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Städtische Galerie Fruchthalle

Kunstinstitution bei artports.com

Städtische Galerie Fruchthalle

Kaiserstr. 48
D-76437 Rastatt
Germany/Deutschland
Tel: 07222 / 972-8410 u. 8411 u. Mobil 177-189-1886
Fax: 07222 / 972-8099
peter.hank@rastatt.de
www.galerie-fruchthalle-rastatt.de
Öffnungszeiten:
Do-Sa 12-17 Uhr, So u. feiertags 11-17 Uhr
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Städtische Galerie Fruchthalle

Ausstellungen

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Ausstellungsarchiv


Städtische Galerie Fruchthalle

10.06.2017 - 17.09.2017
Aus einem Leben - Ulrike Michaelis (1958-2015)

Pressemitteilung
Im Gedenken an die früh verstorbene Künstlerin Ulrike Michaelis (1958-2015), die an der Kunstakademie Karlsruhe bei Harry Kögler studiert hatte und in der Sammlung Rastatt mit Arbeiten vertreten ist, zeigt die Ausstellung exemplarische Werke ihres Schaffens. Dabei werden Entwicklungsstränge ihrer Seh- und Ausdruckweisen deutlich, worin sie intuitives Abstraktions- und Kompositionsvermögen mit figurativen Chiffrierungen verknüpft und zunehmend auf zeichenhafte Körperfragmente und Gefäßembleme zurückgreift, in denen sprechende Empfindungsgesten sichtbar werden. Ihrer Kunst ist ein subtiles Farbgefühl eigen, das zumeist in einer Spannung zu den figurativen Elementen flächig-konstruktiv umgesetzt wird.


02.02.2017 - 28.05.2017
Susanne Neiss und Sammlung Rastatt - Fotografien

Pressemitteilung
Die aus Worms stammende, in Mannheim lebende Künstlerin arbeitet überwiegend mit Fotografie – und unterläuft zugleich die konventionellen Erwartungen an dieses Medium. Ihre Farbaufnahmen zeigen periphere Situationen aus unterschiedlichen Betrachterpositionen, teils unscharf oder aus großer Ferne, etwa durch eine Fensterscheibe gesehen.

Weiterhin sorgt der gewählte Bildausschnitt dafür, dass sich der Eindruck des Abstrakten einstellt und die fotographischen Aufnahmen mitunter den Charakter reiner Farbmalerei annehmen. Dabei wirken die Bilder lichtdurchflutet und transparent, dann wieder dämmrig in Regen gehüllt oder bannen aus großer Nähe ein Ensemble edler Farben, dessen
Gegenständlichkeit im Unklaren bleibt, aber selbst eine faszinierende Präsenz besitzt.

Susanne Neiss entwickelt ihre Fotografien in Serien, die ein Themenfeld assoziativ berühren und diesem doch nichts von seiner subjektiven Erfahrbarkeit und seinem Reichtum nehmen. Jedes Bild ist für sich ein eigenes visuelles, ästhetisches Erlebnis. Es übereignet seine
Bedeutung unserer emotionalen Gestimmtheit in Verbindung mit der intuitiven
Kombinatorik.

Die in Kooperation mit der Herbert-Weisenburger-Stiftung gezeigte Schau wird inszenatorisch ergänzt mit Fotokunst aus der Sammlung Rastatt, darunter von so namhaften Fotografen wie Roland Fischer, Robert Häusser, Thomas Ruff, Martin Zeller und Ralf Cohen sowie Fotoarbeiten von Hetum Gruber und Foto-Malerei-Kombinationen von Sandra Eades und Johanna Helbling Felix.

Parallel zur Ausstellung werden im „Kabinett Westermann“ die Objektboxen internationaler Fotografinnen und Fotografen aus der Sammlung Westermann gezeigt.

Abbildung:
Susanne Neiss, ohne Titel, aus der Serie: somewhere, 2007, Fotografie auf Aludibond, 85 x 127,5 cm


08.10.2016 - 22.01.2017
hubbuch.narrativ - Zum 125, Geburtstag von Karl Hubbuch

Pressemitteilung
Karl Hubbuch (1891-1979) ist einer der herausragenden Vertreter der Neuen Sachlichkeit, des Verismus und des Nachkriegsexpressionismus. War sein Studium in Karlsruhe und Berlin schon durch den 1. Weltkrieg unterbrochen worden, unterbrachen die Nazi-Herrschaft und der 2. Weltkrieg seine Professur an der Kunstakademie Karlsruhe, wo er am Ende bis 1957 lehrte. Mit Rastatt verbindet ihn nicht nur seine zweite Frau Ellen, sondern auch seine kurzzeitige Tätigkeit als Stadtrat und seine Aktivitäten in der Antifa-Bewegung nach dem 2. Weltkrieg. In dieser Zeit entstanden auch zahlreiche Zeichnungen zum barocken und kriegszerstörten Rastatt. Aus Anlass seines 125. Geburtstages präsentiert die Städtische Galerie Fruchthalle daher eine Jubiläumsausstellung, wobei der Schwerpunkt auf Zeichnungen und dem graphischen Werk liegt, die überwiegend aus Privatsammlungen zusammengetragen wurden. Einige Exponate stammen aus der Sammlung der Städtischen Galerie Karlsruhe, die parallel ihre Hubbuch-Bestände in Karlsruhe zeigt, und aus der Sammlung des Museums Graf-Eberstein Schloss Gochsheim der Stadt Kraichtal, das bis 27. November 2016 dem Künstler ebenfalls eine Ausstellung widmet. Aus dem Bestand des Stadtmuseums Rastatt werden vierzehn Rastatt-Zeichnungen gezeigt. Der Ausstellung ist es ein Anliegen, vor allem den „Bild-Erzähler“ Hubbuch herauszustellen und zu würdigen, der mit seiner unnachahmlichen Handschrift einzigartige Zeugnisse zu Mensch und Gesellschaft im 20. Jahrhundert geschaffen hat. Ein besonderes Highlight der Ausstellung sind 60 Zeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg und 30 Blätter zu dem Fragment gebliebenen Hamlet-Zyklus von 1914, die in dieser Umfänglichkeit noch nie gezeigt wurden. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Info Verlag / Lindemanns Bibliothek (116 S., 110 Abb.).


