aber seine Länder auch unterscheidet, was die europäische Identität prägt, und hebt die Fragestellungen von damals ins Hier und Jetzt. Sie zeigt das Schaffen junger Talente, die auf den Spuren des Magnum-Mitgründers Henri Cartier-Bresson wandeln - auch, indem sie in Master Classes von Magnum/Spéos das Wesen kunstvoller Fotografie erörtern.

Für dieses internationale foto-ethnografische Ausstellungsprojekt haben Studierende der Danish School of Media and Journalism, des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie der Hochschule Hannover und von Magnum Photo/Spéos Photography School in Paris - unter Anleitung von professionellen Fotografen und Fotografie-Professoren - über einen Zeitraum von zwei Jahren die Lebensumstände, das Umfeld und den Alltag der sogenannten Erasmus-Generation fotografiert. In Einzelprojekten dokumentieren ihre Arbeiten, was junge Europäer heute bewegt, welchen Aktivitäten sie nachgehen, wie sie ihren Alltag und ihre Freizeit gestalten und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen.

Die thematische Spannweite ist dabei riesig und erstreckt sich von Ehrgeizigen in Brüssels Eurobubble über Pariser Partykultur jenseits kommerzieller Klubs bis hin zu veganen Revolutionären, Freerunnern, Gefühlsachterbahnfahrern und Digitaldatern. Der Facettenreichtum der Jugend selbst als eine ebenso prägende wie fragile Zeitspanne im Leben, in der das Suchen und Finden von Identität zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit eine große Rolle spielt, reflektiert sich darin und ist verbindendes Element.

Finanziell ermöglicht hat dieses Projekt eine Förderung durch das Land NRW.


23.09.2018 - 14.10.2018
Manja Schiefer & Marco Röpke. Kabinett-Präsentation im Rahmen des SHIFT-Projekts.


18.08.2018 - 16.09.2018
Florian Beckers. "before and after". Kabinett-Präsentation im Rahmen des SHIFT-Projekts.

Pressemitteilung
Der Folkwang-Absolvent Florian Beckers ist als Fotograf, Künstler und Hochschuldozent für Fotografie und digitale Medien tätig. Sein Lebensmittelpunkt befindet sich in Düsseldorf, seine Arbeit genießt weltweit Ansehen. Auf der Liste an Gruppen- und Einzelausstellungen finden sich als Stationen zum Beispiel Photo L.A. (Los Angeles/USA), Arte Lisboa (Portugal), Artfair Arnheim (Niederlande), Technical Museum of Slovakia (Košice/Slowakei) und Regionalmuseum Xanten. Unter anderem der PhotoVision-Preis und der Staatspreis NRW würdigen sein Werk.

Auf der zweiten Etage des KuK zeigt Florian Beckers bis Sonntag, 16. September, unter dem Titel „before and after“ sieben Arbeiten, deren Gegenstand und Gestaltungsmittel zugleich Licht und Schatten sind. Die Fotografien entstehen aus der Dunkelheit und verschwinden teilweise wieder in ihr, erzählen mit einer Momentaufnahme Geschichten, die Assoziationen provozieren. „Das Bild erschließt sich erst in der Wahrnehmung des Betrachters, muss durch seine Vorstellungskraft vollendet werden“, beschreibt der Künstler es selbst.

Parallel ist in den unteren Räumen ebenfalls bis 16. September die Haupt-Ausstellung „Europäer“ mit Werken des genialen französischen Fotografen und Magnum-Agentur-Mitgründers Henri Cartier-Bresson (1908-2004) zu sehen. „Cartier-Bresson war immer Vorbild und Inspirationsquelle für meine eigene Arbeit“, sagt Florian Beckers, „er gehört mit seiner Maxime des entscheidenden Augenblicks zu einer der wichtigsten Positionen der modernen Fotografie.“ Er sieht Bezug zwischen beiden Ausstellungen: „Im Gegensatz zu den Fotografien von Cartier-Bresson zeigen meine Arbeiten weniger den Höhepunkt eines Ereignisses, vielmehr ist das Dargestellte Hinweis auf ein Davor oder Danach.“


