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Städtische Galerie Karlsruhe

Kunstinstitution bei artports.com

Städtische Galerie Karlsruhe

Lorenzstraße 27
D-76135 Karlsruhe
Germany/Deutschland
Tel: 0721/133-4401
Fax: 0721/1334409
staedtische-galerie@karlsruhe.de
www.staedtische-galerie.de
Öffnungszeiten:
Mi-Fr 10-18 Uhr, Sa, So 11-18 Uhr, Mo/Di geschlossen
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Städtische Galerie Karlsruhe

Ausstellungen

Aktuelle und kommende Ausstellungen


Städtische Galerie Karlsruhe

05.02.2016 - 31.12.2017
umgehängt. Idole und Legenden

Pressemitteilung
Ausgangs­­punkt für die aktuelle Neuprä­sen­ta­tion der Schau­­sam­m­­lung der Städti­schen Galerie im ersten Oberge­­schoss ist die Gegen­übers­tel­­lung des Gemäldes "Legende" von Rosemarie Trockel und der Plastik "Idol" von Gustav Seitz. Sie stehen stell­­ver­­tre­tend für zwei konträre Positionen innerhalb der bundes­­deut­­schen Kunst seit 1945 bis heute. Seitz´ Bronze­­fi­­gur reprä-sentiert hierbei ein ideali­­sie­ren­­des Kunst­ver­ständ­nis, das vor allem die ersten Jahrzehn­ten nach dem Zweiten Weltkrieg prägte. Viele Künstler und Künst­le­rin­­nen jener Jahre verstanden ihre Werke als Ergebnis eines ursprüng­li­chen Schaf­­fen­striebs, das jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft und Bildung lesen und verstehen kann. Farbe, Form und Gestus waren für sie Ausdrucks­trä­ger allge­­mein­­men­sch­­li­cher Befin­d­­lich­kei­ten und ihre Werke verstanden sie als Beitrag für eine bessere Gesell­­schaft. Beispiel­haft belegen Exponate des Informel, der Konkreten Kunst und des ZERO-Umfeldes diese Vorstel­­lun­­gen.

Mit der Postmo­­derne in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhun­­derts begannen Kunst­­­schaf­­fende vermehrt Kritik an diesem Kunst­ver­ständ­nis zu üben. Für diesen Bruch steht in der Ausstel­­lung Trockels "Legende". Mit ihren Arbeiten zielt die deutsche Künstlerin auf die Offen­le­­gung scheinbar unantast­­ba­­rer symbo­­li­­scher Ordnungen und hegemo­­nia­­ler Gesell­­schaftss­truk­tu­ren. Ironische Überspit­­zun­­gen, repro­­duk­tive Techniken und konzep­tu­elle Ansätze dienten ihr und anderen dazu, die autonome Autor­­schaft sowie künst­le­ri­­sche Absolut­heits­­an­sprü­che anzugrei­­fen und die Grenzen zwischen Hoch- und Populär­kul­tur zu hinter­fra­­gen.

Am Anfang des ersten Themen­­be­reichs "Idol" steht die Kunst des Informel. Diese verstand sich als Ideal einer freien, demokra­ti­­schen Gesell­­schaft, als sinnliche Darstel­­lung absoluter Ideen. Die unmit­tel­­bare, gestische Übertra­gung von Emotionen auf die Leinwand sollte in letzter Instanz auch die Betrach­te­rin­­nen und Betrachter zur inneren Teilnahme und emotio­na­len Reaktion führen. In der Ausstel­­lung illus­trie­ren Arbeiten u. a. von Otto Greis, Heinz Schanz, K. R. H. Sonderborg und Walter Stöhrer diese bewegten Jahre. Auf ihrer Suche nach präzise definier­­ba­ren Bildord­­nun­­gen fanden die Künstler der Konkreten Kunst zu alter­na­ti­­ven Ausdrucks­­for­­men. Statt geplanter Formlo­­sig­keit, indivi­­du­el­­ler Handschrift und gestischem Farbauf­­trag wurden hier durch­­­dachte Kompo­­si­tio­­nen mit vonein­an­­der abgetrenn­ten Farbflä­chen, klaren Linien und formalen Ordnungen zu bildge­­ben­­den Elementen. Die Maler und Bildhauer Max Bill, Günter Fruhtrunk, Günter Neusel und Lothar Quinte sind als Re-präsen­tan­ten dieser Kunst in der Ausstel­­lung vertreten. Die Künstler des ZERO-Umfeldes dis-tanzierten sich ebenfalls von den infor­­mel­len Vorgängern. Mit oftmals einfachen Bildmit­teln visua­­li­­sier­ten sie Energie, Licht und Schatten, Refle­­xio­­nen und Spiege­­lun­­gen, um so elemen­ta­re Bilder­fah­run­­gen zu ermög­li­chen. Beispiel­haft an Arbeiten von Georg Baselitz, Antonius Höckelmann und Per Kirkeby wird in der Ausstel­­lung auch das Ringen um eine Ästhetik zwischen Abstrak­tion und Figur verbild­­licht. Alle vier Richtungen dieses ersten Ausstel­­lungs­­­teils eint, dass ihre Vertreter Kunst als sozio­­kul­tu­rel­les Ideal verstanden.

Im zweiten Bereich "Legenden" wird dieses fortschrit­t­s­o­ri­en­tierte Verständ­nis zur Dispo­­si­tion gestellt. Entspre­chend der Revision von linearen Geschichts­­mo­­del­len und der kritischen Hinter­fra­­gung der "großen Erzäh­lun­gen" (Jean-François Lyotard) in der Postmo­­derne boten ironi-sche Überspit­­zun­­gen, Material­ex­­pe­ri­­mente und kritische Inhalte geeignete Mittel zur Relativie-rung und Distan­­zie­rung von Absolut­heits­­an­sprü­chen in der Kunst. Die Kultur­­schaf­­fen­­den dieser Jahre brachen mit der Forderung nach Innovation und Genialität. Ein erster Teilbe­reich widmet sich dem Thema der Ironie.

Künst­le­rin­­nen und Künstler, darunter Jörg Immendorff, Sigmar Polke oder Rosemarie Trockel, stellten sich gegen die Wahrheits- und Origi­na­li­täts­an­sprü­che der klassi­­schen Avant­­gar­­de­­be­we­­gun­­gen und die daran anknüp­fen­den Kunst­­vor­­s­tel­­lun­­gen der unmit­tel­­ba­ren Nachkriegs­­­zeit. Die hierauf folgende Abteilung steht ganz im Sinne des Angriffs. Während Marlene Dumas, Antonius Höckelmann und Arnulf Rainer das Idealbild des genia­­lis­ti­­schen, prome­thei­­schen Künstlers sowie die Bedin­­gun­­gen des Kunst­­­be­triebs kritisch betrachten, fechten Katharina Fritsch und Rosemarie Trockel den Status des produk­ti­­ven, handwerk­­lich arbei­ten­­den Kunst-schaf­­fen­­den an. Sie ließen ihre Werke mitunter indus­tri­ell fertigen, wodurch typisch postmo­­der­ne Fragen nach Autor­­schaft und Origi­na­li­tät gestellt werden. Ab Anfang Mai, nach dem Ende der Ausstel­­lung von Katja Colling, der aktuellen Preis­trä­ge­rin des Kunst­­prei­­ses der Werner-Stober-Stiftung, können die Besuche­rin­­nen und Besucher schließ­lich den letzten Teil der Neuprä­sen­ta­tion besich­ti­­gen. Dieser versammelt unter der Überschrift Irrita­tio­­nen Positionen junger Kunst­­­schaf­­fen­­der. Sämtliche Exponate dieses Bereichs sind Neuer­wer­­bun­­gen aus den vergan­­ge­­nen Jahren und wurden bisher größten­teils noch nicht in der Städti­schen Galerie ausge­­stellt. Die Zusam­­men­s­tel­­lung verdeut­­licht zum einen, dass das Prinzip der Irritation ein wieder­­keh­ren­­des Element der Gegen­warts­­kunst ist. Zum anderen zeigen die ausge­­stell­ten Arbeiten eine deutliche Abkehr vom klassi­­schen Tafelbild. Neben einer Video­ar­­beit von Selma Alaçam sind hier u. a. eine kinetische Instal­la­tion von Renate Koch, ein textiles Bild von Katja Colling sowie eine Boden­ar­­beit von Anna Kolod­­zie­jska zu sehen. Neben diesen inhal­t­­li­chen Aspekten gewährt die Zusam­­men­s­tel­­lung auch einen Einblick in die Sammlungs­­stra­te­­gie der Städti­schen Galerie.

Beteiligte Künstler und Künst­le­rin­­nen:

Selma Alaçam, Georg Baselitz, Thomas Bayrle, Max Bill, Katja Colling, Marlene Dumas, Harald Duwe, Katharina Fritsch, Günter Fruhtrunk, Hermann Glöckner, Gotthard Graubner, Otto Greis, Otto Herbert Hajek, Antonius Höckelmann, Jörg Immendorff, Per Kirkeby, Jürgen Klau-ke, Renate Koch, Anna Kolod­­zie­jska, Wilhelm Loth, Adolf Luther, Günter Neusel, Sigmar Polke, Lothar Quinte, Arnulf Rainer, OMI Riesterer, Heinz Schanz, Walter Schelenz, Gustav Seitz, Andreas Slominski, K. R. H. Sonderborg, Klaus Staudt, Walter Stöhrer, Rosemarie Trockel, Günther Uecker, Claude Wall u. a.

Kurator: Marco Hompes M.A.
Foto: Rosemarie Trockel, Legende, 1984, Öl und Spray auf Pappe, 84 x 47 cm, Sammlung Garnatz, ©VG Bild-Kunst, Bonn 2016


Städtische Galerie Karlsruhe

24.05.2017 - 29.10.2017
Willi Müller-Hufschmid (1890–1966). Arbeiten auf Papier

Pressemitteilung
Das künst­le­ri­sche Werk von Willi Müller-Hufschmid spannt den Bogen vom Realismus der zwanziger Jahre über expres­si­ve Dar­stel­lun­gen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs bis hin zur Ab­strak­tion der Nachkriegs­zeit. Mit über 700 Zeich­nun­gen und einer reprä­sen­ta­ti­ven Auswahl an Gemälden besitzt die Städti­sche ­Ga­le­rie Karlsruhe einen Großteil seines künst­le­ri­schen Nach­las­ses mit Schwer­punkt auf der Schaf­fens­zeit der frühen 1940er- bis zur Mitte der 1960er-Jahre. Eine reprä­sen­ta­ti­ve ­Aus­wahl von etwa 70 Zeich­nun­gen aus der eigenen Sammlung stellt die Facetten seiner Entwick­lung vor und vermittelt einen ­Über­blick über seine wesent­li­chen Schaf­fens­jahre. Geprägt von den wechsel­vol­len politi­schen Verhält­nis­sen des 20. Jahrhun­derts ­sind seine Arbeiten nicht nur ein Zeitdo­ku­ment höchsten Ranges, sondern belegen zugleich eindrucks­voll die Entwick­lung eines ­Ma­lers, der seinen Weg trotz schwie­rigs­ter Umstände unbeirr­t ­ver­folgte. Neben einer größeren Zahl an Selbst­bild­nis­sen werden ­ex­pres­sive Zeich­nun­gen vorge­stellt, die der Künstler in der Zeit ­sei­ner Tätigkeit als Schran­ken­wär­ter in Konstanz während des Zwei­ten Weltkriegs schuf. Sie reflek­tie­ren nicht nur seine ­be­drückende persön­li­che Situation, sondern verleihen auch seiner ­kom­pro­miss­lo­sen Ablehnung des faschis­ti­schen Regimes in teils of­fe­nen, teils metapho­risch verschlüs­sel­ten Formu­lie­run­gen ­Aus­druck. Nach Kriegsende setzte eine neue Entwick­lung ein, die Schritt für Schritt zur Abstrak­tion führte und den Künstler zum Weg­be­rei­ter einer neuen Kunst­auf­fas­sung im südwest­deut­schen Raum ­machte.

Foto: Willi Müller-Hufschmid, Selbstporträt gespiegelt, um 1941/45, Städtische Galerie Karlsruhe


Städtische Galerie Karlsruhe

22.07.2017 - 22.10.2017
Otto Bartning (1883–1959). Architekt einer sozialen Moderne

Pressemitteilung
Otto Bartning gilt als einer der bedeu­tends­ten Archi­tek­ten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun­derts. Hiervon zeugen sein ­Bei­trag zur Reform des protes­tan­ti­schen Kirchen­baus, seine ­Sied­lungs- und Sozial­bau­ten sowie seine theore­ti­schen Schriften. 1883 in Karlsruhe geboren, studierte Bartning in Berlin und in seiner Heimat­stadt. In den Folge­jah­ren sollte er mit dem Entwur­f ­der Stern­kir­che, von 1922, der Stahl­kir­che von 1928 sowie 1946 mit dem Notkir­chen­pro­gramm des Deutschen Evange­li­schen Hilfs­werks den Kirchenbau revolu­tio­nie­ren. Mit seiner radika­len ­Ab­wen­dung gegen den gängigen Histo­ris­mus, die Verwen­dung in­no­va­ti­ver Formen und Materia­lien und als Mitglied des zu­kunfts­wei­sen­den "Arbeits­ra­tes für Kunst", zählt er neben Wal­ter Gropius und Bruno Taut ab 1918 zu den Protago­nis­ten der Mo­derne. Bartning, der europaweit tätig war, konnte in Karls­ru­he ­die Markus­kir­che (1934-1935), das Franz-Rohde-Haus (1938), die Evan­ge­li­sche Friedens­kir­che (1949) als Notkirche und die Tho­mas­kir­che (1958-1960) errichten.

Das facet­ten­rei­che Oeuvre Bartnings und seine vielsei­ti­gen Ak­ti­vi­tä­ten werden in einer umfas­sen­den Werkschau anhand von o­ri­gi­na­len Zeich­nun­gen, Fotogra­fien und Archi­tek­tur­mo­del­len vor­ge­stellt. Die Ausstel­lung, kuratiert von Dr. Sandra Wag­ner-Conzelmann, ist ein Koope­ra­ti­ons­pro­jekt der Akademie der Künste, Berlin, und der Wüstenrot Stiftung in Zusam­men­ar­beit mit der Städti­schen Galerie Karlsruhe, dem Institut Mathil­den­hö­he Darm­stadt und der Techni­schen Univer­si­tät Darmstadt.

Es erscheint eine ausstel­lungs­be­glei­tende Publi­ka­tion.

Foto: Stahlkirche auf der Pressa in Köln, 1928, Außenansicht, Foto: Hugo Schmölz, Otto-Bartning-Archiv der TU Darmstadt


Ausstellungsarchiv


01.04.2017 - 18.06.2017
Skulpturen aus der Sammlung

Pressemitteilung
Spannende Einblicke in unter­schied­li­che Positionen der Bildhaue­rei im 20. Jahrhun­dert verspricht die Ausstel­lung „Skulp­tu­ren aus der Sammlung“ mit Werken aus dem eigenen Bestand und der renom­mier­ten Sammlung Garnatz, die sich seit 1996 als Dauer­leih­gabe in der Städti­schen Galerie Karlsruhe befindet. Der Spannungs­bo­gen reicht von Hermann Binz und seiner Bronze­plas­tik der „Stefanie“ – sie entstand um 1905 und schmückt in der endgül­ti­gen Ausführung den Brunnen auf dem Stephan­platz – über Hans Uhlmanns Zeichnung im Raum mit dem Titel „Entspan­nung“ von 1948 zu Horst Egon Kalinow­skis reduzier­ter Figür­lich­keit in der Plastik „Die Mutter des Bernstein“ aus dem Jahr 1965. Die Sammlung Garnatz schließt mit Werken aus den 1980er Jahren an. Hierzu gehören die experi­men­tell gestal­te­ten Köpfe der „Bürger von Florenz“ von Markus Lüpertz ebenso wie der aus einem Holzstamm geschla­gene „Selbst­kopf I“ (1984) A. R. Pencks oder die filigrane Instal­la­tion „Löffel­mu­scheln“ von Rosemarie Trockel.
Zu sehen sind zudem dreidi­men­sio­nale Werke unter anderem von Horst Antes, Georg Baselitz, Stephan Balkenhol, Günther Förg, Bernhard Heiliger, Per Kirkeby, Kalin Lindena, Wilhelm Loth und Werner Pokorny.

