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Thomas Rehbein Galerie

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Thomas Rehbein Galerie

Aachener Straße 5
D-50674 Köln
Germany/Deutschland
Tel: 0221-3101000
Fax: 0221-3101003
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www.rehbein-galerie.de
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Di - Fr 11-13 und 14-18, Sa 11-16
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14.04.2018 - 19.05.2018
Stephan Melzl
Vernissage: 13.04.2018
Künstler: Stephan Melzl,

Pressemitteilung
„Stephan Melzl ist ein Meister der Brüche. In seinen Bildern lässt er Realitätsebenen, die sich widersprechen, malerisch sanft, aber inhaltlich oft provozierend schroff aufeinanderprallen.“

(Gottfried Knapp, Süddeutsche Zeitung, 2014)



Die kleinformatigen, meist auf 65 x 50 cm zugeschnittenen Tischlerplatten ausgeführten Gemälde von Stephan Melzl weisen eine exquisite Farbgebung auf, deren intensive Leuchtkraft aus einem langsamen, lasierenden Farbauftrag hervorgeht. Nach einer Entwurfszeichnung, die wie ein erstes Gerüst die Bildfläche gliedert bzw. strukturiert, gibt sich Melzl der Malerei hin, aus seiner konzentrierten Beobachtung der Schichten lichter, transparenter Farbklänge ergibt sich die Bildfindung. Melzl spürt einer Atmosphäre nach, die mit dem Aufkommen bestimmter Farbwerte einhergeht und im allmählichen Aufscheinen einer Kontur, deren weiterer Verlauf Melzl wie ein Suchender verfolgt, konkrete Gestalt annimmt. Der Betrachter ist eingenommen von der irisierenden, künstlich gesteigerten Farbqualität und dem zarten Schmelz der Oberfläche, kurzum, die kostbare Wirkung erzeugt ein sinnliches Wohlgefühl, das Auge verfällt dem leichten Konsum einer Malerei, die zugleich verführt und verstört. Denn gerade in der näheren Betrachtung, wird die wohlgefällige, heitere Fassade brüchig, offenbaren sich vertrackte Pfade und unheimliche Bildinhalte, die aus der raffinierten Kombination von Motiven und einer vielschichtigen Komposition zum Vorschein kommen.



Melzls meisterhafte Technik macht alles möglich, sie veranlasst die einträchtige Koexistenz disparater Elemente im Bild und lässt eine Bildrealität entstehen, in der Widersprüche harmonisch erscheinen und die Logik des Traums die Handlungsebenen verdichtet. Hinter diesem schönen Schein, der alles vereinheitlicht, geht es mitunter anarchisch zu. So durchdringen sich Interieur und Landschaft, religiöse und profane Themen, Mythologie und Mode, Kitsch und Kunst, Barock und Bubblegum, Ölschinken und Smartphone. Melzl übernimmt oft bedeutende Einzelwerke oder traditionelle Bildformeln der Kunstgeschichte und ergänzt das Zitat durch Bildmotive aus einem völlig anderen Kontext. Es vereinen sich christliche Symbolik und Popkultur, Attribute von Heiligen oder Märtyrern werden durch banale Gegenstände wie Luftballons oder Modellflugzeuge ersetzt.



Oft wird anhand von formalen Korrespondenzen eine inhaltliche Irritation eingeführt. Auf einem Skateboard balancierend, die Arme seitlich ausgestreckt, ist eine stilisierte weibliche Figur (Flugschau, 2017) in einem sportlichen Dress zu sehen, dessen aerodynamischer Aufdruck die Kurven des Körpers zugleich aufnimmt und verzerrt. Die Farben ihres Anzugs korrespondieren mit den Wrackteilen eines gestürzten Flugzeugs im Hintergrund. Die wiederkehrenden, sorgfältig aufeinander abgestimmten





Pastellnuancen lassen ein liebliches Farbenspiel in den Vordergrund treten und verschleiern geradezu die dargestellte Katastrophe, das Entsetzliche des Ereignisses. Fast abstrakt setzen sich die farbigen Bereiche voneinander ab, in ihrem kontrastierenden Nebeneinander weichen Figuren und Formen zurück. Die Diskrepanz zwischen einer eleganten Malerei und den dargebotenen, oft skurrilen Sujets, zwischen perfekter Form und rätselhaftem Inhalt erzeugt die eigentümliche Spannung, die den Gemälden von Stephan Melzl innewohnt.



