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ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

Kunstinstitution bei artports.com

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

Lorenzstraße 19
D-76135 Karlsruhe
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Tel: 0721-8100-0
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ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

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ZKM | Museen in ZKM_Lichthof 1+2 sowie 8+9
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ZKM | Karlsruhe
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Ausstellungen

Aktuelle und kommende Ausstellungen


20.10.2017 - 06.01.2019
Open Codes


29.09.2018 - 31.12.2021
zkm_gameplay. the next level


Ausstellungsarchiv


17.03.2018 - 05.08.2018
DIA-LOGOS


15.02.2018 - 05.08.2018
Web Residencies by Solitude & ZKM


09.02.2018 - 27.05.2018
The Art of Immersion II


03.06.2017 - 07.01.2018
Hybrid Layers

Pressemitteilung
Die Ausstellung »Hybrid Layers« zeigt neue Perspektiven auf digitale Technologien, das Internet und soziale Netzwerke auf. Sie untersucht sowohl virtuelle als auch physische Erscheinungsformen einer neuen Art der Medienkunst sowie ihre vieldeutige, verführerische wie auch ironische Ästhetik.

»Wenn die Menschen nur auf ihre Regenschirme verzichten würden … dann wäre der Regen kein Problem mehr.«
– Riccardo Benassi

»Hybrid Layers« erkundet die vielfältigen Aspekte dessen, was als »digital condition«, als »Bedingung des Digitalen«, bezeichnet werden kann. In der Ausstellung wird das Digitale zum Schlüssel – zum »Apriori« – das den spezifischen Kosmos der kulturellen und konzeptuellen Szenarien, die von den einzelnen Arbeiten aufgezeigt werden, eröffnet. Die Ausstellung lenkt den Blick auf eine Generation von KünstlerInnen, die sich mit der wachsenden Präsenz der digitalen Sphäre und ihren Auswirkungen konfrontiert sehen.

Zur Zeit ihrer Entstehung war es möglich, Medienkunst als abschließende Kategorie zu behandeln. Heute hingegen bedeutet die Fokussierung auf Kunstwerke, die sich mit den umfangreichen Themen der Technologie und des Digitalen beschäftigen, in die Komplexität eines Feldes vorzudringen, das nicht unter eine spezifische Gattung oder ein Genre subsumiert werden kann. Die Ausstellung würdigt die multiplen Perspektiven, die durch Technologien offenkundig werden. Damit nimmt sie den Versuch vor, die verschiedenen Stränge einer offenen und vielseitigen und den Technologiediskurs von allen restriktiven Kategorisierungen befreienden Erzählung zu untersuchen.

»Wir sind so daran gewöhnt, in künstlichen Umgebungen zu leben, und wir sind so abhängig von Artefakten, dass wir oft vergessen, was sie eigentlich tun. […] Nur kommen sie nie als Objekte zur Welt, sondern immer als Projekte. Sie haben eine Geschichte, sie stecken voller Konflikte, sie bringen zahlreiche unbeabsichtigte Konsequenzen mit sich, sie erobern die Welt im Zickzackkurs«, so Bruno Latour über die wechselseitige Beziehung, die uns seiner Ansicht nach mit Technologien verbindet.

Wenn wir annehmen, dass Kunstwerke als Projekte in die Welt kommen und eben nicht als Objekte, dann können sie uns helfen, neue Orientierungen zu finden, indem sie Innovationen in ihren konkreten Ausprägungen, ihren Existenzweisen, hinterfragen und unseren Blick auf Technologie ständig verschieben und umschichten. Mit ihrem experimentellen Format folgt »Hybrid Layers« dieser Richtung anhand der Werke von KünstlerInnen, die sich eine Welt ohne das Internet kaum vorstellen können. Die Installationen, die in der Ausstellung gezeigt werden, erscheinen als vielschichtige Projekte, die sich mit zeitgenössischen Debatten befassen. Sie reflektieren, wie tief Technologien in Formen der Wissensproduktion, Wahrnehmung und Interaktion eingebettet sind. Damit legen sie ein Set von Praktiken offen, die unter einem Blickwinkel operieren, der weit über Medien hinaus- und in die alltägliche Erfahrung unserer Welt übergeht.

Wenn wir unseren Diskurs vom Bedürfnis nach restriktiven Kategorien befreien, dann tritt die Komplexität unserer Umgebung zutage – sei dies die materielle Beschaffenheit unserer Umwelt oder die Immaterialität der digitalen Sphäre – dann zeigen sich die kaleidoskopischen Facetten der Funktionen, Widersprüche, Phänomene, die uns in allen Bereichen unseres Lebens umgeben. Sobald die Kategorie aufgelöst ist, wird das Feld zu einem hybriden Nest voller multipler, mehrschichtiger Möglichkeiten.
Teilnehmende KünstlerInnen:

Riccardo Benassi
Enrico Boccioletti
Anne de Vries
Aleksandra Domanovi?
Ed Fornieles
Guan Xiao
Yngve Holen & Aedrhlsomrs Othryutupt Lauecehrofn
Yu Honglei
Delia Juergens
Daniel Keller
Lawrence Lek
Metaphysics (Beteiligte KünstlerInnen: Eddie Peake, Florian Meisenberg, Anne de Vries, Rubén Grilo, Mélodie Mousset & Näem Baron, Jack Strange und Anna K.E.; produziert von: Philip Hausmeier)
Katka Novitskova
Yuri Pattison

Credits

Giulia Bini (Kurator/in)
Sabiha Keyif (Kurator/in)
Daria Mille (Kurator/in)
Philipp Ziegler (Kurator/in)


24.05.2017 - 01.10.2017
Centerbeam. Eine performative Skulptur des CAVS


18.05.2017 - 16.07.2017
Joachim Krebs: Deleuze und der Sampler als Audio-Mikroskop


03.05.2017 - 31.12.2017
// supraliminal


29.04.2017 - 20.08.2017
Markus Lüpertz

Pressemitteilung
Ende April würdigt eine Ausstellung – anlässlich seines noch 75. Geburtstag-es – das Schaffen des Malers und Bildhauers Markus Lüpertz, der mehr als zehn Jahre (1974–1986) an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe lehrte und Karlsruhe als einen bedeutenden Ort für die Malerei etablierte.


01.04.2017 - 22.10.2017
Poetische Expansionen

Pressemitteilung
Im April eröffnet das ZKM eine Reihe zum Thema „Poetische Expansionen“: Hier werden kuünstlerische Positionen von Hansjörg Mayer (The Smell of Ink), Gerhard Rühm (soon | just | now), Konrad Schäuffelen, Helmut Heißenbüttel und Reinhard Döhl vorgestellt ebenso wie die Arbeiten von Nanni Balestrini (Wer das hir liest braucht sich vor nichts mehr zu fürch-ten) . Diese und andere Dichter, z.T. der Stuttgarter Schule zugehörig, haben die Medienrevolutionen eingeleitet, indem sie das Buchstabenfeld um die zweidimensionale Fläche in Raum und Zeit und dessen Produkt, das Buch, in die Medien Audio, Foto, Film, Video, Computer und Internet erweitert haben.


11.03.2017 - 06.08.2017
Aldo Tambellini: Black Matters

Pressemitteilung
Black Matters ist die erste umfassende Einzelausstellung des italo-amerikanischen Künstlers Aldo Tambellini (* 1930 in Syracuse, NY, USA), der zu den Pionieren der Intermedia Art und den experimentellen Avantgarden der 1960er und 1970er Jahre gehört.
Die Ausstellung Black Matters unternimmt eine Reise durch Tambellinis produktivste, energetisch aufgeladenste und vielseitigste Periode (1960–1980). Sie erkundet seine Gemälde und seine multimediale Praxis, welche Lumagramme (handbemalte Dias), Videos, Videogramme, Malereien, Foto-grafien, Installationen und Filmwerke umfasst. Zu sehen ist eine Auswahl seiner jüngsten Multimedia-Arbeiten, die bereits im Centre Pompidou (2012), der Tate Modern (2012), dem MoMA New York (2013) und bei der 56. Bien-nale di Venezia (2015) präsentiert wurden. Auch wird eine ortsspezifische Installation gezeigt, die aus Anlass der Retrospektive am ZKM in Auftrag gegeben wurde. Die neue Multimedia-Installation wird sechzig Jahre später erneut Tambellinis künstlerische Kreativität und sein aktuelles politisches, wie philosophisches Unterfangen präsentieren: Schwarz spielt eine Rolle, „Black Matters“.


11.12.2016 - 23.04.2017
Albrecht Kunkel: QUEST
Fotografien 1989 – 2009

Pressemitteilung
Das ZKM präsentiert in einer Einzelausstellung erstmals die Werke des deutschen Künstlers Albrecht Kunkel (1968–2009). Seine fotografischen Arbeiten konzentrieren sich auf Landschaften und Räume, die von historischer, kultischer oder sozialer Bedeutung sind. Er legt den Fokus auf kulturelle Praktiken und Handlungsweisen. Dabei war er stets ein Suchender, in dessen Werk weit voneinander entlegene Orte und Zeiten aufeinandertreffen, darunter prähistorische Höhlen (1996/1998), die Ausgrabungsstätten in Troja (2002), die Filmfestspiele in Cannes (2003), der Times Square in New York (2004) oder die heiligen Stätten Jerusalems (2007).

Diese heterogene, scheinbar beliebige Wahl der Motive erweist sich in einer erweiterten Perspektive als Suche nach den ersten und letzten Fragen menschlicher Existenz – und danach, wie diese heute noch wahrgenommen werden. Kunkels Arbeiten forschen nach einer Verortung der Kultur in ihren historischen und zeitgenössischen Ausprägungen. Sie zeigen bedeutsame Orte des kollektiven Gedächtnisses und verweisen auf die bildimmanente Konstruktion von Geschichte und Wirklichkeit, die Kunkel in den Möglichkeiten der Fotografie auslotete.

Das ZKM zeigt mit der Ausstellung Albrecht Kunkel. Quest erstmals eine umfassende Werkschau des 2009 in Berlin verstorbenen Fotografen. Kunkel studierte bei Thomas Struth, Bernd und Hilla Becher und war Meisterschüler bei Katharina Sieverding. Er lebte in Berlin, Paris und New York. Sein fotografischer Nachlass ging 2013 als Schenkung an die Sammlung des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien.

Zur Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst eine ca. 200-seitige Publikation mit Texten von Jana Duda, Ursula Frohne und Christian Katti, Erec Gellautz und Mirjam Lewandowsky.

Impressum

Erec Gellautz (Kurator/in)

Ausstellungsteam

Technische Projektleitung: Christof Hierholzer
Registrar: Regina Linder


11.12.2016 - 05.03.2017
Floris Neusüss und Renate Heyne: Leibniz’ Lager
Sammlungswelten in Fotogrammen

Pressemitteilung
Was wäre, wenn Leibniz, der umtriebige Universalgelehrte der frühen Aufklärung, sich der Aufgabe gestellt hätte, sein Wissen auf möglichst anschauliche und erfahrbare Weise, mittels Naturalien und Artefakten, der Allgemeinheit zu vermitteln? Wie sähe ein Lager aus, in dem er solche Gegenstände für den späteren Unterricht aufbewahrt hätte? Aus welchen wissenschaftlichen Instrumenten, technischen Errungenschaften, Alltagsgegenständen, Souvenirs aus fernen Ländern, Kunstwerken und Trivialien würde dieses Depot bestehen?

Diese Fragen beantworten Floris Neusüss und Renate Heyne in ihrer als Gedankenspiel ausgelegten Fotogramm-Ausstellung. Leibniz’ Lager kommt einem imaginären Gang durch das fiktive Lager gleich, in dem die Dinge nicht immer sorgfältig sortiert, sondern oft einfach abgestellt wurden. Allerdings handelt es sich bei den Exponaten nicht um die Artefakte selbst, sondern um Fotogramme von ihnen, welche das Künstlerpaar seit dem Jahr 2000 in zahlreichen Museen angefertigt hat.

Das Fotogramm übt als experimentelles Bild zwischen Fotografie und Körper bzw. Skulptur seit den 1920er-Jahren eine große Anziehungskraft auf MalerInnen, FilmemacherInnen und natürlich FotografInnen aus. Hat Roland Barthes über die mittelbare Form der Fotografie geschrieben: »Von einem realen Objekt, das einmal war, sind Strahlen ausgegangen, die mich erreichen, der ich hier bin« (Die helle Kammer, 1980), so liegt im Gegensatz dazu dem Fotogramm die unmittelbar spürbare Gleichzeitigkeit des anwesenden und abgebildeten Gegenstandes zugrunde. Als kameralose Bildwerke entstehen Fotogramme durch direkte Belichtung in einem Kontaktverfahren von Objekten auf fotografischem Material. Das Fotogrammbild oszilliert zwischen fühlbar authentischer Nähe und distanzierender Abwesenheit, man könnte sagen: zwischen Anwesenheit und Abwesenheit, zwischen Zeigen und Verbergen.

Im Rahmen der Ausstellung Leibniz’ Lager wird auch erstmals das umfangreiche Fotogramm-Archiv von Floris Neusüss und Renate Heyne präsentiert, das mit seinen historischen und zeitgenössischen Werken und Dokumenten das Fotogramm in seiner medialen und historischen Dimension verdeutlicht.

Zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz Verlag eine ca. 230-seitige Publikation mit Texten von Martin Kemp und Horst Bredekamp.


07.12.2016 - 30.04.2017
Fast Forward Science 2016
Der Webvideo Wettbewerb für die Wissenschaft

Pressemitteilung
Sie informieren, überraschen, stecken voller Wissenschaft – und werden am ZKM präsentiert: die Gewinner-Videos von »Fast Forward Science«.

Für »Fast Forward Science« waren ForscherInnen, eingefleischte WebvideomacherInnen, KünstlerInnen, aber auch alle an der Wissenschaft Interessierte auch in diesem Jahr wieder aufgerufen, außergewöhnliche Videos zu aktuellen Forschungsthemen einzureichen, die gleichzeitig unterhalten, wissenschaftlich fundiert und verständlich sind.

Aus 116 Einreichungen hat eine Jury die Preisträgerinnen und Preisträger in drei Kategorien gewählt. Zudem wurde gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erstmals der Spezialpreis MeerWissen für Jugendliche vergeben. Das YouTube-Publikum durfte außerdem seine eigenen Favoriten mit Community Awards auszeichnen. Am 6. Dezember 2016 werden die Preisträger des mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Wettbewerbs im Rahmen des 9. Forums Wissenschaftskommunikation in Bielefeld geehrt und im Anschluss werden die Gewinnervideos im ZKM ausgestellt.

Der Wettbewerb soll eine größere Sichtbarkeit für deutschsprachige Wissenschaftswebvideos erzielen und das Medium Webvideo stärker als inhaltlich fundiertes, unterhaltsames und massentaugliches Kommunikationsmittel für wissenschaftliche Themen wahrgenommen werden.

Der mit insgesamt 20.000 € dotierte Webvideo-Wettbewerb ist ein gemeinsames Projekt von Wissenschaft im Dialog und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und wird von der Schering Stiftung unterstützt


26.11.2016 - 30.04.2017
Beat Generation

Pressemitteilung
Das ZKM | Karlsruhe präsentiert die Ausstellung »Beat Generation« als zweite Station nach dem Centre Pompidou in Paris. Bereits in den letzten Jahren hat das ZKM den leitenden Figuren der Beat Generation wie William S. Burroughs oder Allen Ginsberg große Ausstellungen gewidmet. In dieser neuen Ausstellung wird nun erstmals ein Überblick über die literarische und künstlerische Bewegung geliefert, die Ende 1940er-Jahre entstanden ist. Wurden damals die »Beatniks« als subversive Rebellen betrachtet, so werden sie heute als Akteure einer der wichtigsten kulturellen Richtungen des 20. Jahrhunderts wahrgenommen.

Die Beat Generation, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Anfängen des Kalten Krieges entstand, schockte das puritanische Amerika McCarthys. Sie antizipierte nicht nur die Jugendkultur, die sexuelle Befreiung (Queer, Gay Pride, etc.) und die psychedelische Drogenbewegung der 1960er, sondern schuf vor allem neue kulturelle Formen in Literatur, Musik, Malerei, Fotografie und Film. Die im ZKM präsentierte Schau entfaltet die geografischen Fixpunkte der Bewegung, die von New York bis San Francisco, von Tanger bis Paris und London reichen. Sie zeichnet sowohl den wechselnden geografischen Schwerpunkt der Bewegung nach als auch ihre stetig sich verändernden künstlerischen Ausprägungen.

Die Keimzelle der Beat Generation war die Columbia University in New York. Dort begegneten sich 1944 William Burroughs, Allen Ginsberg und Jack Kerouac. Später verlagerte sich die Bewegung an die Westküste der USA, wo sie um den City Lights-Buchladen, den Verlag von Lawrence Ferlinghetti in San Francisco und für kurze Zeit auch um die Six Gallery kreiste – dort fand am 7. Oktober 1955 auch die gefeierte Lesung des Gedichts Howl von Ginsberg statt. Sie löste ein Gerichtsverfahren – mit dem Vorwurf Obszönität – aus und verschaffte den Dichtern der Beat Generation schlagartig eine paradoxe Berühmtheit. Von 1957 bis 1963 konzentrierte sich ihr Wirkungskreis auf Paris: William Burroughs, Gregory Corso, Allen Ginsberg, Peter Orlovsky, Brion Gysin und viele andere wohnten regelmäßig im sogenannten »Beat Hotel« in der 9 rue Gît-le-Coeur. Das Paris der Nachkriegsjahre wurde zu einem Labor für Experimente in Bild und Ton. In der Folge dehnte sich besonders die literarische Methode des Cut-up einflussreich in England, Deutschland und von dort aus in andere Länder aus. Der Virus der Subversion, der alte Paläste einstürzen ließ, bereitete sich von New York in die ganze Welt aus und lieferte das erste Modell der Gegenkultur (Counter-Culture), die heute in den utopische Visionen der Cyber-Culture ihr Echo findet, z.B. zurück in San Francisco im Silicon Valley. Ein großer Teil gegenwärtiger mehrheitsfähiger Kunstformen wie etwa der Rap ist von der alternativen Untergrundkultur infiziert.
Impressum

Peter Weibel (Kurator/in)
Jean-Jacques Lebel (Kurator/in)
Philippe-Alain Michaud (Kurator/in)
Lívia Nolasco-Rózsás (Projektleitung)

Kooperationspartner

Die Ausstellung wird vom Centre Pompidou, Musée National d’Art Moderne, Paris in Zusammenarbeit mit ZKM | Zentrum für Kunst und Medien organisiert


09.11.2016 - 30.04.2017
Gideon Bachmann: Film Art on Air
Gideon Bachmanns Gespräche mit Filmpersönlichkeiten.

Pressemitteilung
Filmgeschichte ohne Bilder: Gideon Bachmanns Gespräche mit Kinopersönlichkeiten wurden zwischen 1955 und 1964 im New York Rundfunk ausgestrahlt. In seinen Sendungen »Film Forum« und »The Film Art« stellte Bachmann Film-Leute vor, von denen viele heute weltbekannt sind, aber damals noch zu entdecken waren.

»Film Art on Air« präsentiert eine Auswahl von 44 der rund 500 Gespräche, die Bachmann führte: Zu hören sind Dokumentarfilmer wie Jean Rouch und Leni Riefenstahl, Vertreter des Experimentalfilms wie Maya Deren und Hans Richter, Größen des Neuen Europäischen Films wie Jean-Luc Godard und Federico Fellini und Schauspielerinnen und Schauspieler wie Jean Seberg und Rod Steiger.

In seinen ausschließlich auf englisch geführten jeweils etwa halbstündigen Gesprächen ging es Bachmann nicht um technische Details, Klatschgeschichten oder Erfolg und Misserfolg von Filmen, sondern um die einfache Frage: »Warum machen Sie das?«

Bachmann geboren 1927, lebte bis 1936 in Heilbronn, war dann in Palästina, den USA, Italien und England zu Hause und wohnt seit 1996 in Karlsruhe in Sichtweite des ZKM. Sein großes in der ganzen Welt gesammeltes Audioarchiv betrachtet Bachmann als Teils seines Projekts »Vox Humana«, einem Archiv der menschlichen Stimme, deren Medium das Radio ist.

Das Vox Humana Archiv

Gideon Bachmanns Interviewsammlung »Vox Humana« zählt zu den Beständen des Archivs des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und wird derzeit in einem Kooperationsprojekt mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) erschlossen.
Partner

MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg; Staatliche Hochschule für Gestaltung (HfG)


05.11.2016 - 12.03.2017
Frei Otto. Denken in Modellen


22.10.2016 - 29.01.2017
Kunst in Europa 1945–1968
Der Kontinent, den die EU nicht kennt.

Pressemitteilung
Gemeinsam mit dem Staatlichen Museum fu?r Bildende Ku?nste A. S.
Puschkin, dem ROSIZO in Moskau sowie dem BOZAR in Bru?ssel organisiert
das ZKM das groß angelegte Ausstellungsprojekt Kunst in Europa 1945–1968
– kuratiert von Eckhart Gillen und Peter Weibel. Die Ausstellung thematisiert
die verbindenden kulturellen Kräfte auf dem Eurasischen Kontinent und
nimmt damit einen zentralen Kulturraum in den Blick, der im 20. Jahrhundert
durch Kriege und Krisen mehrfach erschu?ttert und zerrissen wurde. In
gemeinsamer Anstrengung dreier international renommierter Museen vereint die Ausstellung ca. 400 Leihgaben von u?ber 150 Ku?nstlerInnen zu einem Panorama der gesamteuropäischen Kunstentwicklung auf beiden Seiten des historischen Eisernen Vorhangs.