Foto: Rosemarie Trockel, ohne Titel (Löffelmuscheln), 1986, (c) Städt. Galerie Karlsruhe


09.02.2017 - 07.05.2017
Lisa Kränzler - KUX

Pressemitteilung

Der Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung für das Jahr 2016 wurde an Lisa Kränzler verliehen. Die Auswahl für dieses S­ti­pen­dium trafen Mitglieder des Profes­so­ren­kol­le­gi­ums an der Staat­li­chen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Lisa ­Kränz­ler, 1983 in Ravensburg geboren, studierte seit 2005 ­Ma­le­rei und Grafik an der Staat­li­chen Akademie der Bilden­den ­Künste in Karlsruhe. 2012 schloss sie ihr Studium als Meis­ter­schü­le­rin bei Tatjana Doll ab. Die Künstlerin ist seit 2012 auch schrift­stel­le­risch tätig und erzielt mit ihren Romanen ­be­acht­li­che Erfolge.

Im Bereich der bildenden Kunst widmet sie sich der Malerei und der Zeichnung. Kränzler gestaltet ihre großfor­ma­ti­gen, am ge­gen­ständ­li­chen orien­tier­ten Gemälde ganz aus der Farbe, wobei die Nähe zum Cartoon deutlich wird. Als Materialen nutzt sie Lack, eine konven­tio­nelle Anstreich­farbe, die sie auf Papier ­auf­trägt. "Kränzler ist, was die Malerei betrifft, mit der Aus­höh­lung von deren Konvention beschäf­tigt. Sie geht dieser ­Be­schäf­ti­gung mit Unver­fro­ren­heit und Rücksichts­lo­sig­keit nach, jedoch ohne Naivität." Als verbin­den­des Element zwischen ­bil­den­der Kunst und Schrift­stel­le­rei können ihre Zeich­nun­gen an­ge­se­hen werden, "als in ihnen dauernd zwischen Texten und Bil­dern, aufge­tra­ge­nen Farben und maschi­nen­ge­schrie­be­nen ­Buch­sta­ben oder Sichtbarem und Lesbarem hin- und herge­sprun­gen wird." (Zitate: Ulrich Loock 2016)


03.12.2016 - 05.03.2017
Schwarzwald-Bilder
Der Schwarz­wald in der bildenden Kunst von der Ro­man­tik bis zum Ersten Weltkr

Pressemitteilung
Klingende Namen wie die der Bäder­städte Baden-Baden und Bad Her­renalb oder der histo­ri­schen Zährin­ger­stadt Freiburg, verwun­schene, sagen­um­wo­bene Plätze wie der Mummelsee, wild-roman­ti­sche Landschaf­ten wie die Triberger Wasser­fäl­le o­der die Raven­na­sch­lucht und heraus­ra­gende Berggipfel wie der Feldberg oder die Hornis­grinde stehen für den Schwarz­wald und rufen unter­schied­lichste Assozia­tio­nen hervor. Es sind Orte, die auch Künstler aufsuchten und in ihren Zeich­nun­gen und Gemälden festhiel­ten. Dicht mit Bäumen bestan­de­ne Wald­par­tien, weitläu­fige Weide­flä­chen in Höhenlagen, roman­ti­sche Fluss­par­tien, vielfäl­tige Trachten und Si­tua­tio­nen aus dem Alltags­le­ben gaben den Malern immer wie­der Anregungen für charak­te­ris­ti­sche Kompo­si­tio­nen. Die Ausstel­lung "Schwarz­wald-Bilder" führt Gemälde, Zeich­nun­gen, Druck­gra­fi­ken und histo­ri­sche Fotogra­fien aus zahlrei­chen öffent­li­chen und privaten Sammlungen zu einem eindrucks­vol­len, faszi­nie­ren­den Panorama zusammen.

Die Landschaft des größten deutschen Mittel­ge­bir­ges war im 18. Jahrhun­dert noch in zahlreiche kleine Terri­to­ri­en auf­ge­teilt, die unter der Herrschaft von Feudal­her­ren und K­lös­tern standen. Erst mit der Gründung des Großher­zog­tums ­Ba­den im Jahr 1806 wurde ein großer Bereich des Schwarz­wal­des ­Teil des neuen souveränen Staates. Von da an gehörte das Ber­g­land ausschließ­lich zwei Herrschafts­ge­bie­ten an: dem Groß­her­zog­tum Baden und dem Königreich Württem­berg. Der Re­gie­rungs­sitz von Baden befand sich in der am Nordwestran­d ­des Schwarz­wal­des gelegenen Residenz­stadt Karlsruhe. Hier wur­den die politi­schen und wirtschaft­li­chen Geschicke der Be­woh­ner dieser Region gesteuert, beispiels­weise mit dem Be­schluss, Straßen und Eisen­bahn­stre­cken zu bauen, um das un­weg­same Gebiet besser zu erschlie­ßen.

1854, zwei Jahre nach seinem Regie­rungs­an­tritt, gründete der Regent Friedrich von Baden (seit 1856 Großher­zog) eine ­Kunst­schule in Karlsruhe, aus der die spätere Akade­mie her­vor­ging. Sie entwi­ckelte sich rasch zu einem weithin aus­strah­len­den Zentrum der Landschafts­ma­le­rei in Deutsch­land, das viele heraus­ra­gende Talente anzog. Bereits ­Jo­hann Wilhelm Schirmer, angese­he­ner Landschafts­ma­ler aus Düs­sel­dorf und erster Direktor der neuen Schule, reiste ­mehr­fach zu Studi­en­zwe­cken in den Schwarz­wald. Sein aus Bernau gebürtiger Schüler Hans Thoma wählte immer wieder Motive aus seiner Heimat und lud Kommi­li­to­nen wie Emil Lugo oder Eugen Bracht dorthin ein. Auch die Schüler von Gustav Schön­le­ber - Friedrich Kallmorgen, Gustav Kampmann und Karl Biese - hielten sich bevorzugt im Schwarz­wald auf, um dort in der freien Natur zu arbeiten und sich von den atmosphä­ri­schen ­Stim­mun­gen im Wechsel der Tages- und Jahres­zei­ten in­spi­rie­ren zu lassen.

Zu sehen sind Werke von Karl Biese, Eugen Bracht, Walter Conz, Gustave Courbet, Hermann Daur, Adolf Des Coudres, Alma Erdmann, Carl Ludwig Fahrbach, Otto Fikent­scher, Carl Ludwig Frommel, Christian Haldenwang, Wilhelm Hasemann, Albert Haueisen, Friedrich Kallmorgen, Gustav Kampmann, Albert Kappis, Ludwig Knaus, Carl Kuntz, Christian Landen­ber­ger, Max Lieber, Curt ­Lie­bich, Emil Lugo, Hermann Pleuer, Victor Puhonny, Max Roman, Johann Wilhelm Schirmer, Otto Scholderer, Hans Thoma, Wilhel­m ­Trüb­ner, Benjamin Vautier d. Ä., Hans Richard von Volkmann, Anton von Werner und vielen anderen.

Foto: Hans Thoma, Mein Heimattal, 1918, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie Karlsruhe, Foto: Heinz Pelz, Karlsruhe


27.10.2016 - 31.03.2017
Karl Hubbuch – Der Zeichner

Pressemitteilung


Wie kein anderer Künstler seiner Zeit hat Karl Hubbuch den Ruf seiner Heimat­stadt Karlsruhe als bedeu­ten­der Kunststadt gepräg­t und weit über die Grenzen hinausge-tragen. Neben George Grosz und Otto Dix zählt er zu den promi­nen­ten Vertretern des Veris­mus und der Neuen Sachlich­keit in Deutsch­land. Diese Künstler hatten ­sich - desil­lu­sio­niert von den Erfah­run­gen des Ersten Weltkriegs­ und hellwach gegenüber den politi­schen und gesell­schaft­li­chen ­Ent­wick­lun­gen in der Weimarer Republik - einer genau ­be­ob­ach­ten­den Bildspra­che zugewandt. Hubbuchs kriti­scher Rea­lis­mus wurde in Deutsch­land vor allem durch die Teilnahme des Künst­lers an der epochalen Ausstel­lung "Neue Sachlich­keit" 1925 in der Mannheimer Kunsthalle und durch seine Lehrtä­tig­keit an der Karlsruher Kunst­aka­de­mie (damals Badische Landes­kunst­schu­le ­ge­nannt) bekannt.

1933 wurde er als erster Professor der Landes­kunst­schule vom NS-Regime entlassen. Als die Kunst­aka­de­mie im Herbst 1947 ihren ­Be­trieb wieder aufnahm, gehörte er zu den erneut berufe­nen ­Lehr­kräf­ten. Gemälde und Zeich­nun­gen von seiner Hand sind in­ter­na­tio­nal in zahlrei­chen namhaften Museen vertreten. Mit über 300 Werken und einer Vielzahl an wichtigen Autogra­phen und his­to­ri­schen Dokumenten besitzt die Städtische Galerie Karls­ru­he ei­nen der größten Bestände an Arbeiten und Archi­va­lien von Karl Hub­buch. Zum 125. Geburtstag des am 21. November 1891 in Karls­ruhe geborenen Künstlers wird eine Auswahl aus der eigenen ­Samm­lung präsen­tiert. Unter den etwa 85 Exponaten aus den Jahren 1919 bis 1970 sind auch zahlreiche in jüngster Vergan­gen­heit er­wor­bene Zeich­nun­gen und Druck­gra­fi­ken zu entdecken.

Foto: Karl Hubbuch, Hurra-Titelentwurf für Zakpo, 1930, Städtische Galerie Karlsruhe,© Karl Hubbuch Stiftung, Freiburg/Br.


22.07.2016 - 30.10.2016
fotokunst aus der sammlung

Pressemitteilung
In einer umfang­rei­chen Schau werden verschie­­de­ne künst­le­ri­­sche Ausein­an­­der­­set­­zun­­gen mit dem Medium der Fotografie aus den Beständen der Städti­schen Galerie Karlsruhe präsen­tiert. Dazu gehören die hochka­rä­ti­gen Dauer­leih­­ga­­ben aus der Sammlung Ute und Eberhard Garnatz, in der heraus­ra­­gende Fotogra­­fien etablier­ter Kunst­­­schaf­­fen­­der einen Schwer­­punkt darstellen.

Vertreten sind Bernd und Hilla Becher, die ihre unver­­­wech­­sel­­bare sachlich-dokumen­ta­ri­­sche Sprache an ihre zahlrei­chen, inzwischen ebenfalls berühmten Schüler weiter­­ga­­ben, aber auch Anna und Bernhard Johannes Blume sowie experi­­men­telle Arbeiten von Sigmar Polke. Zudem zeigt die Präsen­ta­tion Positionen von Fotografen und Fotogra­­fin­­nen aus Karlsruhe und der Region.

Sie bietet nicht nur einen reprä­sen­ta­ti­ven Überblick über die Aufnahmen in der Sammlung und stellt das vielfäl­ti­ge faszi­­nie­rende schöp­fe­ri­sche Potenzial des Mediums dar, sondern eröffnet in der Gegen­übers­tel­­lung auch aufschluss­rei­che Vergleichs­mög­lich­kei­ten.

Foto: Barbara-Klemm, Leonid-Breschnew, Willy-Brandt, Bundeskanzleramt-Bonn, 1973, Schwarzweißfotografie, Städtische Galerie Kalsruhe, © Barbara Klemm, Frankfurt/Main


10.07.2016 - 16.10.2016
Interview – Axel Philipp

Pressemitteilung
Im Zentrum der Ausstel­lung von Axel Philipp steht ein Häuschen, das viele Jahre Ort für einen ganz bestimmten Tausch gewesen ist: Geld gegen Virtuelles, gegen Seher­leb­nisse. Jetzt bietet das ehemalige Kassen­häus­chen des nicht mehr existie­ren­den ­Karls­ru­her Kinos »Die Kamera« scheinbar ein neues Tausch­ge­schäft an. Machte früher eine Person den Deal perfekt, ist nun eine Art Au­to­mat entstanden, der im Inneren hinter Glas große Kie­sel­steine offeriert, also etwas handfest Reelles, Physisches. Und doch kann man der wohlge­form­ten Steine aus dieser Cassa ­nicht habhaft werden. Sie sind und bleiben ein ledig­lich ­op­ti­sches Angebot. »Rhein­gold« lautet der Titel der eigens für die aktuelle Ausstel­lung entwi­ckel­ten Arbeit. Um sie herum ­grup­pie­ren sich charak­te­ris­ti­sche Beispiele aus un­ter­schied­li­chen Werkgrup­pen des Künstlers, dessen Inter­es­se ­mit Vorliebe dem ästhe­ti­schen Potenzial und dem er­kennt­nis­theo­re­ti­schen »Mehrwert« alltäg­li­cher Erschei­nun­gen ­gilt. Dazu gehören u. a. die Schmir­gel­pa­piere, die mittels Schlei­fen zur Zeichnung werden, oder die Fotogra­fien weiß ­ge­tünch­ter Schau­fens­ter­schei­ben von leer stehen­den La­den­ge­schäf­ten. Mit Kreide­was­ser vorüber­ge­hend blick­dicht ­ge­macht, addieren sich die anonymen Malgesten zusammen mit den flüch­ti­gen Wider­spie­ge­lun­gen der Außenwelt auf der Glasfläche zu einem höchst eigenen, assozia­ti­ons­rei­chen Bild.

Die Ausstel­lung ist eine Art Interview mit dem Künstler und seinen Werken, die sich auch unter­ein­an­der in Beziehung setzen und befragen - Sehar­bei­ten machen Seharbeit. »Interview - Axel ­Phil­ipp« wird im Forum des Museums gezeigt und ist die achte ­Prä­sen­ta­tion des Förder­krei­ses der Städti­schen Galerie ­Karls­ruhe.

Foto: Axel Philipp, Ohne Titel, 2014, Haken, Modellgips


15.04.2016 - 12.06.2016
20 Jahre Förderkreis. Aktuelle Schenkungen an die Städtische Galerie Karlsruhe

Pressemitteilung
Der 1996 gegründete Förder­kreis der Städti­schen Galerie Karlsruhe e. V. feiert in diesem Frühjahr sein 20jäh­ri­ges Bestehen. Mit großem Engagement unter­stüt­zen seine Mitglieder die wissen­­schaft­­li­che und bildungs­­­ver­­­mit­telnde Arbeit des Museums ideell und materiell. So finanziert der Verein von Anfang an und bis heute immer wieder Neuer­wer­­bun­­gen für die Sammlung, die den eigenen Bestand hervor­­ra­­gend ergänzen und bereichern.