In Himmelwärts (2017) führt Melzl drei Einzelszenen, deren Darstellung in der kunsthistorischen Tradition formal und inhaltlich durch das Kreuzmotiv bestimmt ist, zu einer Komposition zusammen. Deutlich erkennbar ist die rechte Figurengruppe, die Kreuztragung oder den Gang nach Golgatha verkörpernd, von Melzl mit einem auf den Schultern lastenden Modellflugzeug ausgestattet. Melzl führt hier einen glaubhaften formalen Stellvertreter ein, der die Feierlichkeit der dargestellten Szenen ins Leere laufen lässt. Daneben streckt sich ein Wanderer mit einem Rucksack zu einem aufgerichteten Modellflugzeug empor, an dessen Stelle ein Gipfelkreuz zu erwarten wäre. An zentraler Stelle steht ein Jüngling im Lendenschurz, der ein Modellflugzeug umfasst und dessen Pose einer Heiligen- oder gar Christusdarstellung entspricht. Die freche Abkehr vom ursprünglichen Bedeutungsträger, die lockere Umbesetzung von Figuren oder Requisiten, führt den (postmodernen) Zweifel an der Integrität der Erzählung ein. Überhaupt scheinen hier durch die vorgenommene kontextuelle Verschiebung die Mechanismen der Bedeutungsbildung, die strenge Einheit aus Form und Inhalt spielerisch zerlegt. Aus diesem freien Umgang mit Konventionen entstehen humorvolle Hybridkonstruktionen, deren formale und inhaltliche Fährten zum Lustwandeln anregen.

In die Ausstellung


03.03.2018 - 07.04.2018
heute afk
Vernissage: 02.03.2018
Künstler: Ulrich Pester

Pressemitteilung
Ulrich Pester ist keinem in sich kohärenten Malstil verpflichtet, vielmehr bestimmt die stete Suche nach Ausdrucksformen sein Werk, das sich als eingehende Befragung der Möglichkeiten der Malerei erweist. Mit einem universellen Anspruch unterscheidet der Künstler weder zwischen High und Low, analog und digital, noch zwischen Alten Meistern und Pop, sondern absorbiert die gesamte verfügbare ikonografische Substanz und erprobt neue Zusammenhänge. Sein reichhaltiges Repertoire bildnerischer Mittel und Motive speist sich aus täglichen Beobachtungen, einfachen Dingen in der unmittelbaren Umgebung, aber auch aus eigenen Gemütszuständen. Dabei fließen Elemente aus Comic/Illustration, Typografie und Mode in sein Werk ein. Es geht um die Erforschung der Bildsprache schlechthin.



Die jüngsten Gemälde veranschaulichen die Annäherung an die digitale Ästhetik bzw. computergenerierte Formensprache. Gegenstände aus Pesters häuslicher Umgebung, wie ein mit Milch gefülltes Glas oder Bierflaschen sind Protagonisten mitunter spaßiger, an Slapstick gemahnender Szenen, die jedoch jenseits des ersten humorvollen Eindrucks eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Fragen des malerischen Bildaufbaus reflektieren. Mal statuarisch oder aufrecht wie ein Pokal, mal schräg gekippt lässt sich die weiße, reduzierte Form des Milchglases in der Interaktion mit rein abstrakten Farbbereichen räumlich nicht verorten. In einer Reihe, als deren gemeinsames Merkmal ein eckiger, die Bildfläche umgebender Buchstabe „G“ hervorsticht, treten unterschiedlich positionierte Milchgläser auf. Eines ist umgekippt, die Milch sammelt sich in der unteren Beuge des „G“. Teilweise sind die Gemälde als Hochformat, teilweise als Querformat, mitunter auch schief gehängt. Auf einem anderen Werk wird eine Flasche in instabiler Rückbeuge von einer standfesteren Artgenossin angeschoben. Milchglas und Bierflasche werden bei Pester zu formalen Variablen, um das Verhältnis zwischen Vorder- und Hintergrund, den horizontalen und vertikalen Kompositionslinien, um die Raumanordnung des Bildes überhaupt auszuloten, sowie Farbzusammenklänge auszuprobieren.