01.09.2016 - 06.11.2016
Aby Warburg. Mnemosyne Bilderatlas.
Rekonstruktion – Kommentar – Aktualisierung


25.07.2016 - 15.07.2017
AppArtAward 2016 – Highlights


23.07.2016 - 30.10.2016
Milan Grygar. Sound on Paper


21.07.2016 - 24.09.2016
Digitale Wasserspiele
RainDance | Marktplatz Karlsruhe bis 24. September
Die 3D WATERMATRIX | ZKM


24.04.2016 - 04.09.2016
Der Wiener Kreis – Digitale Logik und wissenschaftliche Philosophie


16.04.2016 - 21.08.2016
Reset Modernity! (im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Die Ausstellung »Reset Modernity!« ist eine Gedankenausstellung, d.h., eine Mischung aus einer Ausstellung und einem Gedankenexperiment. Jetzt, da die Moderne gegen eine Krise aus planetarischen Verhältnissen gestoßen ist, bitten wir die BesucherInnen, ihr Betriebssystem zurückzusetzen.

In der Computersprache führt man ein Zurücksetzen [»reset«] durch, wenn zu viele Fehler Ihr Gerät so sehr verlangsamt haben, dass es nicht mehr funktioniert. Es ist an der Zeit, ein kompromissloses Zurücksetzen zu riskieren! Dies möchten wir gern mit dem unklarsten aller Begriffe tun: »Moderne«.

Da es ganz klar unmöglich ist, den Planeten auf die althergebrachte Weise zu modernisieren— da es keine alternativen Planeten gibt! — ist es sehr wichtig, zu entscheiden, wie wir ihn in Zukunft bewohnen werden, ohne die Werte zu verlieren, die wir während der Geschichte der Modernen zu schätzen gelernt haben. Aber dafür ist noch ziemlich viel Sortierarbeit erforderlich, da Wissenschaft, Religion, Politik, Wirtschaft, Rechtswissenschaft, Kunst und Technik gleichzeitig eine Fülle an Gütern sowie eine riesige Menge dessen, was Ulrich Beck für gewöhnlich das »Schlechte« genannt hat, angeboten haben.


16.04.2016 - 21.08.2016
Territorial Agency: Museum of Oil


16.04.2016 - 21.08.2016
Armin Linke: The Appearance of That Which Cannot be Seen


10.04.2016 - 07.08.2016
Der Modernisierungsweg der chinesischen Kunst (Im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Das Projekt von Pan Gongkai, der bis 2014 Präsident der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking war, versucht, den Entwicklungsweg der Moderne in China seit der Periode des ersten Opiumkriegs (1839–1842) bis zum Jahr 1999 nachzuvollziehen. Mit über 10.000 kommentierten Fotos entwirft Pan Gongkai in diesem Projekt eine illustrierte Geschichte der modernen Kunst Chinas, die als Fallstudie für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung Chinas dient. Dabei stellt er die Auseinandersetzung der chinesischen Kunst mit der westlichen Moderne ebenso wie die internen Entwicklungslinien dar, die zwischen Traditionalismus, Synkretismus, Okzidentalismus und Populismus verlaufen.


05.03.2016 - 04.09.2016
New Sensorium

Exiting from the Failures of Modernization

(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Die Ausstellung »New Sensorium – Exiting Failures of Modernization« zeigt – ausgehend von der klassischen Definition für »Asien« als eurasischer Kontinent abzüglich Europas – vorrangig Werke nichtwestlicher, asiatischer KünstlerInnen. Ihr Schwerpunkt liegt auf neuen sensorischen Erfahrungsbereichen als Hinweisen auf jenes neue Bewusstsein, das aus Globalisierung und Digitaltechnologien erwächst. Das Sensorische meint jedoch nicht nur Sinneseindrücke, sondern umfasst auch die damit einhergehenden kognitiven Prozesse zur Neubewertung unserer sich verändernden Lebensbedingungen. In diesem Sinne ist das neue Sensorium als Sammlung von Mitteln verstehen, mithilfe derer wir uns mit der übergangsweise entstehenden engen Verbindung unseres virtuellen und unseres tatsächlichen Lebens aktiv auseinanderzusetzen können.


10.12.2015 - 07.02.2016
Refugees In A State Apartment

Pressemitteilung
Als Ausgangspunkt für seine Fotomontagen »Refugees In A State Apartment« dokumentiert der Berliner Künstler Jens Ullrich seit Monaten das Ankommen der Flüchtlinge in der Berliner Zentralen Aufnahmestelle Moabit: Fremd im Ankunftsland, bewegen sich die Wartenden in einer Art Niemandsland. In seinen Fotomontagen imaginiert Ullrich einen neuen Lebensraum: Er montiert die Geflüchteten in historische Schwarzweißaufnahmen einer zum Verkauf stehenden Bremer Fabrikantenvilla. Für einen flüchtigen Moment nehmen sie Platz in den prunkvollen Interieurs – eine fremdartige Atmosphäre entsteht, changierend zwischen Intimität und Entwurzelung.


04.12.2015 - 31.01.2016
Fast Forward Science 2015
Der Webvideo Wettbewerb für die Wissenschaft

Pressemitteilung
Sie informieren, überraschen, stecken voller Wissenschaft – und werden am ZKM präsentiert: die Gewinner-Videos von »Fast Forward Science«.


04.12.2015 - 17.01.2016
David Link: Monster Resurrection
Eine Archäologie rechnender Maschinen ( im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
»Monster Resurrection«, eine Videoinstallation des Künstlers und Theoretikers David Link, portraitiert vier britische Ingenieure und Kuratoren, die Medienarchäologie betrieben, lange bevor die Geisteswissenschaften das Thema entdeckten. Christopher P. Burton, John Harper, Tony Sale und Doron Swade rekonstruierten in jahrelanger, intensiver Arbeit vier Automaten, die zu den Meilensteinen der Geschichte rechnender Maschinen zählen. Die Interviews erzählen vom Nachbau der »Difference Engine No. 2«, die Mitte des 19. Jahrhunderts von Charles Baggabe entwickelte wurde, und der »Manchester Baby«, dem ersten Computer weltweit, der 1948 in Manchester entwickelt wurde. Außerdem berichten die Ingenieure von der Rekonstruktion der »Turing Bombe« und von »Colossus«, zwei Automaten, die während des Zweiten Weltkriegs unter großer Geheimhaltung im englischen Bletchley Park entstanden, an jenem Ort, an dem es Wissenschaftlern wie Alan Turing gelang, die Verschlüsselung des deutschen Militärs zu knacken.

Da die Apparate zerstört oder nie fertiggestellt worden waren, mussten sie anhand von Originalplänen und Fotografien von Grund auf rekonstruiert werden. Medienarchäologische Projekte wie diese sind unverzichtbar, weil sich nur auf ihrer Grundlage eine verlässliche Geschichte dieser Maschinen und der auf ihnen ausgeführten Algorithmen schreiben lässt.

Die in »Monster Resurrection« versammelten Interviews verfolgen die Teamleiter dieser vier Projekte, ihren Werdegang, das Aufkeimen des Interesses an den alten Apparaten und die Durchführung des Rekonstruktionsprojektes im Detail. Was waren die Faktoren, die es ermöglichten, Authentizität zu erreichen? Und wie wurden diejenigen Teile der Maschine kenntlich gemacht, wo dies nicht möglich war? Ergänzt werden die Interviews durch Demonstrationen der vier Replikas, die einen Einblick in ihr Funktionieren erlauben.


13.11.2015 - 26.06.2016
Die Infosphäre des 19. Jahrhunderts ( im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Die im Rahmen der Ausstellung »Infosphäre« integrierte Präsentation der Geschichte der Telegrafie umfasst Informationen zur Technik der Instrumente sowie zum stufenweisen Ausbau der Netze. Sie bietet den BesucherInnen einen Einblick in die Zeit der Entstehung globaler Kommunikation – denn die Grundlage für unsere heutige vernetzte Weltgesellschaft wurde durch eine gewaltige technische Entwicklung geschaffen, die in nur etwa einhundert Jahren vonstatten ging.


31.10.2015 - 04.09.2016
Allahs Automaten

(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Die erste Renaissance fand nicht in Europa, sondern in Mesopotamien statt: Die arabisch-islamische Kultur wirkte – medienarchäologisch betrachtet – als Vermittlerin zwischen den Antiken vor unserer Zeit und der Frühen Neuzeit in Europa. Als Teil der »Exo-Evolution« erkundet die Ausstellung anhand herausragender Beispiele die reiche und faszinierende Welt der Automaten, die im »L’Age d’or« der arabisch-islamischen Kulturen zwischen dem frühen 9. und dem 13. Jahrhundert entwickelt und gebaut wurden.

Die Maschinen zur Lobpreisung Gottes des Allmächtigen stehen vor allem in griechisch-alexandrinischer und byzantinischer Tradition. Sie haben spektakuläre Neuerungen hervorgebracht, die in Europa erst in der Moderne aufkamen: permanente Energiezufuhr, Universalismus und Programmierbarkeit. Zum ersten Mal werden vier der Meistermanuskripte des Automatenbaus aus Bagdad, Kurdistan und Andalusien zusammen ausgestellt: das »Kitab ?it Hiyal« [Buch der genialen Geräte] (ca. 850 n. Chr.) von den Ban? M?s? Ibn-Š?kir, das »Kitab al-urghanun« [Buch von der Orgel] aus derselben Zeit, ein Meisterstück unter den modernen programmierbaren Musikautomaten, das »Kitab fi ma’rifat al-hiyal al-handasiyya« [Kompendium über die Theorie und Praxis der Kunst der Mechanik] (1206 n. Chr.) von dem kurdischen Ingenieur al-Jazar? sowie das »Kitab al-Asrar fi Nataij al Afkar« [Buch der Geheimnisse] des andalusischen Ingenieurs Al? Ibn Khalaf al-Mur?d? aus dem 12. Jahrhundert.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung Rekonstruktionen und Simulationen legendärer Artefakte: unter anderem das Meisterstück der audiovisuellen Automaten al-Jazar?s, die sog. Elefantenuhr – ein spektakuläres Objekt zum Hören und Schauen von Zeit; und den programmierbaren Musikautomaten der Ban? M?s? als Animation und mechatronisches Funktionsmodell.


31.10.2015 - 28.02.2016
Exo-Evolution
(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Mit dem aufrechten Gang wurden die Hände als Werkzeuge des Menschen freigesetzt und damit der Mensch selbst »zum ersten Freigelassenen der Schöpfung« (J. G. Herder, 1791). Von manuellen bis mentalen Werkzeugen, vom Hammer bis zur Sprache, hat der Mensch im Laufe der Jahrtausende eine Werkzeugkultur, eine engineering culture hervorgebracht, welche die Grenzen der Wahrnehmung und der Welt erweiterte. Der Mensch lagert die Funktionen natürlicher Organe aus und schafft sich künstliche Organe, mit deren Hilfe er über die natürliche Evolution hinausgeht. Er ist imstande natürliche Organe, von Herz zum Gelenk, durch künstliche Organe zu ersetzen und immer stärkeren Einfluss auf seine Umweltbedingungen zu nehmen.

Die Ausstellung »Exo-Evolution« legt ihren Fokus auf die künstlerische Anwendung solcher neuen Technologien und eröffnet eine neue Dimension der Zukunft. Ökologische Themen stehen dabei ebenso im Fokus wie aktuelle Erkenntnisse der Weltraumforschung, der Nanotechnologie, Gentechnik, Molekularbiologie, Neurologie und Bio Art.

Als Auftakt der Ausstellung wird in den Räumlichkeiten des ZKM eine künstliche Wolke erfahrbar gemacht. Klimaengineering und architektonisches Wissen machen in dieser Großinstallation von Transsolar und dem japanischen Architekten Tetsuo Kondo die Möglichkeiten des Menschen sichtbar, Naturphänomene immer stärker beeinflussen zu können. Aber auch Künstler wie Armin Linke und Tomás Saraceno werden mit ihren Arbeiten auf die neue Allianz von Kunst und Wissenschaft im Zeitalter der Digitalisierung und der Globalisierung verweisen. Saraceno erforscht seit Jahren die Konstruktion von Spinnennetzen und wird im ZKM eine interaktive Rauminstallation zur »Exo-Evolution« beitragen.
Die Ausstellung »Exo-Evolution« legt ihren Fokus auf die künstlerische Anwendung solcher neuer Technologien und eröffnet eine neue Dimension der Zukunft. Ökologische Themen stehen dabei ebenso im Fokus wie aktuelle Erkenntnisse der Weltraumforschung, der Nanotechnologie, Gentechnik, Molekularbiologie, Neurologie und Bio Art. Künstler wie Armin Linke und Tomás Saraceno verweisen mit ihren Arbeiten auf die neue Allianz von Kunst und Wissenschaft im Zeitalter der Digitalisierung und der Globalisierung.
Die Ausstellung wird mit einer großformatigen Installation beginnen.


31.10.2015 - 28.02.2016
The Future is Here

(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Das Modul »The Future Is Here« in der Ausstellung »Exo-Evolution« beschäftigt sich mit den Wissenschaftsbereichen Molekularbiologie und Nanowissenschaften sowie mit dem Phänomen der Dunklen Materie. In den Installationen der Nanowissenschaftlerin Ljiljana Fruk werden diese, sich der Sichtbarkeit entziehenden Phänomene einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Das Universum als Vision des Unsichtbaren, Hommage an den Urknall und das Unbekannte wird in einem Teil der Arbeit inszeniert. Gleichzeitig dient eine retroreflektierende Folie modellhaft der Reflexion über Dunkle Materie, einem der großen Rätsel der Astrophysik.


03.10.2015 - 31.07.2016
GLOBAL CONTROL AND CENSORSHIP
Weltweite Überwachung und Zensur

(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Wissen ist Macht. Und Macht hat vor allem, wer den Fluss der Informationen beherrscht. Dies gilt in besonderem Maße in der digitalen Kultur, in der alle Informationen im weltweiten Netz unkontrollierbar manipuliert werden können. Erwuchs aus dem Umgang mit diesen digitalen Instrumenten lange die Hoffnung auf neue Formen demokratischer Partizipation, so werden sie in jüngster Zeit als ideale Türöffner zur Überwachung von Milliarden Menschen missbraucht. Längst nehmen sich auch demokratische Staaten das Recht, selbst ihre »Freunde« auszuspionieren, und dies in allen militärischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belangen sowie auf allen Ebenen: Regierungen, Organisationen, Unternehmen, NGOs und einzelne BürgerInnen werden gleichsam überwacht.
Neben die Massenanalyse der kommunikativen Metadaten und den massenhaften Zugriff auf personenbezogene Daten tritt immer häufiger die offene oder geheime Zensur durch Manipulation oder Abschaltung. Wo die Angst vor dieser Bedrohung nicht wirkt, wird die Geheimhaltung wichtiger Informationen durch direkte Behinderung von Veröffentlichungen bis hin zur Verschleppung und Ermordung von JournalistInnen durchgesetzt. Das Ausgeliefertsein an übermächtige Instanzen der Kontrolle und Zensur ist zur conditio humana unserer Zeit geworden. Bereits heute hat ein großer Teil der Öffentlichkeit vor der Allgegenwart staatlicher und kommerzieller Überwachung resigniert.


02.10.2015 - 29.11.2015
Seismographic Sounds
Visionen einer neuen Welt

(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
MusikerInnen verschaffen sich heute auch via You-Tube, SoundCloud, Facebook und Twitter Gehör. Sie entwerfen in ihrer Musik Visionen einer neuen Welt und rütteln an traditionellen Wertvorstellungen. Die Ausstellung »Seismographic Sounds – Visionen einer neuen Welt«, kuratiert vom Schweizer Netzwerk- und Onlinemagazin Norient, zeigt aktuelle Musikvideos, Tracks und Soundkunst – von Kapstadt bis Helsinki, von Jakarta bis La Paz. Pointiert, schrill und kontrovers. Über die thematischen Schlaglichter »War«, »Money«, »Exotica«, »Desire«, »Loneliness« und »Belonging« blickt Norient hinter die Kulissen der globalen Musikproduktion, stellt neue Musikstile vor und streitet mit JournalistInnen, WissenschaftlerInnen und BloggerInnen aus verschiedenen Wissenskulturen über Potenzial, Bedeutung und Grenzen dieser neuen künstlerischen Positionen. Seismographic Sounds ist multiperspektivisch und multilokal: Alle Inhalte stammen von MusikerInnen, AutorInnen, RadiomacherInnen und FotografInnen aus der ganzen Welt.

Seismographic Sounds taucht ein in die musikalische Vielfalt des 21. Jahrhunderts. Die Sounds und Bilder stehen für Vielstimmigkeit, Niederschwelligkeit und die Verschiebung westlicher Dominanz. Digitale Globalisierung führt nicht zu einem künstlerischen Einheitsbrei. KulturpessimistInnen sollen verstummen. Und im Raum steht die Frage: Ist Musik ein Seismograf der Zeit?


25.09.2015 - 28.02.2016
Virtual Sound Gallery



(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Die »Virtual Sound Gallery« ist eine unsichtbare Klanginstallation innerhalb der ZKM | Museen. BesucherInnen bewegen sich mit ihrem Smartphone oder Tablet und Kopfhörern durch die Ausstellungsräume und orientieren sich dabei an einer virtuellen Klangkarte. An verschiedenen Punkten des Gebäudes begegnen sie Musikstücken, die wie Exponate aufgesucht und akustisch betrachtet werden können.



Auf diese Weise erforschen die BesucherInnen nicht nur den Hallenbau des ZKM, sondern navigieren mit ihrer räumlichen Bewegung durch eine sich im Laufe der Ausstellung ständig erneuernde Galerie ausgereifter musikalischer Kunstwerke. Von besonderer Bedeutung ist die Metapher, dass Musikstücke räumlich und nicht, wie in einem Konzert, zeitlich aufgesucht werden können. Die »Virtual Sound Gallery« repräsentiert also das Experiment, Musik mit einer vom Besucher steuerbaren räumlichen Metapher in Verbindung zu bringen, ähnlich wie es in Museen und Bibliotheken, in Städten und Landschaften der Fall ist. Eine Reihe wechselnder KomponistInnen aus dem Bereich elektroakustischer Musik wird die Installation bespielen.


05.09.2015 - 31.01.2016
Infosphäre
(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Die Biosphäre, von der Atmosphäre bis zu den Meeren, bildet die Lebenszone des Menschen und anderer Lebewesen. Doch seit der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen und der auf ihr basierten drahtlosen Funktechnologie, vor ca. 150 Jahren, leben wir auch in einer Infosphäre. Die großangelegte Ausstellung Infosphäre zeigt, welche Antworten heute von KünstlerInnen, DesignerInnen, ArchitektInnen und WissenschaftlerInnen auf die akuten Herausforderungen der Infosphäre gefunden werden: Wie gehen KünstlerInnen mit Big Data, Datensouveränität und der Verschmutzung der Infosphäre um? Die Ausstellung macht die verborgenen Seiten der Infosphäre und ihre physische Präsenz in der Welt sichtbar: Kabel und Hardware, Datenzentren, Spionage-, Erkundungs- und Wettersatelliten, Serverräume von Finanzfirmen und Banken, die Infrastruktur der Infosphäre. Die Infosphäre ist kein Cyberspace, sondern umgibt uns ganz real. Rund 80 internationale KünstlerInnen und Künstlergruppen bieten einen Überblick über die Kunst im Zeitalter der Digitalen Revolution und deren soziale Folgen.


05.09.2015 - 31.01.2016
Fabrizio Tamburini: Beyond Einstein’s Dream. Riding the Photons

(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
m Rahmen der Ausstellung »Infosphäre« stellt Fabrizo Tamburini in drei Installationen sein neues Modell des Lichts vor: Licht als Vortex (Wirbel), als verdrehte elektromagnetische Welle.

Einen Großteil unseres Wissens über das Universum beziehen wir über Licht. Elektromagnetische Wellen werden zu neuen Werkzeugen, um das Universum zu untersuchen und mit ihm zu interagieren. Die Menschheit nutzt die ätherischen Eigenschaften des Lichts als neue und mächtige Werkzeuge. Verdrehtes Licht sowie andere Erhaltungsgrößen elektromagnetischer Felder stellen Freiheitsgrade dar, die es zu nutzen gilt, um mit der Welt zu interagieren.


05.09.2015 - 31.01.2016
Armin Linke
The Appearance of That Which Cannot be Seen

(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
ür »The Appearance of That Which Cannot Be Seen« [Die Erscheinung dessen, was nicht gesehen werden kann] wurden WissenschaftlerInnen und TheoretikerInnen dazu eingeladen, sich mit dem Bildarchiv von Armin Linke auseinanderzusetzen. Im engen Austausch mit dem Künstler wurden dabei verschiedene Auswahlen an Bildern getroffen, die in der Ausstellung in unterschiedlichen Zusammenstellungen präsentiert werden.

An der Schnittstelle zwischen der physischen und digitalen Welt, zwischen Exo-Evolution und Infosphäre, öffnen Linkes Beiträge den Blick auf zentrale Themenstellungen der GLOBALE wie Smart Technology, Big Data, Klimawandel und Industrie 4.0. In Vorbereitung der GLOBALE haben WissenschaftlerInnen, TheoretikerInnen und Kulturanthropologen unterschiedliche Auswahlen aus Linkes mittlerweile mehr als 20.000 Aufnahmen umfassendem Bildarchiv getroffen und diese in Texten und Interviews kommentiert. Die Lesbarkeit fotografischer Archive wird durch die Offenlegung des Prozesses der Auswahl der Bilder ebenso zum Thema gemacht wie der jeweils subjektive Umgang mit den Themen der GLOBALE vor dem Hintergrund individueller Forschungsansätze und -interessen.

Seit mehr als 20 Jahren dokumentiert Armin Linke in seinen Fotografien die Auswirkungen der Globalisierung, die Wandlung von Städten in Mega-Metropolen und die Vernetzung der postindustriellen Gesellschaft durch digitale Informations- und Kommunikationstechnologien. Exemplarisch werden in seinen Aufnahmen die tiefgreifenden ökonomischen, ökologischen und geologischen Veränderungen festgehalten, die unsere hochtechnologisierte Welt im Zeitalter des Anthropozäns durchläuft.