30.04.2016 - 25.09.2016
Begegnung mit / Incontro con VANGI

Pressemitteilung
Seit 1991 steht auf dem Faneser Platz in Rastatt die Stahlplastik „L’incontro (Die Begegnung)“ des italienischen Bildhauers Giuliano Vangi. Sie steht nicht nur symbolisch für die Städtepartnerschaft zwischen Fano und Rastatt, sondern zeigt auch in einfühlsamer Gestik das menschliche Begegnen überhaupt. Giuliano Vangi zeigt in seiner Kunst allgemein die existentielle Befindlichkeit des Menschseins in unterschiedlichen, ambivalenten Gefühlslagen und findet darin einen universellen Ausdruck. Er ist deshalb zwischenzeitlich zu einem der renommiertesten Künstler Italiens geworden, der mit seinen Arbeiten bis nach Japan ausstrahlt und dort in einem eigenen Museum präsent ist. Die Städtische Galerie Fruchthalle zeigt anlässlich des 85. Geburtstages des Künstlers und der 30-jährigen Städtepartnerschaft Fano-Rastatt aktuelle Werke aus den letzten 15 Jahren.

Die Ausstellung umfasst 30 Plastiken und Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien: Bronze, Nickel, Marmor, Granit, Holz, Elfenbein. Mitunter mischt Vangi verschiedene Materialien in einem Objekt und erhöht dadurch den Verlebendigungsgrad des Dargestellten, wobei den Figurinen zusätzlich Glasaugen und Gebiss-Prothesen implantiert sind. In der größten Arbeit der Ausstellung, der Plastik „Veio“, die 12 Meter lang ist, verwendet Vangi sogar ein Motorrad, eine „Triumph Tiger“, um die Authentizität zu steigern. In zwei lebendgroßen, bemalten Skulpturen aus Erlen- und Lindenholz zeigt der Künstler zudem seine Meisterschaft in traditioneller Schnitztechnik. Insgesamt bieten seine Arbeiten eine spannungsreiche Mischung aus materialgerechter, origineller Stilisierung und einem nahezu naturalistischen Formgefühl. Ergänzt werden die Objekte durch zum Teil großformatige Zeichnungen, an denen die Vorarbeit der bildhauerischen Ausführung sichtbar wird.
Inhaltlich greift Vangi sowohl historische Themen als auch aktuelles Zeitgeschehen auf und versteht es, eine thematische Mischung zu erzielen, die Geschichtliches aktuell werden lässt und Aktuelles mit der Vergangenheit verknüpft. So offenbart beispielsweise seine Bronzeplastik „Stazzema“, die eigentlich auf die Zerstörung des gleichnamigen toskanischen Dorfes 1944 durch die SS Bezug nimmt, eine empathische Nähe zur gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik.
Zur Ausstellung ist beim Info-Verlag / Lindemanns Bibliothek ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen Abbildungen und Texten von Mario Botta, Harald Besinger und Peter Hank erschienen.
Die Schau kann bis 25. September zu den üblichen Öffnungszeiten der Städtischen Galerie besucht werden: Donnerstag bis Samstag, 12 bis 17 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt drei Euro, ermäßigt ein Euro.

Jeden 1. und 3. Freitag im Monat finden jeweils um 15:30 Uhr außer an Feiertagen öffentliche Führungen durch die Ausstellung statt. Ebenfalls außer an Feiertagen werden Besucher jeden Donnerstag von 12:30 bis 12:45 Uhr in der „Kunstpause“ speziell in ein Exponat der Ausstellung eingeführt.

Galerieleiter Peter Hank hält mit Bezug zur Ausstellung am Sonntag, den 12. 6., um 11 Uhr einen Matinee-Vortrag mit dem Titel „Skulptur und Plastik – Gedanken zum bildhauerischen Vorgehen“.


21.01.2016 - 17.04.2016
KUNSTLICHT + UTOPOLIS - Susanne Zetzmann

Pressemitteilung
Retro- und prospektiv öffnet die in Bremen geborene und inzwischen in Baden-Baden ansässige Künstlerin in der Ausstellung ihre experimentelle Wunderkammer. Darin verwandeln sich geschwungene Metalloxyd-Quader entlang der Schnittkanten in pures Gold und simulieren uralte Alchimistenträume. Ausrangierte Glühbirnen, gleichgültig ob erleuchtet oder dunkel, entfalten auf ihren evakuierten Glasblasen Zauberwelten, in denen quasi-orientalische Ornamente aus Tausendundeiner Nacht Farbräusche von Alpenglühen und Nordlicht wachrufen. Die Hohlräume von Blisterpackungen gießen sich aus in massive Planstadtmuster eines Mega-City-Massenmodells, während Rostpigmente naturbelassene Juteleinwände haarscharf entlang der Webkanten wie eine zinnenbewehrte Festung belagern. Darüber schweben auf großen Papierformaten Meteoritenschwärme gestischer Farbspuren durch diverse chromatische Universen und laden zu Blickfahrten ein durch autonome Farbraumreservate.


24.09.2015 - 10.01.2016
TRANS-FORM – Ben Willikens mit Anke Doberauer, Nol Hennissen, Wolfgang Kessler, Sigrid Nienstedt, St

Pressemitteilung
Die diesjährige Herbstausstellung in der Städtischen Galerie Fruchthalle Rastatt verdeutlicht unter dem Titel „TRANS-FORM“ den Wandel in der zeitgenössischen Kunst und Malerei, indem generationenübergreifend unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten und ihr Werk vorgestellt werden. Die außergewöhnliche Gruppenausstellung zeigt repräsentative Arbeiten von Ben Willikens, vormals Professor an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim und zuletzt bis 2004 Rektor der Akademie der Bildenden Künste in München, und sieben seiner ehemaligen Schüler, von denen einige inzwischen selbst akademische Lehraufträge haben. In den Arbeiten von Anke Doberauer, Nol Hennissen, Wolfgang Kessler, Sigrid Nienstedt, Stefan Soravia, Georg Thumbach und Johannes Wende wird die große Bandbreite der Ausdrucksformen deutlich, die im Umfeld des „Meisters der menschenleeren Räume“ – wie Ben Willikens zuweilen genannt wird – entstehen konnten. Sie reichen von naturbezogenen Zeichnungen und malerischen Landschaftsformationen über figürliche Darstellungen bis zu konstruktiven Transformationen. Als besonderes Highlight der Schau ist eine bisher noch nicht öffentlich gezeigte, jüngere Version des „Abendmahls“ von Ben Willikens zu sehen.