In den zurück­lie­­gen­­den Jahren wurden der Galerie bedeutende Kunstwerke übergeben, unter anderem von Hiromi Akiyama, Silvia Bächli, Hans Baschang, Ulrich Erben, Fritz Klemm, Rainer Küchen­meis­ter, Meuser, Walter Stöhrer und Günter Umberg. Der Förder­kreis unterhält außerdem einen kleinen, aber exquisiten Museums­­shop, in dem originale Kunstwerke namhafter Künst­le­rin­­nen und Künstler zum Verkauf angeboten werden. Darüber hinaus richtet der Verein in Zusam­­men­ar­­beit mit der Städti­schen Galerie Karlsruhe etwa alle zwei Jahre im Forum des Museums Studio­aus­s­tel­­lun­­gen für ausge­wählte Künstler und Künst­le­rin­­nen aus, begleitet von einer Katalo­g­­pu­b­li­­ka­tion. Die Reihe begann mit einer Präsen­ta­tion von Arbeiten des Bildhauers Hiromi Akiyama, gefolgt von Ausstel­­lun­­gen, die Gerhard Mantz, Harald Klingel­höl­ler, Günter Umberg, Sabine Funke, Meuser und Ulrike Michaelis gewidmet waren.

Für Sommer 2016 bereitet Axel Philipp eine Einzelaus­s­tel­­lung vor. Zum 20. Geburtstag des Förder­ver­­eins werden nun im Forum des Museums die neuesten Schen­­kun­­gen vorge­­stellt. Dabei handelt es sich um Werke von insgesamt acht Künst­le­rin­­nen und Künstlern: Margit Abele, Angela M. Flaig, Nele-Marie Gräber, Agnes Märkel, Ulrike Michaelis, Axel Philipp, Jens Trimpin und Andrea Zaumseil. Es erscheint ein Katalo­g­­heft mit Texten zu allen Exponaten, verfasst von engagier­ten Mitglie­­dern des Förder­krei­­ses.

Foto: Angela Maria Flaig, Distelschale, 2014, Distelsamen sprayfixiert


19.03.2016 - 26.06.2016
Friedrich Kallmorgen

Pressemitteilung
Friedrich Kallmorgen zählt zu den führenden Künst­ler­per­sön­lich­kei­ten Deutsch­­lands im späten 19. und frühen 20. Jahrhun­­dert. 1856 in Altona geboren, studierte er zunächst an der Düssel­dor­fer Kunst­­a­ka­­de­­mie, dann an der Karlsruher Kunst­­­schule bei Hans Frederik Gude und Gustav Schönleber. Er war Gründungs­­­mit­­glied der Grötzinger Maler­­ko­lo­­nie und blieb seiner »badi­schen Heimat« bis zu seinem Tod 1924 eng verbunden, auch als er 1901 einem Ruf als Professor für Landschafts­­ma­le­rei an der Berliner Kunst­­a­ka­­de­­mie folgte.

Erstmals wird in dieser Präsen­ta­tion das malerische, zeich­­ne­ri­­sche und druck­­gra­­fi­­sche Schaffen Kallmor­­gens mit etwa 220 Exponaten aus allen Schaffens- phasen umfang­reich vorge­­stellt. Sie stammen zu einem großen Teil aus der Sammlung Rolf Kaletta, Hanno­­ver­­/Ham­­burg. Der Rundgang durch die im Erdge­­schoss und im zweiten Oberge­­schoss des Museums einge­rich­tete Ausstel­­lung führt durch mehrere Abtei­­lun­­gen, in denen unter anderem das Frühwerk, die Jahre in Karlsruhe und Grötzingen sowie die faszi­­nie­rend vielge­­stal­ti­­gen Reisein­­spi­ra­tio­­nen des Künstlers thema­ti­­siert werden. Darüber hinaus ermöglicht die Schau spannende Begeg­­nun­­gen mit Werken von Marga­rethe Hormuth-Kallmorgen, der Frau des Künstlers.

Foto: Friedrich Kallmorgen, Sonne hinter Wolken, 1911, Privatbesitz, Foto: Heinz Pelz, Karlsruhe


12.02.2016 - 17.04.2016
Katja Colling - STOBER PULLOBER

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Der Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung 2015 wird an Katja Colling verliehen. Die Auswahl für dieses Stipen­di­um trafen Mitglieder des Profes­­so­ren­­kol­le­­gi­ums an der Staat­­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, wo Katja Colling von 2006 bis 2012 bei Helmut Dorner und Myriam Holme studierte, zuletzt als Meister­schü­le­rin von Helmut Dorner. Seit 2012 lebt die 1981 in Karlsruhe geborene Künstlerin freischaf­­fend in ihrer Heimat­­stadt und in Bremer­ha­­ven.

Katja Collings Arbeiten zeugen von großer Experi­­men­tier­freude. Mit Leich­tig­keit sampelt sie Materia­­lien, Stile und Inhalte ganz im Sinne der Appro­pria­tion Art. Dabei vermischt sie die Spiel­ar­ten der Abstrak­tion und löst sich vom bloßen Leinwan­d­­bild. Das verbin­­dende Element ihrer Collagen, Gemälde und Skulpturen ist der sinnliche Einsatz von Farbe und Material, denn letztlich tragen ihre Arbeiten eine deutlich koloris­ti­­sche und haptische Handschrift.

Foto: Katja Colling, Wenns draußen kalt ist, ists auch schön, 2015, © VG Bild-Kunst Bonn 2015


14.11.2015 - 21.02.2016
Werkschau der Professoren und Professorinnen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

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Franz Ackermann, Silvia Bächli, Stephan Balkenhol, John Bock, Ernst Caramelle, Tatjana Doll, Helmut Dorner, Marcel van Eeden, Erwin Gross, Axel Heil, Leni Hoffmann, Harald Klingel­höl­ler, Kalin Lindena, Meuser, Claudia & Julia Müller, Daniel Roth, Marijke van Warmerdam, Corinne Wasmuht



Seit Gründung der Städti­schen Galerie Karlsruhe im Jahr 1981 spielt die Kunst der ehemals oder aktuell lehrenden Profes­­so­ren an der Staat­­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe eine heraus­ra­­gende Rolle im Ausstel­­lungs- und Erwer­bungs­­pro­­gramm des Museums. Zahlreiche Präsen­ta­tio­­nen widmeten sich mo­no­­gra­­fisch oder in größeren thema­ti­­schen Zusam­men­hän­gen dem künst­le­ri­schen Schaffen an der gleicher­ma­ßen tradi­ti­ons reichen wie renom­­mier­ten Insti­tu­tion, die den Ruf Karlsruhes als bedeutende Kunststadt weit über nationale Grenzen hinaus getragen hat und bis heute trägt.



Im Rahmen des 300. Geburts­­tags der Fächer­stadt zeigen die 18 derzeit lehrenden künst­le­ri­­schen Profes­­so­rin­­nen und Profes­­so­ren der Karlsruher Akademie erstmals eine um fassende Gemein­­schafts­aus­s­tel­­lung im Lichthof 10. Von A wie Franz Ackermann bis W wie Corinne Wasmuht bietet die Schau eine einmalige Gelegen­heit, sich einen Überblick über die aktuelle künst­le­ri­­sche Arbeit der Akade­­mie­leh­­rer zu verschaf­­fen.



Beteiligte Künst­le­rin­­nen und Künstler:



Franz Ackermann, Silvia Bächli, Stephan Balkenhol, John Bock, Ernst Caramelle, Tatjana Doll, Helmut Dorner, Erwin Gross, Axel Heil, Leni Hoffmann, Harald Klingel­höl­ler, Kalin Lindena, Meuser, Julia Müller, Daniel Roth, Marcel van Eeden, Marijke van Warmerdam, Corinne Wasmuht.



Foto: Meuser, Oben rein unten raus, 2012, Metall, Farbe, 73 x 82 x 32 cm, Karlsruhe, Foto: ONUK


09.10.2015 - 17.01.2016
ars viva-Preis

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Der ars viva-Preis 2016 geht an Flaka Haliti (*1982), Hanne Lippard (*1984) und Calla Henkel & Max Pitegoff (*1988/*1987). Der Preis ist mit drei Ausstel­­lun­­gen an namhaften Kunst­­in­s­ti­tu­tio­­nen im In- und Ausland sowie der Herausgabe eines zweispra­chi­­gen Katalogs und einer Künst­le­re­­di­tion verbunden. Die Künstler erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 5.000 Euro.



Der ars viva-Preis wird seit 1953 jährlich an junge, in Deutsch­­land lebende Künstler vergeben, deren Arbeiten sich durch richtungs­­wei­­sen­­des Potenzial und hohe künst­le­ri­­sche Qualität auszeich­­nen. Aus 43 vorge­schla­­ge­­nen Künstlern wählte die Jury zwölf Finalisten aus, die ihre Arbeiten in ihren Ateliers und in den KW Institute for Contem­­po­rary Art in Berlin präsen­tier­ten. Als diesjäh­rige ars viva-Preis­trä­ger wurden Flaka Haliti, Hanne Lippard und Calla Henkel & Max Pitegoff gekürt.



"Die diesjäh­ri­gen Preis­trä­ger spiegeln ihre direkte Erfah­rungs­­welt. Das Private wird politisch und führt zu aktuellen gesell­­schaft­­li­chen Frage­s­tel­­lun­­gen", so der Vorsit­­zende des Gremiums Bildende Kunst im Kultur­­kreis der deutschen Wirtschaft, Ulrich Sauerwein.



Die in Prishtina geborene Künstlerin Flaka Haliti (*1982) beschäf­tigt sich in ihren medien­ana­­ly­ti­­schen Arbeiten mit gesell­­schaft­­li­chen Strukturen. Themen wie Liebe, Freiheit, Intimität, Nähe und Distanz beziehen sich auf ihre unmit­tel­­bare Erfah­rungs­­welt. Die in Milton Keynes geborene Künstlerin Hanne Lippard (*1984) arbeitet in ihren text- und zeitba­­sier­ten Arbeiten, Perfor­­man­­ces, Kurzfilmen und Tonstücken mit ihrer Stimme als Gestal­tungs­­­mit­tel. Inspiriert durch Wörter aus Literatur, Pop-Kultur, alltäg­li­cher und bürokra­ti­­scher Sprache entstehen rhyth­­mi­­sierte Textfrag­­mente. Calla Henkel & Max Pitegoff (*1988/*1987), geboren in Minnea­­po­­lis und Buffalo, reali­­sie­ren in dem von ihnen gegrün­de­ten New Theater in Berlin koope­ra­ti­­ons­­ba­­sierte Insze­­nie­run­­gen. In ihren fotogra­­fi­­schen Arbeiten rücken sie das Soziale und Private in den Fokus, das in seiner Erschei­­nungs­­­form gleich­­zei­tig die Konvention eines bestimmten, zeitge­nös­si­schen Lebens­­stils suggeriert.



Der Jury unter dem Vorsitz von Ulrich Sauerwein gehörten neben sechs Mitglie­­dern des Gremiums Bildende Kunst des Kultur­­krei­­ses in diesem Jahr die Kuratoren Dr. Brigitte Baumstark (Städ­ti­sche Galerie Karlsruhe), Franciska Zólyom (Galerie für Zeitge­nös­si­sche Kunst Leipzig) und Axel Wieder (Index - The Swedish Contem­­po­rary Art Foundation, Stockholm) an. Als Fachbe­ra­ter war Nicolaus Schaf­hau­­sen (Kunst­­halle Wien) in diesem Jahr Mitglied der Jury.



Am Freitag, den 9. Oktober 2015 wird die neue ars viva-Ausstel­­lung in der Städti­schen Galerie Karlsruhe eröffnet (bis 17. Januar 2016).



Die nachfol­­gen­­den Ausstel­­lungs­­­sta­tio­­nen sind: Galerie für Zeitge­nös­si­sche Kunst Leipzig (20. Februar bis 17. April 2016) und Index - The Swedish Contem­­po­rary Art Foundation in Stockholm (4. Juni bis 21. August 2016).



Foto: Calla Henkel & Max Pitegoff, Raumansicht, New Theater Bench (Wood), 2012, Courtesy the artists, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, Foto: ONUK


27.06.2015 - 04.10.2015
Friedrich Weinbrenner 1766 – 1826. Architektur und Städtebau des Klassizismus

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Zum 300. Stadt­ju­bi­läum präsen­tie­ren das saai und die Städtische Galerie Karlsruhe eine Ausstel­­lung zum Lebenswerk von Friedrich Weinbren­­ner (1766-1826). Wie kein anderer hat dieser berühmte Baumeister und Stadt­­­pla­­ner des Klassi­­zis­mus das Erschei­­nungs­­­bild von Karlsruhe bis heute geprägt. Von Anfang an war sein Name mit der Fächer­stadt aufs Engste verbunden: Hier wurde er 1766 als Sohn eines Zimmer­­manns geboren, hier konnte er nach Studien- und Reise­jah­ren im In- und Ausland seit 1800 ein Viertel­jahr­hun­­dert lang sein heraus­ra­­gen­­des städte­bau­­li­ches und baukünst­le­ri­­sches Talent entfalten.

Als dank der napoleo­­ni­­schen Neuordnung der deutschen Terri­to­rien die kleine Fürsten­re­­si­­denz Karlsruhe zur Hauptstadt des neuen Großher­zog­tums Baden aufstieg, verlieh Weinbren­­ner als einfluss­rei­cher Baudi­rek­tor diesem rasanten Wandel einen nachhal­ti­­gen archi­tek­to­­ni­­schen Ausdruck. Trotz beschei­­de­­ner Mittel und politisch unruhiger Zeiten gelang es ihm, die barocke Planstadt im Sinne des Klassi­­zis­mus weiter­­zu­ent­wi­­ckeln, für die verän­der­ten Bedürf­nis­se eines neuen Zeitalters funkti­ons­fä­hig zu machen und zugleich ein einheit­­li­ches Stadtbild von bemer­kens­wer­ter Klarheit und Ebenmaß zu reali­­sie­ren. So steht Weinbren­­ners Wirken in Karlsruhe im Mittel­­punkt der Ausstel­­lung. Die bekannte "Via Trium­­pha­­lis" beispiels­­weise, die der Architekt als reprä­sen­ta­ti­ve Pracht­straße zwischen Schloss­­platz und Ettlinger Tor entstehen ließ, wird in einem eindrucks­vol­len, mehr als vier Meter großen Modell vor Augen geführt. Auch alle anderen bedeu­ten­­den Monumen­tal­­bau­ten des badischen Baumeis­ters werden vorge­­stellt. Ein weiterer Akzent liegt auf seinem Schaffen außerhalb der Residenz­­stadt und über das Großher­zog­tum hinaus - von Dorfkir­chen in Baden bis hin zum Leipziger Theater.

Weinbren­­ners persön­li­cher Stil in Anlehnung an die römische Antike, an Palladio und die franzö­si­sche Revolu­ti­­ons­ar­chi­tek­tur - verbreitet nicht zuletzt durch eigene theore­ti­­sche Schriften und Lehrbücher - machte Schule und wurde nicht nur für die Baupolitik im gesamten Großher­zog­tum vorbild­­lich. Aus dem ganzen deutsch­­spra­chi­­gen Raum strömten Schüler in Weinbren­­ners private Bauschule am Ettlinger Tor, die zu einer Keimzelle für die Technische Hochschule werden sollte.

Die umfassende monogra­­fi­­sche Jubilä­ums­schau zu Weinbren­­ners Schaffen ist die erste seit 1977 und übertrifft die knapp vierzig Jahre zurück­lie­gen­de Präsen­ta­tion im Umfang bei weitem. Zu den Exponaten zählen Origi­nal­­zeich­­nun­­gen aus dem saai sowie aus Sammlun­gen in Deutsch­­land und den USA, außerdem histo­ri­­sche und aktuelle Fotogra­­fien, neu angefer­tigte Modelle und aufwändige Compu­ter­vi­­sua­­li­­sie­run­­gen, mit deren Hilfe auch nicht verwirk­­lichte Entwürfe und Ideal­pro­jekte anschau­­lich werden.