Wie in Armin Linkes interaktiver, 2007 im ZKM gezeigter Installation »Phenotypes / Limited Forms«, in der BesucherInnen eigenständig Fotografien zu einem Online-Archiv zusammenstellen konnten, wird auch in »The Appearance of That Which Cannot Be Seen« die Lesbarkeit fotografischer Archive durch eigens für die Ausstellung geschaffene Displaysysteme räumlich erfahrbar gemacht. Linke geht es dabei nicht um das einzelne Motiv, sondern um die Komposition seiner Bilder und die dadurch erzeugten Narrationen.


15.08.2015 - 18.10.2015
Bodenlos – Vilém Flusser und die Künste

(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
»Synthetische Bilder sind eine Antwort auf Auschwitz. [We Shall Survive in the Memory of Others.]«1, behauptete Vilém Flusser (1920–1991) energisch in einem Interview kurz vor seinem Tod. Nur in der Passage durch die radikale Abstraktion sei eine neue Konkretisierung und damit neues spannendes Leben vorstellbar: Damit beginne die Nachgeschichte. Offensiv nahm Flusser die Herausforderung an, die Künste noch einmal neu zu denken im Angesicht der Tatsache, dass unsere Existenz im Wesentlichen von Technik bestimmt wird. Die Methoden der Naturwissenschaft mit einer neuen Auffassung von Kultur zu verkoppeln ist das Anliegen seiner besonderen Anthropologie.


11.08.2015 - 17.04.2016
Global Games

(Im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Mit der Ausstellung reagiert das ZKM auf die neuesten Entwicklungen im Bereich des Computerspiels, einem Medium, das von der Infosphäre hervorgebracht worden ist.

Die Effekte der Globalisierung und realweltliche Bezüge schlagen sich deutlich in Computerspielen nieder. Games thematisieren z.B. den Syrien-Konflikt, den Einsatz von Drohnen in Kriegsgebieten, weltwirtschaftliche Zusammenhänge des globalisierten Finanzmarktes, die Situation von Flüchtlingen an den europäischen Grenzen, soziale Missstände hervorgerufen durch den Turbokapitalismus, den militärisch-unterhaltungsindustriellen Komplex und vieles mehr.

Computerspiele sind keinesfalls ein rein westliches Phänomen, sondern vielmehr als globales Medium aufzufassen. Nicht nur User spielen global vernetzt miteinander, sondern auch überall auf der Welt werden Games produziert. Hier lohnt ein Blick in die reiche Computerspielkultur Asiens sowie auf die Computerspielproduktionen aus Ländern wie dem Iran oder Syrien.

»Global Games« ist interaktiv angelegt: Die Games können in der Ausstellung gespielt werden. Zusätzlich wird zu jedem Spiel ein sog. »Let`s Play«-Video präsentiert, in dem gezeigt wird, wie das jeweilige Game funktioniert.


21.06.2015 - 18.04.2016
GLOBALE.
Das neue Kunstereignis im digitalen Zeitalter – 300 Tage

Pressemitteilung
Globalisierung und Digitalisierung verändern die Welt stetig und beschleunigt. Sie bilden die wichtigsten Voraussetzungen für unsere Gegenwart und Zukunft.

Das neue Kunstformat – ein Kunstereignis – das mit dem 300-jährigen Jubiläum der Stadt Karlsruhe im Juni 2015 beginnen und bis Mitte April 2016 300 Tage lang andauern wird, thematisiert die kulturellen Effekte der Globalisierung und Digitalisierung.


21.06.2015 - 30.09.2015
HA Schult – ActionBlue
(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Im Rahmen der GLOBALE fährt der Künstler HA Schult vom 19. Juni bis 7. August 2015 mit einem elektrisch betriebenen Auto von Paris nach Peking. Am So, 21.6. wird er am ZKM Station machen. Indem seine Fahrt von einer Webkamera begleitet wird, kann das interessierte Publikum seine Aktion im ZKM_Subraum nachverfolgen. Höhepunkt seiner Reise wird eine Pressekonferenz an einem Wasserloch in der Wüste Gobi sein.
HA Schult wird insgesamt 18.000 Kilometer an 52 Tagen zurücklegen und dabei 8 Länder bereisen. Während dieser kulturpolitischen Kunstaktion entnimmt er aus Flüssen und Seen Wasserproben, um »Biokinetische Bilder« zu erschaffen und unser derzeitiges soziokulturelles Tun in Frage zu stellen.


21.06.2015 - 15.09.2015
Transsolar + Tetsuo Kondo.
Cloudscapes (im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Ein Wolke im ZKM. Als Auftakt der Ausstellung »Exo-Evolution« wird die Stuttgarter Energietechnik GmbH Transsolar gemeinsam mit dem japanischen Architekten Tetsuo Kondo eine künstliche Wolke in den Räumlichkeiten des ZKM entstehen lassen.
In dem Projekt vereinen sich jahrelange Erfahrung im Bereich Klimaengineering mit architektonischem Wissen: unter Anwendung neuster Technologien wird Klimaengineering nicht nur sichtbar gemacht, sondern es wird auch gezeigt, wie der Mensch Naturphänomene in Zukunft immer stärker beeinflussen kann.


21.06.2015 - 09.08.2015
Ryoji Ikeda: micro | macro
(Im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Als Auftakt der »Infosphäre« zeigt das ZKM eine groß angelegte Ausstellung von Ryoji Ikeda. Der Komponist und Künstler ist international einer der wichtigsten Vertreter der Medienkunst und experimenteller, elektronischer Musik. Er schafft synästhetische Installationen aus Klang und bewegtem Bild. Ikeda präsentiert in den Lichthöfen 1 + 2 des ZKM großformatige auf die Architektur bezogene Projektionen und Klangwelten, in die die BesucherInnen nahezu vollständig eintauchen werden. Durch die immersive, spektakuläre Präsentation der Werke entfalten Ikedas synästhetische, audiovisuelle Installationen ihre hypnotische Wirkung.
Ikedas audiovisuelle Werke zeichnen sich durch eine tiefgehende künstlerische Auseinandersetzung mit der menschlichen Wahrnehmung, dem menschlichen Maßstab und dem Wesen des Klangs aus. Ikeda spürt den Möglichkeiten der neuen, digitalen Technologien nach und unterzieht diese einer nahezu wissenschaftlichen Analyse. Besonders an den Grenzen und Grundformen des Klangs ist der Künstler dabei interessiert – als Analyst legt er die Konstruktionsprinzipien offen, auf dem die Sphäre der Klänge physikalisch basiert. Ikeda lotet das Hörbare bis an die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung aus und seziert es mit der Präzision eines Chirurgen.
Die Visualisierung seiner Klangkunst ist aufs Engste mit dem Hörbaren verbunden und bildet eine ästhetische Einheit. Ikeda schafft hochästhetisierte, abstrakte Bilder, die in ihrem strengen Minimalismus die Datenwelt vor Augen führen. Auf ähnliche Weise geht er mit der digitalen Sphäre um. Wie ein Hacker dringt er in die Infosphäre ein und macht ihre verborgenen Wesensmerkmale – ihren Code – sichtbar: Es entfalten sich Datenströme und abstrakte Rechenprozesse und umhüllen die BetrachterInnen.


20.06.2015 - 26.09.2015
Schlosslichtspiele
(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Eines der Highlights des Stadtjubiläums werden die Schlosslichtspiele im Karlsruher Schlossgarten sein. Seine imposante, 300 m weitläufige Schönheit und die umliegende Parkanlage machen das Schloss zum wichtigsten architektonischen Attraktionspunkt der Stadt Karlsruhe.
Renommierte KünstlerInnen und Künstlergruppen entwickeln für die Bespielung der Fassade des Karlsruher Schlosses neue Werke. Die Video-Mappings nehmen Bezug auf die Fassade, auf das Gebäude und auf die Stadt und schaffen überraschende und überwältigende visuelle Formen und narrative Inhalte, die nur ortsspezifisch entstehen können. Somit werden die ästhetische Erfahrung und das Erlebnis der Fassadenprojektion auch zu einer Welterfahrung.
Zu folgenden Zeiten sind die Schlosslichtspiele zu erleben:
So–Do 22:00–24:00 Uhr
Fr–Sa 22:00–01:00 Uhr

Keine Vorführung an folgenden Terminen:
21./22. Juni 2015 sowie 17.–19. Juli 2015!


19.06.2015 - 27.09.2015
Die Stadt ist der Star – Kunst an der Baustelle
(im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Unter künstlerischer Leitung des ZKM werden in der Karlsruher Innenstadt faszinierende Kunstwerke präsentiert. Gemeinsam mit der KASIG hat die Stadtmarketing Karlsruhe GmbH das Projekt realisiert: Anlässlich des Stadtgeburtstages werden beeindruckende Großskulpturen international bekannter KünstlerInnen installiert sowie Performances und Interventionen durchgeführt, die einmalige Selfie-Motive bieten.
Als Partner für das Projekt konnten Unternehmen aus dem Marketingrat der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH, die FIDUCIA IT AG, die Sparkasse Karlsruhe Ettlingen, die Volksbank Karlsruhe, die INIT AG, die Ernst Wohlfeil GmbH sowie weitere Unternehmen gewonnen werden. Alle Kunstaktionen sind ein Geschenk an die Stadt, die in Baustellen-Zeiten im Mittelpunkt steht: Sie ist mit ihren BürgerInnen und BesucherInnen der Star!
Ziel des Kunstprojekts im öffentlichen Raum ist es, die Ästhetik des Alltags und sog. armer Materialien, eine Innovation der modernen Kunst, auf die Baustelle auszudehnen und somit die Wahrnehmung der Baustellen zu verändern. Die Eröffnung findet am 19. Juni um 17.00 Uhr statt.
Während des Festivalsommers gleicht die Karlsruher Innenstadt einer monumentalen Großbaustelle. Die eingeladenen KünstlerInnen greifen mit ihren Installationen, Skulpturen und Performances in den dynamischen Prozess der Baumaßnahmen ein. Sie verarbeiten die Baustellen künstlerisch. Die Maschinen und Materialien der Bauarbeiten finden sich in den Kunstwerken teilweise wieder. Daraus entstehen die Fragen: Handelt es sich um eine künstlerische Installation oder eine Baustelle, um eine künstlerische Intervention oder eine bautechnische Maßnahme? Ist das Kunst oder Arbeit? Sind die Menschen, die wir auf der Baustelle sehen, KünstlerInnen oder ArbeiterInnen? Es entsteht ein neues Genre: nicht Kunst am Bau, sondern beim Bauen, Baustellenkunst.


19.06.2015 - 21.06.2015
Tribunal – Ein Prozess gegen das 20. Jahrhundert (im Rahmen der GLOBALE)

Pressemitteilung
Die GLOBALE beginnt mit einem Prolog am 19. Juni 2015 im ZKM: mit einem Prozess gegen die Verfehlungen des 20. Jahrhunderts und seine Verbrechen gegen Mensch, Tier und Natur.

Die dreitägige Veranstaltung wird vom ZKM in Anlehnung an den Roman »Der Prozess« von Franz Kafka sowie an historische Prozesse wie die Prozesse der Surrealisten, die Nürnberger Prozesse oder an das »Vietnam War Crimes Tribunal« inszeniert. Letzteres wurde 1966 von dem Mathematiker, Philosophen und Literaturnobelpreisträger Lord Bertrand Russel als private Nichtregierungsorganisation ins Leben gerufen.

Freitag, 19.06.2015 10:00–21:00 Uhr
Samstag, 20.06.2015 09:30–17:00 Uhr
Sonntag, 21.06.2015 10:00–13:00 Uhr

Der genaue Ablauf wird in Kürze bekannt gegeben.
Zu dieser Veranstaltung wird es einen Livestream geben.


17.04.2015 - 26.04.2015
Frauen Video Arbeiten.
Künstlerische Videos von Frauen zum Thema Arbeit und Produktion

Pressemitteilung
Als virtuelle Ausstellung steht das zum Thema der Frauenperspektiven »Über Arbeit – Über Leben« kuratierte Videoprogramm aus der ZKM-Videosammlung plus Leihgaben über den gesamten Festivalzeitraum online zur Verfügung.

Videokunst wurde von Anfang an von Künstlerinnen mitgeprägt, um in diesem neuen Medium ein neues Frauenbild und feministische Positionen abseits der tradierten, männerdominierten Kunstgattungen zu artikulieren. Daher werden im Rahmen der virtuellen Ausstellung »Frauen Video Arbeiten« auch spezifische Arbeits- und Produktionsbedingungen von Künstlerinnen thematisiert.

Das Videoprogramm reicht von den 1960er Jahren bis zu aktuellen Werken. Reflektiert wird darin der Kontrast von häuslicher und künstlerischer Produktion, ebenso wie die Rolle der Frau in einer von männlichen Stereotypen geprägten Berufs- und Medienwelt. Thema ist oft auch die eigene Arbeit als Künstlerin. Aber auch die Frauenarbeit im globalen Spannungsverhältnis von Produktion und Reproduktion spielt eine Rolle.

Ab dem 16. April 2015 unter zkm.de/frauenperspektiven2015


13.12.2014 - 06.04.2015
Lynn Hershman Leeson. Civic Radar

Pressemitteilung
http://zkm.de/event/2014/12/lynn-hershman-leeson-civic-radar

Zeit Sa, 13.12.2014 11:00
Ende So, 29.03.2015 18:00
Ort ZKM | Museum für Neue Kunst
Kosten Museumseintritt


Lynn Hershman Leeson (*1941 in Cleveland, Ohio, USA) gehört zu den ersten und auch einflussreichsten Medienkünstlerinnen. Innerhalb der vergangenen vier Jahrzehnte hat sie in den Bereichen Fotografie, Video, Film, Performance, Installation und interaktiver sowie netzbasierter Medienkunst Wegweisendes geleistet. Ihre Werke wurden weltweit in mehr als 200 großen Ausstellungen gezeigt und befinden sich in den Sammlungen namhafter Museen und privater Sammler.

In enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin realisiert das ZKM die erste umfassende Retrospektive, die nicht nur einen Überblick über alle Schaffensphasen von Lynn Hershman Leeson gewährt, sondern auch die neuesten Produktionen der innovativen Künstlerin präsentiert.

Kuratoren: Peter Weibel und Andreas Beitin


14.11.2014 - 06.01.2015
Schl@gfertige Typen

Pressemitteilung
Beginn Fr, 14.11.2014 10:00
Ende Di, 06.01.2015 18:00
Ort ZKM_Medialounge
Kosten Eintritt frei


1882 wurde das @-Zeichen erstmals in die Tastatur der Schreibmaschine integriert, als der amerikanische Schreibmaschinenhersteller Caligraph das Modell 2 in den USA vorstellte. Anlass hierzu war die Aufforderung des amerikanischen Stenografenvereins, das @-Zeichen als kaufmännisches Kürzel auf die Tastatur zu nehmen. Die Ausstellung Schl@gfertige Typen dokumentiert mit zahlreichen historischen Exponaten des Ludwigsburger Experten Lothar K. Friedrich die Entwicklungsgeschichte mechanischer Schreibmaschinen aus Nordamerika und Europa bis zum Beginn der PC-Ära. In einer parallelen Ausstellung des kanadischen Fotokünstlers Robert Bean wird ein analytischer Blick auf Mechanik und Schriftbild des aus dem Alltag verschwundenen Schreibgerätes geworfen.


05.11.2014 - 09.11.2014
ARD Hörspieltage 2014 - Ein Festival für das Hörspiel

Pressemitteilung
Mit einem Konzert des experimentierfreudigen Crossover-Pianisten Kai Schumacher beginnt am 05. November 2014 das größte deutschsprachige Festival rund um das Hörspiel: die ARD Hörspieltage. Die großen und kleinen Hörspielfans erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit dem Wettbewerb rund um den »Deutschen Hörspielpreis der ARD«, eine Fülle von Live-Veranstaltungen – unter anderem ein Konzert von »Elements of Crime« – sowie den Kinderhörspieltag für die jüngsten Fans des Hörspiels. Darüberhinaus werden Installationen präsentiert und die ZKM | Museumskommunikation bietet Führungen durch die aktuellen Ausstellungen sowie verschiedene Workshops für Kinder und Jugendliche am Kinderhörspieltag an.

Installationen
KlangLabyrinth

Mi–Do, 05.–06.11.2014; jeweils 16:00–21:00 Uhr; HfG_Studio
Ein von HfG-Studenten entworfenes KlangLabyrinth lädt die BesucherInnen ein, sich durch ein Parcours von Klangzonen mit narrativen und experimentellen Hörspielen zu bewegen.
Red.: Iris Drögekamp, Frank Halbig und Studierende der HfG Karlsruhe

Eingedenken

Mi–Sa, 05.–08.11.2014; ZKM_Musikbalkon
Eine Installation in 20 Teilen für Web und Radio von Christoph Korn unter der Verwendung von Walter Benjamins Text »Über den Begriff der Geschichte«.
Prod.: SWR 2014


01.11.2014 - 06.04.2015
Gianfranco Baruchello

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst


Erstmalig im ZKM | Museum für Neue Kunst wird im Herbst der italienische Multimediakünstler Gianfranco Baruchello mit einer Werkschau vorgestellt. Einmal mehr wird mit Baruchello ein Künstler präsentiert, der vom Mainstream vernachlässigt oder in Vergessenheit geraten ist, der jedoch für die Kunst der Gegenwart wichtige Impulse geliefert hat.

Die in Kooperation mit den Deichtorhallen Hamburg / Sammlung Falckenberg durchgeführte Ausstellung bietet einen Überblick über das mehr als ein halbes Jahrhundert währende Schaffen. Darüber hinaus verdeutlicht sie die große Vielgestaltigkeit von Baruchellos Werk.

Gianfranco Baruchello (*1924, Livorno) war Teil der europäischen Avantgardebewegung der 1960er-Jahre. Getrieben durch seine naturwissenschaftliche Prägung sucht er nach Verbindungsmomenten von Kunst und Mensch, Leben und Materie. Diese Fusion findet bei ihm in einer breiten Anzahl an Medien bis hin zur Gründung einer Landkommune in Anlehnung an Joseph Beuys’ Idee der „sozialen Plastik“ statt . Baruchello hat über die Jahrzehnte hinweg ein großes Oeuvre an Bildern, Skulpturen, Objektkästen, Collagen sowie Filmen geschaffen.

Kuratoren: Peter Weibel, Andreas Beitin


17.10.2014 - 19.10.2014
Filmscreenings & Podiumsgespräche: Beuys Brock Vostell

Pressemitteilung
Die Ausstellung »Beuys Brock Vostell« demonstriert die herausragende Bedeutung der gemeinsamen Aktionen der drei Künstler für die Performance- und Partizipationskunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben formalen Parallelen wie der Einbeziehung des Publikums werden auch zahlreiche inhaltliche Gemeinsamkeiten der Werke von Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell deutlich. Bei den Filmscreenings werden die Aktionen aus der filmischen und performativen Perspektive beleuchtet und in Gesprächen mit Zeitzeugen, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen diskutiert.


03.10.2014 - 06.04.2015
Von Ackermann bis Zabotin
Die Städtische Galerie Karlsruhe zu Gast im MNK

Pressemitteilung
Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten musste sich die Städtische Galerie Karlsruhe für die Dauer von fünf Monaten ein neues Domizil suchen. Auf Einladung von Peter Weibel zieht sie nun vom Lichthof 10 im Süden in den Lichthof 1 im Norden des weitläufigen Gebäudetraktes, der sowohl das ZKM mit dem Museum für Neue Kunst (MNK) als auch die Hochschule für Gestaltung und die Städtische Galerie Karlsruhe beherbergt. Für die Ausstellung der Hauptwerke aus dem Bestand der kommunalen Kunstsammlung steht nahezu das gesamte erste Obergeschoss im MNK zur Verfügung. Der Rundgang, der mit Arbeiten aus der aktuellen Kunstproduktion einsetzt und bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückführt, präsentiert 82 Gemälde sowie 15 Plastiken und Objekte von regional verankerten und international renommierten Künstlern wie Horst Antes, Georg Baselitz, Willi Baumeister, Friedrich Fehr, Gerhard Graubner, Hans Makart, Eduard Schleich, Emil Schumacher oder Franz West. Eine verdichtete, chronologisch gegliederte Abfolge in der Ausstellung führt zum überraschenden Aufeinandertreffen unterschiedlichster künstlerischer Haltungen. Zahlreiche Kunstwerke aus dem 19. Jahrhundert waren bislang kaum oder nicht zu sehen. Hierzu zählen unter anderem Moritz von Schwinds Bildnis seiner Schwiegermutter Friederike Sachs (um 1842) und Carls Rottmanns Gemälde "Griechische Landschaft" (um 1842).


12.09.2014 - 06.04.2015
ZKM_Gameplay. Die Gameplattform im ZKM. Restart the Game!

Pressemitteilung
Wir freuen uns, fünf Spiele für die ZKM_Gameplay Ausstellung vorstellen zu dürfen, die der Projektleiter Stephan Schwingeler und der Direktor des A MAZE. Festivals Thorsten S. Wiedemann ausgewählt haben. Die Bedeutung der Kooperation zwischen dem ZKM und A MAZE. wird hierdurch nochmals unterstrichen.
Die herausragenden Projekte der Gewinner der A MAZE. Awards 2014 – sie sind einzigartige und herausragende Beispiele der zukunfts-weisenden, sinnhaften und experimentellen Independent Games Szene in der ganzen Welt – sollen in einer Ausstellung gezeigt werden.
„Diese Zusammenarbeit unterstützt das Vorhaben von
A MAZE., eine Verbindung zwischen Games-Welt und Kunst zu schaffen, die die aktuelle Szene der Independent Games mit ihren ganz eigenen Regeln und neuen Formen der Subkultur, ihrer Vielfältigkeit und interdisziplinären Gemeinschaftsproduktionen ins Rampenlicht stellt und die Frage beleuchtet, wie Kunst im 21. Jahrhundert aussehen kann”, so Thorsten S. Wiedemann.
Stephan Schwingeler fügt hinzu: „Die Independent Games Szene ver-fügt über ein ausgeprägtes künstlerisches Potenzial und große Innovati-onskraft. Durch die Zusammenarbeit mit A MAZE. haben wir eine enge Verbindung zur Szene dieser Subkultur hergestellt, die für ihre experi-mentellen Ansätze und ihre Vielfältigkeit bekannt ist. Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie hat die Aufgabe, neue Formen aus der Zusammenführung von Kunst und Technologie vorzustellen und zu unterstützen – und die blühende Independent Games Szene stellt sicher-lich eine solche Verbindung dar.”
Mit den A MAZE. Awards 2014 wurden Spiele in drei Kategorien ausgezeichnet, die von einer internationalen Jury ausgewählt wurden. Dazu gehörten Henry Smith (Kanada) – Gewinner des A MAZE. Award 2013 mit dem Spiel Spaceteam, Raquel Meyers (Spanien) – Digitalkünstlerin, Benedikt Hummel (Deutschland) – Spieleentwickler bei Major Bueno, Jessica Curry (Großbritannien) – Komponistin und Kodirektorin des Entwicklerstudios The Chinese Room, Pippin Barr (Neuseeland) – Spieleentwickler und Künstler, der kürzlich mit Marina Abramović zusammengearbeitet hat.
Die Ausstellung wird ab 21. Juli 2014 zu sehen und spielbereit sein.