Durch derartige Experimente mit räumlicher Wirkung, die den perspektivlosen Ansichten in Jump-and- Run Computerspielen nachgehen, sowie den ungebundenen Umgang mit den verschiedenen Medien, Stilrichtungen und ihren jeweils spezifischen Ausprägungen, werden Verbindlichkeiten aufgehoben und die medienspezifischen Konstanten erscheinen fragwürdig. Pester entkontextualisiert und rekombiniert malerische Versatzstücke: Ob Trompe l´oeil oder expressiver Gestus, Fotorealismus oder Comic: Durch Imitation und Simulation nimmt Pesters Malerei vielerlei Gestalten an. „Die Bilder dienen mir als Versuche, um einfache Phänomene und Beobachtungen zu analysieren und sie mir zu erklären. Ich zerteile die Dinge und setze sie wieder neu zusammen. Dabei suche ich nach Formen, die zwar ihrem eigentlichen Sinn, ihrer Physik enthoben wurden, die in ihrer Veränderung aber wiederum einen neuen Sinn oder eine neue Form ergeben, etwas Anderes, Komisches. Ich möchte den Dingen eine neue, eine zweite oder dritte Ebene geben, eine Ebene, die mir Dinge zeigt, wie sie nicht sind, aber (für mich) trotzdem sein müssen.“ (Pester) Als fragile und flexible Versuchsanordnungen gehen die Werke aus einer furchtlosen Aneignung von verschiedenen Stilen, dem Sampling aus diversen Quellen hervor. Mit der postmodernen Freiheit des „Anything goes“ betreibt Pester die Auflösung von Form und Inhalt in lose Fragmente, Spuren und Texturen, Relikte einer vormaligen Stil- und Bedeutungszuschreibung. „Ich mag es, wenn mir scheinbar vertraute Bilder entgleiten und den Boden unter den Füssen wegziehen.“ (Pester)



Der Ausstellungstitel heute afk legt die Durchlässigkeit der Gattung Malerei, die Durchdringung der Medien und den damit einhergehenden schnellen Wechsel zwischen Benutzeroberflächen, zwischen real und virtuell, analog und digital offen: away from keyboard bezeichnet in der Sprache des Computerspiels oder des Chats die Abmeldung von der Gruppe der Mitwirkenden, die „Abwesenheit von der Tastatur“. Damit verweist der Künstler gleichsam auf seine Position an der Schnittstelle zwischen Grafikdesign und Malerei, die diffuse Durchmischung visueller Eindrücke. Stets von Brüchigkeit gekennzeichnet, durchsetzt mit reichlich Selbstironie und Humor, vermeidet das Werk Pesters jeglichen geschlossenen, homogenen Stil, um in einer systematischen selbstreflexiven Praxis die Malerei selbst zum Gegenstand ihrer Auseinandersetzung zu machen, sie im wörtlichen Sinne auseinander-zu-nehmen, zu demontieren.



In die Ausstellung


13.01.2018 - 24.02.2018
Shirley Lumina Claire
Vernissage: 12.01.2018
Künstler: Julia Jansen

Pressemitteilung
Julia Jansens Gemälde sind Bilder von Bildern. Durch bewusst gesetzte, sichtbare und eindeutig das malerische Medium entlarvende Pinselstriche lenkt Jansen die Aufmerksamkeit weniger auf den dargestellten Gegenstand, sondern verweist vielmehr auf die mediale Darstellungsform.



Die gezeigten Motive sind schnell genannt und ohne ikonografischen Mehrwert. Stattdessen wird durch zahlreiche Variationen eines Sujets Jansens Interesse für formale Fragen spürbar. Man trifft auf verschiedene Ansichten eines Rucksacks oder eines Zelts. Daneben bunte Spots, die sternenförmig in den Raum ausstrahlen und helle Scheinwerfer, die Nebelschwaden beleuchten.