Foto: Der Marktplatz von Norden, perspektivische Ansicht mit nicht realisierten Marktgebäuden und Denkmal für den Stadtgründer, um 1804, Stadtarchiv Karlsruhe


23.04.2015 - 05.07.2015
David Semper
- GIORNATA

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Der Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung 2014 wurde an David Semper verliehen. Die Auswahl für dieses Stipen­di­um trafen Mitglieder des Profes­­so­ren­­kol­le­­gi­ums an der Staat­­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, wo David Semper von 2007 bis 2011 bei Leni Hoffmann studierte.

Zeit, Material und Raum sind die wesent­­li­chen Werkkom­­po­­nen­ten David Sempers, mit denen er subtile, teils ephemere Kunstwerke schafft. In seinen raumbe­­zo­­ge­­nen Instal­la­tio­­nen erforscht er die zeitlichen und materi­el­len Gegeben­hei­ten der jeweiligen Örtlich­keit. Seine Überle­­gun­­gen zur Malerei führen ihn zu Ansätzen, die von der Eigen­­ge­­setz­­lich­keit des Materials ausgehen. Grund­sätz­lich spielen handwerk­­li­che Verfahren für seine künst­le­ri­­sche Arbeit eine große Rolle.

Foto: SCHOOL, indische Schulheftcover (Recycling-Karton), Buntstiftminen, eingesetzt und geschliffen, 3er Serie, 2014, © VG Bild-Kunst Bonn 2015


23.04.2015 - 07.06.2015
Simone Demandt – "tief blicken"

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Die in Baden-Baden lebende Fotografin Simone Demandt erhält 2015 den Hanna-Nagel-Preis, der im zweijäh­ri­gen Rhythmus an eine zeitge­nös­si­sche bildende Künstlerin aus dem Regie­rungs­­­be­­zirk Karlsruhe verliehen wird. 1959 in Dortmund geboren, studierte Simone Demandt von 1979 bis 1985 an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und an der Univer­si­tät Stuttgart. Seit 1987 ist sie ausschließ­lich als freie Künstlerin tätig. Ihre Fotoar­­bei­ten sind in Sammlungen im In- und Ausland vertreten und werden regelmäßig auf Ausstel­­lun­­gen in nationalen und inter­na­tio­na­len Museen, Kunst­­­ver­­ei­­nen und Galerien gezeigt. Lehrauf­träge und Profes­­su­ren für Künst­le­ri­­sche Fotografie hatte sie an der Freien Hochschule für Grafik-Design und Bildende Kunst Freiburg, an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim und an der Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken inne.

Die Ausstel­­lung "tief blicken" im Forum der Städti­schen Galerie Karlsruhe zeigt großfor­ma­tige Fotoar­­bei­ten aus der Werkgruppe "Dunkle Labore/L­abs overnight" und bietet zugleich spannende Einblicke in die Arbeits­bü­cher der Künstlerin. In den Jahren 2008 und 2009 machte Simone Demandt fotogra­­fi­­sche Aufnahmen von verschie­­de­­nen wissen­­schaft­­li­chen und indus­tri­el­len Forschungs­­la­­bo­ren. Sie fotogra­­fierte u. a. das Max-Planck-Institut für Pflan­­zen­­for­­schung in Köln, die Rechts­­me­­di­­zin in Heidelberg oder auch Labore der Zellbio­lo­­gie und Physik an der Univer­si­tät Karlsruhe (heute KIT) - menschen­leer bei Nacht. Dabei nutzte sie lediglich das geringe Eigenlicht von Leucht­­di­o­den oder Monitoren in den nächt­li­chen Räumlich­kei­ten und eine lange Belich­tungs­­­zeit von ca. 8 Stunden.

Anders als wir es von den meisten Fotogra­­fien gewohnt sind, wird hier nicht ein flüchtiger Moment einge­fro­ren und dem raschen Strom der Zeit entrissen, ganz im Gegenteil. Bei dieser Werkgruppe verwendet die Künst­le­rin ihre Kamera genau zum umgekehr­ten Zweck: Sie sammelt Zeit und akkumu­­liert die Spanne einer ganzen Nacht in einer einzigen Aufnahme. Die Stätten des Fortschritts, der wissen­­schaft­­li­chen Forschung oder auch der Suche nach Erkenntnis lösen sich so in Strukturen, Licht­strei­­fen, Licht­­punkte und schwarze Flächen auf. Sichtbar werden lediglich die Lichter von Displays, Kontroll­­leuch­ten und ähnlichem mehr. Zusammen mit der diffusen Außen­be­leuch­tung durch Mond- oder Straßen­licht, das in die Räume hinein scheint, geben sie Einblicke in die fremd und geheim­­nis­voll anmutenden Szenerien. So setzt die Fotografin die Dunkelheit als Darstel­­lungs­­­mit­tel und Möglich­keit zur Abstrak­tion sehr bewusst ein. Sie entzieht sich dem Prozess der Bildge­­stal­tung und -manipu­la­tion, indem sie - nach der Wahl des fotogra­­fi­­schen Ausschnitts und der techni­­schen Bedin­­gun­­gen - die analoge Kamera ohne weitere Eingriffe der Finsternis der Räume überlässt. Der Zufall, das Unvor­­her­­seh­­bare haben somit einen wichtigen Anteil am Entste­hungs­­pro­­zess ihrer Licht­­bil­­der, deren Genese durchaus an die Ursprünge dieses Mediums vor der Mitte des 19. Jahrhun­­derts denken lässt: Auch damals waren extrem lange Belich­tungs­­­zei­ten notwendig. Doch anders als zu Zeiten der Fotogra­­fie­pio­­niere Nièpce oder Daguerre, denen noch keine anderen techni­­schen Möglich­kei­ten offen standen, macht sich Simone Demandt den Faktor Zeit absichts­voll zunutze. Ihr dient die Kamera als eine Art Nacht­­sicht­­ge­rät, das einen neuen, tiefen, überra­­schen­­den und zuweilen irritie­ren­­den Blick auf die Dunkelheit ermöglicht - auf ihre Ästhetik und auf das, was sich in ihr verbirgt.

Der Hanna-Nagel-Preis ist ein Kunstpreis von hohem Renommee: Er erinnert zum einen an das künst­le­ri­­sche Werk Hanna Nagels, einer bedeu­ten­­den Vertre­te­rin der "Neuen Sachlich­keit", zum anderen versteht sich der Preis als Instrument der Künst­le­rin­­nen­för­de­rung im Regie­rungs­­­be­­zirk Karlsruhe. Dass die Bewer­­be­rin­­nen mindestens 40 Jahre alt sein müssen, soll dem oft unter­­schie­d­­li­chen Lebens­ent­wurf von männlichen und weiblichen Kunst­­­schaf­­fen­­den Rechnung tragen. Der Hanna-Nagel-Preis wird ausge­­schrie­­ben von den Stifte­rin­­nen des Preises: Margareta Barth, Präsi­den­tin der Landes­­an­­stalt für Umwelt, Messungen und Natur­­schutz Baden-Württem­berg, Hildegard Gerecke, Polizei­prä­si­den­tin a. D., Gerlinde Hämmerle, Regie­rungs­prä­si­den­tin a. D., Heike Haseloff-Grupp, Präsi­den­tin des Landes­­­so­­zi­al­­ge­richts Baden-Württem­berg, Andrea Heck, Präsi­den­tin der Oberfi­nanz­­di­rek­tion Karlsruhe, Prof. Dr. Christine Hügel, Präsi­den­tin des Oberlan­­des­­ge­richts Karlsruhe, Nicolette Kressl, Regie­rungs­prä­si­den­tin, Prof. Dr. Jutta Limbach, Präsi­den­tin des Bundes­­ver­­fas­­sungs­­­ge­richts a. D., sowie von der Stadt Karlsruhe und vom Regie­rungs­prä­si­dium Karlsruhe. Der Preis ist verbunden mit einem Preisgeld, einem Ankauf durch das Regie­rungs­prä­si­dium Karlsruhe sowie einer Ausstel­­lung im Forum der Städti­schen Galerie Karlsruhe mit beglei­ten­­dem Katalo­g­­heft.

Im Rahmen der Eröffnung der Ausstel­­lung "Simone Demandt - `tief blicken`" am Mittwoch, 22. April 2015 um 18 Uhr, wird der Hanna-Nagel-Preis an die Künstlerin übergeben.

Foto: Simone Demandt, TÜV Rheinland, LGA Nürnberg, aus der Serie "Dunkle Labore", 2009, Pigmentdruck auf Photo Rag, © VG Bild-Kunst Bonn 2015


12.04.2015 - 24.05.2015
A L L E !
Der Künstlerbund Baden-Württemberg in der Städtischen Galerie Karlsruhe

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Am 07. Februar 1955 wurde der Künstlerbund Baden-Württemberg in Karlsruhe gegründet, seine erste Ausstellung am 02. April 1955 in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden eröffnet. Die Initiative dazu ging zunächst vom sogenannten Rat der Zehn aus. Mit Willi Baumeister, Otto Dix, Erich Heckel, Ida Kerkovius u.a. gehörtem diesem Gremium gleichberechtigt je 5 Künstlerinnen und Künstler aus Baden sowie aus Württemberg an, die ihre öffentliche Anerkennung vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten errungen hatten und somit einer älteren Generation entstammten. In der Nachkriegszeit sollte mit dem solidarischen Zusammenschluss zu einer Künstlervereinigung nicht nur die seinerzeit umstrittene politische Einheit der beiden Landesteile veranschaulicht werden. Vielmehr galt es ebenso auch die Gleichberechtigung und Vielfalt unterschiedlicher künstlerischer Ausdrucksstile – zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit – zu betonen. Heute umfasst der Künstlerbund Baden-Württemberg – über alle Lebensalter hinweg – rund 400 Künstlerinnen und Künstler als Mitglieder, deren Arbeiten in einer Übersichtsschau aller bildnerischen Medien und Konzepte vorgestellt werden. Ein breit angelegter Freundeskreis aus Förderern, Sammlern, Galeristen und Kunstvermittlern unterstützt die Arbeit des Künstlerbundes tatkräftig und vergibt den Erich-Heckel-Preis sowie den Förderpreis des Künstlerbundes.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

Foto: Sati Zech, Ohne Titel (Bollenarbeit Nr. 286), 2014, Öl, Leinwand, Mixed Media, 178 x 166 cm (Foto: Daniel Müller), © VG Bild-Kunst Bonn 2015


03.10.2014 - 06.04.2015
Von Ackermann bis Zabotin – Die Städtische Galerie Karlsruhe zu Gast im MNK

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Die Kunstsammlung der Stadt Karlsruhe zieht für ein halbes Jahr in den nördlichen Hallenbau und ist im ZKM | Museum für Neue Kunst zu Gast. Die Präsentation im ersten Obergeschoss beginnt mit Gemälden und Skulpturen zeitgenössischer Kunst und geht zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als 1854 die Großherzogliche Kunstschule in Karlsruhe gegründet wurde. Zu sehen sind neben Hauptwerken der Sammlung, die in verschiedenen Konstellationen immer wieder Teil der Dauerausstellung der Städtischen Galerie sind, auch Arbeiten, die bislang kaum oder nie gezeigt wurden. Hierzu zählen unter anderem Gemälde aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie Moritz von Schwinds Bildnis seiner Schwiegermutter Friederike Sachs (um 1842) oder Carl Rottmanns Werk »Griechische Landschaft«, das um 1836 entstand. Insgesamt führt eine verdichtete, chronologisch gegliederte Abfolge der Präsentation zu unerwarteten Zusammentreffen unterschiedlichster künstlerischer Haltungen.

Foto: Georg Baselitz, Ohne Titel, 28. VI. 1982, Städtische Galerie Karlsruhe, Sammlung Garnatz


02.08.2014 - 19.10.2014
Die andere Moderne. Kunst und Künstler in den Ländern am Rhein 1900 bis 1922

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In den Jahren um 1900 befand sich die deutsche Kunstlandschaft im Umbruch. In zahlreichen west- deutschen Städten schlossen sich Künstler zu Interessengemeinschaften zusammen. Um überregionale Aufmerksamkeit zu erlangen und ein Gegengewicht zur kulturellen Vorherrschaft der Kunstzentren Berlin und München zu bilden, wurden in Düsseldorf zwei Initiativen gegründet: 1900 die Zeitschrift »Die Rhein- lande« und 1904 der »Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein«, dessen ambitionierte Ausstellungstätigkeit große Beachtung fand. Gemeinsam ver- folgten sie das Ziel, der Vielfalt neuer künstlerischer Positionen in den Anliegerstaaten entlang des Rheins, von seiner Quelle bis zur Mündung, ein Forum zu bieten. So stand das Kunstgeschehen am Bodensee, in Basel, Zürich und Straßburg ebenso im Fokus des Interesses wie das in Karlsruhe, Stuttgart, Darmstadt, Frankfurt, Köln, Düsseldorf oder Hagen. Auffallend früh wurde beispielsweise über Adolf Hölzel, die rheinischen Expressionisten oder über die Schweizer Künstler Ferdinand Hodler, Giovanni Giacometti und Cuno Amiet be- richtet. Mehr als 120 Gemälde, Grafiken und Plastiken von etwa 50 Künstlern, von Max Beckmann bis Christian Rohlfs, von Heinrich Altherr bis Wilhelm Trübner, von Karl Albiker bis Bernhard Hoetger und Wilhelm Lehmbruck geben anschaulich Einblick in die Aktivi- täten der Zeitschrift und des Verbandes, um eine »andere Moderne« jenseits der dominanten Kunstmetropolen zu etablieren.

Foto: Max Clarenbach, Winter an der Erft, 1906, Privatbesitz, Courtesy Galerie G. Paffrath, Düsseldorf, Foto: Horst Kolberg, Neuss


10.07.2014 - 05.10.2014
»… 12 Minuten von Karlsruhe«. Die Grötzinger Malerkolonie

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Der Wunsch in der freien Natur zu arbeiten und den Wechsel der tages- und jahreszeitlichen Stimmungen zu erleben, führte dazu, dass sich Künstler seit den 1830er Jahren in malerischen Landschaften niederließen. Um 1890 entstanden in Deutschland mehrere »Künstlerkolonien«, so auch 1889 in Grötzingen bei Karlsruhe. Im Mai jenes Jahres bezog der Landschaftsmaler Friedrich Kallmorgen gemeinsam mit seiner Gattin, der Blumenmalerin Margarethe Hormuth-Kall- morgen, sein eben fertig gestelltes Sommerhaus. Schon bald ließen sich weitere Künstler und Künstlerinnen um den Tier- maler Otto Fikentscher in der Grötzinger Augustenburg, dem ehemaligen markgräflichen Schloss, nieder. Der idyllische Ort und die reizvolle Landschaft fanden Eingang in ihre Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken. Doch bereits zu Beginn des neuen Jahrhunderts zogen die ersten Künstler wieder weg.

Foto: Jenny Fikentscher, Blühender Kirschbaum, 1899, Städtische Galerie Karlsruhe


08.05.2014 - 24.08.2014
Krieg, Gewalt,Verletzlichkeit. Macht und Ohnmacht des Menschen

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Kriegsschauplätze, Kriegshandlungen und die Folgen der Zerstörungen sind durch die Jahr- hunderte hindurch immer wieder Inhalte, die Grafiker und Maler aufgreifen. Zu den figürlichgegenständlichen Darstellungen kommen nach 1945 zunehmend abstrahierte Bildsprachen, die die Befindlichkeit des Menschen, seine Verletzlichkeit und Schutzlosigkeit in Farbe, Struktur und Material als offene Formulierungen gestalten. Vielfältige Beispiele zu diesem Themenfeld vom 16. bis zum 20. Jahrhundert finden sich in der Sammlung der Städtischen Galerie Karlsruhe. Gezeigt werden Gemälde, Zeich- nungen und Druckgrafiken unter anderem von Max Ackermann, Georg Baselitz, Wolfgang Bier, Volker Böhringer, Jürgen Brodwolf, Jacques Callot, Hartmut Gampp, Hermann Goebel, Otto Greis, Karl Hofer, Herbert Kitzel, Werner Knaupp, Michael Sandle, Wilhelm Schnarrenberger, Georg Scholz und Erwin Spuler.