17.06.2018 - 16.09.2018
Henri Cartier-Bresson: Europäer

Pressemitteilung
„Der Augenblick, in dem Cartier-Bresson den Auslöser betätigt, ist der Moment, da Hoffnung und Verzweiflung aufeinandertreffen und eine die andere erhellt.“ Was Pulitzer-Preisträger Arthur Miller über den französischen Fotografen Henri Cartier-Bresson (1908-2004) gesagt hat, fasst die Faszination seiner Bilder exquisit zusammen. Insbesondere, wenn es um die Sammlung Les Européens (Europäer) geht. 1955 von dem griechisch-französischen Kunstsammler und Verleger Tériade als Bildband herausgebracht, befasst diese Zusammenstellung sich in einer Zeit, als die Europäische Union gerade im Entstehen war, mit der Suche nach einer gemeinsamen europäischen Identität. Gerade einmal fünf Jahre hatte Cartier-Bresson, der 1947 die schon nach kurzer Zeit weltweit renommierte Magnum-Agentur mitgründete, daran gearbeitet. Da er bereits seit 1932 durch Spanien und Italien, danach durch viele Länder und zu einschneidenden Ereignissen gereist war – stets in Begleitung von handlichen und dezenten Kleinbildkameras, bevorzugt Leicas –, hatte er längst ein Gespür entwickelt für Landschaften, Stimmungen und Mentalitäten. In der Ausstellung sind Arbeiten zu sehen, die zwischen den Jahren 1931 und 1989 entstanden sind.

Geologische Komponenten machen den Standort erkennbar: Sanddünen und Watt im Norden, die Hänge von schneebedeckten Weinbergen am Rhein im Westen, mit Olivenbäumen gesprenkelte Hügel im Süden, mächtige Weiden und Sümpfe mit satter Vegetation im Osten. Doch auf den Fotos nähern sich selbst solche Kontraste an, offenbaren in all ihrer Vielfalt Gemeinsamkeiten. Nahezu die gesamte Bildfläche ist aus der Landschaft, der Kulisse, die der jeweilige Ort bietet, komponiert. Und die Menschen, die sich ganz natürlich darin bewegen, haben gerade in der Nachkriegszeit alle ganz ähnliche Hoffnungen, Ängste und Zweifel. Henri Cartier-Bresson, der zuvor vor Ort den Spanischen Bürgerkrieg ebenso dokumentierte wie er in Indien war, als Mahatma Ghandi ermordet wurde, ist ein Meister darin, genau dann auf den Auslöser zu drücken, wenn sich zeigt, was die Menschen bewegt. Er selbst erklärte diese Fähigkeit damit, hinzuschauen: „Auf jeden Fall aber kümmern sich die Menschen zu viel um die fotografische Technik und zu wenig um das Sehen.“

Vernissage: Sonntag, 17. Juni, 12 Uhr
Fotocredit©Henri Cartier-Bresson / Magnum Photos


15.04.2018 - 10.06.2018
Bilder aus einem vergangenen Land. Ostdeutsche Fotografie.
Mit Werken von Sibylle Bergemann, Haral

Pressemitteilung
Die Berliner Mauer wurde am 9.11.1989 zum Einsturz gebracht. Dieses kaum noch für möglich gehaltene Ereignis beendete letztlich nicht nur die Teilung Deutschlands, sondern auch jene Europas. Mit dem Mauerfall begann eine neue Phase der europäischen Politik: Der ideologische und politische Ost-West-Konflikt in Europa wurde beendet. Die Einheit Europas ist damit einen erheblichen Schritt vorangekommen. Die Ausstellung dokumentiert das gesellschaftspolitische Zusammenleben von Menschen in der DDR, einem Staat, dessen Alltag von Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl ideologisch und real geprägt war. Was sich seit dem Mauerfall 1989 in welcher Weise ändert und entwickelt, hat die OSTRKREUZ-Agentur im Fokus. 1990 wappneten sich unter diesem Namen sieben ostdeutsche Fotografen gemeinsam für die Herausforderungen des Systemwandels im wiedervereinten Deutschland. Die Ausstellung Bilder aus einem vergangenen Land zeigt eine exemplarische Auswahl fotografischer Serien der OSTKREUZ-Gründer Sibylle Bergemann (1941-2010), Harald Hauswald (*1954), Ute Mahler (*1949) und Werner Mahler (*1950). Diese ausgewählten Fotoarbeiten dokumentieren den Arbeitsalltag und das Zusammenleben der Menschen zwischen 1960-1988 in der DDR - hintern den Kulissen. Der Hauch der Armut und des Mangels dieser Jahre ist auf vielen der Fotos zu spüren. Auch für den Nicht-Mitglied der Ostkreuz-Agentur Bernd Heyden war der Alltag der kleinen Leute im Berlin das ureigenesThema. Straßenkehrer, Fleischer, Schornsteinfeger gehören ebenso zu den von ihm Porträtierten wie die Alten und die frechen Kinder. Die hier präsentierten Fotos fügen sich häufig zu einer in Grautönen schweigenden Comèdie humaine, die nicht nur in der DDR-Fotografie ihresgleichen sucht.