Verschwommen, wie durch ein milchiges Fenster oder einen beschlagenen Spiegel betrachtet, sind die Gegenstände, deren weiche Kontur auch an die ungenaue Fokussierung bei der Fotografie denken lässt, durch verschiedene, sich überlagernde Malweisen verfremdet: Das Motiv löst sich in der Malerei auf, das Abbild weicht hinter der Abstraktion zurück. „Zelt“, „Rucksack“ oder „Bild“ leuchten fast übernatürlich, ihre teils flirrende Farbigkeit entzieht sich der naturalistischen Wiedergabe und scheint durch die Anwendung sämtlicher Filter bei der digitalen Bildbearbeitung generiert. Damit beinhalten die Gemälde Jansens selbst schon die Elemente ihrer Ent-Täuschung, verraten durch die Irritation des Sehsinns und die Verunsicherung der Wahrnehmung ihre traditionelle Funktion als Illusion. Mitunter evozieren sie die Assoziation einer Bildschirmdarstellung, während die analoge Malerei Mittel der digitalen Computersimulation aufgreift, welche die reale Existenz des sichtbaren Gegenstands selbst in Zweifel zieht und sich als bloßes Trugbild offenbart. Jansens Motive erweisen sich damit gleichsam als Vorwand, um die Indizien einer getrübten Illusion zu erfassen.



So bestehen die Darstellungen der Gruppe „Relief, Kuben“ aus vor- und zurückspringenden Quadern, deren Anordnung wie ein konstruktivistisches Fassadenrelief erscheint. Die verschiedenen Volumina, sowie der durch die plastischen Partien bedingte Wechsel von Licht und Schatten wird übertragen in ein Gefüge von Linien, Formen und Farbflächen. Hier ist das wiedererkennbare gegenständliche Sujet zugunsten der rein malerischen Motivation, dem Ausprobieren malerischer Möglichkeiten zurückgedrängt.



Jansens souveräne Technik lotet den schmalen Grat zwischen Sein und Schein aus. Statt den Fokus auf die sichtbare Realität und ihre konkrete Erscheinungsformen zu legen, betont Jansen die Einwirkungen auf den Sehsinn und damit die mit der Vermittlung des Bildes einhergehenden Einflüsse auf die Wahrnehmung. Nicht das Was, sondern das Wie der Wahrnehmung wird hier bildhaft veranschaulicht.

Zwischen Objekt und Betrachter schiebt sich das Bild, schleichen sich die Störungen und das Rauschen des Mediums in die Betrachtung ein, so dass hier kein reales, sondern ein „mediales Sehen“ (Velten Wagner) aufkommt.



In der jüngst entstandenen Werkgruppe „Spots“ erscheint genau diese Verschleierung Gestalt anzunehmen. Während Jansen vormals Gegenstände in ihrer materiellen Qualität bzw. Stofflichkeit wiedergegeben hat, um diverse Oberflächeneffekte zu erzielen, widmet sie sich nun ephemeren Erscheinungen: Mithilfe einer Nebelmaschine erzeugt Jansen diffuse Dunstschwaden, die sie mit einem Lichtstrahl punktuell beleuchtet und somit in die Sichtbarkeit überführt. Spiegelwände verdoppeln die geisterhaften Schleier, die sich kräuseln, ausdehnen und auflösen. Jansens dynamische Pinselführung und die aufwirbelnden Luftströme stimmen überein: Schwungvolle malerische Setzungen, lassen die transparent-lasierenden und die konzentrierten, mit weißer Farbe gesättigten Verdichtungen erkennbar werden.



Damit ist im selbstreflexiven Schaffen Julia Jansens die Malerei selbst Gegenstand ihrer Auseinandersetzung. Sie weist nicht über sich hinaus, sondern schärft vielmehr den Blick für Phänomene medialer Manipulation. Mit meisterhafter Hand führt Jansen den Gegenstand an die Grenze zur Auflösung in reine Malerei. Jansen schwelgt im Täuschungspotenzial dieser opulenten Malerei und scheut sich auch nicht ihre Werke als „luxuriös“ zu bezeichnen.

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Julia Jansens paintings are essentially images of images. With deliberately placed, visible brushstrokes she draws attention not to the object depicted, but rather to the characteristics of the medium through which it is perceived, in this case, painting itself. The subjects in question are quickly itemized and lack iconographic weight. Instead, they recur in multiple variations and serve as a pretext for Jansen to engage in formal questions. One encounters different views of a backpack or a tent, followed by colourful spots, their rays yielding a stellar contour, and bright headlamps illuminating clouds of fog. Instead of a naturalistic depiction, Jansen blurs contours as in an out-of-focus photograph and occasionally employs a color palette that recalls the brightness and glariness of computer screen image. In including such effects of artificiality in her representation of objects, Jansen freely exposes the means of illusionism with a great mastery of technique to the point that she herself declares her paintings to be „luxurious“. Confronting the viewer with a mediated image, Jansen brings the filtered nature of perception to the fore of her artistic work.