Zu den ausgewählten Spielen gehören:
Perfect Woman (Deutschland / USA) von Lea Schönfelder, Peter Lu - (The Most Amazing Game Award)
Perfect Woman ist ein Spiel, welches seine Inspiration aus den allge-genwärtigen Persönlichkeitsfragebögen in Frauenzeitschriften und dem von diesen definierten weiblichen Rollenverständnis bezieht. Dabei spie-len die unterschiedlichsten Aspekte eine Rolle, angefangen von Familie und Karriere bis zu Erfahrung, Sex und so weiter. Diese können jedoch die Komplexität des Lebens einer Frau unmöglich erfassen. Perfect Woman greift diese Stereotypen auf und benutzt sie als Bausteine, die die SpielerInnen benutzen können, um eine perfekte Frau zu kreieren.
Website: http://www.perfectwomangame.com

Nidhogg (USA) von Messhof (Human Human Machine Award)
Nidhogg ist ein akrobatisches Fechtspiel, bei dem die sich duellierenden Gegner um das Recht kämpfen, von einem fliegenden Riesenwurm gefressen zu werden. Es ist ein so genanntes „Local Multiplayer Game“, bei dem zwei oder mehr Spieler durch ein Endgerät in einem Raum verbunden sind.
Website: http://www.nidhogggame.com

Fjords (USA) von Kyle Reimergartin (WTF! Award)
Fjords wurde ursprünglich als Serie von Formeln entwickelt, die die unterschiedlichen Variablen der Sharecart 1000 Plattform enthält und wiederholt. Das Spiel kann in relativ stabilen Formen programmiert und dargestellt werden, die von allen Wissenschaftlern ergründet und neu erprobt werden können. Fjords stellt die Möglichkeit der Zusammenar-beit zwischen öffentlichen Wissenschaftsinstitutionen und Bildung vor.
Die Website www.indiestatik.com beschreibt Fjords als ein Spiel, „bei dem es darum ginge, feindlich gesinnte und unmögliche Landschaften zu bereisen“ (http://indiestatik.com/2013/10/31/fjords/).
Website: http://fjordsss.com



Choosatron (USA) von Jerry Belich (Audience Award)
Der Choosatron ist ein von Choose Your Own Adventure® inspirierter Geschichtendrucker: mit Arduino kompatibel, mit Wi-Fi Verbindung und vollständig ‚hackbar‘! Er lässt sich leicht zu einer kleinen interaktiven Fiction-Gamebox zusammenbauen, die sich großartig für das Spiel mit mehreren Personen eignet. Das Ende der Geschichte wird selbst be-stimmt und zum Andenken auf einer Papierrolle ausgedruckt. Überdies kann man auf der Basis von OpenSource und freier Software auch seine eigenen Geschichten schreiben.
Website: http://www.choosatron.com

Das fünfte Projekt für ZKM_Gameplay ist das nominierte Virtual-Reality-Spiel SoundSelf (USA) von Robin Arnott.
Setz dich hin, schalte das Licht aus und nutze deine Stimme, um dich durch stroboskopische Lichttunnel, unmögliche Formen und in eine meditative Trance treiben zu lassen. SoundSelf ist eine raffinierte Sym-metrie aus Bild, Klang und Körper, die sich Lücken in der menschlichen Wahrnehmung zu Nutze macht, um neue Selbst- und Welterfahrungen zu ermöglichen.
Website: http://www.soundselfgame.com

Das angestrebte Ziel der Zusammenarbeit von A MAZE. und ZKM ist eine langfristige Partnerschaft, um ein größeres Publikum für Spiele zu interessieren, die lebens- und realitätsnah sind.


06.09.2014 - 06.01.2015
Ed Sommer. Planetare Allianz

Pressemitteilung
Das ZKM zeigt erstmals eine Übersicht zum mehrschichtigen Werk des Künstlers Ed Sommer, der sich selbst lieber „Bildsprachenmacher“ nennt. Neben den bekannteren Werkgruppen seiner Malerei, Skulptur und Fotografie können nach langer Zeit wieder die frühen experimentellen Filme gezeigt werden, die eigens für diese Ausstellung restauriert und digitalisiert wurden. Die ausgewählten Werke geben einen Einblick in das vielschichtige und außergewöhnliche, künstlerische Werk Sommers.

Ed Sommer wurde 1932 in Schwäbisch Gmünd geboren und lebte als Sohn eines Schwäbisch Gmünder Unternehmers zeitweilig auch in Südfrankreich. Zusammen mit seinem Künstlerfreund Marc Adrian gehörte Sommer zu wichtigen Vertretern der Op Art und Kinetik. Bis heute und auch nach seiner Rückkehr aus Frankreich hält der rege Aus-tausch mit den Freunden aus jener Zeit an.

Die Ausstellung wird mit einer Aufführung von Partituren Sommers durch das Ensemble „Exvoco“ aus Stuttgart sowie einer spirituellen Performance seiner Frau Yong Sa am Freitag den 05. September 2014, 19 Uhr eröffnet.


07.08.2014 - 30.09.2014
Motion Picture 2.0
Eine neue Aufnahmetechnologie

WETTBEWERB – Einreichungsfrist 30. September 2

Pressemitteilung
WETTBEWERB – Einreichungsfrist 30. September 2014
Motion Picture 2.0
Eine neue Aufnahmetechnologie

Das Smartphone hat nicht nur unsere Wahrnehmung von Bildern und Filmen verändert, sondern auch unser Handeln. Um diese gesell-schaftlichen Umbrüche deutlich zu machen, hat das ZKM I Institut für Bildmedien eine neue Art des Aufnehmens von Bildern und der Bildwiedergabe entwickelt: Die Aufnahmetechnologie Motion Picture 2.0, die als Applikation auf dem eigenen Smartphone installiert werden kann. Das Revolutionäre: Die Orientierung der Kamera wird mit aufgezeichnet und anschließend im PanoramaLabor körperlich erfahrbar. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 – Die digitale Gesellschaft schreibt das ZKM nun einen Wettbewerb aus: Alle Interessierten sind eingeladen, mit der neuen Technologie zu experi-mentieren. Einreichungsfrist ist der 30. September 2014.


Wettbewerb Motion Picture 2.0
Jeder Interessierte wird eingeladen, seine Experimente mit der neuen Techno-logie des Motion Picture 2.0 einzureichen. Neben dem Hauptwettbewerb mit hoch dotierten Preisen (1. Preis 5.000 €, 2. Preis 3.000 € und 3. Preis 1.000 €), wird ein Schülerwettbewerb (1. Preis 1.000 €) ausgeschrieben. Die Einrei-chungszeit des Wettbewerbs startet mit dem Launch der Webseite, am Montag, den 28. Juli. Ab Anfang Oktober werden die Beiträge von Juroren bewertet und die Gewinner am Samstag, 29. November 2014, im Rahmen des Giga-Hertz-Preises präsentiert. Während und nach dem Wettbewerb sind alle Einreichung im PanoramaLabor des ZKM in Karlsruhe zu sehen oder aber als Simulation auf der projekteigenen Webseite www.motionpicture2.zkm.de.

Die neue Aufnahmetechnologie: Motion Picture 2.0
Vor dem Hintergrund der aktuellen technologischen Umbrüche im Bereich der Aufnahme und Widergabe von Bildern wurde am ZKM eine Applikation entwickelt, die einen neuen Umgang mit Bildern ermöglicht. Das eigene Smartphone wird durch die entwickelte Applikation ganz einfach und schnell zum Träger einer neuen Aufnahmetechnologie: Mit der neuen Methode, Motion Picture 2.0, wird die Orientierung der Kamera während der Aufnahme aufgezeichnet. Dadurch kann beim Abspielen das Bildfenster orientierungsrich-tig wiedergegeben werden. Im Gegensatz dazu geht bei der Aufnahme von Filmen mit traditionellen Kameras die Orientierungsinformation der Kamera verloren. Bei der konventionellen Wiedergabe wird der aufgenommene Film auf einem statischen Monitor oder Fernseher abgespielt. Die Rezeption des Filmes bleibt dabei körperlich passiv, die Orientierung des Betrachters ist unabhängig von der Orientierung der Kamera, die das Gezeigte aufgenommen hat.

Durch diese neu entwickelte Technologie werden die Rezeptionsgewohnheiten des Zuschauers überrascht. Er betrachtet das Videomaterial nicht passiv, aus seinem Sessel, nach vorne schauend, sondern wird körperlich eingebunden. Motion Picture 2.0 setzt ganz neue Effekte des Erlebens des Gezeigten frei.

Körperliche Einbindung des Betrachters: Das PanoramaLabor
Die orientierungsechte Wiedergabe der mit Motion Picture 2.0 aufgenomme-nen Videos erfolgt idealerweise im PanoramaLabor des ZKM. Das ZKM besitzt seit 2009 mit dem öffentlich zugänglichen PanoramaLabor einen permanenten Ort, um künstlerisch-wissenschaftliche panoramische Arbeiten Besuchern zu präsentieren. In dieser panoramischen Projektionsumgebung kann der körperliche Aspekt der Bildrezeption, der mit der Begrifflichkeit des ‚Embodi-ment‘ eine aktuelle These aus der Kognitionsforschung aufgreift, mit dem eigenen Körper erlebt werden.

Die mit der Applikation erstellten Videos können zwar schon auf dem mobilen Endgerät in einer Simulation orientierungsecht und mit starker körperlicher Einbindung des Betrachters angeschaut werden, jedoch kommen die vollen Effekte dieser neuen Technologie erst im PanoramaLabor zur Entfaltung.


01.08.2014 - 30.09.2014
Motion Picture 2.0
Eine neue Aufnahmetechnologie

Pressemitteilung
Das Smartphone hat nicht nur unsere Wahrnehmung von Bildern und Filmen verändert, sondern auch unser Handeln. Um diese gesell-schaftlichen Umbrüche deutlich zu machen, hat das ZKM I Institut für Bildmedien eine neue Art des Aufnehmens von Bildern und der Bildwiedergabe entwickelt: Die Aufnahmetechnologie Motion Picture 2.0, die als Applikation auf dem eigenen Smartphone installiert werden kann. Das Revolutionäre: Die Orientierung der Kamera wird mit aufgezeichnet und anschließend im PanoramaLabor körperlich erfahrbar. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 – Die digitale Gesellschaft schreibt das ZKM nun einen Wettbewerb aus: Alle Interessierten sind eingeladen, mit der neuen Technologie zu experi-mentieren. Einreichungsfrist ist der 30. September 2014.


Wettbewerb Motion Picture 2.0
Jeder Interessierte wird eingeladen, seine Experimente mit der neuen Techno-logie des Motion Picture 2.0 einzureichen. Neben dem Hauptwettbewerb mit hoch dotierten Preisen (1. Preis 5.000 €, 2. Preis 3.000 € und 3. Preis 1.000 €), wird ein Schülerwettbewerb (1. Preis 1.000 €) ausgeschrieben. Die Einrei-chungszeit des Wettbewerbs startet mit dem Launch der Webseite, am Montag, den 28. Juli. Ab Anfang Oktober werden die Beiträge von Juroren bewertet und die Gewinner am Samstag, 29. November 2014, im Rahmen des Giga-Hertz-Preises präsentiert. Während und nach dem Wettbewerb sind alle Einreichung im PanoramaLabor des ZKM in Karlsruhe zu sehen oder aber als Simulation auf der projekteigenen Webseite www.motionpicture2.zkm.de.

Die neue Aufnahmetechnologie: Motion Picture 2.0
Vor dem Hintergrund der aktuellen technologischen Umbrüche im Bereich der Aufnahme und Widergabe von Bildern wurde am ZKM eine Applikation entwickelt, die einen neuen Umgang mit Bildern ermöglicht. Das eigene Smartphone wird durch die entwickelte Applikation ganz einfach und schnell zum Träger einer neuen Aufnahmetechnologie: Mit der neuen Methode, Motion Picture 2.0, wird die Orientierung der Kamera während der Aufnahme aufgezeichnet. Dadurch kann beim Abspielen das Bildfenster orientierungsrich-tig wiedergegeben werden. Im Gegensatz dazu geht bei der Aufnahme von Filmen mit traditionellen Kameras die Orientierungsinformation der Kamera verloren. Bei der konventionellen Wiedergabe wird der aufgenommene Film auf einem statischen Monitor oder Fernseher abgespielt. Die Rezeption des Filmes bleibt dabei körperlich passiv, die Orientierung des Betrachters ist unabhängig von der Orientierung der Kamera, die das Gezeigte aufgenommen hat.

Durch diese neu entwickelte Technologie werden die Rezeptionsgewohnheiten des Zuschauers überrascht. Er betrachtet das Videomaterial nicht passiv, aus seinem Sessel, nach vorne schauend, sondern wird körperlich eingebunden. Motion Picture 2.0 setzt ganz neue Effekte des Erlebens des Gezeigten frei.

Körperliche Einbindung des Betrachters: Das PanoramaLabor
Die orientierungsechte Wiedergabe der mit Motion Picture 2.0 aufgenomme-nen Videos erfolgt idealerweise im PanoramaLabor des ZKM. Das ZKM besitzt seit 2009 mit dem öffentlich zugänglichen PanoramaLabor einen permanenten Ort, um künstlerisch-wissenschaftliche panoramische Arbeiten Besuchern zu präsentieren. In dieser panoramischen Projektionsumgebung kann der körperliche Aspekt der Bildrezeption, der mit der Begrifflichkeit des ‚Embodi-ment‘ eine aktuelle These aus der Kognitionsforschung aufgreift, mit dem eigenen Körper erlebt werden.

Die mit der Applikation erstellten Videos können zwar schon auf dem mobilen Endgerät in einer Simulation orientierungsecht und mit starker körperlicher Einbindung des Betrachters angeschaut werden, jedoch kommen die vollen Effekte dieser neuen Technologie erst im PanoramaLabor zur Entfaltung.


26.07.2014 - 09.11.2014
Jonas Mekas: 365 Days

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Medienmuseum
Eröffnung: Fr, 25. Juli 2014, 19.00 Uhr

Der in Litauen geborene und in New York lebende Filmemacher und Lyriker Jonas Mekas (*1922) gilt als einer der einflussreichsten Protagonisten eines unabhängigen Kinos in den Vereinigten Staaten und in Europa seit den 1960er-Jahren. Mekas Arbeit dreht sich um so zentrale Themen wie Heimat, Gedächtnis und Erinnerung und thematisiert dabei auf eindrückliche Weise ebenso die Vielfalt und die Geschichte der zum Einsatz kommenden Medien − vom klassischen 16mm-Film bis zum internetbasierten Videoarchiv.

In der Ausstellung „Jonas Mekas: 365 Days“ wird sein „365 Day Project“ (2007), das ein Jahr in 356 Filmen reflektiert, zum ersten Mal in einer bisher ungesehenen umfangreichen Installation zu sehen sein, begleitet von Mekas experimenteller Dokumentation zum unabhängigen Kino, „Birth of a Nation“ (1997).


26.07.2014 - 09.11.2014
Jean-Jacques Lebel. Die höchste Kunst ist der Aufstand

Pressemitteilung
Die große Retrospektive der installativen Arbeiten ist Jean-Jacques Lebel gewidmet, der in den frühen 1960er-Jahren als einer der ersten das internationale Publikum mit öffentlichen Happenings schockierte.

Der französische Künstler versteht seine Aktionen, Installationen, Skulpturen, Objekte, Gemälde und Videos als Aufstände, als künstlerische Aktionen gegen Ungerechtigkeit, gegen den Terror des Krieges und der Psychiatrie, gegen die selbstverschuldete Unmündigkeit einer beengenden Kultur.

Die Ausstellung gibt einen tiefen Einblick in das vielgestaltige Werk Jean-Jacques Lebels, der als Künstler aufs Engste mit den Poeten und Intellektuellen der Beat Generation verknüpft ist.


16.07.2014 - 06.04.2015
AppArtAward 2014 – Highlights

Pressemitteilung
Kreative Entwicklungen jenseits wirtschaftlicher Strukturen fördern und das bisher Undenkbare denkbar machen − das ist das Ziel des AppArtAwards, der am 11. Juli 2014 vom ZKM | Karlsruhe und seinen Partnern bereits zum dritten Mal vergeben wurde.

Die Gewinner-Apps sowie eine Auswahl der besten Einreichungen zum AppArtAward 2014 werden im ZKM präsentiert und können dort von den BesucherInnen getestet werden.


Die GewinnerInnen

Künstlerischer Innovationspreis: Last Clock
(2011, Applikation für iOS)
von Jussi Ängeslevä, Ross Cooper, Danqing Shi
Mit Last Clock ist es möglich, ein persönliches Medienkunstwerk zu schaffen, das die tatsächliche Zeit, die menschliche Zeit und eine Art ferner, „entrückter“ Zeit veranschaulicht. Wie eine analoge Uhr hat auch Last Clock drei Zeiger: einen für die Sekunden, einen für die Minuten und einen für die Stunden. Wenn sich die Zeiger bewegen, wird sukzessive ein Live-Video über das Zifferblatt gelegt, dessen Einzelbilder sich Zeiteinheit für Zeiteinheit zu einem Panorama zusammenfügen. Durch die unterschiedlichen Bildwiederholraten der drei Zeiger spiegeln die drei Zeitkreise die Rhythmen des Raums in unterschiedlichen zeitlichen Auflösungen wider.
www.lastclock.newmediology.org


Sonderpreis Crowd Art: LASACT
(2013, Web-App)
von Daniel Becker, Michael König, David Murmann, Alexander Rechberg
Mithilfe der App LASACT entsteht eine interaktive audiovisuelle Lichtskulptur. Ein RGB-Laser, der beispielsweise auf eine Gebäudefassade projiziert wird, lässt sich mittels der Web-App steuern. Mehrerer Nutzer können zeitgleich Sound und Projektion beeinflussen – ein gemeinschaftliches Kunstwerk wird geschaffen.
www.btf.de


Sonderpreis Art+Science: Sablo
(2014, Applikation für iOS)
von Ernst Uys
Diese Applikation basiert auf dem Modell des Abelschen Sandhaufens (oder auch Bak-Tang-Wiesenfeld-Modell) aus der theoretischen Physik. Hier wird ein sogenannter zellulärer Automat dazu eingesetzt, die Bewegung der einzelnen Körner in einem Sandhaufen auf einem gleichmäßigen Raster zu modellieren. Bekanntermaßen weist dieses Phänomen eine „selbstorganisierte Kritikalität“ auf: In diesem Fall zeigt ein dynamisches System algebraische Langzeitkorrelationen. Durch diesen Mechanismus veranschaulicht Sablo, wie Komplexität in der Natur entsteht. www.disportium.com


Sonderpreis Sound Art: Geometric Music
(2014, Applikation für iOS)
von Gaël Bertrand, Gaëtan Libertiaux
Diese App bietet eine intuitive Methode, um Musik aus von Menschen aufgezeichneten Klängen zu erschaffen. Die aufgenommenen Klänge werden als geometrische Formen visualisiert. Nutzer können die Klänge bearbeiten, indem sie verschiedene Formen mischen und aufeinander abstimmen, wobei sie deren Größe und Position innerhalb des Raums verändern. Die Anwendung ermöglichtes Nutzern auf diese Weise, dynamische Klangkollagen zu erzeugen.
www.superbe.be


04.06.2014 - 01.07.2014
fünfhochzwei
Kunstwerke aus der Sammlung des ZKM

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Karlsruhe
Eröffnung: Di, 03. Juni 2014, 19.00 Uhr

Das ZKM | Karlsruhe ist 1989 als Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet worden und blickt als eine inzwischen weltweit renommierte Kulturinstitution in diesem Jahr nicht nur auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück.

Vor dem Hintergrund der Entwicklung der 1989 noch als neue Medien bezeichneten Formate wie Video und Fotografie war es die Gründungsidee des ZKM, sich als ein Zentrum aller Medien und Gattungen zu etablieren. Die Ausstellung »fünfhochzwei ist weniger als mathematische Rechenaufgabe zu verstehen, deren Resultat die Jubiläumszahl ergibt. Sie bietet anhand von Werken aus den fünf Gattungen Malerei, Skulptur, Fotografie, Video und Zeichnung einen exemplarischen Einblick in die − auf mittlerweile rund 3.000 Werke angewachsene − Sammlung des ZKM.

Die Auswahl der Kunstwerke fokussiert mediale Grenzüberschreitungen: So sind Skulpturen zu sehen, die wie ein Bild an der Wand hängen, ‚malerisch’ konzipierte Videos oder Zeichnungen, die mit dem Computer generiert wurden.