14.05.2015 - 13.09.2015
Manfred Garstka und Sammlung Rastatt

Pressemitteilung
In Kooperation mit der Herbert-Weisenburger-Stiftung zeigt die Städtische Galerie Fruchthalle in ihrer Sommerpräsentation und im Konnex mit Werken aus der Sammlung Rastatt eine retrospektive Auswahl des malerischen Werks des aus Ostpreußen stammenden und heute im Odenwald lebenden Künstlers Manfred Garstka. Die Schau bietet einen exemplarischen Blick auf die Werkgenese des Künstlers und spannt einen Bogen von seinen Arbeiten der 1950er Jahre bis in das aktuelle Schaffen. Es zeigen sich dabei zwar in den einzelnen Werkphasen Anlehnungen an die jeweilige Zeitströmung wie etwa die Pop-Art und die Neue Figuration sowie an herausragende Einzelkünstler wie beispielsweise Francis Bacon, Matta oder Hans Bellmer, doch behält Garstka stets seinen ganz eigenen Duktus. Der Werküberblick macht außerdem deutlich, dass seine Formensprache, die ihre rein abstrakten Imaginationen durchgängig mit körperhaften, surrealen Versatzstücken durchsetzt, im Laufe ihrer Entwicklung an Expressivität und bildimmanenter Dynamik zugenommen hat. Die Figurinen bzw. Figurinenteile in ihrer Einbettung in virtuelle Räume und Landschaften werden zwar zunehmend uneindeutiger, zugleich aber auch dichter in ihrer bildlichen Durchdringung und filigraner im Reichtum des Details. Auch scheint die Szenerie mehr und mehr Innenwelten aufzudecken, an denen der Betrachter insofern verstärkt partizipieren kann, als sie ihm die Möglichkeit eröffnen, eigene Assoziationsketten und Deutungsmuster zu bilden und in die Bilder „hineinzulesen“. In allen Entwicklungsphasen besticht Garstkas Malerei vor allem durch ein immenses zeichnerisches Potential, das durch die subtile Linienführung in den Körperkonturen das Dargestellte in Bewegung bringt und lebendig werden lässt.

Als Kontrastprogramm sind den 29 Arbeiten Manfred Garstkas in ihrer hoch verdichteten Transformation 29 Arbeiten aus der Sammlung Rastatt in einer sehr offenen und luftigen Präsentation gegenübergestellt. Ausgewählt wurden Werke aus dem Bestand der Fruchthalle, die entweder in einem ähnlichen Zusammenhang zur Neuen Figuration stehen oder eine ebenso transformative Bildthematik besitzen. Zu sehen ist Malerei von Margit Abele, Oliver Belling, Albrecht von Hancke, Klaus Jürgen-Fischer, Susi Juvan, Otto Mindhoff, Gerhard Neumaier, Wolf Pehlke und Armin Stähle sowie Objekte bzw. Skulpturen von Eberhard Eckerle, O. H. Hajek, Alfonso Hüppi, Horst Egon Kalinowski, Kurt Lehmann, Michael Sandle und Jürgen Zimmermann. Außerdem Papierarbeiten von Eberhard Eckerle, Horst Egon Kalinowski, Herbert Kitzel, Carl-Heinz Kliemann und Michael Sandle.

Zum Werk und zur Ausstellung von Manfred Garstka gibt es einen umfangreichen Katalog mit Textbeiträgen von Thomas Hirsch, Dietrich Klatt und Jacques Outin.


05.02.2015 - 03.05.2015
KLASSE FLECK - Ralph Fleck & Schüler

Pressemitteilung
Nach 12-jähriger Lehrtätigkeit beendete der Freiburger Maler Ralph Fleck im Sommer 2014 seine Professur an der Kunstakademie Nürnberg. Der für seine Impasto-Bilder weithin bekannte Künstler, der Alpen-, Flur- und Stadtlandschaften ebenso wie Ansammlungen von Menschenmassen und Müllberge sowie Seestücke und Stillleben mit unverkennbarem Duktus in Szene setzt, verstand es, nicht nur seine handwerklichen Erfahrungswerte und Fertigkeiten im Umgang mit Ölfarbe an die Studenten weiterzugeben, sondern auch die unverwüstliche Attraktivität des Tafelbildes zu vermitteln. Davon geben die Arbeiten der Klasse Fleck beredt Zeugnis. Die Ausstellung präsentiert in rund 150 Exponaten Bilder von Ralph Fleck und den folgenden Schülern: Fabian Bertelshofer, Anna Bittersohl, Markus Burkard, Jan Gemeinhardt, Michael Grebner, Christian Hiegle, Jihee Kim, Seong Hun Kim, Yoonchung Kim, Kerstin Kraus, Philipp Kummer, Changmin Lee, Eunhui Lee, Jisu Lee, Annette Marketsmüller, Eva Nüßlein, Jochen Pankrath, Riccarda Pickert, Martin Poenicke, Nazzarena Poli-Maramotti, Alena Scharrer, Lucia Schmuck, Kerstin Skringer, Anna-Maria Schönrock, Kirill Schröder, Mariko Tsunoka, Regina Vierbacher.


16.10.2014 - 25.01.2015
FIT IN FARBE - Ben Hübsch. Bilder 2004-2014

Pressemitteilung
Unter dem Motto FIT IN FARBE sind chromatische Abstraktionen des Freiburger Malers Ben Hübsch aus den zurückliegenden zehn Jahren zu sehen. Mit 56 Arbeiten präsentiert der Künstler, direkter Nachfahre des Karlsruher Architekten Heinrich Hübsch, Meisterschüler von Prof. Peter Dreher an der Kunstakademie Karlsruhe und Professor für Bildende Kunst an der Hochschule für Bildende Kunst, Design und populäre Musik in Freiburg, eine Auswahl virtuoser Farbklänge, die in ihrer immanenten Bewegtheit und energetischen Gefaßtheit mit tonalen Kompositionen der Musik vergleichbar sind.