In die Ausstellung


02.12.2017 - 06.01.2018
Antoniusfeuer
Vernissage: 01.12.2017
Künstler: Trude Friedrich, Peter Sauerer

Pressemitteilung
PETER SAUERER

Peter Sauerers (*1958) unerschöpflicher Fundus ist die Weltgeschichte. Jede seiner ausgestellten Objektschachteln enthält ein spezifisches, szenisch gebundenes Figurenensemble. Vom Künstler mit äußerster Präzision geschnitzt und farbig gefasst stehen die einzelnen Protagonisten auf schlanken Podesten, wobei die präsentierten Figuren mitsamt ihrem Unterbau nicht länger als eine Zigarette sind. Auf die Außenseite des Pappdeckels ist die jeweilige Vorlage angebracht: ikonische Pressefotos, Filmplakate, Reproduktionen von Kunstwerken. Wie ein kompletter Satz Miniaturfiguren scheint Sauerers Ensemble zur spielerischen Nachstellung des abgebildeten Originalszenarios einzuladen. Der Spielzeugcharakter verführt zunächst zum leichten Genuss man ergeht sich belustigt in der intensiven Beobachtung der handwerklich raffinierten Details und erliegt dem Erstaunen den das extreme Kleinformat hervorruft.



TRUDE FRIEDRICH

Durch die zeitintensive Bearbeitung Bedeutung zu generieren vermag auch Trude Friedrich (*1955) in ihrem künstlerischen Schaffen. Gegenstand ihres Werkes sind alltägliche, unscheinbare Vorkommnisse, beiläufige Ansichten, die Friedrich durch ihre Kunstfertigkeit aufwertet, bzw. durch die minutiöse handwerkliche Tätigkeit beinahe symbolisch „auflädt“: Gräser, Häuser, Zäune. Man ist angehalten, ihre sorgfältig gefertigten Werke länger zu betrachten. Faszinierend exakt und täuschend echt ist die naturgetreue Nachbildung in Holz, etwa der einzelnen Grashalme in einer Vase („Grasschnitt“). Die langsam einsetzende Erkenntnis, dass durch die Verschleifung von Schein und Sein, Illusion und Identität, ein „falscher Eindruck“ erzeugt wurde, verunsichert. Auch liegende oder lose baumelnde Schnurstränge werden hölzern „versteift“ und wie Stöcke gegen die Wand gelehnt. Die sich aus dieser Vereinigung von Unvereinbarkeiten ergebende Erfahrung einer widernatürlichen bzw. unmöglichen Gegebenheit zeugt von einer Entfremdung bzw. „Verkehrung“ der Verhältnisse und mutet surreal an.

In die Ausstellung


21.10.2017 - 25.11.2017
Relikte
Vernissage: 20.10.2017
Künstler: Pauline M`barek

Pressemitteilung
Im Werk von Pauline M’barek tritt der Körper als Erkundungsinstrument auf. Als Medium der Weltaneignung ermöglicht er Erkenntnis, denn der elementare Erfahrungsschatz des Menschen basiert auf Sinneseindrücken, durch welche sich auch die Beziehung zur Umwelt erschließt. Mit den Sinnen erfährt, erfasst der Mensch seine Umgebung, das „Greifen“ ist zugleich ein „Begreifen“. Der Körper ist integraler Bestandteil des Selbst, ermöglicht aber gleichzeitig den Zugang zur Außenwelt. Als Grenze zum Anderen erscheint der Körper gleichermaßen durchlässig und dicht, porös und verschlossen. Sowohl Subjekt als auch Objekt, trägt und hinterlässt er Spuren der Interaktion.