Foto: Otto Greis, Agonie, 1952, Städtische Galerie Karlsruhe


10.04.2014 - 13.07.2014
Ohne Auftrag. pe wolf - Fotografie

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Die Werkschau "Ohne Auftrag. pe wolf - Fotogra­­­fie" im Forum der Städti­­schen Galerie Karlsruhe stellt einen Künstler vor, der viele Jahre eher im Verbor­­­ge­­­nen gearbeitet hat: pe wolf, mehrere Jahrzehnte als Leiter der Werkstatt für Fotografie an der Staat­­­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe tätig, zeigt in dieser Ausstel­­­lung erstmals im musealen Rahmen eine reprä­­sen­ta­tive Auswahl aus dem umfang­rei­chen Archiv seiner "ohne Auftrag" reali­­­sier­ten Fotogra­­­fien. Dafür hat er weit mehr als hundert Aufnahmen ausgewählt, die exempla­risch das gesamte Spektrum seiner Arbeiten von den 1960er Jahren bis heute anschau­­­lich werden lassen: Aktbilder, Stillleben, Alltags­s­­ze­­­nen und Straßen­­si­tua­tio­­­nen, urbane und landschaft­­­li­che Impres­­­sio­­­nen, Innenraum- und Fenster­­­mo­tive gehören ebenso dazu wie eine Reihe eindrucks­vol­­­ler Porträts, die einen besonderen Schwer­­­punkt der Präsen­ta­tion bilden.
pe wolfs ausschließ­­lich analog reali­­­sier­te Fotoar­­­bei­ten zeichnen sich durch gestal­te­ri­­­sche Klarheit, Sorgfalt und Strenge aus. Die Vorliebe des Fotografen gilt den schwarz-weißen Licht­­­bil­­­dern. Ebenso wichtig wie die Wahl der Motive ist ihm die sinnlich-haptische Seite seines Mediums, etwa die Beschaf­­­fen­heit des Fotopa­piers, die variie­ren­­­den Kontraste und unter­­­schie­d­­­li­chen Tonig­kei­ten. Das Negativ wird jedoch in keiner Weise technisch manipu­­­liert, auch die Bildaus­schnitte legt pe wolf nicht erst im Labor fest, sondern konsequent bereits im Sucher des Fotoap­pa­rats. Die materi­el­len Grund­la­­gen der fotogra­­­fi­­­schen Bilder­­­zeu­­­gung bleiben für den Betrachter immer unmit­tel­­­bar nachvoll­­­zieh­­­bar.

Das vornehm­­­li­che Interesse des Fotografen gilt nicht dem vorder­­grün­­dig Sensa­tio­­­nel­len oder Spekta­­ku­lä­ren. Die Spannung und Ausdrucks­­­kraft der Aufnahmen von pe wolf resultiert vielmehr aus einem besonderen Gespür für die kleinen außer­­ge­wöhn­­li­chen Begeben­hei­ten im Alltäg­­li­chen und die mitunter überra­­­schende Ästhetik zufäl­­li­­ger Konstel­la­tio­­­nen. Aber auch die genaue Beobach­tungs­­­­­gabe, der Humor, die Nachdenk­­­lich­keit und das an der Kunst­­­­­ge­­­schich­te geschulte Auge des Fotogra­­fen tragen zum Facet­ten­reich­tum seiner Bildwelt entschei­­­dend bei.

Ein signi­­­fi­­­kan­ter Aspekt im Werk pe wolfs ist der spezi­­­fi­­­sche Umgang mit dem Faktor Zeit. Das Prinzip der Wieder­­­ho­­­lung oder Verdop­­­pe­­­lung zieht sich von Anfang an wie ein roter Faden durch alle Schaf­­­fen­s­­­pha­­­sen. Zahlreiche Aufnahmen sind als Diptychen angelegt, wodurch die Differenz zwischen einem Vorher und einem Nachher zur Anschauung kommt und verdeut­­­licht, dass immer nur ein Bruchteil der Realität einge­fan­­­gen werden kann - ein kleiner Augenblick, der schon im nächsten Moment unwie­­­der­­­bring­­­lich vergangen ist. Auch in jenen Porträts, die nicht als Doppel­bild realisiert wurden, ist die Zeit gleichsam integriert: Durch eine lange Belich­tungs­­­­­phase von bis zu 30 Sekunden verändert sich der Ausdruck der porträ­tier­ten Personen, etwas eigen­tüm­­lich Atmosphä­ri­­sches wird auf diese Weise Teil der ansonsten streng auf Sachlich­keit bedachten Fotogra­­­fien.

Zur Ausstel­­­lung erscheint die Publi­­­ka­tion "Ohne Auftrag. pe wolf - Fotogra­­­fie" mit mehr als 220 Abbil­­­dun­­­gen und einem Text von Michael Hübl im modo Verlag Freiburg. Sie kostet an der Museums­­­kasse und im Buchhandel 22,50 Euro.

Foto: pe wolf, Louvre Paris, 1997, Silbergelatineabzug (PR)


15.03.2014 - 06.07.2014
Kritische Beobachter - Karlsruher Realisten der 1970er Jahre im Kontext

Pressemitteilung
Die 1970er Jahre waren ein Jahrzehnt der künst­le­ri­­schen Umbrüche und Neuori­en­tie­run­­gen. Dazu gehörte die Rückbe­sin­­nung auf die realis­ti­­sche Malerei, die sich in verschie­­de­­nen Spielarten in ganz Deutsch­­land etablierte. Im Fokus stand dabei die gesell­­schafts­­kri­ti­­sche Ausformung dieser Kunst­­rich­tung. Der neue, kritische Realismus wollte tages­­­po­­li­ti­­sche Gescheh­­nisse aufgreifen, aktuelle Trends skeptisch hinter­fra­­gen und so ein politi­­sches Bewusst­­sein schärfen. Die aus der Kunst­­­sam­m­­lung der Städti­schen Galerie entwi­­ckelte Ausstel­­lung Kritische Beobachter widmet sich nun dem bisher wenig behan­­del­ten Thema der spezi­­fi­­schen Erschei­­nung dieses Phänomens in Karlsruhe. Gezeigt werden rund 170 Arbeiten von über 40 Kunst­­­schaf­­fen­­den wie Candace Carter, Reinhard Dassler, Helmut Goettl, Harald Herr, Benno Huth, Tutilo Karcher, Waltraud Kniss, Bodo Kraft, Klaus Langkafel und Annette Ziegler, die in ihren Werken politische, städte­bau­­li­che und gesell­­schaft­­li­che Umbrüche kritisch festhiel­ten
Der Realismus in den bildenden Künsten ist ein Thema, welchem in der Vergan­­gen­heit immer wieder neue Aktualität zukam. Geschicht­­lich wurzelt er im Frank­reich des 19. Jahrhun­­derts, als sich Künstler wie Gustave Courbet gegen ideali­­sie­rende Darstel­­lun­­gen des Klassi­­zis­mus und der Romantik wandten. Dem Realismus sind ein kritischer Blick auf die Bedin­­gun­­gen der Wirklich­keit sowie ein oftmals stark politisch konno­tier­ter Charakter zu Eigen. Dies wurde besonders im Deutsch­­land der 1920er Jahre deutlich. Die Künstler und Künst­le­rin­­nen der Neuen Sachlich­keit hinter­frag­ten mit ihrer Kunst die gesell­­schaft­­li­chen Verhält­nisse in der Weimarer Republik und wiesen pointiert auf Missstän­de hin. In den 1970er Jahren entwi­­ckel­ten sich in der gesamten Bundes­re­­pu­b­lik neue Formen realis­ti­­scher Malerei und Zeichnung. Diese orien­tier­ten sich stilis­tisch häufig an den neusach­­li­chen Künst­le­rin­­nen und Künstlern, erhielten zudem aber auch wesent­­li­che Impulse durch die Neue Figuration in Deutsch­­land sowie durch die Pop Art in England und Amerika. Den Prota­go­­nis­ten der realis­ti­­schen Bewegungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhun­­derts schien es unmöglich, weiterhin eine von der Politik abgewandte Kunst zu betreiben. Sozio­­po­­li­ti­­sche Entwick­­lun­­gen in der Nachkriegs­­­zeit und einschnei­­dende Ereignisse wie Terror­an­schläge, die erste Ölkrise oder der anhal­ten­de Ost-West-Konflikt im Kalten Krieg, ließen sie nach der gesell­­schaft­­li­chen Relevanz von Kunst fragen. Ihnen ging es darum, Wider­sprüch­lich­kei­ten in der BRD aufzu­­zei­­gen und gleich­­zei­tig das politische, kritische Bewusst­­sein des Betrach­ters zu schärfen.
Zentren des neuen Realismus waren vor allem Berlin, Hamburg, Braun­schweig und Karlsruhe. Dass sich gerade in Karlsruhe neue realis­ti­­sche Tendenzen zeigten, liegt unter anderem an den Profes­­so­ren der hiesigen Kunst­­a­ka­­de­­mie. Hierzu zählen Karl Hubbuch, Wilhelm Schnar­ren­­ber­­ger und Walter Becker, die bis zum Ende der 1950er Jahre unter­rich­te­ten und eine ganze Schül­er­ge­­ne­ra­tion prägten. Zu nennen ist in diesem Kontext aber auch H.A.P. Grieshaber, der mit seinem politisch-gesell­­schaft­­li­chen Engagement ebenfalls ein wichtiger Impuls­­ge­­ber war. Neben den zeitge­nös­si­schen politi­­schen Inhalten beschäf­tig­ten sich viele Künst­le­rin­­nen und Künstler dieser Jahre zudem intensiv mit klassi­­schen Mal- und Druck­tech­­ni­ken. Deutlich wird dies durch den program­­ma­ti­­schen Namen "Die Unzeit­ge­mä­ßen", unter dem sich Reinhard Dassler, Helmut Goettl, Klaus Langkafel und Ulrich Sekinger als Gruppe definier­ten. Die stilis­tisch facet­ten­rei­chen Arbeiten jener Jahre fanden ihren Weg in die Kunst­­­sam­m­­lung der Städti­schen Galerie Karlsruhe. Mit der Ausstel­­lung Kritische Beobachter soll nun dieser reiche Bestand präsen­tiert werden. Ziel der Schau ist es, mit einem zeitlichen Abstand von mehr als 30 Jahren einen neuen, unver­fälsch­ten Blick auf die Kunst dieser Zeit zu werfen, die thema­ti­­schen und stilis­ti­­schen Eigen­hei­ten heraus­­zu­s­tel­len und vielleicht auch Bezüge zur heutigen Zeit sichtbar zu machen.

Foto: Klaus Langkafel, Spion, 1969, Radierung, 14,8 x 12 cm, Städtische Galerie Karlsruhe, Foto: Heinz Pelz


23.01.2014 - 13.04.2014
Welcome to my house. Simone Häfele.

Pressemitteilung
Der Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung 2013 wird am 22. Januar 2014 an Simone Häfele verliehen. Die Auswahl für dieses Stipendium trafen Mitglieder des Profes­­so­ren­­kol­le­­gi­ums an der Staat­­li­chen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Simone Häfele, 1982 in Karlsruhe geboren, studierte Malerei bei den Profes­­so­ren Gustav Kluge und Toon Verhoef an der Kunst­­a­ka­­de­­mie Karlsruhe, wo sie 2010 ihren Abschluss machte. 2008 verbrachte sie einen sechs­­mo­na­ti­­gen Studi­en­auf­ent­halt an der École Nationale Supérieu­re des Beaux-Arts in Paris. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Karlsruhe.

Geprägt von den sehr unter­­schie­d­­li­chen Positionen ihrer beiden Lehrer, entwi­­ckelte Simone Häfele schon früh einen kritisch reflek­tie­ren­­den Umgang mit ihrer eigenen Kunst. Ausgehend von der Frage: "Welche Bilder braucht die Welt?" nahm die Künstlerin sich jedoch nicht, wie man bei dieser Frage­s­tel­­lung meinen möchte, große kunst­­his­to­ri­­sche oder gesell­­schafts­­po­­li­ti­­sche, die Welt bewegende Themen vor. Ihren Blick richtet sie vielmehr auf das alltäg­li­che Leben, auf die bewusste Betrach­tung und Hinter­fra­­gung dessen, was so häufig als selbst­­ver­ständ­lich der Aufmerk­­sam­keit entgeht. Motiv, Sprache und Farbe sind die drei eigen­stän­di­gen Prota­go­­nis­ten in den Arbeiten von Simone Häfele. Jedes Medium spricht für sich selbst. Mitein­an­­der kombiniert - wobei die Verwendung von Sprache insbe­­son­­dere Zeichnung und Aquarell vorbe­hal­ten ist - treten sie in einen Austausch, bei dem sich Wider­sprü­che und Reibungen als ebenso fruchtbar erweisen wie Gemein­­sam­kei­ten und klare Zusam­men­hänge.

Vor etwa zwei Jahren entdeckte Simone Häfele, die bis dato mit einer breiten Palette kräftiger Farben in Öl arbeitete, die Aquarell­­ma­le­rei für sich. Kleine Formate und die Möglich­keit, in dieser Technik schnell reagieren zu können, führten zu einem privaten Bildatlas, in dem die Künstlerin nahezu täglich in ihrer ganz eigenen Bildspra­che Impres­­sio­­nen festhält. Jedes Aquarell stellt eine in sich geschlos­­sene Kompo­­si­tion dar, die zugleich varian­ten­reich mit den anderen in Beziehung gesetzt werden kann.

Neben einer Auswahl dieser Arbeiten werden auch neue Gemälde präsen­tiert, wobei sich die Ausein­an­­der­­set­­zung mit der Aquarell­tech­­nik in einem verän­der­ten Umgang mit der Ölmalerei zeigt. Bei nahezu gleich­blei­­ben­­der Farbva­ri­anz treten die Töne gedeckter in Erschei­­nung, die Konturen werden weicher, fließender, bisweilen haftet dem Darge­­stell­ten eine geister­hafte Aura an. Gegen­stände und Figuren werden im aktuell zentralen Motiv des Hauses verortet. Durch den bewussten Umgang mit der Flächig­keit des Mediums Bild treten sie mit dem verein­facht und format­fül­lend darge­­stell­ten Raum in einen faszi­­nie­rend vielschich­ti­­gen Dialog.

Mit ihrer Ausstel­­lung "Welcome to my house" lädt Simone Häfele dazu ein, an diesem Dialog und an ihrem persön­li­chen Blick auf die Welt teilzu­ha­­ben.

Die Ausstel­­lung im ersten Oberge­­schoss der Städti­schen Galerie Karlsruhe, einge­rich­tet im Bereich der Dauer­aus­s­tel­­lung, zeigt vorwiegend neue Werke der Künstlerin.