Kurator: Andreas Beitin


24.05.2014 - 09.11.2014
Beuys Brock Vostell

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst
Eröffnung: Fr, 23. Mai 2014, 19 Uhr

Erstmals werden die drei bedeutenden deutschen Aktionskünstler der Nachkriegsmoderne Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell gemeinsam in einer groß angelegten Schau präsentiert. Die befreundeten Künstler, die bei wichtigen Aktionen und Ausstellungen in den 1960er-Jahren gemeinsam aufgetreten sind, bildeten aus der Erfahrung des Krieges ihre eigenen stilbildenden Positionen und verfolgten dabei die radikale Emanzipation des Individuums und die Reform bzw. Revolution des Lebens. Durch die gemeinsame Präsentation der drei verschiedenen Positionen der Performativität wird eine neue Perspektive auf die heute in allen Museen der Welt hofierten performativen Künste erarbeitet.

Die Ausstellung zeigt, dass die drei Aktionskünstler auf ihre jeweils Weise einflussreiche wie stilbildende Positionen der Performativität geschaffen haben und an der Bildung eines erweiterten Werkbegriffs beteiligt waren − etwa der Skulptur als Handlung und der Einbeziehung des Publikums. Darüber hinaus wird sichtbar, dass alle drei Künstler in der Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen einen gemeinsamen thematischen Schwerpunkt aufweisen. Eine weitere Parallele zwischen Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell besteht in der Neudefinition der Lehre − ein Aspekt, der auch in der Ausstellung nachvollziehbar wird. Die drei Künstler erfanden die Lehre als Aufführungskunst, in deren Mittelpunkt das Vermitteln und Aufklären, das Agieren und Agitieren sowie die Diskussion und die Demonstration stehen. Ausgelöst durch Aktionen, Bilder und Reden sollte eine Bewusstseinsveränderung des Betrachters erreicht werden, die zum übergeordneten Ziel der radikalen Emanzipation des Individuums führen sollte. Im Mittelpunkt der Aktionen und Demonstrationen von Beuys, Brock und Vostell stehen demnach die Zivilgesellschaft und die Demokratie. Nachdem sich die Künstler in den 1950er-Jahren verstärkt auf die Vergangenheit, insbesondere den Holocaust, bezogen haben, war in den 1960er-Jahren der Entwurf sozialer Utopien ihr gemeinsames Anliegen − wenngleich der Weg dorthin sehr unterschiedlich beschritten wurde.

Kurator: Peter Weibel
Co-Kurator: Eckhart Gillen
In Zusammenarbeit mit: Eva Beuys, Bazon Brock, Mercedes Vostell u.a.

Mit der Ausstellung „Beuys Brock Vostell“ vertieft das ZKM seine thematischen Schwerpunkte Performativität und Partizipation.


12.04.2014 - 13.07.2014
Mapping Spaces. Netzwerke des Wissens in der Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts

Pressemitteilung
Das ZKM wirft einen neuen Blick auf die Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts. Vergleichbar der modernen Satellitenvermessung (GPS) verdankt sich auch die maßstäbliche Landschaftsaufnahme einem verzweigten Netzwerk des Wissens: der Allianz von Geodäten, Mathematikern, Instrumentenbauern und Malern. Lange bevor die Neuen Medien sich also digitaler Bilder aus dem All bedienten, entwarfen Künstler moderne Fernerkundungssysteme.

Die Ausstellung „Mapping Spaces“ untersucht erstmals in diesem Umfang den Einfluss frühneuzeitlicher Handbücher zur Geographie, der Vermessungskunde und dem Festungsbau auf die niederländische Malerei um 1650. Den Auftakt des an der Universität Trier entwickelten Projektes bilden die großformatigen Kriegspanoramen Pieter Snayers, in denen Karten und Landschaftsbilder übereinander projiziert werden, um die neuesten Errungenschaften des modernen Ingenieurwesens, der Ballistik und des Festungsbaus zu dokumentieren.

Mehr als 220 Exponate, darunter Gemälde, Messinstrumente, Zeichengeräte, Bücher, Karten und Globen aus den bedeutendsten Sammlungen der Welt wie dem Prado (Madrid), dem Louvre (Paris), dem Rijksmuseum (Amsterdam) oder dem Kunsthistorischen Museum (Wien) belegen diese neue, bildwissenschaftliche These. Die Neu-Kartierung eines frühneuzeitlichen Wissensraumes wird begleitet von zeitgenössischen Kunstwerken, die den Einfluss technologischer Entwicklungen auf unsere heutige Raumwahrnehmung thematisieren.

Kuratorin: Ulrike Gehring

Rahmenprogramm
Sa, 24.05.2014, 15.00 Uhr: Mapping Spaces
Buchpräsentation und Podiumsdiskussion mit den Herausgebern und Autoren


16.03.2014 - 22.06.2014
High Performance. Die Julia Stoschek Collection
zu Gast im ZKM

Pressemitteilung
Mit rund 60 Hauptwerken internationaler Videokunst präsentiert sich die renommierte Julia Stoschek Collection ab März 2014 im ZKM | Medienmuseum.
In der Ausstellung werden insbesondere jüngste Entwicklungen der Videokunst zu den Themenbereichen »Body and Soul«, »Public Space« und »Environment« sowie »Virtual Reality« gezeigt, unter anderem mit Werken von Doug Aitken, Francis Alys, Monica Bonvincini, Keren Cytter, Cao Fei, Cyprien Gaillard, Mike Kelley, Klara Lidden, Tony Oursler, Mika Rottenberg, Jeremy Shaw, Wolfgang Tillmans, und Tobias Zielony.


16.03.2014 - 22.06.2014
Julia Bornefeld: Vanity and High Fidelity

Pressemitteilung
Ein überdimensionaler metallisch-gold-glänzender Grammophontrichter verbindet sich mit einer scheinbar über dem Boden schwebenden sich drehenden Plattform. Aus dem Trichter ertönen zwei für die kinetische Installation eigens entstandene Musikstücke „Vanity“ und „High Fildelity“.

„Die Rauminstallation Vanity and High Fidelity, die ursprünglich für den Kuppelraum des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck konzipiert wurde (2010/2011) handelt von der Beziehung der Künstlerin zur Musik des Großvaters (Rudolf Graf war zwischen 1945−1959 als Dirigent, Pianist und Komponist am Tiroler Landestheater Innsbruck, tätig) aber auch von der Wahrnehmung akustischer Reize im Raum. High Fidelity Klangtreue, hat etwas damit zu tun, wie wir Klänge wahrnehmen, solche, die wir real erleben, aber auch solche, die sich in uns festsetzen und über den Filter der Erinnerung in uns verhaftet bleiben.“
(Verena Konrad, in Studiohefte 06, Julia Bornefeld. Vanity and High Fidelity, Tiroler Landesmuseen, S.41)

Julia Bornefeld, geboren in Kiel, lebt und arbeitet in Berlin (D) und Bruneck (I).

Hinweis: Es dürfen max. fünf Personen gleichzeitig die Plattform betreten.

Soundtrack der Installation

Ivo Forer / Ivo Forer, Hartman Campidell, Irene Hopfgartner: „Vanity“, 7:34 Min.
Die Komposition beinhaltet Überarbeitungen und Fragmente aus der Komposition von Hartmann Campidell und der „Burgenländischen Suite“ Opus 41 von Rudolf Graf
Brasentina feat. Eke / Thomas Castañeda, Maria Craffonara, Nikola Zaric, Ekehardt Reinalter: „High Fidelity“, 5:56 Min.
In Anlehnung an Tarantella, Opus 40 von Rudolf Graf

Öffnungszeiten
Mo−Do geschlossen
Fr: 14.00−18.00 Uhr
Sa−So: 12.00−18.00 Uhr

Sonderöffnungszeiten
Sa, 15.03.2014 | Eröffnung: 12.00−20.00 Uhr
Fr, 18.04.2014 | Karfreitag: 13.00−18.00 Uhr
So, 20.04.2014 | Ostersonntag: 11.00−18.00 Uhr
Mo, 21.04.2014 | Ostermontag: 11.00−18.00 Uhr
Do, 01.05.2014 | Tag der Arbeit geschlossen
Do, 29.05.2014 | Christi Himmelfahrt: 14.00−18.00 Uhr
Do, 19.06.2014 | Fronleichnam: 14.00−18.00 Uhr

Die Präsentation der Installation erfolgt in Kooperation mit Galerie Elisabeth & Klaus Thoman Innsbruck/Wien, Galerie Clemens Thimme Karlsruhe


12.02.2014 - 14.02.2014
Kryptologikum.
Kryptographie begreifen

Pressemitteilung
Eine Ausstellung des Kompetenzzentrums für angewandte Sicherheitstechnologie
auf dem ZKM_Museumsbalkon und in der ZKM_Medialounge
Im Rahmen der Anti-Prism-Party 2. Staffel am Mi, 12.02.2014

»Kryptographie« ist die Wissenschaft von der Verschlüsselung von Informationen. Sie hat Kriege entschieden, Atomraketen im Kalten Krieg gesichert und in modernen Zeiten Online-Geschäfte ermöglicht. Wurde sie in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten als komplizierte Geheimschrift verstanden, ist die »Kryptographie« heute eine Technik der Informationssicherheit, um geheime Daten vor unerlaubten Lesern oder ungewollter Veränderung zu schützen.

Mit der wachsenden Digitalisierung wird auch der Ruf nach einer besseren Methodik zur Verschlüsselung von Daten lauter. Durch den Einsatz von »Kryptographie« hätte ein Übergriff auf empfindliche Daten mitunter verhindert werden können. Da die Nutzung eines kryptographischen Prinzips jedoch – naturgemäß – äußerst komplizierten Algorithmen zugrunde liegt, ist für deren Einsatz weiterhin ein hohes Maß an Expertise erforderlich.

Mit der Ausstellung »Kryptologikum« will das Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) diese Thematik verständlich machen. In Zusammenarbeit mit dem ZKM | Karlsruhe soll den BesucherInnen spielerisch die kryptographische Methodik sichtbar, greifbar und erfahrbar gemacht werden. Mit-Mach-Stationen fordern das Publikum auf, sich auszuprobieren und zeigen anhand der Station »Der Münzwurf via Telefon« etwa, wie die »Kryptographie« scheinbar Unmögliches möglich macht. Daneben wurde eine einzigartige Sammlung zusammengetragen, die einen historischen Überblick über das Thema gibt, unter anderem wird eine »Enigma« aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu sehen sein. Mit der Weiterentwicklung solcher historischer Verfahren und den Möglichkeiten der modernen Kryptographie stößt die Ausstellung eine Auseinandersetzung mit der heutigen IT-Sicherheit an.

Führung durch die Ausstellung:
Mi, 12.02.2014
10 Uhr, jede Stunde bis einschl. 15 Uhr: Führung durch die Ausstellung
ZKM_Museumsbalkon, Dauer ca. 45 Min., max. 30 Personen
Anmeldung an Johanna Klotz, per Tel.: 0721/255171-206 oder per E-Mail info@anti-prism-party.de

Do, 13.02.2014
16 Uhr & 17 Uhr: Führung durch die Ausstellung
ZKM_Museumsbalkon, ca. 45 Min., max. 30 Personen
Anmeldung an Julia Hesse per E-Mail: julia.hesse@kit.edu

Fr, 14.02.2014
16 Uhr & 17 Uhr: Führung durch die Ausstellung
ZKM_Museumsbalkon, ca. 45 Min., max. 30 Personen
Anmeldung an Julia Hesse per E-Mail: julia.hesse@kit.edu

Mehr Informationen unter: www.kryptologikum.de

Eine Ausstellung des Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe


06.01.2014 - 30.03.2014
Kata Legrady. Smart Pistols

Pressemitteilung
Die Skulpturen, Fotografien und Zeichnungen von Kata Legrady irritieren. Ihre Kunstwerke konfrontieren die BesucherInnen mit Objekten der Gewalt, die gleichzeitig infantile Lustobjekte sind. Egal ob die Waffen gezeichnet, fotografiert oder plastisch ausgeführt worden sind, ihnen ist immer gemeinsam, dass sie in größtmöglichem Gegensatz erscheinen. Die Waffen sind mit farbenfrohen Schokodrops, mit kostbarem Pelz oder Geldscheinen verziert.

Kata Legrady präsentiert mit so einfachen wie ästhetischen Mitteln, was seit Jahrtausenden den Lauf der Welt bestimmt. Ihre Fetischobjekte sind eine Weiterentwicklung der surrealistischen Objektkunst im Zeitalter der Hochglanzästhetik. Die Verwerfungen und Monstrositäten der Zivilisation erscheinen im lieblichen Kleid des Konsums, Gewalt paart sich mit »Luxe, Calme et Volupté« (H. Matisse, 1904).


14.12.2013 - 30.03.2014
global aCtIVISm

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst
Eröffnung: Fr, 13. Dezember 2013, 19 Uhr

Die Ausstellung global aCtIVISm widmet sich dem Feld der künstlerischen Ausdrucksform, die politisch inspiriert ist, durch Aktionen, Demonstrationen und Performances im öffentlichen Raum auf Missstände aufmerksam macht und zur Veränderung bestehender Verhältnisse auffordert. Mit Objekten, fotografischen, kinematografischen, videografischen und massenmedialen Dokumenten zeigt die Ausstellung den globalen Aktivismus als die erste neue Kunstform des 21. Jahrhunderts.

global aCtIVISm dient als Auftakt des Ausstellungsmarathons der »Globale«, die anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Stadt Karlsruhe im Jahr 2015 veranstaltet wird.

Kurator: Peter Weibel


14.12.2013 - 30.03.2014
global aCtIVISm

Pressemitteilung
Die Ausstellung global aCtIVISm widmet sich dem Feld der künstlerischen Ausdrucksform, die politisch inspiriert ist. Diese macht durch Aktionen, Demonstrationen und Performances im öffentlichen Raum auf Missstände aufmerksam und fordert zur Veränderung bestehender Verhältnisse auf. Mit Objekten, fotografischen, kinematografischen, videografischen und massenmedialen Dokumenten zeigt die Ausstellung den globalen Aktivismus als die erste neue Kunstform des 21. Jahrhunderts.

Die BürgerInnen von heute fordern scheinbar »no taxation without participation«. global aCtIVISm rückt dieses neue Engagement der BürgerInnen in den Fokus einer Ausstellung.

global aCtIVISm dient als Auftakt des Ausstellungsmarathons der »Globale«, die anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Stadt Karlsruhe im Jahr 2015 veranstaltet wird.

Projektteam: Peter Weibel und Andreas Beitin, Andrea Buddensieg, Dietrich Heissenbüttel, Sabiha Keyif, Elisabeth Klotz, Sarah Maske, Linnea Semmerling, Joulia Strauss, Tatiana Volkova, Philipp Ziegler

KünstlerInnen:
Adbusters Media Foundation, G.M.B. Akash, Anonymous News Germany, ATTAC, Martin Balluch, Zanny Begg, John Beieler, Bombily Group, Ángela Bonadies & Juan José Olavarría, Nadir Bouhmouch, Osman Bozkurt, Campact, Center for Artistic Activism, Chim↑Pom, Noam Chomsky, Ralf Christensen, Chto delat?, Paolo Cirio, Cyber Guerilla, Hassan Darsi, Johanna Domke & Marouan Omara, Electronic Disturbance Theater, Enmedio, Everyday Rebellion, Femen, Noah Fischer, Floating Lab Collective, Freedom of the Press Foundation, Muath Freij, Isabelle Fremeaux & John Jordan, Jakob Gautel & Jason Karaïndros, Greenpeace, Stéphane M. Grueso, Ed Hall, Hedonistische Internationale, Stéphane Hessel, Niklas Hoffmann, Jim Hubbard, Indymedia, Alexey Iorsh, Just do it (Kim Asendorf & Ole Fach), Amadou Kane Sy, Thomas Kilpper, Kiss my Ba, kreativerstrassenprotest.twoday.net, Mischa Kuball, Jan Jaap Kuiper & Katja Sokolova, Sasha Kurmaz, Christopher LaMarca, Mohammed Laouli, Lynn Lauterbach, Julia Leser & Clarissa Seidel, Let’s Do It!, Viktoria Lomasko, Renzo Martens, Masasit Mati, Mikaela, Mootiro Maps, Carlos Motta, Neozoon, No TAV, occupygezipics.tumblr.com, Otpor!, Partizaning, Jean-Gabriel Périot, Platform, Pussy Riot, R.E.P., Resist, Oliver Ressler, Mykola Ridnyi, Itamar Rose & Yossi Atia, Faten Rouissi, Sandra Schäfer, Bahia Shehab, Lisa Sperling & Florian Kläger, Jonas Staal & Metahaven, Stop the Traffik, Joulia Strauss & Moritz Mattern, Stuttgart 21-Protest, Jackie Sumell, Surveillance Camera Players, Tanya Sushenkova, Aaron Swartz & Taryn Simon, Take The Square, Pelin Tan, Teatro Valle Occupato,The International Encyclopedia of Revolution and Protest, The Yes Men, Thomson & Craighead, Patricia Triki & Christine Bruckbauer, Troika, UK Uncut, Various authors organized by Sharon Hayes with Angela Beallor, Voina, Christoph Wachter & Mathias Jud, Mark Wallinger, WANGO, wearethe99percent.tumblr.com, WikiLeaks, Alexander Wolodarskij, Yomango, Malala Yousafzai, Salam Yousri und andere

Rahmenprogramm

Mo, 06.01.2014
Ich revoltiere, also sind wir. Mitgestaltung im globalen
Dorf des 21 Jahrhunderts
Podiumsdiskussion am Tag der offenen Tür am ZKM
ZKM_Kubus, 17.00 Uhr

Do−Fr, 16.−17.01.2014
Visual Arts Festival Damascus @ ZKM
Filmscreening aktueller Videos und Dokumentationen aus dem Nahen Osten
ZKM_Vortragssaal, je 18.00−23.00 Uhr

Sa, 18.01.2014
All the Worlds that You Word...
Künstlergespräch und Lesung mit mit Mounira Al Solh und Lawrence Abu Hamdan
Moderation: Sara Giannini und Fatos Ustek
ZKM_Vortragssaal, 14.00−20.00 Uhr

Fr−Sa, 24.−25.01.2014
global aCtIVISm Symposium
ZKM_Vortragssaal, Fr: 14.00−20.30 Uhr, Sa: 10.00−19.00 Uhr

Sa, 25.01.2013: Art War (2013)
Filmscreening mit einer Einführung und Diskussion mit Regisseur Marco Wilms
ZKM_Vortragssaal, 21.00−23.00 Uhr

So, 26.01.2014: Aktivistengipfel
ZKM_Vortragssaal, 10.00−19.00 Uhr

Mi, 05.02.2014: Kunst im Konflikt. Initiativen von KünstlerInnen
Podiumsdiskussion mit Dietrich Heißenbütel, John Jordan und Elke aus dem Moore
ZKM in Kooperation mit dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)
ZKM_Vortragssaal, 18.00−20.00 Uhr

Sa, 29.03.2014: Macht und Recht. Fluide Erscheinungsformen des Protests
Symposium in Kooperation mit dem Zentrum für angewandte Rechtswissenschaft (ZAR) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
ZKM_Medientheater, 10.00−18.00 Uhr


16.11.2013 - 02.03.2014
Schriftfilme

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst
Eröffnung: Fr, 15. November 2013, 19 Uhr

Mit dem Fokus auf dem künstlerischen Schriftfilm präsentiert das ZKM eine Ausstellung rund um Schriftfilme − jene analoge oder digitale basierten Filme oder Filmteile, in denen bewegte, animierte, grafisch auffällig gestaltete und vertonte Schrift die Hauptrolle spielt.

Wie kein anderes Mediengenre sind Schrift und auch Bild in Bewegung geraten: Ob als Kunstfilm, Spielfilm, Werbefilm oder Musikvideo – der Schriftfilm hat sich seit der Pionierzeit des Films im späten 19. Jahrhundert etabliert und auf viele Bereiche ausgeweitet. So wanderten die Bleilettern aus den Anfangszeiten des Buchdrucks auf die Bildschirme des 21. Jahrhunderts.

Mit den zunehmenden analogen und digitalen Arbeitsmöglichkeiten wächst die Vielseitigkeit der beweglichen Buchstaben stetig. Ihr Einsatz beschränkt sich nicht mehr auf eine unselbständige Funktionalität der Vermittlung von Informationen, sondern gewinnt einen autonomen ästhetischen Status.

In einem begehbaren Archiv werden die herausragenden Schriftfilme gezeigt und die BesucherInnen können sich interaktiv mit der Thematik auseinandersetzen: Dabei zeigt die Ausstellung, dass die Schrift dort nicht selten zum bewegten und emotionalisierten Hauptdarsteller, oder gar zum Selbstdarsteller wird.

Kuratoren: Prof. Dr. Bernd Scheffer, Dr. Christine Stenzer, Dr. Soenke Zehle, in Zusammenarbeit mit Prof. Peter Weibel


26.10.2013 - 02.03.2014
WELTREISE. Kunst aus Deutschland unterwegs
Werke aus dem Kunstbestand des ifa 1949 − heute

Pressemitteilung
Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) präsentiert ab Oktober 2013 im ZKM l Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe die Ausstellung »Weltreise. Kunst aus Deutschland unterwegs«. Rund 400 Kunstwerke aus den Tourneeausstellungen des ifa, die während sechs Jahrzehnten die Kunst in Deutschland auf allen Kontinenten repräsentierten, werden mit neuem Blick auf die Kunstgeschichte vorgestellt.
Bis 1990 zeigte das Institut für Auslandsbeziehungen Ausstellungen deutscher Kunst im Auftrag der damaligen Bundesrepublik. Nach dem Mauerfall wurde der Bestand des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR in das ifa überführt. In der Ausstellung am ZKM begegnen sich die parallelen Kunstentwicklungen von BRD und DDR, die abseits der Politik oftmals miteinander in Beziehung standen. Besonderes Augenmerk legt die Ausstellung auf die Entwicklung der heute selbstverständlichen, einflussreichen Rolle von Künstlerinnen und auf die Emanzipation der Fotografie als eigenständige Kunstgattung.