M’barek setzt sich mit Wahrnehmungsprozessen auseinander, die sie aufspürt und bildhaft umsetzt bzw. in eine konkrete materielle Form überführt. M’barek befasst sich somit mit der Freilegung von Spuren subjektiver Wahrnehmungsmomente: „In der Ausstellung Relikte steht die Erkundung der sinnlichen Wahrnehmung durch einen Körper anhand von archäologischen Verfahren des Grabens, Entbergens und Abformens im Mittelpunkt: Auf welche Weise lassen sich sinnliche Wahrnehmungen materialisieren?“ (M’barek)


09.09.2017 - 14.10.2017
William Anastasi
Vernissage: 08.09.2017
Künstler: William Anastasi

Pressemitteilung
Das Werk von William Anastasi ist fest in der konzeptuellen Ausrichtung von Kunst verankert, die in den 1960er Jahren aufkam. Beeinflusst durch Vorreiter wie Marcel Duchamp, suchten die Vertreter dieser Richtung die Oberflächlichkeit einer sinnlich erfahrbaren “retinalen Kunst” (Marcel Duchamp) und ihre Aufmerksamkeit heischenden Effekte zu überwinden. Stattdessen propagierten sie die Idee oder das Konzept als einzig gültige, sinnstiftende Funktion von Kunst. Idee und Inhalt drängten die materielle Durchführung und die damit einhergehenden ästhetischen und technischen Gestaltungsfragen zurück. Die unter diesen programmatischen Vorgaben entstehende Kunst, die oft nur aus knapp verfassten Handlungsanweisungen bestand und von jedem ausgeführt werden konnte, diente nun der Hinterfragung ihrer eigenen Bedingungen, vor allem mittels Sprache und unter Verwendung von Tautologie oder Selbstreferentialität.



William Anastasi, der zu den Konzeptkünstlern der ersten Stunde gehört, führt in den hier versammelten Arbeiten auf Papier grundlegende Ansätze vor, die die Entstehung von Kunst auf alltägliche, ja banale Bedingungen zurückführt. Die nüchterne Erkenntnis, dass die Kunst nichts sei, außer sich selbst, ließ alle illusionistischen, repräsentativen Aspekte von Kunst hinfällig werden und setzte zugleich das Ideal eines genialen Künstlers außer Kraft, ebenso wie die Aura von Einzigartigkeit, die das konventionelle Kunstwerk umgab. Allein die theoretische Existenz und der dokumentarische Charakter der Kunst war nun maßgeblich, da die Kunst nicht über sich selbst hinausweisen, sondern vielmehr ihre wesentlichen Kernpunkte thematisieren, ihre materielle, unmittelbare und konkrete Realität in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung rücken sollte.

In die Ausstellung


24.06.2017 - 05.08.2017
François Jacob
Künstler: Francois Jacob,
In die Ausstellung


28.04.2017 - 17.06.2017
Olav Christopher Jenssen
Künstler: Olav Christopher Jenssen,
In die Ausstellung


11.03.2017 - 20.04.2017
Ton Scherben Steine
Vernissage: 10.03.2017
Künstler: Jared Buckhiester, Robert Haiss, Leiko Ikemura, Sofie Muller, Gert und Uwe Tobias, , , Elmar Trenkwalder

Pressemitteilung
In der Ausstellung TON SCHERBEN STEINE zeigt die Thomas Rehbein Galerie eine Auswahl skulpturaler Werke verschiedener zeitgenössischer Künstler. Den Positionen gemein ist die Verwendung spezifischer Materialien, die im Titel – der provokative Impuls einer altgedienten deutschen Rockband schwingt hier mit - programmatisch proklamiert werden. Aus dem „Ton“, der wie Porzellan und Steinzeug zu den keramischen Massen zählt, wird der „Scherben“ – als Vorform oder Rohling – geschaffen. Auch der „Stein“ ist mit Werken aus edlen Sorten wie Marmor und Alabaster im Ausstellungskontext vertreten. Zugleich unterbricht der „Scherben“ - als Bruch- oder Teilstück - die Werkstoffreihe und führt einen störenden Aspekt ein, mit dem die Brüchigkeit der Exponate betont wird, eine Brüchigkeit, die neben der materiellen Beschaffenheit auch ihre Formgebung und inhaltliche Aussagekraft berührt. So offenbart sich vor allem im Kontrast zwischen Figürlichem und Fragmentarischem das spannungsvolle Konzept der Schau.