Foto: Hase, 2011, Öl auf Leinwand, Foto: Pietro Pellini


11.07.2013 - 13.10.2013
Sekt für alle. Malerei, Fotografie, Skulptur aus der Sammlung Garnatz

Pressemitteilung
Das Gemälde »Babylon – dithyrambisch« von Markus Lüpertz aus dem Jahr 1975 war das erste von mehr als 600 Kunstwerken, die das Kölner Sammlerehepaar Eberhard und Ute Garnatz erwarb. Damit war das Fundament gelegt für eine Sammlung, in der vor allem zeitgenössische deutsche Künstlerinnen und Künstler hochkarätig vertreten sind. Mit sicherem Gespür für Qualität, mit Mut, Konsequenz und einer gehörigen Portion Sammelleidenschaft bauten Eberhard Garnatz und seine Frau in den folgenden Jahren ihre Kollektion mit Schlüssel- und Spitzenwerken aus den 1960er Jahren bis heute auf. Sie zählt mittlerweile zu den bedeutendsten Privatsammlungen deutscher Gegenwartskunst weltweit. Im Rückblick betrachtet könnte man fast sagen, Ute und Eberhard Garnatz hätten speziell für die Städtische Galerie Karlsruhe gesammelt, deren eigener Schwerpunkt auf der deutschen Kunst nach 1945 liegt. So war es ein ausgesprochener Glücksfall, dass die Sammlung dem Museum Mitte der 1990er Jahre als Dauerleihgabe übergeben wurde. In ihrer faszinierenden Komplexität war sie 1996 zum letzten Mal zu sehen. Die Sonderausstellung »Sekt für alle« mit ausgewählten Highlights bezieht sich mit ihrem Titel auf ein Werk von Sigmar Polke. Von ihm wie von Georg Baselitz, Per Kirkeby, Bernd und Hilla Becher, Marlene Dumas, Jürgen Klauke, Rosemarie Trockel, A.R. Penck, Jörg Immendorff und vielen anderen sind herausragende Werke zu sehen.


11.11.2012 - 17.02.2013
Natur und Poesie um 1900. Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker und Worpswede

Pressemitteilung
Unter den deutschen Künstlerkolonien am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert nimmt Worpswede eine herausragende Stellung ein. Auf der Suche nach authentischer Naturerfahrung und dem Ausdruck eines unverfälschten Naturerlebnisses in der Kunst wurde das abgelegene Dorf im niedersächsischen Teufelsmoor bei Bremen seit Ende der 1880er Jahre zum kreativen Lebensmittelpunkt einiger junger Landschaftsmaler, die wie Otto Modersohn, Fritz Mackensen und Hans am Ende zuvor an der Karlsruher Kunstakademie studiert hatten. Zu dieser Gruppe gehörte auch die früh verstorbene Paula Modersohn-Becker, eine der bedeutendsten und innovativsten Malerinnen der Jahrhundertwende, die wegbereitend für die Moderne in Deutschland wirkte. Im Mittelpunkt der etwa 150 Exponate umfassenden Ausstellung stehen stimmungsvolle Landschaftsdarstellungen von Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker, dem bekanntesten deutschen Künstlerpaar um 1900. Ein besonderer Akzent liegt auf Gemälden und Zeichnungen, die zwischen 1889, dem Zeitpunkt von Otto Modersohns Übersiedlung nach Worpswede, und 1907, dem Todesjahr seiner Frau, entstanden. Das künstlerische Schaffen Otto Modersohns wird außerdem mit ausgewählten Werken aus seiner Zeit vor Worpswede und mit späten Arbeiten vorgestellt. In spannenden Gegenüberstellungen geben darüber hinaus einige charakteristische Gemälde von Fritz Mackensen, Fritz Overbeck, Hans am Ende und Heinrich Vogeler Einblick in die Landschaftskunst der Worpsweder Künstlerkollegen.


07.07.2012 - 07.10.2012
TOP 12 Meisterschüler der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

Pressemitteilung
Die insgesamt 28 Meisterschülerinnen und Meisterschüler der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste sind vom 7. Juli bis 7. Oktober 2012 mit ihrer Ausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe zu Gast. Sie geben damit erstmals in dieser Form in Karlsruhe einen umfangreichen Einblick in ihr aktu-elles Schaffen am Übergang von der Hochschule in die berufliche künstlerische Selbstständigkeit. Die Vielfalt ihrer Arbeiten, die alle Ausdrucksformen im Bereich von Malerei, Bildhauerei, Zeichnung und Grafik, aber auch Videokunst und Performance umfasst, macht die grenzenlosen Möglichkeiten deutlich, die der zeitgenössischen Kunst eigen sind.


18.03.2012 - 10.06.2012
Zeitgegenstände - Wolfgang Rihm


Pressemitteilung
Ausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe anlässlich der 21. Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2012 "Musik baut Europa - Wolfgang Rihm"

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen bildende Künstler, die für das Werk des 1952 in Karlsruhe geborenen und hier lebenden Komponisten Wolfgang Rihm eine herausragende Rolle spielen. Verbindendes Element ist – neben der persönlichen Freundschaft mit Einzelnen – eine ästhetische Haltung, die das subjektive Ausdrucksbedürfnis ins Zentrum des künstlerischen Schaffens stellt. Direkten Niederschlag in seinen Kompositionen finden die Ideen des Franzosen Antonin Artaud und des Schweizers Adolf Wölfli, beide prominente Grenzgänger zwischen den Künsten. 1973, in den Anfängen seiner kompositorischen Arbeit, lernte Rihm den österreichischen Maler Kurt Kocherscheidt kennen. Dessen offene, radikale Art des Zeichnens sprach ihn unmittelbar an. Wichtig wurden auch junge Künstler, die seit den 1970er Jahren an der Karlsruher Kunstakademie lehrten und zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Malerei der 1980er Jahre werden sollten: Dazu zählen Markus Lüpertz, Georg Baselitz sowie der Däne Per Kirkeby. In jüngster Zeit schufen Jonathan Meese und rosalie Bühnenbilder zu Werken Wolfgang Rihms. Auch diese Arbeiten werden in der Ausstellung präsentiert.


12.11.2011 - 12.02.2012
Kunst-Stoff. Textilien in der Kunst seit 1960

Pressemitteilung
Ausgangspunkt für diese Präsentation sind die künstlerischen Entwicklungen seit den 1960er Jahren, die dem Material gegenüber der Form eine neue Bedeu-
tung beimaßen und es als ästhetische Kategorie definierten. Im Zuge der sich auflösenden Grenzen zwischen den Medien fanden neue Materialien Eingang in
die Kunst. So kommen seither auch Werkstoffe wie Fäden, Garne, Stoffe, die traditionell mit Handwerk oder Kunsthandwerk verbunden sind, zum Einsatz. Die Ausstellung „Kunst–Stoff“ geht der Frage nach, welcher Stellenwert Textilien in der Kunst seit 1960 bis in die Gegenwart zukommt und welche Entwicklungen
und Tendenzen sich bis in die aktuelle Kunst hinein abzeichnen. Auf welche Themen, Konzepte und Fragestellungen beziehen sich Künstlerinnen und Künstler,in deren Werk Textilien eine wesentliche Rolle spielen? In den Gattungen Relief, Skulptur, Objekt, Installation, Collage und Video werden international renom-mierte Künstler und Künstlerinnen wie beispielsweise Joseph Beuys, Franz Erhardt Walther, Rainer Ruthenbeck, Rosemarie Trockel, Sigmar Polke, Cosima von Bonin und Josephine Meckseper gezeigt, außerdem junge, aktuelle Positionen von Simone Rueß, Gabriela Oberkofler und Anja Luithle.


30.07.2011 - 09.10.2011
Sammlungschau: Geschenkt!
30 Jahre Städtische Galerie - Schenkungen

Pressemitteilung
Mit der großen Sonderausstellung »SammlungsSchau: Geschenkt!« feiert die Städtische Galerie Karlsruhe in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Das Jubiläum bildet den Anlass, auf einen besonderen Aspekt in der Geschichte der Galerie hinzuweisen: auf diejenigen Kunstwerke, die das Museum seit seiner Gründung von kunstbegeisterten Bürgern und Institutionen geschenkt bekam. Die Präsentation erinnert nicht nur an drei Jahrzehnte Sammlungstätigkeit, damit verbunden ist auch der Dank an die Spender und Spenderinnen für ihre großzügige Unterstützung. Zu sehen sind Werke u. a. von Hans Thoma, Gustav Kampmann, Karl Hubbuch, Xaver Fuhr, Emil Schumacher, Herbert Kitzel, Walter Stöhrer, Georg Baselitz, Ulrich Erben, Jörg Immendorff, Walter Dahn und Sabine Funke.


02.07.2011 - 03.10.2011
Knautsch: Plastiken und Zeichnungen von Meuser

Pressemitteilung
Die Ausstellung im Forum der Städtischen Galerie zeigt eine Auswahl an aktuellen Arbeiten des Künstlers, der seit 1992 als Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe lehrt. Seine abstrakt-konstruktiven Eisenplastiken sind meist aus Fundstücken wie T-Trägern, Gitterrosten oder Metallplatten gefertigt. Mit ihrer klaren, reduzierten Formensprache bewegen sich Meusers Objekte zwischen Konstruktivismus, Konkreter Kunst, Abstrakter Malerei und Minimal Art. Obwohl die Werke Assoziationen an das Alltagsleben vermeiden, verfügen sie über Poesie, Humor und Ironie, denen auch die erzählerischen Bildtitel Rechnung tragen. Die Ausstellung entsteht – wie bereits die Präsentationen mit Werken von Hiromi Akiyama, Gerhard Mantz, Harald Klingelhöller, Günter Umberg und Sabine Funke – in enger Zusammenarbeit mit dem Förderkreis der Städtischen Galerie Karlsruhe.


17.04.2011 - 29.05.2011
Susanne Ackermann. Lux

Pressemitteilung
Die in Oldenburg geborene Malerin erhält 2011 den Hanna-Nagel-Preis, der im zweijährigen Rhythmus an eine zeitgenössische bildende Künstlerin aus dem Regierungsbezirk Karlsruhe verliehen wird. Nach ihrem Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Erwin Gross erhielt sie zahlreiche Stipendien und lehrte von 2007 bis 2008 an der Fachhochschule Mainz.

Susanne Ackermann entwickelte ein Verfahren, das sie in Variationen fortführt. Ausgangspunkt ist dabei immer die Struktur. Ihre Motive reichen von frühen Rastern, die an Gewebe erinnern, über Schleifen als Vervielfältigung einer dynamischen Geste bis hin zu ausschnitthaften Bändern. Grundlage ihres Schaffens sind die spezifischen Möglichkeiten der Farbe. In bis zu dreißig Schichten von stark verdünnten Acrylfarben, die die unteren Partien durchscheinen lassen, entsteht nicht der Eindruck eines pastosen Farbauftrags, sondern eine Tiefenwirkung, die das Oszillieren zwischen Räumlichkeit und Fläche ergibt. Im Zentrum ihrer Arbeiten steht die Entwicklung eines Raumeindrucks mittels Farbe sowie die Fokussierung auf den Arbeitsprozess.


09.04.2011 - 03.07.2011
Robert Curjel & Karl Moser. Ein Karlsruher Architekturbüro auf dem Weg in die Moderne

Pressemitteilung
Zur „Kunstblüte“ Karlsruhes in der Zeit um 1900 trug ein Architekturbüro in besonderer Weise bei: Die gebürtigen Schweizer Robert Curjel und Karl Moser realisierten Gebäude, die auf kreative Weise das Lebensgefühl einer Epoche zwischen Gründerzeit, Lebensreform und einer neuen Sachlichkeit ausdrückten. Mit öffentlichen Monumentalbauten, Geschäfts- und Wohnhäusern prägten sie von Karlsruhe aus Stadtbilder zwischen Zürich und Kiel. Im Fokus ihrer Tätigkeit stand jedoch die badische Hauptstadt, wo sie mit Christus- und Lutherkirche, zahlreichen weiteren Großbauten und Villen bis heute qualitätvolle Dokumente für die Bedeutung des damaligen Kulturzentrums Karlsruhes hinterließen. In der Ausstellung, die gemeinsam mit der ETH Zürich und dem saai Karlsruhe erarbeitet wurde, sind mehr als 300 originale Exponate zu sehen, darunter zahlreiche Werke aus der Zusammenarbeit mit bekannten Künstlern ihrer Zeit.


26.02.2011 - 30.06.2012
Umgehängt: Spektral - Diametral. Von Künstlern und KünstlerInnen seit 1960

Pressemitteilung
Aus Anlass des Karlsruher Festivals „Frauenperspektiven“ präsentiert die Städtische Galerie Karlsruhe in ihrer neu eingerichteten Dauerausstellung zahlreiche weibliche Positionen. International erfolgreiche Künstlerinnen wie Marlene Dumas, Katharina Fritsch, Rosemarie Trockel, Ulrike Rosenbach oder Candida Höfer zeichnen zusammen mit national und regional wirkenden Kunstschaffenden ein Bild des künstlerischen Aufbruchs seit den 1960er Jahren, das facettenreich zwischen zwei Künstlerinnenmodellen changiert: Auf der einen Seite findet sich eine betont weibliche Weltaneignung in Ergänzung zur männlich dominierten westlichen Kunstproduktion, auf der anderen Seite steht eine sich strikt vom Geschlecht des künstlerisch Produzierenden unabhängig machende Ausdrucksweise. Außerdem bietet die neue Sammlungsausstellung mit Exponaten aus dem eigenen Bestand und aus der Sammlung Garnatz spannende Begegnungen mit den Werkkomplexen von Franz Ackermann, Georg Baselitz, Sigmar Polke und Günter Umberg.


27.11.2010 - 06.03.2011
Venedig-Bilder in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts

Pressemitteilung
Wer kennt ihn nicht, den magischen Zauber der Lagunenstadt? Auf Künstler übt der unvergleichliche
Charme von Venedig schon seit Jahrhunderten eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Die Ausstellung
„Venedig-Bilder“ zeigt mehr als 150 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und historische Fotografien mit Stadt-
ansichten, Darstellungen berühmter Sehenswürdigkeiten oder Alltagssituationen von Malern und Fotografen,
die im 19. und frühen 20. Jahrhundert die einstige „Königin der Meere“ besucht haben. Fasziniert von den
reichen Kunstschätzen, von der Pracht der Paläste, von den wechselnden Lichtstimmungen und der einzigartigen
Lage verbrachten viele Künstler längere Zeit in Venedig, mieteten sich Ateliers oder kehrten immer wieder in
die Stadt der Gondeln, Brücken und Kanäle zurück. Neben unterschiedlichsten Impressionen von Oswald Achen-
bach, Rudolf von Alt, Ludwig Dill, Friedrich Kallmorgen, Max Liebermann, Friedrich Nerly, Eduard Schleich, Carl
Schuch, Gustav Schönleber, Carl Spitzweg und vielen anderen lässt die Ausstellung außerdem anschaulich werden,
wie die Tradition der altvenezianischen Malerei im 19. Jahrhundert fortgeführt wurde: Künstler wie Anselm Feuerbach,
Hans Makart und Anton von Werner fertigten Kopien nach Meisterwerken des Cinquecento oder malten opulente Kompositionen, die sich historisierend an diesen Vorbildern orientieren.


04.11.2010 - 09.01.2011
Franziska Degendorfer. Stipendiatin der Stober-Stiftung Karlsruhe (Kabinett Ausstellung 1. OG)

Pressemitteilung
Der Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung wird in diesem Jahr an Franziska Degendorfer verliehen. Nach ihrem Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei den Professorinnen Pia Fries und Leni Hoffmann ist sie heute in Karlsruhe
als freischaffende Künstlerin tätig. Sie kann bereits erste Preise und Einzelausstellungen vorweisen.
Franziska Degendorfer gestaltet mit vorgefundenem Material: Sie verwendet Zeitungs-papier und verschiedenste Textilien, die sie collagiert, vernäht, polstert und faltet. So überführt sie ihr eindimensionales Ausgangsmaterial mittels ursprünglicher aber wirkungs-voller Techniken in eine subtile Räumlichkeit. Die Bildmotive sind zum einen gegenstands-gebunden, wenn sie landschaftliche Zitate wählt, die sie malerisch überarbeitet, oder sie verwendet geometrisch ornamentale Strukturen. Diese können ebenfalls Zitate sein, nun in Form von gemusterten Halstüchern oder rationale Faltmuster aus Stoffen und Zeitungen. Franziska Degendorfer setzt Farbe reich nuanciert ein und lotet für sich weitere Möglich-keiten aus, wenn sie die Farbe mittels Videoprojektion auf den Bildträger aufbringt.