Auf den ersten Blick könnte Ben Hübschs Malerei in ihrer formal konstruktiven und abstrakten Sprache der konkreten Malerei und dem HARD EDGE zugehören. Genauer besehen enthält sie jedoch komplexe Strukturen, die ihn eher in Verwandtschaft bringen zur Baden-Badener SYN-Gruppe der 1960er Jahre um Bernd Berner, Klaus Jürgen-Fischer und Rolf-Gunter Dienst, die eine Verknüpfung unterschiedlicher Ausdrucksformen gegenstandsfreier Imagination anstrebte. Darüber hinaus enthalten Hübschs Arbeiten völlig neuartige Tendenzen, die eine ganz eigene Synthese konträrer Stilrichtungen sichtbar werden lassen. In formaler Hinsicht versteht er es, in der Entfaltung seiner Bildgrammatik eine Verbindung gestischer und konstruktiver Elemente zu erzeugen und vereint auf einzigartige Weise ornamentale und dynamische Motive. Indem er mit Farbverläufen und Trockenlasuren kontrastreiche Modulationen der induzierten Farbwerte hervorruft, entstehen vielschichtige Bildebenen mit sich überlagernden, changierenden Raumtiefen, die einen Vergleich mit der Polyphonie musikalischer Fugen und Klangwelten zulassen. Damit offeriert er in seinen Bildflächen dem Betrachter eine bewegte Erlebniswelt und regt zu empathischen Assoziationen an. Das graphisch Zeichenhafte und geometrisch Formalisierte der sich durchkreuzenden und untereinander verwobenen Farbbänder verwandelt sich dabei auf hintergründige Weise in quasi-naturalistische Szenarien. Das Bild wird zur lebendigen Sequenz, in denen gegenläufige Abläufe und Frequenzen sichtbar werden, die aber stets miteinander korrespondieren und entsprechende Spannungsmuster und Induktionswirkungen erzeugen, mitunter komisch oder erotisch, manchmal auch dramatisch, stets aber mit unterlegten Alltagsbezügen. Ben Hübsch gehört damit zu denjenigen Vertretern der Bildenden Kunst, die nicht nur auf das schon oft totgesagte Tafelbild setzen, sondern den nachhaltigen Beweis antreten, dass im unbewegten Bild mehr passieren kann als in den bewegten Bildern heutiger Medienwelt.

Mit Ausnahme der Feiertage finden jeden 1. und 3. Freitag im Monat um jeweils 15.30 Uhr einstündige, öffentliche Führungen statt und jeden Donnerstag von 12:30 bis 12:45 Uhr in der sogenannten „Kunstpause“ die Vorstellung eines der ausgestellten Exponate. Darüber hinaus können Sonderführungen für Gruppen gebucht werden mit Voranmeldung unter Tel. 07222/972-8410.


15.05.2014 - 05.10.2014
Die 1990er Jahre - Kunst in Baden am Ende des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung Rastatt

Pressemitteilung
Das Fin de siècle des 20. Jahrhunderts bildet eine 12-Jahres-Dekade und als solche einen in sich geschlossenen, vollkommenen Zyklus. Er beginnt euphorisch mit dem Fall der Mauer im Herbst 1989 und endet tragisch mit dem Terroranschlag auf die Twin-Towers von New York am 11. September 2001. Dazwischen folgen nicht nur Licht und Schatten, Zerfall und Aufbruch, Vision und Illusion schlagartig aufeinander, sondern die Gegensätze stehen dicht zusammen wie die Dioskuren-Zwillinge Castor und Pollux. In der damit verbundenen Wechselspannung siedelte die Generation X mit Love-Parade und Techno-Sound, während das Phänomen der Globalisierung neue Horizonte in Aussicht stellte, aber auch erste Schatten voraus warf. Zugleich wechselte die allgemeine Gemütslage laufend zwischen Weltuntergangsstimmung und wandlungsoffener Begeisterung. Der Tanz auf dem erloschenen Vulkan des Kalten Krieges sprang fortwährend hin und her zwischen elegischem Tango, verursacht durch die Implosionskriege, die der Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus nach sich zog, und euphorischen Stepp-Einlagen, die die Gründerjahre der New Economy, die Privatisierungstendenzen des neoliberalen Kapitalismus und die Heraufkunft des digitalen Zeitalters auslösten.

In der bildenden Kunst wirkt sich das Jahrzehnt mit seinen Auf- und Abbrüchen durch eine weitere Zunahme der Diversifizierung in Einzelpositionen aus. Die individuelle Ausrichtung gewinnt mehr und mehr Oberhand über die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Richtungen. Auch wenn nach wie vor eine formale Orientierung an bestehenden Konzepten stattfindet, lösen sich die Sichtweisen und Umsetzungen von geläufigen Kontexten ab und bilden ganz persönlich geprägte Formate aus. Diese Tendenz lässt sich sowohl deutschlandweit als auch in der Kunst des Südwestens erkennen, wie sie in der Sammlung Rastatt und der Sammlung Westermann repräsentiert ist.

Die Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt greift die Thematik des Jahrzehnts in einem Überblick auf. Die Ausstellung zeigt in mehr als 50 Exponaten aus den Sammlungsbeständen ein breites Spektrum an künstlerischen Behauptungen der oben beschriebenen Art, in denen deutlich wird, dass die Tendenz zur Individualisierung einen Gegenstrom zur egalitären Uniformität der heraufziehenden Globalisierung bildet. Zu den ausgestellten Künstlerinnen und Künstler gehören so namhafte Persönlichkeiten wie Alfonso Hüppi, Lothar Quinte, Wolf Pehlke, Armin Göhringer, Sabine Funke, Stephan Balkenhol, Renate Koch, Vera Röhm, AGNESS, Hildegard Fuhrer, Karl Heinz Bux, Ralph Fleck u.v.a.

In die Ausstellung integriert sind zwei Sonderschauen von in Rastatt ansässigen Künstlern, die in diesem Jahr besondere Geburtstage feiern. Im Mezzaninbereich präsentiert Günther Karcher, Jahrgang 1949, unter dem Titel „Die Erkundung der Welt“ aktuelle Arbeiten aus jüngster Produktion, darunter auch ein experimenteller Kurzfilm von 2012. Gezeigt werden allerdings keine Reiseskizzen, sondern frei gestaltete, quasi-abstrakte Arbeiten, die aus innerer Rückschau auf die vormals bereisten Orte und Gegenden entstanden sind. Sie sind keine Nachahmungen des jeweils vor Ort Wahrgenommenen, sondern Nachempfindungen eindrücklicher Erlebniswerte von Natur und Kultur, wie sie sich in Günther Karchers Erinnerung eingelagert haben.