Kuratiert duch Nina Mika Helfmeier
Gefördert durch das Land NRW

Fotocredit: ©Bernd Heyden


18.02.2018 - 08.04.2018
Jessica Lange - Unseen

Pressemitteilung
Lange Erklärungen, wer Jessica Lange ist, sind überflüssig. Sechs Oscar-Nominierungen unterstreichen ihr Können als Schauspielerin, zweimal sogar erhielt sie die höchste Auszeichnung in der Filmwelt. Dass sie nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera – der Fotokamera – begnadet ist, zeigt die Ausstellung Unseen mit insgesamt 132 Arbeiten, die in zwei Jahrzehnten entstanden sind. Analog zum russischen Künstler Wassily Kandinsky, der behauptete, der Punkt sei die Form, die am prägnantesten die Zeit ausdrücke, und die Linie deren Kontinuität, hängen Langes Bilder – entstanden in einem Sekundenbruchteil – von nichts als dem (vielmehr ihrem) entscheidenden Moment ab, kompromiss- und reuelos.
Langes Fotokunst fokussiert unaufgeregt alles, was im Leben bewegt und das Leben bewegt. Und wie die Worte des US-amerikanischen Fotografen, Galeristen und Mäzens Alfred Stieglitz reflektieren: „Kunst ist, was vom Leben Notiz nimmt, und Leben – oder dessen Bedeutung – lässt sich überall finden.“ Daher beeinflussen Russland, Finnland, Italien, Langes Heimatstaat Minnesota und Big Apple New York als Schauplätze ihrer Motive der ersten Serie Things I see nicht maßgeblich deren Aussagen. Vielmehr sind sie Vorlagen für Szenen, die Langes Aufmerksamkeit erhaschen konnten, auf die sie nun die des Betrachters lenkt. Die zweite Serie der Ausstellung Unseen steht unter dem Titel Mexico, On Scene. Hier zeigt Lange dem Betrachter Mexiko wie in einem persönlichen Reisetagebuch, das aber von den Menschen vor Ort geschrieben wird, und legt das Augenmerk auf Details, die Durchreisende übersehen würden: das Getöse der Volksmusik, den Duft der Dämmerung, den Lichtstrahl in den Schatten.

In Zusammenarbeit mit diChroma Madrid.

Fotocredit: ©Jessica Lange / Courtesy diChroma photography


19.11.2017 - 22.12.2017
Schnee von gestern
Björn Melhus (Video/Film) & Thomas Rentmeister (Skulptur/Installation)

Pressemitteilung
Winter, Weihnachten und Fernsehschnee: Die Keimzelle der dialogischen Ausstellung von Thomas Rentmeister und Bjørn Melhus ist das weiße Rauschen im analogen Äther. Nach Sendeschluss eröffnete dieser in der Vergangenheit einen imaginären Raum der Stille, der Kontemplation, und beflügelte viele Geister. Mittlerweile aber, in Zeiten des digitalen Spektakels, ist er gänzlich zum „Schnee von gestern“ geworden. Obgleich sich die skulpturalen Installationen von Thomas Rentmeister und die narrativ- medialen Inszenierungen von Bjørn Melhus auf den ersten Blick konträr gegenüberzustehen scheinen, wagt die Ausstellung mit der Konfrontation den Versuch einer gemeinsamen poetischen Klammer, die nicht nur den „Schnee von gestern“, sondern auch die Gegenwart hinterfragt.

Vernissage am 19.11.2017 um 12h.