Kuratoren: Matthias Flügge und Matthias Winzen


28.09.2013 - 02.02.2014
Sasha Waltz
Installationen Objekte Performances

Pressemitteilung
Hinter den faszinierenden Choreografien von Sasha Waltz steckt mehr als Tanz und Musik. Bühnenelemente und die Gestaltung des Raumes tragen dazu bei, den Choreografien einen einzigartigen, künstlerischen Ausdruck zu verleihen.
Anlässlich ihres 50. Geburtstags holt das ZKM die international gefeierte und in Karlsruhe geborene Choreografin Sasha Waltz zurück in ihre Heimatstadt. Das 20-jährige Jubiläum des von Waltz gegründeten Tanzensembles »Sasha Waltz & Guests« bildet darüber hinaus einen hervorragenden Anlass, ihr Werk in einem völlig neuen Kontext außerhalb der weltweiten Bühnen nun im ZKM | Medienmuseum zu präsentieren. Mit der Sonderausstellung ehrt das ZKM die fundamentale Rolle Sasha Waltz’ in der internationalen Tanz- und Bühnenwelt. Die Choreografin spielte schon lange mit der Idee, diese Bühnenbild- und Multimedia-Elemente aus dem Bühnenkontext herauszulösen und als eigenständige Installationen zu präsentieren. Mit der Ausstellung am ZKM steht diese Idee nun vor ihrer Realisierung. Im Museumskontext eingebettet bietet die Ausstellung den BesucherInnen die einmalige Gelegenheit, die bildnerische Dimension der choreografischen Arbeiten von Sasha Waltz zu erfahren. Gleichzeitig werden darstellerische Elemente festgehalten, die sonst der Flüchtigkeit einer Aufführung vorbehalten sind.

Kuratoren: Sasha Waltz und Peter Weibel


15.09.2013 - 31.12.2015
The Morning Line

Pressemitteilung
Sound-Pavillon auf dem ZKM_Vorplatz

Zu Beginn der neuen Kunstsaison 2013/2014 wird in einem feierlichen Festakt am 15. September 2013 der Sound-Pavillon »The Morning Line« von der Stiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (TBA21) dauerhaft dem ZKM übergeben. Nach Standorten in Sevilla und Istanbul stand der Sound-Pavillon zuletzt auf dem Wiener Schwarzenbergplatz und ist seit August dieses Jahres auf dem ZKM_Vorplatz begehbar.

Der Sound-Pavillon besteht aus 46 Lautsprechern und 12 Subwoofern, die über eine zentrale Kontrolleinheit gesteuert werden. Damit ist »The Morning Line« der Künstler Matthew Ritchie, der Architekten Aranda/Lasch und Arup AGU speziell für Live-Performances im Freien geeignet. Ab Mitte September werden zeitgenössische, elektro-akustische Kompositionen internationaler KünstlerInnen über dem ZKM_Vorplatz hör- und erfahrbar sein.

Als überdimensionaler, für BesucherInnen zugänglicher Klangkörper, stellt »The Morning Line« eine neuartige Komponente im interaktiven Konzept des ZKM dar: Die Installation reagiert nicht nur auf die Anweisungen des Musikers, sondern registriert über eine bewegungsempfindliche Software Veränderungen im Besucherstrom, die wiederum Einfluss auf den Klang nehmen. Dieses einzigartige, interaktive Soundsystem wurde von Tony Myatt und dem Music Research Centre of York University entworfen.

Unter der Leitung von ZKM-Vorstand Peter Weibel, sind weitere interdisziplinäre Soundexperimente und Kooperationsprojekte zwischen dem ZKM und der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary geplant:

„Die Zukunft von »The Morning Line« liegt nicht nur in der permanenten Aufstellung im öffentlichen Raum sondern in der weiterführenden Bespielung als Ort für avancierte Kompositionen.“
(Francesca von Habsburg, Vorsitzende der TBA21)

Über Thyssen-Bornemisza Art Contemporary
TBA21 wurde 2002 von Francesca von Habsburg in Wien gegründet.

Die Stiftung sieht sich besonders der Unterstützung zeitgenössischer Kunstproduktionen verpflichtet und engagiert sich aktiv bei der Kommissionierung und Verbreitung von unkonventionellen Projekten. Weiterhin widmet sich die Stiftung institutionell der nachhaltig wachsenden Bedeutung von Kunst an den unterschiedlichsten Orten der Welt, erkundet Formen und Arten von Präsentationen und wie BetrachterInnen Kunst wahrnehmen und erleben.
Die von der Stiftung initiierten Projekte fördern eine künstlerische Praxis, die architektonisch, kontext- und ortsspezifisch und performativ beeinflusst ist. Weiterhin setzen die Projekte einen Fokus auf transdisziplinäre Arbeitsweisen und schlagen Brücken zur Architektur, Musik, Wissenschaft und andere dialogische Formen der Recherchearbeit.

Seit Frühjahr 2012 präsentiert TBA21-Augarten künstlerische Einzelpositionen und Dialoge aus der stiftungseigenen Sammlung. Ergänzt wird das reichhaltige Angebot durch das neue AU Café, entworfen von dem Designerduo mischer`traxler und dem österreichischen Künstler Hans Schabus.


20.07.2013 - 02.03.2014
Die Gernsback-Prophezeiung
Father of Science Fiction

Pressemitteilung
ZKM | Museum für Neue Kunst


22.06.2013 - 04.08.2013
Eran Schaerf. FM-Scenario: Realitätswettlauf

Pressemitteilung
»fm-scenario – Die Stimme des Hörers« ist ein intermediales Projekt von Eran Schaerf, in dem das Internet als Produktionsort genutzt wird, um Inhalte für weitere Medien wie Radiosendung, Ausstellung und Publikation zu generieren.
Den Ausgangspunkt dieses intermedialen Projekts bilden Eran Schaerfs Nachrichtenhörspiele des fiktiven Radiosenders »Die Stimme des Hörers« (2002). Aus einem von Eran Schaerf bereitgestellten Archiv mit Audiomodulen erstellte die Kuratorin Margit Rosen eine Montage, die Schaerf als Skript für eine Aufführung-für-die-Kamera dient. Der Praxis von Nachrichtenagenturen ähnlich werden die Ausgangsmeldungen aus der fm-scenario-Montage in Bildern zeitgleich in den Ausstellungsraum des ZKM übertragen. Vor Ort werden sie dann von PerformerInnen in Aufführungen-für-die-Kamera in einer szenischen Ausstellungsarchitektur dargestellt.

Eran Schaerf
Eran Schaerf, geboren 1962 in Tel Aviv-Jaffa, lebt seit 1985 in Berlin. Seine Arbeiten wurden weltweit gezeigt, etwa auf der 54. Biennale die Venezia (2011), bei den Skulptur Projekten Münster (2007), der Manifesta 2 in Luxemburg (1998) und der Documenta 9 in Kassel (1992). 2013 wird Schaerf mit dem Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet.
Zu seinen vom Bayerischen Rundfunk produzierten Hörspielen gehören u. a. „Wie gesagt. Theater- oder Taxistück“ (1997), „Die Stimme des Hörers“ (2002), „Sie hörten Nachrichten“ (2005), „Nichts wie Jetzt“ (2009) oder „Die ungeladene Zeugin“ (2011).

Projektkurator: Joerg Franzbecker
Projektleitung: Herbert Kapfer und Joerg Franzbecker
Ausstellungskuratorin: Margit Rosen
Projektkoordination ZKM: Annina Zwettler
Aufführung und Bildproduktion: in Zusammenarbeit mit Kerstin Honeit, Karolin Meunier, Stefan Pente, Andrea Thal und William Wheeler

Das Projekt wird gefördert mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes. „FM-Scenario – Die Stimme des Hörers“ (2012–2014) ist eine Produktion von a production e. V., Berlin und dem Bayerischen Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst, in Kooperation mit Hartware MedienKunstVerein, Dortmund; Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Les Complices, Zürich; Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt; und dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.

fm-scenario: http://www.fm-scenario.net/


21.06.2013 - 30.06.2013
Kryptologikum.
Kryptographie begreifen

Pressemitteilung
Eine Ausstellung auf dem ZKM_Musikbalkon

Die »Kryptographie« ist die Wissenschaft von der Verschlüsselung von Informationen. Sie hat Kriege entschieden, Atomraketen im Kalten Krieg gesichert und in modernen Zeiten Online-Geschäfte ermöglicht. Wurde sie in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten als komplizierte Geheimschrift verstanden, ist die »Kryptographie« heute eine Technik der Informationssicherheit, um geheime Daten vor unerlaubten Lesern oder ungewollter Veränderung zu schützen.

Mit der wachsenden Digitalisierung wird auch der Ruf nach einer besseren Methodik zur Verschlüsselung von Daten lauter. Durch den Einsatz von »Kryptographie« hätte ein Übergriff auf empfindliche Daten mitunter verhindert werden können. Da die Nutzung eines kryptographischen Prinzips jedoch – naturgemäß – äußerst komplizierten Algorithmen zugrunde liegt, ist für deren Einsatz weiterhin ein hohes Maß an Expertise erforderlich.

Mit der Ausstellung »Kryptologikum« will das Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) diese Thematik verständlich machen. In Zusammenarbeit mit dem ZKM | Karlsruhe soll den BesucherInnen spielerisch die kryptographische Methodik sichtbar, greifbar und erfahrbar gemacht werden. Mit-Mach-Stationen fordern das Publikum auf, sich auszuprobieren und zeigen anhand der Station »Der Münzwurf via Telefon« etwa, wie die »Kryptographie« scheinbar Unmögliches möglich macht. Daneben wurde eine einzigartige Sammlung zusammengetragen, die einen historischen Überblick über das Thema gibt, unter anderem wird eine »Enigma« aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu sehen sein. Mit der Weiterentwicklung solcher historischer Verfahren und den Möglichkeiten der modernen Kryptographie stößt die Ausstellung eine Auseinandersetzung mit der heutigen IT-Sicherheit an.

Führung durch die Ausstellung:
· Sa, 22.06.2013: 14–14.45 und 15–15.45 Uhr
· Di, 25.06.2013: 14–14.45 und 15–15.45 Uhr
· Do, 27.06.2013: 14–14.45 und 15–15.45 Uhr
· So, 30.06.2013: 14–14.45 und 15–15.45 Uhr

Mehr Informationen unter: www.kryptologikum.de

Eine Ausstellung des Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe


15.06.2013 - 01.09.2013
Beat Generation / Allen Ginsberg

Pressemitteilung
Bis heute gilt der Poet, Performer, Antimilitarist Allen Ginsberg als einer der Gründerväter und einflussreichsten Figuren der Beat-Generation. Als thematische Fortsetzung der Ausstellung »the name is BURROUGHS - Expanded Media«, die 2012 am ZKM zu sehen war, wird »Reality Sandwiches« die Form einer multimedialen interaktiven Präsentation annehmen. Die Ausstellung, die zeitgleich in Metz, Rennes und Tourcoing bei Lille stattfindet, präsentiert Leben und Werk von Allen Ginsberg, ebenso wie seinen Einfluss auf andere Persönlichkeiten der Beat Generation.

Kurator: Jean-Jacques Lebel


08.06.2013 - 01.09.2013
Der Algorithmus des Manfred Mohr. 1963−jetzt

Pressemitteilung
Zahlreiche Künstler wendeten sich in den 1960er-Jahren ab von der klassischen Malerei mit dem Pinsel auf Leinwand. Sicherlich gehört Manfred Mohr zu den radikalsten dieser Jahre: Er war einer der ersten Maler, der im 20. Jahrhundert damit begann, Computertechnik zur Verwirklichung der eigenen künstlerischen Vision einzusetzen. Mohr erkannte, dass die Präzision und Rationalität der elektronischen Maschine ungeahnte Möglichkeiten für formale Experimente von nicht dagewesener Komplexität bereithält. Bereits im Jahre 1971 zeigte das Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris seine in einer Einzelausstellung seine Bilder, die ausschließlich mit dem Digitalcomputer erzeugt und vollautomatisch gezeichnet wurden.

Anlässlich seines 75. Geburtstags widmet das ZKM Manfred Mohr eine Retrospektive, die neben Werken erstmals auch zahlreiche Dokumente aus seinem Privatarchiv präsentiert. Die Werke demonstrieren eindrucksvoll den Gebrauch des Computers als künstlerisches Medium.

Kuratorin: Margit Rosen



18.05.2013 - 10.11.2013
Matthew Day Jackson.
Total Accomplishment

Pressemitteilung
Mit »Matthew Day Jackson« wird einer der erfindungsreichsten Künstler der jüngeren Generation erstmalig mit einer Einzelausstellung in Deutschland bedacht.
Es ist eine umfangreiche Themenschau, in der sich Jackson von der amerikanischen Kulturgeschichte ausgehend auf vielfältige Weise mit der technologischen Okkupation unserer Welt auseinandersetzt. In seinen Werken hinterfragt er deren Einfluss auf Individuen und Kollektive in verschiedenen Medien und thematisiert die Komplexität der westlichen Welt, indem er deren Mythen in neue Rätsel auflöst. Das überwiegend skulpturale Werk ist durch eine interdisziplinäre Themenwahl gekennzeichnet, die Aspekte aus Technologie und Popkultur, aber auch Kunstwissenschaft, Philosophie und Sport umfasst. Jackson tritt als ein Künstler-Archäologe auf, der in seinen Werken historische Realien mit einer fiktionalen Spurensuche verbindet. Die Mythologisierung des eigenen Künstler-Selbst steht im Zentrum des Schaffens, die Körperlichkeit und destruktive Resultate menschlicher Erfindungskraft in Relationen setzt.

Kuratoren: Andreas Beitin und Martin Hartung


27.04.2013 - 02.03.2014
Generosity. Geschenke und Leihgaben aus der Sammlung des ZKM

Pressemitteilung
Nach der Ausstellung »Architektur und Identität« 2010/2011 – der ersten Schau, die Werke aus der Sammlung des ZKM zeigte – wird mit der kommenden »Sammlungspräsentation« ein weiterer Einblick in die Kunstbestände des Hauses geboten.
Im Fokus stehen Werke, die in jüngster Zeit angekauft, geschenkt oder als Dauerleihgaben in die Sammlung des ZKM aufgenommen wurden. Rund 100 Bilder, Skulpturen, Fotografien und Videos werden zu sehen sein und damit einen beeindruckenden Überblick über bedeutende künstlerische Positionen der vergangenen Jahrzehnte bieten.

Kurator: Andreas Beitin


27.04.2013 - 08.09.2013
Cross-border
Künstlerinnen der Gegenwart aus dem arabischen Mittelmeerraum

Pressemitteilung
Im Zuge des »Arabischen Frühlings« befindet sich die Region südlich des Mittelmeers in einem Wandel, der von Europa mit großem Interesse, aber auch mit Hoffnung und Skepsis verfolgt wird. Der inhaltliche Schwerpunkt der Ausstellung »Cross-Border« liegt auf der Auseinandersetzung von Künstlerinnen mit unterschiedlichen Aspekten zum Thema Grenze, dem Umgang mit Grenzen sowie deren Überwindung. Im Kontext der Ausstellung entstehen Fragestellungen, die zu dieser Problematik Stellung beziehen und Lösungsangebote entwickeln, die auf regional-spezifische, politische oder kulturelle Aspekte eingehen.

Die siebzehn in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen sind alle global vernetzt. Viele haben sich längere Zeit im Ausland aufgehalten, einige leben dort oder pendeln zwischen verschiedenen Ländern. Die Ausstellung bietet einen differenzierten Blickwinkel auf die Region durch die Werke der Künstlerinnen, der dazu einlädt, Vorurteile sowie Fehlinterpretationen neu zu überdenken.

Künstlerinnen: Arwa Abouon, Lara Baladi, Anna Boghiguian, Yto Barrada, Zoulikha Bouabdellah, Diana El Jeiroudi, Rana ElNemr, Reem Ghazzi, Mona Hatoum, Susan Hefuna, Emily Jacir, Amal Kenawy, Bouchra Khalili, Diala Khasawnih, Randa Mirza, Faten Rouissi, Mouna Jemal Siala, Oraib Toukan

Kuratorin: Elisabeth Klotz
Kooperationspartner: Kulturfestival Frauenperspektiven, Karlsruhe


06.04.2013 - 22.09.2013
Werner Büttner
Gemeine Wahrheiten

Pressemitteilung
Mit der Retrospektive »Werner Büttner. Gemeine Wahrheiten« zeigt das ZKM | Museum für Neue Kunst die bislang umfangreichste Schau mit Werken des Hamburger Künstlers.
Zusammen mit Martin Kippenberger und Albert Oehlen prägte er seit den frühen 1980er-Jahren nachhaltig die europäische Kunstszene. Bilder, Zeichnungen und Skulpturen zeugen von Büttners Einfallsreichtum, Ironie, aber auch beißendem Spott gegenüber den gesellschaftlichen Realitäten. Mit rund 220 Bildern, Zeichnungen und Skulpturen verweist die Retrospektive auf die Bedeutung Büttners im Hinblick auf die Entwicklung der deutschen Malerei im ausgehenden 20. Jahrhundert und zeichnet ihn als eine ihrer zentralen Figuren und Vordenker aus. Der Fokus dieser Ausstellung liegt insbesondere auf dem Maler Werner Büttner, der nach dem Wiedererstarken der gegenständlichen Malerei in den 1960er- und 1970er-Jahre begann, mit deren Illusionismus zu brechen und ihr endgültig alles Bourgeoise zu nehmen.
Zur Ausstellung wird eine umfangreiche Publikation erscheinen.

Kuratoren: Peter Weibel und Andreas Beitin


06.04.2013 - 00.00.0000
Werner Büttner. Gemeine Wahrheiten

Pressemitteilung

Mit der Retrospektive »Werner Büttner. Gemeine Wahrheiten« zeigt das ZKM | Museum für Neue Kunst die bislang umfangreichste Schau mit Werken des Hamburger Künstlers.
Zusammen mit Martin Kippenberger und Albert Oehlen prägte er seit den frühen 1980er-Jahren nachhaltig die europäische Kunstszene. Bilder, Zeichnungen und Skulpturen zeugen von Büttners Einfallsreichtum, Ironie, aber auch beißendem Spott gegenüber den gesellschaftlichen Realitäten. Mit rund 220 Bildern, Zeichnungen und Skulpturen verweist die Retrospektive auf die Bedeutung Büttners im Hinblick auf die Entwicklung der deutschen Malerei im ausgehenden 20. Jahrhundert und zeichnet ihn als eine ihrer zentralen Figuren und Vordenker aus. Der Fokus dieser Ausstellung liegt insbesondere auf dem Maler Werner Büttner, der nach dem Wiedererstarken der gegenständlichen Malerei in den 1960er- und 1970er-Jahre begann, mit deren Illusionismus zu brechen und ihr endgültig alles Bourgeoise zu nehmen.
Zur Ausstellung wird eine umfangreiche Publikation erscheinen.

Kuratoren: Peter Weibel und Andreas Beitin


02.03.2013 - 02.03.2014
Boris Petrovsky
Wünschelmatrix (You&Me-isms Part 2)

Pressemitteilung
»You&Me-isms Part 2« ist eine Installation und ein künstlerisch-experimentelles Mediensystem im Zeitalter hochtechnisierter Kommunikationsmaschinen. Die Installation, bestehend aus 600 Leuchtzeichen, erscheint als eine Art Cyberpunk-Kommunikationsmaschine mit Eigenheiten. Über ein Eingabeterminal im Foyer haben die BesucherInnen die Möglichkeit ihre Textbotschaften mit bis zu 60 Zeichen einzugeben. Über ein Computerprogramm gesteuert, wird die Botschaft als ein Aufleuchten der Werbeleuchtzeichen abgespielt – Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort. Die Botschaften können Mitteilungen, Nachrichten, Kurzprosa, Aphorismen, Wünsche, Fragen sein.

Die Leuchtzeichen-Matrix wird für die Besucher damit als »Billboard« zur bespielbaren Kommunikations- bzw. Informations-Skulptur, der sie ihre eigenen Botschaften ›einschreiben‹ können. Die BesucherInnen werden aufgefordert sich mit spielerisch-ironischer und mit subversiv-rebellischer Geste gegen kommerzielle Zeichen- und Informationsmonopole aufzulehnen. Die Installation beinhaltet vor allem aber auch die Einladung zum forschenden Blick auf die uns umgebende Objekt- und Dingwelt und auf die Art und Weise, wie wir sie wahrnehmen und wie sie uns damit bestimmt.


02.03.2013 - 19.05.2013
MASCHINENSEHEN.
Feldforschung in den Räumen bildgebender Technologien

Pressemitteilung
Das »Raumschiff Erde« (Buckminster Fuller) ist heute ausgestattet mit einer Unzahl von Sensoren – ob in Form von Satelliten im All oder Sonarmessgeräten in den Ozeanen. Die wenigsten davon sind klassische »Kameraaugen«, wie man sie aus der analogen Fotografie kennt. Dennoch produzieren sie Bilder: Die durch diese Sensoren gewonnenen Massen an Messdaten werden visualisiert, um von Menschen überhaupt interpretiert werden zu können.
Derartige Vermessungen und Visualisierungen nehmen eine folgenreiche Rolle in den Kontroll- und Entscheidungsprozessen der Wissenschaft, der Politik, des Militärs, der Wirtschaft, der Medizin und der Polizei ein. Die neuen Praktiken der zwei- und dreidimensionalen Kartographierung produzieren Karten in Form von Pixeln und Voxeln, die frei transformierbar und weltweit abrufbar sind. Sie verändern dabei nicht allein den Umfang der Erkenntnis und Überwachung der Welt, sondern eröffnen einen neuen, weltumspannenden Handlungsraum.

Das Projekt MASCHINENSEHEN basiert auf der Feldforschung eines interdisziplinären Seminars an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) unter der Leitung von Prof. Armin Linke und dem Kurator Anselm Franke. Die Ausstellung dokumentiert durch Videoessays und Fotografien einerseits die Praxis der Bildproduktion: ihre Gerätschaften und Technologien, die Labore, Lager und Büros sowie die Orte, an denen die neuen Verfahren zum Einsatz kommen. Zum anderen zeigt sie eine Auswahl aktueller Untersuchungs-
gegenstände: von Selbstversuchen in Gehirnscannern, der Rekonstruktion von Tatorten durch 3D-Fotografie, der Neuvermessung der Ozeanböden beim Wettrennen um die Rechte an Rohstoffressourcen, der Steuerung moderner Anlagen in der Milchwirtschaft, Messflügen in die Atmosphäre, bis hin zur Auswertung von Satellitenbildern.