Im Erdgeschoss stellt Walter Schiementz, Jahrgang 1934, seine neuesten „Bildfindungen“ vor, die durch ihre lineare Durchgestaltung eine stark narrative Note aufweisen. Thema ist die fiktive Landschaft, in die Schiementz menschleere Hütten als Rückzugs- und Verweilorte für den Betrachter einbaut und ihnen dabei eine numinose Qualität im Bildgefüge einräumt. Indem sie mit den Augen durchwandert werden, entfalten die „behausten Landschaften“ Szenarien, die an Traumsequenzen oder Märchenkulissen erinnern.


01.02.2014 - 04.05.2014
Agnes Märkel - Über Grenzen. Bimediale Bilder

Pressemitteilung
Die großformatigen Arbeiten auf Papier bringen zwei Medien miteinander in Dialog, Fotografie und Pastell, sind also bimedial angelegt. Die fotografischen Elemente sind als Ausschnitte der Realität, als Bild im Bild, in die zum Teil phantastisch anmutenden Szenarien eingebettet. Die raue Oberfläche der Handzeichnung und die Glätte des Digitaldrucks verschmelzen zu einem lebendigen Jetzt und gehen wechselweise „über Grenzen“. Die Vorgehensweise bei der Entstehung der Bilder thematisiert darüber hinaus, wie über Bilder der reproduzierenden Medien die Weltwahrnehmung beeinflusst und bestimmt wird und verweist darauf, dass der individuelle Blick es unvermeidlich macht, das Vorgegebene durch das eigene Sehen zu prüfen und zu hinterfragen. Inhaltlich spiegelt sich in den Arbeiten der zeitgenössische Blick auf Landschaft mit ihrer Veränderung durch Eingriffe der menschlichen Zivilisation und sind daher neben ihrem ästhetischen Gehalt zugleich Menetekel, die dem Betrachter ins Gewissen schauen. Weitere Infos über www.galerie-fruchthalle-rastatt.de und www.agnesmaerkel.de.


03.10.2013 - 19.01.2014
Hildegard Fuhrer - Metamorphosen. Bilder 1967-2013

Pressemitteilung
In ihrer letzten Quartalsausstellung 2013 zeigt die Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt eine Retrospektive der Malerin Hildegard Fuhrer. In Schwäbisch Gmünd geboren, studierte die Künstlerin an der Akademie Karlsruhe bei Prof. Albrecht von Hancke sowie Kunstgeschichte an der Universität Karlsruhe. Nach dem Studium wirkte sie bis 1981 als Kunsterzieherin in der Fächerstadt und ist seither freiberuflich tätig. Inzwischen lebt und arbeitet sie zusammen mit ihrem Mann, dem Maler Hans Peter Reuter, in Lauf bei Nürnberg.
Die Ausstellung steht sinnbildlich unter dem Zeichen des Schmetterlings, denn es zeigen sich innerhalb der über 40 jährigen Entwicklung der Malerei von Hildegard Fuhrer wesentliche, bildgenetische Wandlungsschritte, die sich mit der wechselvollen und wundersamen Metamorphose des Schmetterlings metaphorisch gleichsetzen lassen. Wie bei dieser der Wandel vom Ei zur Larve und aus der Puppe zum Falter stattfindet, geschehen im Werk von Hildegard Fuhrer – nicht weniger geheimnisvoll – sowohl in den Bildthemen als auch in der Verwendung der Malmittel entwicklungsbedingte, symbolträchtige und zeichenhafte Motivwechsel vergleichbarer Art. So lässt sich das Werk der Künstlerin in vier Phasen gliedern, die dialektisch und unumkehrbar aufeinander folgen. Es beginnt mit den in Nahsicht gehaltenen, flächig komponierten Interieurs, gefolgt von imaginären Himmelsbildern mit seriell wiedergegebenen, raumperspektivisch dimensionierten Wolkenmodulen. Diese erfahren ihre Verpuppung in einer Bildserie von Selbstporträts, in denen sich die Künstlerin in einen postmodernen Kontext zur Architektur der Renaissance und des Barock stellt, und wechselt schließlich in die Darstellung von Gartenanlagen und Blumenbildern, die nicht vom Licht romantischer Idylle, sondern von der klaren Helle des Mezzogiorno beleuchtet werden, die den Pflanzenmotiven einen epiphanischen Nimbus verleiht.
Alle vier Entwicklungsphasen der Künstlerin sind mit exemplarischen Arbeiten in der Schau präsent, die auch in entsprechend chronologischer Reihenfolge präsentiert werden. Gezeigt werden rund 50 Gemälde und ein halbes Dutzend mittelformatiger Aquarelle. Außerdem ist zur Ausstellung ein umfangreicher Katalog als Band 199 in der Edition „Lindemanns Bibliothek“ im Info-Verlag Karlsruhe erschienen (ISBN 978-3-88190-745-3; Preis: 18 EUR).


18.05.2013 - 22.09.2013
20 Jahre KUNST in der Fruchthalle

Pressemitteilung
In diesem Jahr feiert die Städtische Galerie Fruchthalle ihr 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass zeigt die Einrichtung eine Jubiläumsausstellung, in der die Sammlungsschwerpunkte der Galerie präsentiert werden. Die Schau beabsichtigt, den Besuchern die über 500 Kunstwerke umfassende Sammlung Rastatt „Kunst in Baden nach 1945“ transparent zu machen. Ein Zeitweg, der von 1945 bis 2012 reicht und sich auf die jeweilige Einstehungszeit der Exponate bezieht, führt durch die diversen Phasen und Positionen oberrheinischer Kunst und berücksichtigt die klassische Moderne ebenso wie die zeitgenössische Kunstproduktion. Bekannte Namen der Kunstszene wie beispielsweise Otto Dix, Karl Hubbuch, HAP Grieshaber, Lothar Quinte, Dieter Krieg, Horst Antes, Georg Baselitz, Markus Lüpertz und Peter Dreher sind neben weniger bekannten, für die badische Kunst aber nicht minder repräsentativen Künstlerpersönlichkeiten zu sehen. Daneben werden ausgesuchte Teile der ebenfalls rund 500 Objekte umfassenden Sammlung Westermann präsentiert, die in ihrem deutschlandspezifischen Aspekt einen eigenen Bestandteil der Sammlung Rastatt ausmacht und darin überregionale Akzente setzt.