18.09.2010 - 31.10.2010
Der unaufhaltsame Aufstieg von Draufgängern und Flaschen. Studierende und Absolventen der Staatliche

Pressemitteilung
Studierende, Absolventinnen und Absolventen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe stellen im Lichthof der Städtischen Galerie aus. Verschiedene aktuelle künstlerische Positionen treffen erstmals in einer Präsentation aufeinander. Die Medien Malerei, Skulptur, Video und Installation gehen spannende Wechselbeziehungen ein, die Grenzen zwischen den Gattungen werden überschritten, ausgelotet und provozieren neue Betrachtungsweisen. In den Arbeiten der jungen Künstlerinnen und Künstler formulieren sich vielfältige Ausdrucksformen, die eine Essenz ihres Kunststudiums und ihres Werdegangs an der Akademie beschreiben, individuelle, künstlerische Entwicklungen aufzeigen und zugleich eine Positionsbestimmung darstellen.
In der Vielfalt der aktuellen Arbeiten zeigt sich ein breites Spektrum junger zeitgenössischer Kunst.


07.05.2010 - 22.08.2010
Barbara Klemm. Retrospektive - Fotografien 1968 - 2008

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Herausragende Werke der Fotokunst stehen im Mittelpunkt einer retrospektiven Aus-stellung, die sich dem Werk von Barbara Klemm widmet. Die erste Einzelpräsentation der renommierten, 2010 mit dem Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main ausge-zeichneten Fotografin in Karlsruhe umfasst etwa 300 Exponate und stellt das gesamte Spektrum ihrer Arbeiten seit 1968 vor: politische Ereignisse, Studentenunruhen und Bürgerinitiativen, Szenen aus der BRD und der DDR sowie aus dem wiedervereinten Deutschland, Länder, Straßen, Alltagsszenen, Künstler, Schriftsteller, Musiker, Menschen im Museum.

Die Tochter des Malers Fritz Klemm, der viele Jahre als Lehrer und Professor an der Karlsruher Kunstakademie wirkte, erhielt ihre Ausbildung in einem Fotoatelier in Karlsruhe. Von 1959 bis 2004 arbeitete sie für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, seit 1970 als Redaktionsfotografin mit den Schwerpunkten Politik und Feuilleton. Ihre konsequent in Schwarz-Weiß realisierten Bilder sind weit mehr als für den Tag gemachte Reportage-fotos. Mit sicherem Gespür für das Wesentliche und mit ausgewogenen, subtil gewählten Bildausschnitten gelingen ihr immer wieder Aufnahmen, die zu den „Ikonen der Zeitge-schichte“ zählen. Dabei gilt ihr Interesse nicht dem Sensationellen oder Effektheischen-den, vielmehr zeichnen sich ihre Werke gerade durch Respekt und Diskretion aus.

Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Aufnahmen von Straßen, die Barbara Klemm im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Reportagefotografin weltweit angefertigt hat. Als Chronistin unserer Zeitgeschichte hat sie alle Kontinente bereist. Sie kann Geschichten mit einem einzigen Bild erzählen – mit einem Einfühlungsvermögen, einer Intensität und Spannung, die unnachahmlich sind. „Barbara Klemm ist ganz Auge, ein Auge, das ständig unterwegs ist. Sie sucht nicht, sie findet, sie entdeckt das, was sie berührt, ergreift, fasziniert, was ihren Humor anspricht und worin sie Zeichen der Zeit erkennt“, schrieb Barbara Catoir im Bildband „Straßen Bilder“, der kürzlich im Züricher Nimbus Verlag erschienen ist.

Zu den bedeutendsten und ungewöhnlichsten Aufnahmen Barbara Klemms gehört das Bildnis eines als Rückenfigur wiedergegebenen Mannes in einem kargen Raum vor hohem Fenster. Diese streng komponierte Aufnahme zeigt ihren Vater, den Maler Fritz Klemm, in seinem Atelier in der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Eine Auswahl seiner großformatigen, reduzierten Papierarbeiten wird parallel zur Ausstellung der Fotografien von Barbara Klemm im Forum der Städtischen Galerie Karlsruhe gezeigt.


12.12.2009 - 05.04.2010
Adolph Schroedter. Humor und Poesie im Biedermeier

Pressemitteilung
Zum Jahresende stellt die Städtische Galerie einen Künstler vor, den es erst wieder zu entdecken gilt: Adolf Schroedter (1805–1875) gehört nicht nur zu den bedeutendsten Vertretern der Düsseldorfer Genremalerei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sondern zählt auch zu den Hauptvertretern der Düsseldorfer Grafik. Insbesondere seine humorvollen Interpretationen literarischer Vorlagen, beispielsweise von Shakespeare, Cervantes, Goethe und Münchhausen, verhalfen ihm rasch zu großer Bekanntheit. 1859 erhielt er eine Professur für Ornamentik und Zeichnen am Karlsruher Polytechnikum. In der Fächerstadt standen Schroedter und seine Frau, die Blumenmalerin Alwine Schroedter, schon bald nach ihrer Übersiedlung im Mittelpunkt des hiesigen Künstlerkreises. Die Ausstellung gibt einen repräsentativen Querschnitt durch das malerische und grafische Werk des zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Künstlers.


17.10.2009 - 15.11.2009
Die Kunststiftung Baden-Württemberg zu Gast in der Städtischen Galerie

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Die 1977 gegründete Kunststiftung, die ihren Sitz in Stuttgart hat, fördert junge Künstlerinnen und Künstler aus dem Land durch finanzielle Unterstützung, Ausstellungen und Publikationen. In dieser Präsentation werden acht derzeitige Stipendiaten mit aktuellen Arbeiten aus den Bereichen Bildende Kunst und Video vorgestellt: Lina Faller, Nelly Knatz, Florian Köhler, Susa Reinhardt, Kerstin Schaefer, Bernd Schoch, Tinka Stock und Leonie Weber. Drei der Stipendiaten, nämlich Köhler, Schoch und Stock, leben in Karlsruhe.


27.06.2009 - 27.09.2009
Dürer, Rembrandt, Baselitz... Meisterwerke der Druckgrafik

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Die Grafischen Sammlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben das Jahr 2009 zum „Jahr der Grafik“ erklärt. Aus diesem Anlass zeigt die Städtische Galerie Karlsruhe eine Auswahl an Meisterwerken der Druckgrafik aus eigenem Bestand. Den Schwerpunkt dieser ansonsten im Depot verborgenen Schätze bilden kostbare Kupferstiche und Radierungen von deutschen, französischen, italienischen und niederländischen Künstlern des 15. bis 18. Jahrhunderts. Sie stammen aus der Kollektion des Karlsruher Juristen Ferdinand Siegel, dessen Sammlung 1896 als Geschenk der Erben in den Besitz der Stadt Karlsruhe gelangte. Erlesene Blätter von Martin Schongauer, Albrecht Dürer, Jacques Callot, Claude Lorrain, Annibale Carracci, Canaletto, Anthonis van Dyck, Rembrandt van Rijn und anderen bezeugen die hohe künstlerische Qualität, die in früheren Jahrhunderten auf dem Gebiet der Druckgrafik erreicht wurde. Eine kleine, aber feine Auswahl an Arbeiten von HAP Grieshaber, Rudolf Schoofs, Jörg Immendorff und Georg Baselitz schlägt außerdem den Bogen zum 20. Jahrhundert und zur Gegenwart. Sie macht eindrucksvoll anschaulich, dass die Kunst auf Papier auch heute nichts an Aktualität und Ausdruckskraft eingebüßt hat.


29.03.2009 - 12.07.2009
Sabine Funke - diafan
(Ausstellung des Förderkreises der Städtischen Galerie Karlsruhe)

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Die Ausstellung im Forum des Museums präsentiert eine Auswahl an neuen Arbeiten der in Karlsruhe lebenden Künstlerin Sabine Funke. In ihrer von einer klaren Bildarchitektur geprägten Malerei setzt sie sich intensiv mit den Wirkungsmöglichkeiten der Farbe, ihrer raumschaffenden Energie und ihrer emotionalen Ausstrahlung auseinander. Die Durchlässigkeit der Farbschichten schließt die Wirkung des Tiefenlichts bewusst mit ein: Das Flüchtige der sich im Licht wandelnden Farberscheinungen und ihre transzendenten Dimensionen sind schon seit langem das zentrale Thema der Malerin, die 2005 mit dem Hanna-Nagel-Preis ausgezeichnet wurde. Nach Präsentationen mit Werken von Hiromi Akiyama, Gerhard Mantz, Harald Klingelhöller und Günter Umberg ist dies die fünfte Ausstellung des Förderkreises der Städtischen Galerie Karlsruhe.


21.03.2009 - 07.06.2009
bildschön. Schönheitskult in der aktuellen Kunst

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„Spieglein, Spieglein an der Wand“ – so befragt der Mensch seit jeher sein Spiegelbild. Gesicht und Körper werden gepflegt, geformt, bearbeitet und dem aktuellen Schönheitsideal angepasst. Attraktivität und erotische Ausstrahlung sind zwar – abgesehen von den immer wieder wechselnden Wortschöpfungen – keine Erfindungen unserer Zeit, doch haben sich die Möglichkeiten des Verschönerns und Verjüngens inzwischen radikal perfektioniert. Nach Bedarf kann nachgeholfen werden: Die Schönheitschirurgie entfernt, fügt hinzu und rückt zurecht. Noch nie war der Traum von ewiger Jugend in so greifbare Nähe gerückt. Parallel dazu hat der gesellschaftliche Druck, den eigenen Körper zu inszenieren, enorm zugenommen. Was sich hinter dem Bedürfnis nach Schönheit und dem Streben nach Makellosigkeit mit allen Mitteln verbirgt, welche Projektionen und Sehnsüchte damit verbunden sind, thematisiert die Ausstellung mit einer Vielzahl an aktuellen künstlerischen Positionen in den Medien Malerei, Fotografie, Plastik, Installation und Video.
Foto © Marie-Jo Lafontaine


08.11.2008 - 22.02.2009
Licht – Bilder. Fotokunst von Man Ray und Sigmar Polke

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Hochkarätige Exponate der Fotokunst stehen im Zentrum dieser außergewöhnlichen Ausstellung. Zum ersten Mal werden Arbeiten von zwei international bekannten Künstler-Fotografen der ersten und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einer gemeinsamen Präsentation vorgestellt: von Man Ray (1890–1976), dem amerikanischen und lange Zeit in Paris lebenden Maler, Filmemacher und Objektkünstler, und von Sigmar Polke (geb. 1941), einem der bedeutendsten Vertreter der deutschen Gegenwartskunst. Für beide Künstler gilt, dass sie mit Experimentierfreude und Erfindungsreichtum, mit Neugier und Offenheit für das schöpferische Potenzial des Zufalls fotografisches Neuland betreten und die Ausdrucksmöglichkeiten des Mediums auf gleichermaßen faszinierende wie überraschende Weise erweitert haben.

Der Man Ray gewidmete Teil der Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, vorbereitet. Die Werke von Sigmar Polke – darunter neueste Arbeiten aus den letzten Jahren – stammen aus der renommierten Privatsammlung von Ute und Eberhard Garnatz, in der das vielgestaltige Werk des Künstlers schon seit langem einen besonderen Schwerpunkt bildet.

Foto: Man Ray, Kiki, 1924, © Man Ray Trust, Paris/VG Bild-Kunst, Bonn 2008


28.06.2008 - 05.10.2008
Kino & Comics. Comic-Helden im Film

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Die Ursprünge sowohl des Kinos als auch des Comics reichen bis in die 1890er Jahre zurück. Die beispiellose Erfolgsstory der beiden neuen künstlerischen Ausdrucksmittel setzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Kino und Comics wurden nicht nur zu beliebten, zeitgemäßen Unterhaltungsgenres, mit denen ein Massenpublikum erreicht werden konnte, sie entwickelten auch bald untereinander eine intensive und anregende Beziehung. Die Ausstellung „Kino & Comics“ zeigt die vielschichtigen Verflechtungen der beiden populären Medien, deren Themen und Ausdrucksweisen sich im Laufe ihrer hundertjährigen Geschichte wechselweise befruchtet und inspiriert haben.
Von „Asterix“ bis „Tarzan“, von „Barbarella“ bis „Superman“ spannt sich der Bogen der insgesamt 34 berühmten Comic-Gestalten und Filmhelden, die im Mittelpunkt dieser vom Museum der Moderne Salzburg übernommenen Ausstellung stehen. Der Überblick beginnt schwerpunktmäßig in den 1920er Jahren und berücksichtigt sowohl amerikanische als auch europäische Protagonisten. Rund 250 Exponate, darunter Zeichnungen, Tagesstrips, Erstausgaben wichtiger Comic-Hefte, Kinoplakate und deren Entwürfe sowie Kostüme versprechen gleichermaßen anregende wie hinreißende Entdeckungen – und dies nicht nur für überzeugte Comic-Fans!

Foto: Lucky Luke, Special 7°, Umschlag, 1983, Little Nemo, Turin © Dupuis


16.02.2008 - 01.06.2008
Erwin Gross. Malerei 1982-2007

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Mit Erwin Gross stellt einer der bedeutenden Maler im Grenzbereich von Landschaftsbeschreibung und Abstraktion in der Städtischen Galerie Karlsruhe aus. Im Zusammenspiel unterschiedlicher künstlerischer Verfahren vollzieht sich seine Malerei in Werkgruppen, die das wechselseitige Verhältnis von künstlich, konstruiert und natürlich schildern, Annäherung und Distanz ausloten und sich bisweilen auf kunstgeschichtliche Vorbilder berufen.

Ausgehend von diesem Konzept setzt Erwin Gross auf die sinnliche Wirkung der Malerei und bedient sich souverän der künstlerischen Mittel in der Verbindung aus strenger Bildstruktur und den Möglichkeiten des malerischen Illusionismus. Dies korrespondiert zugleich mit einem sehr eigenen, experimentellen Umgang mit der Farbe auf meist großen Formaten. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe umfasst etwa 50 Werke und gibt einen repräsentativen Überblick über Gross‘ Schaffen der letzten 25 Jahre.

Erwin Gross (geb. 1953 in Langenbrücken/Baden) studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Professor Peter Ackermann sowie in den „Ateliers ‘63“ in Haarlem in den Niederlanden. 1982 nahm er an der documenta 7 in Kassel teil. Einzelausstellungen fanden u.a. in den Waddington Galleries in London und der Staatlichen Kunsthalle in Baden-Baden statt. Seit 1990 hat Erwin Gross eine Professur für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe inne, seit 2000 ist er auch deren Rektor.