Mit Beiträgen von Henning Arnecke, Lisa Bergmann, Felix Mittelberger, Daniel Neumann und Susan Funk, Christoph Oeschger und Elke Reinhuber.

Kurator: Anselm Franke

Projektbetreuung: Armin Linke, Wilfried Kühn, Margit Rosen, Frank Halbig

Projektleitung ZKM: Margit Rosen

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Beiträgen von Anselm Franke, Inge Hinterwaldner, Bruno Latour, Margarete Pratschke, Margit Rosen, Henning Schmidgen sowie Henning Arnecke, Lisa Bergmann, Felix Mittelberger, Christoph Oeschger und Elke Reinhuber.


02.03.2013 - 12.05.2013
Henry Flynt.
Activities 1959–

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Medienmuseum
Eröffnung: Fr, 01. März 2013, 19 Uhr, ZKM_Foyer

Das künstlerische Werk von Henry Flynt gilt als eines der am besten gewahrten Geheimnisse der jüngeren Kunstgeschichte. Er prägte als Erster den Begriff der »Concept Art« und wird unter Kennern der US-amerikanischen Avantgarde-Szene als eine der zentralen Figuren gehandelt. Dennoch fand eine breitere Rezeption der seit 1959 nur sporadisch entstehenden und selten öffentlich gezeigten künstlerischen Arbeiten des Künstlers, Philosophen, Mathematikers, Wirtschaftswissenschaftlers, Komponisten und Musikers bisher nicht statt.

Die Ausstellung »Henry Flynt. Activities 1959-« im ZKM | Medienmuseum war zuvor im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf zu sehen und zeigt einen Überblick über die künstlerischen Arbeiten des 1940 geborenen Künstlers. Zusammen mit zahlreichen Veröffentlichungen, Dokumenten und weiteren Archivalien erlaubt die signifikante Auswahl seiner Arbeiten, dass komplexe Werk Flynts in seiner historischen Genese zu erfassen und es im zeitgeschichtlichen Zusammenhang einzuordnen.
Die in Düsseldorf konzipierte und erstmals präsentierte Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit Henry Flynt.


09.02.2013 - 04.08.2013
Move on Asia.
Videokunst in Asien 2002 bis 2012

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Medienmuseum
Eröffnung: Fr, 08.02.2013, 19 Uhr, ZKM_Foyer

Die »Entdeckung eines neuen Kontinents der Kunst« (Peter Weibel) war bereits 2007 am ZKM | Karlsruhe Gegenstand der von Wonil Rhee kuratierten Ausstellung »Neue asiatische Kunst. Thermocline of Art«. Die große Schau zu den neuesten Tendenzen in der Kunstszene Asiens erregte international größte Aufmerksamkeit. Die schnelle Entwicklung im Bereich des asiatischen »moving image« verlangt bereits nach sechs Jahren eine Weiterführung und Präsentation dieser Thematik. Unter dem vielschichtigen Titel »Move on Asia« zeigt das ZKM die Entfaltung ebenjener Gattung und verweist auf die zunehmende Bedeutung Asiens in der globalen Gegenwartskunst.

In ganz Asien findet aktuell eine spürbare Aufbruchsstimmung ihren Niederschlag, die sich in einem alle Gattungen überschreitenden neuen Diskurs der asiatischen Gegenwartskunst äußert. Nicht Festhalten und Bewahren vergänglicher Werte, sondern Wiedererlangen, Neuschöpfung, Eingliederung und Umwandlung sind die Leitlinien, unter denen sich die neue asiatische Kunst von den bisherigen westlichen Leitbildern befreit und eine immer größere Eigenständigkeit erlangt. Nachdem Video als Kunstgattung bis zur Jahrhundertwende selbst mit ihren aus Asien stammenden wichtigsten Vertretern immer der westlichen Hemisphäre zugeordnet wurde, haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten in allen Ländern Asiens eigenständige Videokulturen entwickelt, die nicht zuletzt auf den florierenden Biennalen und Kunstmessen in ganz Asien ein globales Publikum gefunden haben.
Die Auswahl der Werke von »Move on Asia« basiert auf dem gleichnamigen größten Festival der bewegten digitalen Bilder in Asien, das seit 2004 von einem Netzwerk bestehend aus 20 KuratorInnen und 40 VideokünstlerInnen ausgerichtet wird. Die in Kooperation mit Alternative Space LOOP in Seoul (Korea) stattfindende Ausstellung präsentiert Videokunst aus China, Hong Kong, Indien, Indonesien, Japan, Korea, Pakistan, den Philippinen, Singapur, Sri Lanka, Taiwan, Thailand und Vietnam. Neben anerkannten KünstlerInnen werden dabei auch die Werke der jüngsten Generation zu sehen sein.

Im Zusammenhang der Ausstellung wird auch die interaktive Installation »Global Fire« des in Paris lebenden chinesischen Künstlers Du Zhenjun zu sehen sein: Eine riesige aufgeblasene Kuppel, in der die BesucherInnen mit Feuerzeugen an Wärmesensoren die Flaggen von 200 Ländern in Brand setzen können. Weiterhin ist im PanoramaLabor des ZKM die interaktive Videoinstallation »40+4. Art is Not Enough! Not enough!« zu sehen, entstanden in Zusammenarbeit zwischen dem Kurator Davide Qadrio, dem Filmemacher Lothar Spree sowie der Videokünstlerin Xiaowen Zhu.

Kuratoren: Bernhard Serexhe mit Fabian Offert (ZKM)
und Jinsuk Suh (Alternative Space LOOP Seoul, Korea)


09.02.2013 - 04.08.2013
Du Zhenjun. Babel World

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Medienmuseum
Eröffnung: Fr, 08. Februar 2013, 19 Uhr, ZKM_Foyer

Seit Beginn der 1990er-Jahre macht der in Shanghai geborene und in Paris lebende Künstler Du Zhenjun mit interaktiven Werken auf die individuellen wie gesellschaftlichen Bedingungen der von Turbokapitalismus und Globalisierung geprägten Welt aufmerksam.
In der Ausstellung »Du Zhenjun. Babel World« am ZKM | Karlsruhe zeigt er seine aus großformatigen Fotografien zusammengesetzte Werkserie BABEL. »Die erhabenen Türme von Babel, die Du Zhenjuns Imagination entstammen, erheben sich gleichsam wie eine Ankündigung kommender Ereignisse: der Horror in vollster Schönheit.« (Sacha Goldman)

Kurator: Sacha Goldman


01.02.2013 - 03.02.2013
Kryptologikum.
Kryptographie begreifen

Pressemitteilung
Eine Ausstellung auf dem ZKM_Musikbalkon

Die »Kryptographie« ist die Wissenschaft von der Verschlüsselung von Informationen. Sie hat Kriege entschieden, Atomraketen im Kalten Krieg gesichert und in modernen Zeiten Online-Geschäfte ermöglicht. Wurde sie in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten als komplizierte Geheimschrift verstanden, ist die »Kryptographie« heute eine Technik der Informationssicherheit, um geheime Daten vor unerlaubten Lesern oder ungewollter Veränderung zu schützen.

Mit der wachsenden Digitalisierung wird auch der Ruf nach einer besseren Methodik zur Verschlüsselung von Daten lauter. Durch den Einsatz von »Kryptographie« hätte ein Übergriff auf empfindliche Daten mitunter verhindert werden können. Da die Nutzung eines kryptographischen Prinzips jedoch – naturgemäß – äußerst komplizierten Algorithmen zugrunde liegt, ist für deren Einsatz weiterhin ein hohes Maß an Expertise erforderlich.

Mit der Ausstellung »Kryptologikum« will das Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) diese Thematik verständlich machen. In Zusammenarbeit mit dem ZKM | Karlsruhe soll den BesucherInnen spielerisch die kryptographische Methodik sichtbar, greifbar und erfahrbar gemacht werden. Mit-Mach-Stationen fordern das Publikum auf, sich auszuprobieren und zeigen anhand der Station »Der Münzwurf via Telefon« etwa, wie die »Kryptographie« scheinbar Unmögliches möglich macht. Daneben wurde eine einzigartige Sammlung zusammengetragen, die einen historischen Überblick über das Thema gibt, unter anderem wird eine »Enigma« aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu sehen sein. Mit der Weiterentwicklung solcher historischer Verfahren und den Möglichkeiten der modernen Kryptographie stößt die Ausstellung eine Auseinandersetzung mit der heutigen IT-Sicherheit an.

Führungen finden am Sa, 02.02.2013 um 11 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr, sowie So, 03.02.2013 um 14.30 und 16 Uhr statt.
Anmeldung und weitere Informationen unter: www.kryptologikum.de

Eine Ausstellung des Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe


25.01.2013 - 01.04.2013
Energiefelder. Otto Piene zum 85. Geburtstag

Pressemitteilung
Eröffnung: Do, 24. Januar 2013, 20 Uhr, ZKM_Foyer

Anlässlich des bevorstehenden 85. Geburtstages von Otto Piene präsentiert das ZKM l Museum für Neue Kunst die Ausstellung »Energiefelder«, die anhand einer Auswahl von rund fünfzig Arbeiten einen Einblick in sein Werk gibt. 1928 geboren, gilt Otto Piene, als einer der wichtigsten Wegbereiter einer kinetischen, auf Technik basierenden multimedialen Kunst.

Kunst ist für Piene nicht so sehr ein konzeptuelles als vielmehr ein energetisches Phänomen. Der Einbezug von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen sowie die intensive Verbindung von Kunst, Technologie und Natur liegen allen seinen Arbeiten zugrunde. Piene gehört außerdem zu den Begründern der Environmental Art. Ausgehend von seinen Rauch- und Feuerbildern der 1960er-Jahre zeigt die Ausstellung im ZKM »Inflatables« – aufblasbare Skulpturen –, Lichtinstallationen, Gouachen, bislang noch nie ausgestellte Zeichnungen und neuere Keramiken und Reliefs. Erstmals wird dabei die Vielfalt an Medien, denen sich der Künstler im Laufe seines Schaffens bedient hat, in den Mittelpunkt einer Ausstellung gerückt. Zentrale Werke der Ausstellung sind neben den frühen Bildern, die er mit einem Stroboskop beleuchtete, die mehrteilige Luftplastik »Fleurs du Mal«.

Nach seinem Studium an der Kunstakademie in München und Düsseldorf sowie einem Philosophiestudium in Köln gehörte Otto Piene Ende der 1950er-Jahre mit Heinz Mack und Günther Uecker zu den Gründern der ZERO-Bewegung in Düsseldorf. 1974 übernahm er von György Kepes die Leitung des Center for Advanced Visual Studies (CAVS) am MIT in Boston und baute es bis 1994 zu einem der weltweit wichtigsten Zentren für Kunst und Technik aus. Als Kuratoriumsmitglied war Piene 1990 maßgeblich an der Gründung des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe beteiligt. Heute lebt und arbeitet er in Boston, Berlin und Düsseldorf.

Kurator: Philipp Ziegler


17.11.2012 - 10.02.2013
ARTE und ZKM präsentieren »Alles für die Kunst«

Pressemitteilung
ZKM | Medienmuseum, 1. OG
Eröffnung am Fr, 16.11.12 um 18 Uhr


03.11.2012 - 01.04.2013
Ein Sechstel der Erde. Über die Beziehung des Bildes zur Welt

Pressemitteilung
ZKM | Museum für Neue Kunst, EG
Eröffnung am Fr, 02.11.12 um 19 Uhr

»Ein Sechstel der Erde: Über die Beziehung des Bildes zur Welt« präsentiert Kunst der letzten 15 Jahre aus Ländern, die Teil der ehemaligen Sowjetunion waren oder zum Ostblock gehörten. Das Hauptinteresse dieser Ausstellung gilt dem von vielen zeitgenössischen KünstlerInnen bevorzugten Medium der bewegten Bilder. Es nutzt dabei dessen weit gespannten ›ökologischen‹ Rahmen, um ein breites Spektrum von Arbeiten aus vielen unterschiedlichen Ländern und Kulturen zu präsentieren und zu kontextualisieren.

»Ein Sechstel der Erde« versteht Ökologie im Sinne des französischen Psychoanalytikers Félix Guattari. Er wies in seinem Essay »Die Drei Ökologien« (1989) darauf hin, dass die ökologischen Dilemmata, vor denen die Welt gegenwärtig steht, nur angegangen werden können, wenn menschliche, gesellschaftliche und umweltbezogene Ökologien als eine Gesamtheit begriffen werden. Guattari sah in der Kunst einen Weg, diese drei Ebenen miteinander zu verbinden: KünstlerInnen können die ersten sein, die einer neuen Synthese den Weg weisen, und so dabei behilflich sein, aus der Erfahrung der Kunst zu lernen, unser Leben ausgeglichener und in sozialer und ökologischer Hinsicht weniger zerstörerisch zu gestalten.

Das sind kühne Worte, aber angebracht gegenüber jenen Ländern, die nach 1989 aus dem Ostblock und der Sowjetunion hervorgingen. Die utopischen Ambitionen des einstigen Sozialismus erloschen in der dystopischen Erfahrung des Überlebenskampfs in den sich neu formierenden, ökonomisch und ökologisch schwer angeschlagenen Gesellschaften. Diese Ausstellung verfolgt das Ziel, aufregende künstlerische Positionen aus dieser Zeit zu präsentieren und gleichzeitig jenen gegenüberzustellen, die bisher sehr viel weniger Aufmerksamkeit gefunden haben.

Diese Ausstellung umfasst eine Reihe widerstreitender und gelegentlich gegensätzlicher Themen. Diese ergeben sich nicht nur aus den Laufbahnen der einzelnen KünstlerInnen, sondern haben auch mit den unterschiedlichen geschichtlichen Erfahrungen ihrer jeweiligen Herkunftsländer zu tun bzw. mit dem Ort ihrer gegenwärtigen künstlerischen Tätigkeit. Einer dieser Aspekte ist das kulturelle Nomadentum − heute können KünstlerInnen reisen und sich den für ihre künstlerische Ausbildung und Tätigkeit am ehesten geeigneten Ort aussuchen. Weiter ist das Entstehen bedeutender lokaler Kunstszenen (oft aufbauend auf in kommunistischer Zeit entstandenen Netzwerken) zu nennen, wodurch sich KünstlerInnen unter Umständen vor die schwierige Wahl gestellt sehen, die Karriere zu Hause oder im Ausland voranzutreiben. Auch das Aufkommen neuer Nationalismen (mit den Begleiterscheinungen Xenophobie und Rassismus, von denen viele Länder in der Region betroffen sind) sowie sexuelle Identität und Gender-Identität − Themen, die in manchen Fällen mit der progressiven Kulturpolitik einer früheren, kommunistischen, Generation verknüpft sind − sind von Belang.

»Ein Sechstel der Erde« (1926) ist auch der Titel eines Films von Dziga Vertov, dem experimentellsten Vertreter des Dokumentarfilms in der ehemaligen Sowjetunion. Dieser wurde mit der Absicht gedreht, eine utopische Vision des multikulturellen Potenzials der sowjetischen Vielvölkergesellschaft zu präsentieren. Die Ausstellung nimmt symbolisch Bezug auf diesen Film als Verweis auf das Potenzial der Bestrebungen von KünstlerInnen und AusstellungsmacherInnen aus dieser wichtigen Weltregion. Das bewegte Bild war die bedeutendste Kunstform der kommunistischen Ära. Es hat sich auch als bedeutende Waffe der künstlerischen Kritik erwiesen.

Kurator: Mark Nash

KünstlerInnen: Dmitry Gutov (Russland), IRWIN (Slowenien), Zbigniew Libera (Polen), Almagul Menlibayeva (Kasachstan), Adrian Paci (Albanien), Société Réaliste (Frankreich/Ungarn) Artur Żmijewski (Polen) u. a.

Eine Ausstellung des MUSAC, Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León (León, Spain) in Kooperation mit dem ZKM | Karlsruhe


03.11.2012 - 10.02.2013
PRÄSENT>ATION. Geschenke für die Sammlung des ZKM

Pressemitteilung
ZKM | Museum für Neue Kunst, 2. OG
Eröffnung am Fr, 02.11.12 um 19 Uhr

Seit der Gründung des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe im Jahr 1989 wurde mit hoher Kompetenz und Sachverstand eine umfangreiche Sammlung aufgebaut − zunächst von Gründungsdirektor Heinrich Klotz (1935−1999), danach von Peter Weibel, dem heutigen Vorstand des ZKM. Neben der weltweit größten Kollektion an interaktiver Medienkunst besitzt das ZKM entsprechend seiner programmatischen Ausrichtung von bedeutenden KünstlerInnen zahlreiche Werke der in der Gründungszeit als »Neue Medien« bezeichneten Gattungen Video und Fotografie. Aber auch in den traditionellen künstlerischen Ausdruckformen wie Malerei, Skulptur und Zeichnung sind von namhaften Kunstschaffenden Werke in der ZKM-Sammlung zu finden, die in den Jahren des Bestehens auf rund 1.500 Positionen angewachsen ist.

Neben einer weitsichtigen Ankaufspolitik für die Sammlung des ZKM wurden der Institution seit 1989 mit Kunstwerken renommierter KünstlerInnen immer wieder großzügige Geschenke gemacht. Sie haben mit dazu beigetragen, das internationale Ansehen des ZKM zu steigern und es als Partner und potentieller Leihgeber attraktiver zu machen. In Anbetracht knapper werdender Ankaufsetats öffentlicher Museen gewährt die Praxis der Schenkung einen immer gern gesehenen Zuwachs für die Sammlung − in der Vergangenheit und auch in Zukunft.

Gerade in einer Zeit, in der die Rolle der philanthropischen »gebenden Hand« (Peter Sloterdijk) und des »Common Wealth« (Michael Hardt, Antonio Negri) neu diskutiert wird, hat eine Ausstellung von ›demokratischen Gebern‹ einen besonderen Stellenwert. Mit dieser Schau möchte das ZKM die DonatorInnen für ihre Großzügigkeit ehren.

PRÄSENTation. Geschenke für die Sammlung des ZKM zeigt eine kleine Auswahl an Kunstwerken, die dem ZKM | Museum für Neue Kunst von privaten GönnerInnen oder Unternehmen geschenkt wurden – Präsente der besonderen Art. Das angehängte Suffix »-ation« drückt meist eine Handlung oder das Resultat einer Handlung des zugrunde liegenden Verbs aus. Einerseits verweist dies dezidiert auf die Darbietung der geschenkten Kunstwerke, andererseits darf es im übertragenen Sinn auch als Aufforderung verstanden werden.

Kurator: Andreas Beitin


03.11.2012 - 06.01.2013
Better Books: Kunst, Anarchie und Apostasie

Pressemitteilung
ZKM | Museum für Neue Kunst, EG
Eröffnung am Fr, 02.11.12 um 19 Uhr

n den 1950er- und 1960er Jahren durchlief London eine kulturelle Revolution, die die Sichtweise auf die Gegenwartskunst für immer veränderte und eine radikale Reformulierung des künstlerischen Schaffens auslöste. Vereint in ihrem Unglauben in die Kultur (und angesichts der besorgniserregenden, geopolitischen Lage während des Kalten Krieges) versuchte die Nachkriegsgeneration der KünstlerInnen, DichterInnen und SchriftstellerInnen neue Wege im Entfremdungsprozess von den vorherigen Generationen zu finden. Viele KünstlerInnen lernten sich erst kennen, als sie in Tony Godwins Buchhandel »Better Books« auf der Londoner Charing Cross Road Zuflucht fanden. Durch das erfolgreiche Konzept von Bill Butler, Barry Miles und Bob Cobbing wurde »Better Books« sowohl zum Refugium als auch zur Plattform und ›Stimme‹ des explosiv-radikalen Gebarens in London. Der Buchladen ermöglichte und initiierte Treffen, gab Raum für Ideen und wurde zur Herberge für zahlreiche KünstlerInnen, DichterInnen, FilmemacherInnen, MusikerInnen und SchriftstellerInnen der Avantgarde.

Die Ausstellung »Better Books: Kunst, Anarchie und Apostasie« im ZKM | Museum für Neue Kunst präsentiert die Kunstwerke, Filme und Gedichte, die zum Zeugnis dieses Aufbruchs wurden, sowie kaum gezeigte Fotografien, Ephemera und weiteres Archivmaterial. Diese Präsentation soll einen tiefen Einblick in die »Better Books«-Szene eröffnen: in »the sTimga experience« und »The International Poetry Incarnation«, in die »Destruction in Art Symposium (DIAS)«, »The People Show«, in die Entstehung der »London Filmmakers Cooperative«, in die »Book Plumbing«-Events von John Latham und Jeffrew Shaw sowie in Tjebbe van Tijens zahlreiche multimediale Aktionen.

Erstmalig besteht die Möglichkeit Gustav Metzgers Refabrikation seiner auto-kreativen Arbeit »Earth from Space (revisited)« live zu erleben. Das Projekt (1966–2012) gehört zu Metzgers frühestens Experimenten mit flüssigen Kristallen, die die Basis für sein psychedelisches Licht-Exponat liefern. Die selten exponierte Arbeit »Sound Hat« (1970) von Annea Lockwood, von der 15 Kopien für Henri Chopins »OU« produziert wurden, ist ebenso Teil der Ausstellung wie Werner Schriebs auto-destruktive Arbeit DIAS, zusammen mit einer Sammlung von Islwyn Watkins und Criton Tomazos’ nicht fertiggestelltem Environment des »Cage«-Projektes.

Darüber hinaus werden frühe Gemälde und Zeichnungen von Jeff Nuttall zu sehen sein, wie auch die interaktiv-kinetischen Konstruktionen von Bruce Lacey. Filme von Stephen Dwoskin, Pip Benveniste, John Latham, Jeff Keen, Yoko Ono, Kurt Kren, Peter Whitehead, Marie Menken, Piero Heliczer und vielen weiteren bilden die Kulisse der Ausstellung. Ebenfalls präsentiert werden Werke visueller Poesie u. a. von Bob Cobbing, Jeff Nuttall, William Burroughs, Alexander Trocchi, Keith Musgrove, Eric Mottram, Dom Sylvester Houdard, John Rowan. Die Gedichte sind zusammen mit den politischen und theoretischen Schriften jener Tage in den eigens für »Better Books« entstandenen Publikationen − »My Own Mag«, »The Moving Times« und »Writers Forum publications« − dokumentiert.