31.01.2013 - 14.04.2013
VorOrt - Achtfach. Heidrun Dautner, Albert Kiefer, Gerd Nöldner, Gina Plunder, Klaus Ruschmann, Paul

Pressemitteilung
Die Städtische Galerie Fruchthalle zeigt in ihrer Frühjahrsausstellung „VorOrt – Achtfach“ vom 31. Januar bis 14. April 2013 eine Schau mit Arbeiten von acht Künstlerinnen und Künstlern, die in Rastatt und Umgebung leben. Die Ausstellung nimmt das künstlerische Kreativfeld der Barockstadt in den Blick und stellt es in den Kontext der Kunst in Baden nach 1945. Dabei wird nicht der Anspruch erhoben, ein vollständiges Bild des vorhandenen Potenzials und aller am Ort wirkenden künstlerischen Positionen zu zeichnen. Die Auswahl beschränkt sich auf Personen, die bisher noch nicht in der Fruchthalle ausgestellt haben. Ihre Anzahl ist ebenso bestimmt wie beliebig. Obwohl Heidrun Dautner, Albert Kiefer, Gerd Nöldner, Gina Plunder, Klaus Ruschmann, Paul Sachse, Henning Schwarz und Ralf Taller vor Ort wohnen und arbeiten, kannten sich bislang die meisten von ihnen nicht. Ihr Zusammentreffen im Rahmen der Ausstellung vollzog sich in einer Mischung aus Zufallsprinzip und Auswahlverfahren.

Das Präsentationsprofil der Ausstellung wird wesentlich durch Inszenierungen geprägt. Die Fruchthalle greift hierbei einen allgemeinen Trend auf, der sich innerhalb der Kunstmuseen und Galerien zunehmend abzeichnet und den Zweck verfolgt, unterschiedlichste Exponate und Sammlungsbestände in einen raumgreifenden Dialog zueinander zu bringen und damit den Ausstellungsbesuchern ein erweitertes Seherleben zu bieten. Entsprechend korrespondieren in der VorOrt-Ausstellung die Raumebenen der Fruchthalle so miteinander, dass zwar jedem einzelnen Künstler ein spezieller Bereich, in dem er für sich genommen wirken kann, zugeteilt ist, sich aber gleichzeitig durch die Offenheit der Blickachsen Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen den heterogenen Positionen ergeben.

Heidrun Dautner, die vorwiegend als Grafikerin arbeitet und durch ihre Plakate zum Straßentheaterfestival tête-à-tête bekannt geworden ist, zeigt in der Ausstellung sinnfreie Kalligraphie, freie Malerei und Filz-Plastiken aus Schafswolle. In einer Wand-Assemblage mit 122 Objekten präsentiert Albert Kiefer, Vater von Anselm Kiefer, der im Verlauf der Ausstellung seinen 95. Geburtstag begeht, seine Fundstück-Ready-mades der letzten fünfzehn Jahre. Eine bescheidene, aber erlesene Auswahl seiner Collagen stellt Gerd Nöldner vor, monumentale Miniaturen, die er nach „Generationen“ einteilt. Gina Plunder, die mit ihrer Malerei bereits internationale Preise erzielt hat, zeigt neben Gemälden insbesondere Glas- und Spiegelbilder sowie eine Reihe ihrer freien Architekturzeichnungen. Mit ausgewählten Künstler- und Kinderportraits und im Negativformat dargestellten Stadtlandschaften und Gesichtern ist der Zeichner Klaus Ruschmann in der Ausstellung vertreten. Der Grafiker, Sozialpädagoge und Kunstlehrer Paul Sachse bietet in einer Kombination von Malerei und Objektkunst gesellschaftskritische Ein- und Ausblicke zur Aufarbeitung von Vergangenheit im Hinblick auf eine humanere Zukunft. Der Bildhauer Henning Schwarz, Meisterschüler von Stefan Balkenhol an der Akademie Karlsruhe, präsentiert Arbeiten im Grenzbereich zwischen Skulptur und Plastik und in der Verbindung von Stein, Metall und organischen Materialien. Ralf Taller zeigt aus seinem reichen Fundus an Gemälden eine repräsentative Auswahl an ornamentalen, emblematischen und figürlichen Bildern.

In Ergänzung zu den VorOrt-Künstlern stellt die Sammlung Westermann in den Vitrinen im Foyer der Fruchthalle Objektkunst internationaler Künstler aus. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im BadnerBuch-Verlag, der ebenfalls vor Ort in Rastatt ansässig ist. Die Schau ist Donnerstag bis Samstag von 12 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr zu sehen.


14.09.2012 - 13.01.2013
"I`ll just keep on" - Rolf-Gunter Dienst

Pressemitteilung
In der Herbstsaison 2012 zeigt die Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt wieder einen bedeuteten Vertreter der Kunst in Baden nach 1945. Mit Rolf-Gunter Dienst wird in einer Einzelausstellung anlässlich seines 70. Geburtstages eine Künstlerpersönlichkeit gewürdigt, die seit 50 Jahre in sowohl kunstkritischer als auch kunstschaffender Wirksamkeit in der Region über die Region hinaus mit seinen Arbeiten und seiner singulären Position Zeichen gesetzt hat und noch immer setzt. Nicht von ungefähr trägt die Ausstellung den Titel „I’ll just keep on“, ist doch damit die anhaltende Lust an der künstlerischen Produktion, die den Künstler nach wie vor umtreibt, ebenso ausgedrückt wie der serielle Gestaltungsprozess, der sich durch sein gesamtes Werk zieht. Dienst ist Strukturbildner in der Fläche und neben seinen großformatigen malerischen Arbeiten ein namhafter Protagonist der „Zeichnung als Prozess“. Er bietet dem Betrachter in minutiös-minimalistischen Serien das strukturale Eigenleben abstrakt-organischer Formmodule, die in scheinbar wiederholender Wiedergabe eine Intersubjektivität und eine Spannung zwischen Identität und Differenz vermitteln.

Den in Kiel geborenen Künstler verschlug es schon Anfang der 1960er Jahre nach Baden-Baden, wo er bis in jüngste Zeit gelebt hat und bis Anfang 1990 durch seine langjährige redaktionelle Arbeit als Kunstkritiker der in Baden-Baden erschienenen Zeitschrift „Das Kunstwerk“ national wie international bekannt wurde. Er gehörte seinerzeit als jüngstes Mitglied zu der in Baden-Baden 1967 gegründeten Gruppe SYN, die sich mit Künstlern wie Bernd Berner, Eduard Micus und Erwin Bechtold sowie Klaus Jürgen-Fischer, dem die Städtische Galerie Fruchthalle 2005 eine Einzelausstellung gewidmet hat, als „offene Gruppe“ verstand und dem „Vorrang der Kunst“ im allgemeinen wie dem Vorzug „der autonomen Malerei“ im besonderen verschrieben hatte. Obwohl er 1992 auf eine Professur für Freie Malerei an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste nach Nürnberg berufen wurde, die er bis 2008 inne hatte, blieb Rolf-Gunter Dienst der Region weiterhin treu. Auch wenn er inzwischen ein Teil des Jahres in Berlin verbringt, unterhält er nach wie vor sein Atelier in Kauffenheim im Elsaß. 2007 erhielt er zusammen mit Silvia Bächli den Hans-Thoma-Preis, den Großen Landespreis für Bildende Kunst des Landes Baden-Württemberg.