Foto: Birte Bosse


17.09.2017 - 05.11.2017
Richard Kalvar - Earthlings

Pressemitteilung
"Das ist es, was ich gerne mache: Spielen mit der ganz normalen Wirklichkeit, wobei sich meine "Akteure" ihrer Rolle nicht bewusst sind, sich also nicht in Pose werfen in dem "Drama", in dem ich sie einsetze."
Der 1944 in New York geborene Fotograf Richard Kalvar bringt seine Arbeit in dieser Beschreibung selbst auf den Punkt. So fokussieren seine Bilder Befindlichkeiten, die Menschen gewöhnlich für sich behalten, und machen ihr Verhalten mit hintersinnigem Humor sichtbar. Augenzwinkernd konstruiert er alltägliche Dramen, spielt mit der Wirklichkeit und ignoriert manche Konventionen. Das herausragende Können Kalvars honorierte die Agentur Magnum Photos in Paris, indem sie den Künstler 1977 als Vollmitglied aufnahm.


09.07.2017 - 10.09.2017
World in Images - A Portable History of Photography
Lola Garrido Collection

Pressemitteilung
"Jede Sammlung hat ihre Geschichte und Lesart, und sie auszustellen, erlaubt sowohl dem Sammler als auch dem Betrachter, ihre eigene Geschichte zu erschaffen, indem sie die Bilder in eine Ordnung bringen", so die Kunstsammlerin Lola Garrido. Die von ihr handverlesenen Größen der Fotokunst lesen sich wie eine Liste der wichtigsten Triebfedern des Genres. Zu ihnen gehören u.a. Cindy Sherman, Irving Penn, Alexander Rodchenko und Dorothea Lange, Robert Capa und Henri Cartier-Bresson (beide Mitbegründer von Magnum Photos), Man Ray und Robert Mapplethorpe. Insgesamt 91 Originaldrucke fordern in "World in Images - A Portable History of Photography" dazu auf, die eigene Geschichte in der Fotografie zu entdecken.

Fotocredit: "Divers, Horst and Model. Swimwear by A.J. Idoz.", Paris, 1930 © George Hoyningen-Huene / Mit freundlicher Genehmigung der Staley Wise Gallery sowie der Lola Garrido Collection


30.04.2017 - 02.07.2017
Malkovich Malkovich Malkovich
Homage to Photographic Masters

Pressemitteilung
Der legendäre Schauspieler John Malkovich hat mit dem Fotografen Sandro Miller ein außergewöhnliches Fotoprojekt verwirklicht. John Malkovich spielte in seiner Karriere viele komplexe Rollen: einen Schurken, einen Geheimagenten, einen Intellektuellen, einen Wissenschaftler, einen Künstler, einen skrupellosen Intriganten und einen bösen König. Im Rahmen dieses Projektes schlüpfte er gleich mehrmals in ganz verschiedene Rollen, indem er zahlreiche ikonische Fotografien nachstellte. So sehen wir John Malkovich als Alfred Hitchcock with Goose, als Che Guevara, als Marilyn Monroe, als Meryl Streep, als Albert Einstein, als Salvador Dalí oder als Muhammad Ali - verblüffend ähnlich den zum Vorbild genommenen ikonischen Fotografien und doch anders als die Originale. Die Ausstellung wird zu ersten und einzigen Mal in Deutschland präsentiert.

Fotocredit: Diane Arbus: Identical Twins, Roselle, New Jersey (1967), © Sandro Miller (2014) / Courtesy Catherine Edelman Gallery, Chicago


12.02.2017 - 23.04.2017
Herbert List - The Magical in Passing

Pressemitteilung
Einen Querschnitt seines vielfältigen Schaffens zeigen 122 Arbeiten in „The Magical in Passing“. Diese Auswahl beleuchtet das schwer fassbare Œuvre des deutschen Fotografen und warum es so schwer ist, seine Arbeit zu kategorisieren. Er arbeitete in fast allen Genres, die die Fotografie zu bieten hat: Architektur, Stillleben, Streetfotografie, Porträts und Dokumentation. Dennoch verwischte er auch die Abgrenzung zwischen diesen Bereichen: Architektonische Aufnahmen scheinen wie komponierte Stillleben oder surreale Kompositionen. Die Dokumentation von griechischen Skulpturen oder afrikanischen Artefakten grenzt an Porträts; und wenn er die klassische Schönheit des männlichen Körpers einfängt, weiß man nicht genau, ob wir uns mühevoll komponierte Arrangements anschauen oder ein privates Fototagebuch, das spontan gemacht wurde.

Fotocredit: "The Egg-Despiser": Hamburg, Germany, 1931 © Herbert List/Magnum Photos