02.12.2007 - 02.12.2007
Art meets Jazz - Piano Solo im Lichthof 10

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Musik hören und Kunst betrachten: Die Veranstaltungsreihe „Art meets Jazz – Piano Solo im
Lichthof 10“ lädt zu einem Ausstellungserlebnis der besonderen Art ein. Begleitet von den Improvisationen namhafter Jazz-Pianisten können die Besucherinnen und Besucher der Städtischen Galerie Karlsruhe die weitläufigen Museumsräume erkunden und die aktuelle Sonderausstellung mit Werken von Otto Herbert Hajek sowie die Dauerausstellung im ersten und zweiten Obergeschoss des Lichthofs 10 betrachten. Bewegung ist erwünscht – aber wer will, darf dabei auch sitzen bleiben.
Es spielt Wolfgang Klockewitz
Beginn 16.30 Uhr
Eintritt (Ausstellung + Konzert): 5,- €, erm. 3,50 €


11.11.2007 - 11.11.2007
Art meets Jazz - Piano Solo im Lichthof 10

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Kunstwerke betrachten und zugleich Musik hören: Die Veranstaltungsreihe „Art meets Jazz – Piano Solo im Lichthof 10“ bietet im Herbst 2007 drei Ausstellungserlebnisse der besonderen Art. Begleitet von den Improvisationen namhafter Jazz-Pianisten sind die Besucherinnen und Besucher der Städtischen Galerie Karlsruhe eingeladen, die weitläufigen Museumsräume zu erkunden und die aktuelle Sonderausstellung mit Werken von Otto Herbert Hajek sowie die Dauerausstellung im ersten und zweiten Obergeschoss des Lichthofs 10 kennen zu lernen. Bewegung ist erwünscht – aber wer will, darf dabei auch einfach sitzen bleiben.
Es spielt Michael Quast!
Beginn 16.30 Uhr
Eintritt (Konzert + Ausstellung): 5,- €, erm. 3,50 €


26.10.2007 - 13.01.2008
Rainer Küchenmeister

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Die Ausstellung im Forum der Städtischen Galerie gilt dem 1926 in Ahlen/Westfalen geborenen Zeichner, Maler und Objektkünstler Rainer Küchenmeister, der 1969 als Professor für Malerei an die Kunstakademie Karlsruhe berufen wurde und hier bis 1993 wirkte. Seine gleichermaßen eigentümlichen wie unverwechselbaren Bildfindungen lassen sich der figurativen Kunst zuordnen. Sie zeigen isoliert gesehene Phantasiewesen mit anthropomorphem Charakter und vieldeutigen erotischen Symbolen, erinnern aber auch an vegetabile und organische Formen, gepaart mit abstrakten Elementen. Die Präsentation stellt einige Plastiken vor und konzentriert sich vor allem auf Küchenmeisters Aquarelle, die durch intensive Leuchtkraft und zugleich zarteste Transparenz gekennzeichnet sind.


21.10.2007 - 21.10.2007
Jubiläumsfest
10 Jahre Städtische Galerie Karlsruhe und ZKM im Hallenbau

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Die Kunstsammlungen der Stadt Karlsruhe erhielten 1981 mit Eröffnung der Städtischen Galerie im Prinz-Max-Palais erstmals ein eigenes Domizil. 1997 folgte der Umzug in den Lichthof 10 des Hallenbaus an der Lorenzstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zum Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und zur Staatlichen Hochschule für Gestaltung. Durch den Wechsel in das umgebaute, mit modernster Technik ausgestattete Industriedenkmal vergrößerte sich die Ausstellungsfläche des Museums um mehr als das Doppelte, so dass die Städtische Galerie seither sowohl Sonderausstellungen als auch ihre ständige Schausammlung präsentieren kann. „10 Jahre im Lichthof 10“ – unter diesem Motto findet am 21. Oktober 2007 in den Räumen des Museums ein für jung und alt attraktives Jubiläumsfest mit Musik, Führungen, Kinderprogramm und vielem mehr statt. Feiern Sie diesen besonderen Tag mit uns mit!


07.10.2007 - 07.10.2007
Art meets Jazz - Piano Solo im Lichthof 10

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Kunstwerke betrachten und zugleich Musik hören: Die Veranstaltungsreihe „Art meets Jazz – Piano Solo im Lichthof 10“ bietet im Herbst 2007 drei Ausstellungserlebnisse der besonderen Art. Begleitet von den Improvisationen namhafter Jazz-Pianisten sind die Besucherinnen und Besucher der Städtischen Galerie Karlsruhe eingeladen, die weitläufigen Museumsräume zu erkunden und die aktuelle Sonderausstellung mit Werken von Otto Herbert Hajek sowie die Dauerausstellung im ersten und zweiten Obergeschoss des Lichthofs 10 kennen zu lernen. Bewegung ist erwünscht – aber wer will, darf dabei auch einfach sitzen bleiben.
Es spielt Gernot Ziegler!
Beginn 16.30 Uhr
Eintritt (Konzert + Ausstellung): 5,- €, erm. 3,50 €


15.09.2007 - 13.01.2008
Otto Herbert Hajek

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Otto Herbert Hajek, 1927 in Kaltenbach/Böhmen geboren und 2005 in Stuttgart gestorben, war über 50 Jahre lang als Bildhauer tätig. Mit seinen raumgreifenden, farbigen „Stadtikonografien“, die er vor allem in den 1970er Jahren realisierte, wurde er zu einem bedeutenden Wegbereiter moderner Kunst im öffentlichen Raum. Die Ausstellung der Städtischen Galerie Karlsruhe ist die erste umfassende Präsentation von Werken Hajeks in Karlsruhe und zeigt das gesamte Schaffen des Bildhauers, der von 1979 bis 1992 als Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe lehrte: seine frühen informellen Plastiken, die Farbwege sowie Gouachen, Messerschnitte und Gemälde. Eine Auswahl seiner begehbaren Kunstwerke in Innenstädten und seine bauplastischen Arbeiten werden anhand von Studien, Modellen und Fotografien vorgestellt.


12.05.2007 - 05.08.2007
Von der Zeichnung zur Installation. Hanna Nagel und die Hanna-Nagel-Preisträgerinnen

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2007 jährt sich der Geburtstag der passionierten Zeichnerin und Grafikerin Hanna Nagel (1907 – 1975) zum 100. Mal. 1907 in Heidelberg geboren, studierte sie ab 1925 an der Kunstakademie in Karlsruhe, damals ein weithin ausstrahlendes Zentrum des Verismus und der Neuen Sachlichkeit. Geprägt von ihrem Lehrer Karl Hubbuch, stehen auch Hanna Nagels frühe Arbeiten unter dem Vorzeichen einer kritischen Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Wirklichkeit. Besonders faszinierend sind die autobiographisch geprägten Blätter, in denen sie ihre unterschiedlichen Rollen als Künstlerin, Ehefrau und Mutter mit frappierender Offenheit thematisiert.

In Erinnerung und als besondere Wertschätzung für die Zeichnerin stifteten fünf in Karlsruhe tätige Präsidentinnen den „Hanna-Nagel-Preis“ zur Förderung von Künstlerinnen über 40 Jahren. Seit 1998 wird er jährlich an eine herausragende Künstlerin aus dem Regierungsbezirk Karlsruhe verliehen. Aus Anlass des 100. Geburtstages von Hanna Nagel werden nun zum ersten Mal ihre Arbeiten gemeinsam mit Werken der bislang neun Preisträgerinnen der nach ihr benannten Auszeichnung gezeigt. Einen spannungsreichen Bogenschlag von der gestisch-expressiven Malerei über eine archaisierende Figurensprache bis hin zu geometrisch-konstruktiven Werken bieten ausgewählte Arbeiten der Künstlerinnen Gerlinde Fertig (1998), Sibylle Wagner (1999), Hannelore Neeb (2000), Ursula Fleischmann (2001), Gabi Streile (2002), Bernadette Hörder (2003), Elke Wree (2004), Sabine Funke (2005) und Barbara Denzler (2006).


09.05.2007 - 25.05.2007
Füllhorn, Waage, Schwert - Justitia ist eine Frau
(Forumsausstellung)


09.12.2006 - 15.04.2007
Auf leisen Pfoten - Die Katze in der Kunst

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Die Katze ist weltweit eines der heiß geliebten und am meisten verbreiteten Haustiere. So gibt es kaum einen Künstler im 19. und 20. Jahrhundert, der sich nicht in seinem Werk mit diesem faszinierenden Wesen beschäftigt und auch ein Katzentier in seinem Umfeld gehabt hat. Die Auffassungen in der Kunst sind aufregend breit gefächert: Sie reichen vom Kuschel- und Schoßtier über das dämonische Jagdtier bis hin zu erotischen Anspielungen oder Spiegelbildern des Menschlichen. Hochkarätige Exponate der bildenden Kunst – Gemälde, Plastiken und Grafiken – werden durch Beispiele aus den Bereichen Comic und Kitsch ergänzt.


29.07.2006 - 29.10.2006
Jörg Immendorff - Facetten eines Werks

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Eines der prominentesten Werke, das in der Dauerausstellung der Städtischen Galerie Karlsruhe gezeigt wird, ist das Gemälde „Café Deutschland IV“ von Jörg Immendorff aus dem Jahr 1978. Diese und weitere Arbeiten des Künstlers erwarb die Stadt 2005 aus der Sammlung Garnatz, die seit 1996 als Dauerleihgabe essenzieller Teil der Städtischen Galerie ist. Ein weiteres Gemälde des Künstlers, „Café de Flore“, hat das Sammler-ehepaar Ute und Eberhard Garnatz großzügigerweise als Geschenk dem Ankauf hinzu-gefügt. Damit besitzt das Museum mehrere Spitzenwerke von Immendorff aus fast allen Schaffensphasen. Diese sind das Kernstück der Sonderausstellung, die am 28. Juli 2006 mit dem Titel „Jörg Immendorff – Facetten eines Werks“ in der Städtischen Galerie eröffnet wird, erweitert durch eine Reihe von Leihgaben vor allem aus Privatbesitz, welche die vorhandenen Arbeiten sinnreich ergänzen.
Immendorff wurde 1945 in Bleckede (Niedersachsen) geboren und studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie zunächst bei dem Bühnenbildner Teo Otto, von 1964 bis 1970 dann bei Joseph Beuys. Beide Lehrer waren für seine weitere Entwicklung von besonderer Bedeutung. Von 1968 bis 1980 als Kunsterzieher tätig, arbeitete Immendorff schon frühzeitig freischaffend. 1989 erhielt er eine Professur an der Städelschule in Frankfurt am Main, 1996 folgte die Berufung an die Kunstakademie Düsseldorf. Im In- und Ausland wurden ihm zahlreiche Ausstellungen sowie Auszeichnungen gewidmet, so u.a. 2005 der angesehene Goslarer Kaiserring.
Gezeigt werden mehr als 70 Arbeiten von Immendorff: Gemälde, Grafiken und Plastiken, die beispielhaft für drei Etappen seines Schaffens stehen. Den Anfang machen Werke aus den 60er und 70er Jahren, in denen er, politisch links orientiert, sogenannte LIDL-Aktionen unternahm, darunter eine im November 1968 an der Karlsruher Kunstakademie. Im Mittelpunkt dieser Zeit stehen die Gemälde mit LIDL-Babys, die - aufgeblasenen Babypuppen ähnlich - auf freundliche Weise für den Frieden in der Welt plädieren. In der zweiten Phase wandte sich Immendorff dem Thema des Kalten Krieges zu, insbesondere der deutsch-deutschen Teilung. Nach der Begegnung mit dem 1980 ausgebürgerten DDR-Künstler A. R. Penck begann Immendorff 1978 mit der 19-teiligen Bilderserie „Café Deutschland“, in der er die konträren deutschen Systeme kritisch reflektiert. Parallel dazu entstehen Kompositionen, in denen der Künstler für die „Vereisung“ der Beziehungen zwischen der DDR und der BRD eine besondere Emblematik in Form der Eisscholle erfindet. Die dritte Phase wird von der Motivwelt des „Café de Flore“ bestimmt, einem Café in Paris, das nach dem Zweiten Weltkrieg Intellektuellentreff war. Angeregt hierzu wurde Immendorff durch das Gemälde „Caffè Greco“ des Italieners Renato Guttuso. Hierbei interessierte ihn, wie er in einem Interview äußerte, vor allem „die Idee, verstorbene und lebende Menschen einfach in einen Raum zusammenzusetzen“. Beispielhaft für Immendorffs Nähe zum Theater ist die Grafik-Serie „The Rake`s Progress“ von 1995, der eine von ihm ausgestattete und in Salzburg aufgeführte Oper von Igor Strawinsky zugrunde liegt.


09.07.2006 - 22.10.2006
Günter Umberg - Malerei

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Im zehnten Jahr seines Bestehens – 1996 von engagierten Bürgern der Stadt gegründet – zeigt der Förderkreis der Städtischen Galerie Karlsruhe seine vierte Forumsausstellung. Sie ist dieses Mal Günter Umberg gewidmet, der seit 2000 als Professor die Außenstelle der Karlsruher Kunstakademie in Freiburg leitet. Von Anfang an war dem Förderkreis die Realisierung von Ausstellungen, in denen zeit-genössische Künstler und Künstlerinnen einem breiten Publikum vorgestellt werden, ein wesentliches Anliegen. Dabei wählt ein Gremium aus Mitgliedern des Förder-kreises den jeweiligen Künstler oder die Künstlerin aus, die – den Sammlungs-schwerpunkten der Städtischen Galerie entsprechend – aus dem deutschen bzw. südwestdeutschen Raum stammen oder dort tätig sind. Der Förderkreis der Städtischen Galerie Karlsruhe hat sich außerdem unter anderem durch die groß-zügige finanzielle Unterstützung bei der Erwerbung von Kunstwerken für die Galerie hervorgetan. Ihm ist darüber hinaus das reizvolle, individuelle Angebot des Museumsshops zu danken.
Die Werkschau mit dem Titel „Günter Umberg – Malerei“ ist vom 9. Juli bis zum 22. Oktober 2006 im Forum der Städtischen Galerie Karlsruhe zu sehen. Günter Umberg gibt mit seiner Installation von fünf Bildobjekten einen komprimierten Einblick in sein Schaffen. Diese zeigt nicht nur die für ihn typischen monochromen Gemälde, sondern thematisiert auch die Frage nach der Wirkung der Bilder im Raum, die für Umberg eine elementare Rolle spielt: „Zwei Aspekte meiner malerischen Handlung“, so die Aussage des Künstlers, „sind mir immer bewusst und wichtig gewesen. Das Malen der Bilder im Atelier unter Ausschluss der Öffentlichkeit (Das Private). Das Tragen der Bilder in einen Raum, um für sie einen Ort zu finden (Das Öffentliche).“
Günter Umberg ist ein Vertreter der „Radikalen Malerei“, einer Malerei, die sich ganz auf das ihr eigene Mittel, die Farbe, konzentriert. Als Bildträger wählt er starre Materialien wie Schichtplatten aus Holz oder Aluminiumplatten. Darauf addiert er bis zu 50 Farbschichten, indem er zunächst das Bindemittel aus Damarharz aufträgt und dann das feine schwarze Pigment mit einem breiten Pinsel aufbringt. Dieser Vorgang wird Schicht um Schicht wiederholt und endet, „wenn das Bild mir nahe ist“, wie es Umberg selbst formuliert. Seit Mitte der 90er Jahre arbeitet er auch mit grünen Pigmenten.
Die puderartige Oberfläche der Farbmaterie erhält haptische Qualität. Das mattschwarze Bild ist von einer unmittelbaren Präsenz und besitzt eine ungeheuere Bildtiefe. Umbergs Kunstwerke sollen nichts illustrieren, der Künstler wendet sich mit ihnen von der traditionellen Kunst ab und den radikalen Gemälden zu, denn diese bieten „die wenigste Information und die meiste sinnliche Empfindung“ (Umberg).
Das Objekt, das der Künstler in konzentrierter Auseinandersetzung mit den Materialien gestaltet, tritt nach seiner Fertigstellung in einen zweifachen Dialog: zum einen mit dem umgebenden Raum, zum anderen mit dem Betrachter. So kreist es um jene Fragen, die Umberg am meisten interessieren, nämlich nach den Wechselwirkungen von Bild, Umraum und Betrachter.
Ab November 2006 findet im Haus Konstruktiv in Zürich, das Dorothea Strauss leitet, ebenfalls eine Ausstellung mit Günter Umberg statt. Beide Präsentationen begleitend erscheint ein Buch mit Beiträgen von Brigitte Baumstark, Dorothea Strauss, Jan Thorn-Prikker und Günter Umberg.


10.12.2005 - 12.03.2006
Die 20er Jahre in Karlsruhe