Die Schau in der Städtischen Galerie Fruchthalle zeigt das 10m in der Breite messende Gemälde „Les Voyelles“ (dt. die Vokale) aus den Jahren 2006/07, das auf ein gleichnamiges Sonett von Arthur Rimbaud zurückgeht und in der durchgängig in Reihe gehängten Präsentation bisher noch nie zu sehen war. Daneben bietet die Ausstellung im Schwerpunkt eine Retrospektive des zeichnerischen Werkes von Rolf-Gunter Dienst, das hinsichtlich Umfang und Vollständigkeit in dieser Form ebenfalls erstmals präsentiert wird. Ein Katalog mit ausgesuchten Zeichnungen der Jahre 1962 bis 2012 erscheint beim modo-Verlag Freiburg.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 13. September 2012, um 19 Uhr durch Bürgermeister Arne Pfirrmann eröffnet. Die Einführung hält Galerieleiter Peter Hank, der auch den einführenden Text des Kataloges verfasst hat. Die Schau ist bis 13. Januar 2013 zu sehen.


17.05.2012 - 02.09.2012
CARLOS GRANGER und Sammlung Rastatt

Pressemitteilung
In Kooperation mit der Herbert-Weisenburger-Stiftung zeigt die Städtische Galerie Fruchthalle vom 17. Mai bis 2. September den britischen, 1933 geborenen und seit 1989 in Amsterdam lebenden Bildhauer Carlos Granger in einer konzentrierten Installationsausstellung im Obergeschoss. Daneben ist zeitgleich eine Schau mit ausgesuchten Kunstwerken der Sammlung Rastatt zu sehen, die im Erdgeschoss und im Kabinettbereich des Obergeschosses präsentiert wird.

Carlos Granger vertritt eine wichtige Position der ungegenständlichen Skulptur nach 1945. Er gehört in den 1960er Jahren zu den Künstlern, die im Umfeld der legendären Londoner St. Martin`s School of Art auf neuartige Weise Plastiken mit zeitgenössischen industriellen Materialien in einer reduzierten, vorrangig linearen Formensprache realisieren. Von 1973 bis 1982 unterbricht er seine skulpturale Tätigkeit und wendet sich der Fotografie von Stillleben und Landschaften zu, ehe er innerhalb von wenigen Jahren zu der verknappten, dabei präzise ausgearbeiteten Form von Skulptur findet, die auch heute sein Werk kennzeichnet. Granger arbeitet lange ausschließlich mit Stahl. Er fasst diese Skulpturen partiell farbig und verleiht ihnen dadurch und durch die genaue Ponderation einen elegante Note. Mit der Hinwendung zu Beton, Stahl und partiell Holz verbindet er ab Mitte der 1990er Jahre die perfekte Ausgewogenheit mit einer rauen Anmutung. Kaum kniehoch, teils als Boden- und teils als Sockelstücke präsentiert und stets dezidiert von allen Seiten zu betrachten, wirken seine konstruktiven Skulpturen zunächst kubisch und hermetisch, offenbaren dann aber ein komplexes Spiel formaler Beziehungen. Diese Skulpturen, an denen Granger mitunter mehrere Jahre gearbeitet hat, vermitteln einen genauen Blick auf unsere Welt und deren urbane Einrichtung, bisweilen lassen sie an Architektur denken. Dies trifft auch auf die neueren Skulpturen aus MDF- und Sperrholzplatten zu, die, mit einem Farbton überzogen, nun über einen spielerischen Ton verfügen und ihre räumliche Umgebung geradezu ertasten.

Carlos Granger, der schon 1970 zu einer Einzelausstellung in der Serpentine Gallery in London eingeladen wurde und seit den 1990er Jahren mehrfach in Deutschland ausgestellt hat, präsentiert die Schau auf Einladung der Herbert-Weisenburger-Stiftung. Die gezeigten Arbeiten bieten einen vertiefenden Einblick in seine zentralen Werkgruppen. Mit Carlos Granger wird ein wichtiger, konzentriert arbeitender Einzelgänger der internationalen Skulptur vorgestellt, der nach dem „Eigentlichen“ der Bildhauerei fragt.


04.02.2012 - 06.05.2012
Irene von Neuendorff - Framing. Malerei, Zeichnung, Objekte