Oft erscheinen die präsentierten Werke „unvollkommen“, sind vom Herstellungsprozess „gezeichnet“, tragen Fehlstellen zur Schau oder behaupten demonstrativ ihren Rohzustand. Entsprechend dazu wird in der Darstellung des Körpers und dem Gegensatz von ganzheitlicher Gestalt und isolierten Körperteilen ein Menschenbild verhandelt, welches fragil und verletzlich ist. Von diesem ausgehend scheint sich zugleich ein Bruch mit der klassischen Bildhauerkunst zu vollziehen. Das propagierte Ideal, die Erfüllung der geistigen Idee durch Beherrschung beziehungsweise Sublimierung des Materials anzustreben, wird hier konterkariert und findet in anatomischen Ausschnitten und flüchtigen formalen Andeutungen Ausdruck. In diesem Zusammenhang lassen sich die Werke einerseits als experimentelle Gegenentwürfe zur gestalterischen Vollkommenheit begreifen. Andererseits manifestiert sich im Gebrochenen, aber auch Zweideutigen, Gespaltenen ein universelles Dilemma, die Dualität des Daseins zwischen Körper und Geist, Leben und Tod.

In die Ausstellung


14.01.2017 - 04.03.2017
Michael Kalmbach mein Venus
Künstler: Michael Kalmbach,
In die Ausstellung


02.09.2016 - 06.10.2016
Benjamin Houlihan the little something
Künstler: Benjamin Houlihan,


03.06.2016 - 16.07.2016
Mariele Neudecker Plastic Vanitas
Künstler: Mariele Neudecker,


16.01.2016 - 20.02.2016
Mel Chin
Künstler: Mel Chin


16.10.2015 - 21.11.2015
Tina Hage
Künstler: Tina Hage


05.09.2015 - 10.10.2015
William Anthony
Künstler: William Anthony


10.07.2015 - 22.08.2015
highlights
Anastasi / Bradshaw / Gefeller / Hemsworth / Hendricks / Houlihan
Künstler: William Anastasi, Dove Bradshaw, Andreas Gefeller, Gerhard Hemsworth, Jochem Hendricks, Benjamin Houlihan


29.05.2015 - 03.07.2015
Ulrich Pester
Künstler: Ulrich Pester


06.03.2015 - 11.04.2015
Susa Templin
Räume
Künstler: Susa Templin


30.01.2015 - 28.02.2015
Gerard Hemsworth
Outing
Künstler: Gerard Hemsworth


25.10.2014 - 29.11.2014
Lino Fiorito
Künstler: Lino Fiorito


06.09.2014 - 18.10.2014
SCHWARZ
Kirstin Arndt, Janet Passehl, Charlotte Posenenske, Michael Reiter
Künstler: Kirstin Arndt, Janet Passehl, Charlotte Posenenkse, Michael Reiter


27.06.2014 - 02.08.2014
JUN JIANG
Crystal Dystopia
Künstler: Jun Jiang


23.05.2014 - 21.06.2014
Jochen Flinzer, Charlotte Malcolm-Smith, Herbert Warmuth
Künstler: Jochen Flinzer, Charlotte Malcolm-Smith, Herbert Warmuth


06.12.2013 - 11.01.2014
Peter Sauerer
Elesampe
Künstler: Peter Sauerer


06.09.2013 - 19.10.2013
Mel Chin
Künstler: Mel Chin


08.06.2013 - 03.08.2013
Michael Kalmbach
der Mond scheint rund für jedermann
Künstler: Michael Kalmbach


19.04.2013 - 18.05.2013
JOCHEM HENDRICKS
Intercontinental Avatar
Künstler: Jochem Hendricks


23.11.2012 - 05.01.2013
Bénédicte Peyrat
Künstler: Bénédicte Peyrat


19.10.2012 - 17.11.2012
Susa Templin und Herbert Warmuth
weiss, schwarz ... und ein bisschen himmelblau
Künstler: Susa Templin , Herbert Warmuth


06.07.2012 - 18.08.2012
Julia Jansen
Künstler: Julia Jansen


25.05.2012 - 30.06.2012
Jared Buckhiester
The Nacked and the Clothed
Künstler: Jared Buckhiester


18.04.2012 - 19.05.2012
Stephan Melzl
Künstler: Stephan Melzl


20.01.2012 - 03.03.2012
Mariele Neudecker
Künstler: Mariele Neudecker


11.01.2012 - 23.02.2013
Anna Lena Grau
Halbzeug
Künstler: Anna Lena Grau


25.11.2011 - 14.01.2012
Gerard Hemsworth
blacklands
Künstler: Gerard Hemsworth


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