Pressemitteilung
»Framing« ist der Titel der aktuellen Ausstellung der Künstlerin Irene von Neuendorff in der Städtischen Galerie Fruchthalle Rastatt. Mitte der 80er Jahre studierte sie an der Karlsruher Kunstakademie bei den Professoren Albrecht von Hancke, Rainer Küchenmeister und Peter Dreher.
Das englische Verb »to frame«, das viele, teilweise widersprüchliche Bedeutungen hat, nämlich formulieren, sich bilden, jemanden hereinlegen, bildet die Klammer, das verbindende Element, das die unterschiedlichen Werkgruppen, die in der Ausstellung gezeigt werden, zusammenfügt und aufeinander bezieht. Es handelt sich hier um Exponate, die einen zweiten Blick erfordern. Nichts erschließt sich im Vorbeigehen.
So handelt es sich zum Beispiel bei den Porträts aus dem Werkzyklus »Das Hitler-Projekt« größtenteils um Montagen, bei denen die Körperteile verschiedener Modelle zu einem neuen Ganzen zusammengefügt werden. In diesem Zusammenhang gewinnt der von Hannah Arendt geprägte Begriff der »Banalität des Bösen« eine neue Virulenz. Jean Paul Sartre äußert sich in seinem Hauptwerk »Das Sein und das Nichts« folgendermaßen: »Was einem Menschen durch andere Menschen zustößt und durch ihn selbst zustößt, kann nur menschlich sein.« Sein Landsmann und Kollege Jules Romains äußert sich sogar noch deutlicher: Es gäbe keine unschuldigen Opfer. Das Böse wird verstanden als Teil der menschlichen Natur. Der Hitler in uns ist also etwas, das durch rituell praktizierte Betroffenheitsheuchelei gebannt werden soll. Die Künstlerin selbst äußerte sich einmal in einer Ausstellung dezidiert und lakonisch: »Wir sind nur aus Mangel an Gelegenheit gut.« In diesem Sinne ist die Werkgruppe »Täteropfer – Opfertäter« zu verstehen.
Die mit kostbarem Meißner Porzellandekor versehenen Objekte aus der Serie »Vanitas! Vantitatum Vanitas« offenbaren sich bei näherem Hinsehen als Tierschädel; der Schädel als klassisches, hier in seiner Echtheit brutal erscheinendes Vanitas-Symbol.
Die Künstlerin bezeichnet sich selbst als »Anverwandler«: sie sammelt, recherchiert, kombiniert und präsentiert Gewohntes und inflationär Gebrauchtes neu und verleiht ihm dadurch eine neue beunruhigende Wirkung und Bedeutung. Teilweise sind die Eingriffe so minimal, dass sie – wie zum Beispiel bei den Tierpräparaten, die in Zusammenarbeit mit dem Berliner Taxidermisten Stephan Klaue entstanden sind – zunächst nicht bemerkt werden.
Das zwischen 1999 und 2005 entstandene »Hitler-Projekt« zeigt eine noch eindeutige politische Stoßrichtung. Die danach folgenden Werkkomplexe werfen auf subtilere Art anthropologische, soziologische und philosophische Fragestellungen auf. Dennoch bleibt die Frage: Ist denn nicht alles politisch?
Politik ist »jegliche Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie die Durchsetzung von Forderungen und Zielen, sei es in privaten oder öffentlichen Bereichen.« Braucht man heute überhaupt in Zeiten medialer Übersättigung und mannigfaltigen »Erziehungsversuchen« politische Kunst? Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass das Bedürfnis nach Vermittlungsinstrumenten mit verbindlicher Position wächst – auch im Bereich der Kunst, zumal in Zeiten politischer Krisen und gesellschaftlicher Verunsicherung des »Anything goes«.
Irene von Neuendorff spielt auf diesem Instrument nicht nur mit den traditionellen Mitteln der Zeichnung und Malerei, sondern mit den Darstellungsmöglichkeiten der Installation, wobei nicht nur das Objekt selbst, sondern auch deren Kombination und Präsentation von höchster Bedeutung sind.
Die Ausstellung wird am Freitag, den 3. Februar 2012, um 19 Uhr durch Kulturbürgermeister Arne Pfirrmann eröffnet und ist bis 6. Mai 2012 zu sehen. Zu beachten sind dabei die neuen Öffnungszeiten der Galerie: Donnerstag bis Samstag 12 bis 17 Uhr und Sonntag und an Feiertagen 11 bis 17 Uhr. Die Einführung auf der Vernissage hält Galerieleiter Peter Hank. Irene von Neuendorff sowie Stefan Klaue sind bei der Eröffnung anwesend. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


16.09.2011 - 22.01.2012
...bis jetzt.. - Jörn Kausch. Plastische Arbeiten

Pressemitteilung
Jörn Kausch, Jahrgang 1953, studierte an der Kunstakademie Karlsruhe bei Prof. Wilhelm Loth. Er lebt seit 1993 in Rastatt, wo er auch seit 1998 sein Atelier hat, und ist mit seinen Arbeiten in mehreren Ausstellungen in der Region und weit darüber hinaus in Erscheinung getreten. Aus dem figürlichen Bereich herkommend, abstrahierte sich im Laufe seines Schaffens seine Position von einer gestisch-dynamischen zu einer minimalistisch-konstruktiven Gestaltung der Objekte, wobei neben Bodenarbeiten eine besondere Bedeutung der Plastik an und vor der Wand zufällt. Der wechselvolle Entwicklungsgang des Künstlers im Anschluss an die Akademiezeit bis in die aktuelle Werkphase wird in der Ausstellung anhand exemplarischer Arbeiten dargestellt. Der Ausstellungstitel „Bis jetzt...“ versteht sich dabei ebenso zukunftsoffen wie retrospektiv.

Während der Ausstellung von Jörn Kausch ist ab 16. September aus Anlaß der Anselm-Kiefer-Ausstellung im Frieder-Burda-Museum Baden-Baden in der Städtischen Galerie Fruchthalle die Monumental-Collage „Wege der Weltweisheit: die Hermannsschlacht“ von Anselm Kiefer zu besichtigen.

Am Sonntag, den 25. September, ist im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags in Rastatt der Eintritt in die Städtische Galerie Fruchthalle frei. Außerdem findet an diesem Sonntag um 15.30 Uhr eine kostenlose Führung durch den Galerieleiter Peter Hank statt. Ansonsten gibt es öffentliche Führungen an jedem 1. Freitag im Monat um 15.30 Uhr.


13.05.2011 - 28.08.2011
REALOS - Neue Optionen der Malerei

Pressemitteilung
In Kooperation mit der Galerie Leuenroth (Frankfurt am Main), der Galerie Meier (Freiburg) und der Galerie Z (Stuttgart) werden acht Künstlerpersönlichkeiten, die der realistischen Malerei zugehören, gezeigt. Zu sehen sind rund 70, zum Teil großformatige Arbeiten von Isabelle Dutoit, Hans-Joachim Billib, Jan Dörre, Matthias Ludwig, Robert Matthes, Celso Martínez Naves, Gerhard Neumaier und Stefan S. Schmidt. Ihre unterschiedliche Herangehens- und Ausdrucksweise in der Behandlung des Wirklichkeitsbezugs macht dem Besucher der Ausstellung die große Bandbreite in Form und Motiv deutlich, welche der neue Realismus derzeit bietet. Zugleich bestehen zwischen den einzelnen Positionen Gemeinsamkeiten, die zeigen, dass die realistische Tendenz für die Malerei ungeahnte Möglichkeiten erschließt, sich mit malerischer Stilisierungskraft als eigenständiges Ausdrucksmedium gegenüber der gegenwärtigen Digitalisierung der Bildwelt zu behaupten. In den Vitrinen im Foyer der Fruchthalle wird die Schau durch Arbeiten aus der Sammlung Westermann ergänzt, die dem Fantastischen Realismus zuzurechnen sind. Zur Ausstellung ist ein Katalog im modo-Verlag Freiburg erschienen.