Die Ausstellung »Better Books: Kunst, Anarchie und Apostasie« setzt sich zum Ziel die Dialektik und Entkoppelung zwischen ›Wort‹ (als strukturierter und destrukturierter Gedanke), ›Bild‹ und ›Klang‹, sowie zu ›Kunst‹ und ›Realität‹ zu untersuchen, die erst durch die vielfältigen Kooperationen, das Zusammenwirken und durch die Konfrontationen im Buchladen »Better Books« entstehen konnte.

KünstlerInnen:
Pip Benveniste, William S. Burroughs, Bob Cobbing, Stephen Dwoskin, Group H, Piero Heliczer, Dom Sylvester Houdard, Jeff Keen, Kurt Kren, Bruce Lacey, John Latham, Annea Lockwood, Marie Menken, Gustav Metzger, Eric Mottram, Keith Musgrove, Jeff Nuttall, Yoko Ono, Jennifer Pike, Heather Richardson, John Rowan, Criton Tomazos, Dave Trace, Alexander Trocchi,Werner Schrieb, John Sharkey, Jeffrey Shaw, Tjebbe van Tijen, Islwyn Watkins, Peter Whitehead, Writers Forum, u. v. m.

Kurator: Rozemin Keshvani

Begleitprogramm

Fr, 14.12.2012
im ZKM_Medientheater, Eintritt 5€

Filmscreening »Pilgrimage From Scattered Points« (2006) von Luke Fowler, ein Film über den britischen Komponisten Cornelius Cardew, Einführung und Diskussion mit Luke Fowler, 20 Uhr

Konzert mit Luke Fowler und Richard Youngs (UK), strange hypnagogic psych-folk, 21.15 Uhr

Sa, 15.12.2012
Filmscreening »All Divided Selves« (2011) von Luke Fowler, 18 Uhr im ZKM_Medientheater

In Kooperation mit Flat Time House, London


22.09.2012 - 10.02.2013
Vidéo Vintage 1963−1983
Eine Auswahl von Gründungsvideos aus der Sammlung des Centre Po

Pressemitteilung
Das Medium Video wurde von allen ästhetischen Strömungen beeinflusst und etablierte sich als eines der wichtigsten zeitgenössischen Mittel des künstlerischen Ausdrucks einerseits und als kritisches Instrument andererseits. Anhand einer Auswahl der populärsten Videoarbeiten zeigt die Ausstellung »Video Vintage 1963-1983« in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou Paris die Entstehung der Videokunst der 1960er- bis frühen 1980er-Jahre. Von großem Interesse ist hierbei die Auswahl der drei Schwerpunkte »Performance und filmisches Selbstportrait«, »Fernsehen: Forschung, Experimente, Kritik« und »Haltungen, Formen, Konzepte«, welche die Entwicklung des Videos, seine künstlerische Anwendung, ›Beforschung‹ und Kritik offenlegen.

In den 1960er-und 1970er-Jahren nutzten KünstlerInnen in Europa, Nord- und Südamerika die ersten tragbaren Videokameras und zeichneten, oftmals mit sozial-politischen Ambitionen, ihre Performances auf. Einer der ersten, der sich mit dem Medium Video als künstlerisches Instrument beschäftigte, war der US-amerikanische Künstler Nam June Paik. Im Jahr 1965 nahm er sich die erste tragbare Videokamera, die sogenannte Portapak von Sony, zur Hand und filmte sich selbst in Nahaufnahme. Das daraus resultierende Werk »Button Happening« eröffnet den ersten thematischen Schwerpunkt »Performance und filmisches Selbstportrait« der Ausstellung. Seine Herangehensweise fand etliche NachahmerInnen, so etwa Sonia Andrade, Valie Export, Paul McCarthy oder Nil Yalter, die sich ebenfalls mit diesem, zur damaligen Zeit neuartigen Aufnahmegerät, in ihren Ateliers selbst filmten.

Die Beziehung zwischen dem Medium Video und dem Fernsehen, welche den zweiten Bereich der Ausstellung umfasst, erschließt sich aus dem Anspruch der TV-Industrie, sich von dem Massenmedium Kino abzugrenzen. In den 1960er- und 1970er-Jahren war den Fernsehmachern vor allem daran gelegen, sowohl die Programmvielfalt als auch die Sendedauer zu erweitern. Aus diesem Grund initiierten der führende französische TV-Sender ORTF und die Fernsehindustrie der Vereinigten Staaten von Amerika sogenannte TV-Labore: RegisseurInnen und KünstlerInnen wurden eingeladen, sich die neuesten Film- und Montagewerkzeugen anzueignen. Etliche Werke, die von Künstlern wie etwa Jean-Christophe Averty, Jean-Luc Godard und Thierry Kuntzel produziert wurden, und damit neue ästhetische Möglichkeiten offenbarten, sind in der Werkschau »Vidéo Vintage 1963-1983« ebenso zu sehen wie Arbeiten, die im Rahmen der televisuellen Ausstellung (1969/70) in der »Fernsehgalerie« in Düsseldorf von Gerry Schum aufbereitet wurden. Das Ziel des deutschen Produzenten war es, reproduzierbare, für das Fernsehen konzipierte Video-Kunstwerke von Künstlern wie Bazon Brock oder Lawrence Weiner einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die letzte Sektion »Haltungen, Formen, Konzepte« illustriert das Medium Video als ein Instrument, sich den verschiedenen Strömungen der Kunstgeschichte anzunähern. Neben einer kritischen Selbstreflexion und Illustration von Forschungsergebnissen auf diesem Gebiet, hält dieser letzte Bereich Dokumente vor, die vorangehende Ausstellungen in Museen und Galerien zum Thema »Video« bekunden.

Auch die Ausstattung der Schau mit Originalmöbeln selbst ist ›vintage‹ und ermöglicht es den BesucherInnen, eine Zeitreise zurück in die 1960er- und 1970er- Jahre zu unternehmen: Die im Ausstellungsraum inszenierten ›Wohnzimmer‹ laden dazu ein, die Videos in ihrer vollen Länge genießen und sich in die Zeit der 1960er-Jahre zurückversetzen lassen.

Kuratorin: Christine van Assche
In Zusammenarbeit mit Florence Parot
Kooperation: Centre Pompidou, Paris

KünstlerInnen:
Marina Abramović, Vito Acconci, Sonia Andrade, Ant Farm, Fred Barzyk, Samuel Beckett, Joseph Beuys, Dara Birnbaum, Chris Burden, Peter Campus, Theresa Hak Kyung Cha, Jean Dupuy, Valie Export, Esther Ferrer, Robert Filliou, Anna Bella Geiger, General Idea, Jean-Luc Godard, Dan Graham, Raymond Hains, Mona Hatoum, Gary Hill, Sanja Ivecović, Joan Jonas, Allan Kaprow, Imi Knoebel, Theirry Kuntzel, Les Levine, Toshio Matsumoto, Paul McCarthy, Anne-Marie Miéville, Bruce Naumann, Dennis Oppenheim, Nam June Paik, Gina Pane, Letícia Parente, Nadja Ringart, Martha Rosler, Carole Roussopoulos, Gerry Schum, Delphine Seyrig, Ulay, Steina Vasulka, Woody Vasulka, Bill Viola, William Wegman, Peter Weibel, Lawrence Weiner, Ioana Wieder, Bob Wilson, Nil Yalter


15.09.2012 - 10.03.2013
ARTandPRESS
Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit.

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Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Medium Zeitung Material und Gegenstand der Kunst. Ob als Werkzeug der Aufklärung oder als Instrument der Manipulation – KünstlerInnen bedienen sich dieses Mediums auf vielfältige Weise mit jeweils unterschiedlicher Motivation und Bedeutungszumessung. Die Ausstellung »ARTandPRESS. Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit.« präsentiert rund 50 künstlerische Positionen und zeigt die Vernetzung von Journalismus und Kunst und wie KünstlerInnen jene Medien für ihre kreative Produktion nutzen.

Die Zeitung gilt als der älteste Informationsträger und ist bis heute in der breiten Bevölkerung etabliert. Wenngleich das Medienzeitalter radikale Veränderungen mit sich bringt: Ohne die Zeitung sind die Demokratie, der moderne Staat und die heutige Informationsgesellschaft nicht denkbar.

Ein Blick auf die Kunstgeschichte der letzten 200 Jahre zeigt eine enge Vernetzung von Kunst und Presse. Kunst und Zeitung begegnen sich in ihrem Willen zur Nachfrage, zur Klärung, zur Infragestellung. Den Anspruch, die Realität möglichst authentisch abzubilden – objektiv, subjektiv und mithin als reine Behauptung – verbindet Zeitungsarbeit und künstlerisches Schaffen. Presse schafft Öffentlichkeit, Kunst braucht Öffentlichkeit. Eine Abhängigkeit, die dem Medium Zeitung bis heute einen Platz innerhalb der Kunst einräumt.

Neben den zeitgenössischen Exponaten wird in der Ausstellung »ARTandPRESS. Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit.« ein historischer Überblick über die Geschichte der Zeitung in und mit der Kunst geboten. Dies geschieht jedoch nicht anhand von Originalen, sondern via iPad – einem Medium, welches bereits als digitale Zeitung fungiert und damit als einer der größten Konkurrenten der analogen Presse beschrieben werden kann. Das iPad wird in der Ausstellung seinerseits zum Träger von Kunstinformationen, sowohl in bildlicher als auch interaktiver Form. Das moderne Medium möchte den BesucherInnen den Zugang zu den historischen Werken erleichtern und die Beziehung zwischen Zeitung und Kunst aufzeigen.

Damit präsentiert die Werkschau ein breites Spektrum an Medien: Von klassischer Malerei über Installationen, Objektkunst und Video bis hin zur modernsten Internetkommunikation. Die Ausstellung »ARTandPRESS Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit.« ist ein Projekt der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn und war zunächst im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen. Im ZKM | Museum für Neue Kunst Karlsruhe ist darüber hinaus ein Kabinett integriert, in welchem eine Arbeit von Hans Richter aus der Sammlung des ZKM | Karlsruhe präsentiert wird, in der ebenfalls Zeitungen als Element der Collage verwendet wurden.

Kuratoren: Walter Smerling und Peter Weibel

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich: ARTandPRESS. Kunst. Wahrheit. Wirklichkeit. Hrg. v. Walter Smerling; Martin-Gropius-Bau, Berlin 2012, € 34,00.

KünstlerInnen:
John Baldessari, Elisabetta Benassi, Christian Boltanski, Denmark, Angus Fairhurst, Günther Förg, Gloria Friedmann, Nikolas Gambaroff, Gilbert & George, Robert Gober, Douglas Gordon, Melissa Gordon, Eberhard Havekost, Damien Hirst, Marine Hugonnier, On Kawara, William Kentridge, Anselm Kiefer, Jannis Kounellis, Sigalit Landau, Robert Longo, Markus Lüpertz, Adam McEwen, Jonathan Meese, Annette Messager, Olaf Metzel, Gustav Metzger, Aleksandra Mir, Farhad Moshiri, Richard Prince, Thomas Ruff, Gregor Schneider, HA Schult, Nedko Solakov, Rirkrit Tiravanija, Luc Tuymans, Günther Uecker, Marcel van Eeden, Angel Vergara, Wolf Vostell, Kelley Walker, Peter Weibel u.a.


25.07.2012 - 14.10.2012
Sensor. Zeitraum für junge Positionen
05_Stefano Cagol & Leonida De Filippi

Pressemitteilung
Die Ausstellungsreihe „Sensor. Zeitraum für junge Positionen“ zeigt in kurzen Zeitabständen Werke junger Künstlerinnen und Künstler aus den mit dem ZKM | Museum für Neue Kunst kooperierenden Sammlungen. Im fünften Teil der Ausstellungsreihe werden Werke von Stefano Cagol und Leonida De Filippi aus der Sammlung der VAF-Stiftung präsentiert.

Für die Malerei von Leonida De Filippi (*1969, Mailand) bilden internationale soziopolitische Ereignisse die Ausgangsbasis. Seit den 1990er-Jahren verarbeitet er in seiner Kunst Bilder von Kriegsszenen aus dem Irak, Afghanistan und aktuell der Ereignisse des Arabischen Frühlings, die er den Medien entnimmt. Wie die Titel seiner Arbeiten bereits besagen, werden in „History“ die Ereignisse malerisch analysiert, die zur Geschichte gehören werden. „Keep Shooting“ ist eine nüchterne Narration über den Krieg, der durch die Medien in unser Leben eindringt. Kampfeinsätze, Hubschrauber, Soldaten bei der Befehlsausführung sind auf seinen Bildern zu sehen.

Leonida De Filippis Arbeiten wirken auf den ersten Blick wie Fotografien und rufen zunächst eine visuelle Irritation beim Betrachter hervor. In der Tat handelt es sich nämlich um Bilder im klassischen Medium der Malerei. Zuerst vergrößert De Filippi seine Bildvorlagen mit Hilfe von Reprotechniken, sodass er entweder eine sehr grobe Auflösung der Bilder in Pixel, Punktraster oder horizontale Zeilen erhält, die er dann auf seine Gemälde überträgt. Bereits bei diesem Bearbeitungsschritt werden Halbtöne ausgeschlossen, wodurch ein starker Kontrasteffekt, grafische Genauigkeit und visuelle Anspannung erzielt werden. Durch dieses Verfahren entstehen halbabstrakt wirkende Bilder. De Filippi exponiert fehlende Pixel und Bildzeilen als Leerstellen und weist so auf einen Informationsverlust hin, der schon in der Bildvorlage vorhanden ist, aber sonst nicht wahrgenommen wird. Indem De Filippi Fotografien oder Fernsehbilder in die Malerei überträgt und dabei die in der Regel verborgenen medialen Spuren sichtbar macht, ermöglicht er eine Reflexion über diese Medien, die trotz des Wissens um ihre Manipulierbarkeit ihren dokumentarischen Charakter und ihre Beweiskraft nie verloren haben. Durch die Überkreuzung zweier Medien stellt er das Verhältnis von immer noch als authentisch geltender Fotografie und Malerei und damit auch das Reale als solches zur Diskussion. Die Bilder erzeugen so einen surrealen Eindruck der Vermischung von Realität und Virtualität.

In der Videoinstallation „Vampa“ von Stefano Cagol (*1969, Trient) begegnet uns das gleiche irritierende Gefühl. Der Künstler legt seinem Werk das Bild der US-amerikanischen Flagge zugrunde. Kaum ein anderes nationales Symbol ist in der westlichen Welt so präsent und mit so unterschiedlichen Bedeutungen verknüpft. Für die einen steht die Flagge immer noch für den amerikanischen Traum, Freiheit, Demokratie und den Kampf gegen fundamentalistischen Terror. Für die anderen ist sie Sinnbild für eine Vielzahl kriegerischer Handlungen der letzten Jahrzehnte und den kapitalistischen Imperialismus. In seinem Video spiegelt Cagol das virtuell manipulierte Bild der wehenden Flagge, die so immer neue ikonische, mitunter anthropomorphe, Formen annimmt. Es werden Assoziationen an Vampire, Masken, Blumen, Fledermäuse, Wappen und Kampfflugzeuge geweckt. Dabei tritt Phantasie und Gedankenspiel wie beim Rorschach-Test anstelle des festen Glaubens an die Staatsymbolik. Cagol demonstriert damit wie ein Symbol für Freiheit und Demokratie in einem anderen abstrahierten Kontext für Gewalt und Krieg stehen kann. Diese Ambiguität der Zeichen führt er auch mit dem Schriftzug Vampa weiter, der Flamme bedeutet, aber auch an Vampir und Vamp denken lässt, und auf die Transformation der Zeichen und Bilder anspielt. Es ist kein Zufall, dass eine der ersten Versionen des Videos „Lies“ hieß.


16.06.2012 - 30.09.2012
Ivan Faktor. Erstes Programm

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Seit den 1970er-Jahren entwickelt Ivan Faktor eine künstlerische Sprache, die sich sowohl dem Medium der Fotografie, der Videotechnik als auch der Performance bedient. Ausgangspunkt ist seine Faszination für Filme und dessen Sprache und auch sein weitreichendes Wissen über die Entwicklungen der visuellen Neuen Kunst. Das umfangreiche Werk Faktors legt die vielfachen Bezüge der medialen Experimente und Bildwelten offen.

Die Ausstellung des kroatischen Künstlers Ivan Faktor (1953, Crnac) präsentiert erstmals in Deutschland einen Überblick seines umfangreichen Œuvres. Neben Experimentalfilmen aus den 1970er- Jahren wie „First program“ (1978), „Little Sugar Vaults“ (1978) und „Balance on the Garret of OZ“ (1979), die dem Einfluss der Neuen Kunst jener Jahre unterliegen, arbeitete der Künstler in den Folgejahren an analytischer Kunst, die in Beziehung mit seinen Erfahrungen mit Video und Fotografie der „photo graphos“ stand.
In der Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst zeigt besonders das Stück „15 minutes for Nada Lang“ aus dem Jahr 2000 den einzigartigen künstlerischen Ausdruck Faktors – eine Synthese aus Performance, Installation und Filmsequenzen, die auf indirekte Weise Bezug nehmen auf das Böse und den Tod.
Mit Hilfe von Montagetechniken erschafft der Künstler vielschichtige Welten, in denen frühe Arbeiten Darsteller folgender Werke werden und damit in die Handlung mit eingebunden werden. Daran anknüpfend basieren beispielsweise der Film „Das Lied ist aus“ (2002) und das komplexe multimediale Projekt „Kangaroo Court“ (2005/2007) auf dem Film „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931). Letzterer ist der erste Tonfilm des Regisseurs Fritz Lang und zugleich dessen letzter, der in Deutschland gefilmt wurde. Mit Hilfe von Analyse, Verfremdung und Neuinszenierung fügt Faktor damit Motive der Filmgeschichte, persönliche Erfahrungen und politische Themen zu faszinierenden Filmen, Objekten und Installationen zusammen.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.

Kuratorin: Marina Viculin
Kooperation: Galerija Klovićevi dvori, Zagreb

Weitere Informationen: http://on1.zkm.de/zkm/stories/storyReader$8038


16.06.2012 - 30.09.2012
Jozef Robakowski. The Handshake

Pressemitteilung
Józef Robakowski gilt als einer der wichtigsten Vertreter des polnischen Experimentalfilms und Schlüsselfigur der polnischen Avantgarde. In der ersten deutschen Einzelausstellung, die den Künstler im Dialog mit anderen Kunstschaffenden zeigt, tritt er nicht nur als Filmemacher und Bildender Künstler auf. Auch seine Rolle und Bedeutung als Initiator, Kurator und Organisator von Künstlergruppen, Ausstellungen und künstlerischen Ereignissen wird in der Präsentation sichtbar. Die Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst zeigt Filme und Video-Werke sowie Archivmaterial und konzentriert sich dabei auf das relationale und kollaborative Werk – beispielsweise auf die Zusammenarbeit mit Paul Sharits – das zentral für Robakowskis Arbeit seit den 1960er-Jahren ist.

Mit anderen Künstlern in einen Dialog zu treten und diesen in und durch die Kunst sichtbar zu machen – dies war seit Anfang der 1960er-Jahre bis heute bedeutender Bestandteil von Robakowskis (*1939, Poznań) Werk. Davon ausgehend deckt die Ausstellung vorrangig Robakowskis unterschiedliche Ideen und Methoden der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern auf. Darüber hinaus wird die politische Dimension seiner Kunst, insbesondere die Zeit des Kriegsrechts in Polen (1981-83) betreffend, thematisiert: Robakowski als Schöpfer experimenteller Werke, als Künstler, der auf die Eigenheiten der jeweiligen Umstände reagiert und außerhalb des offiziellen Museen- und Galeriensystems operiert, um politische und kritische Arbeiten präsentieren zu können. Die Wichtigkeit des gegenseitigen Vertrauens und das Credo kollektiver Äußerungen und gemeinsamer Erfahrungen bekunden die Aktivitäten und Aktionen der Exchange Gallery, die der Künstler 1978 in seinem eigenen Apartment in Łódź gründete.
Die Ausstellung bringt Film- und Videoarbeiten zusammen, darunter „Market“ (1970: Zusammenarbeit von Ryszard Meissner und Tadeusz Junak); „Attention Light!“ (1981-2004: Zusammenarbeit mit Paul Sharits und Wiesław Michalak) sowie „Art is Power“ (1985: Musik von der slowenischen Avantgarde-Gruppe Laibach) und „Exultation, Oratorio for Katarzyna Kobro“ (2011). Die kuratorischen Prinzipien finden ihre Darstellung in Dokumenten und Fotografien von Aktivitäten des „Workshop of the Film Form“ und in der Foto-Dokumentation der Ausstellung „Lochy Manhattanu“ (Łódź, 1989). Des Weiteren präsentiert die Schau eine Auswahl von selbstverlegten Büchern, Katalogen und Ephemera aus der Sammlung der Exchange Gallery, Łódź.

Kuratoren: Michał Jachuła und Tobi Maier
Partner der Ausstellung: Adam Mickiewicz Institute, Warsaw; CEC ArtsLink, New York; MINI/Goethe-Institut Curatorial Residencies Ludlow 38, New York; Arsenal Gallery, Białystok
Anlässlich der Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Spector Books, Leipzig ein Katalog (Polnisch/ Englisch/ Deutsch) erschienen. Dieser enthält Beiträge von u.a. Michał Jachuła und Tobi Maier, Barbara London, Maria Morzuch und Marielle Nitoslawska. 150 S., 18 EUR.

Weitere Informationen: http://on1.zkm.de/zkm/stories/storyReader$8040


16.06.2012 - 30.09.2012
Bernhard Sandfort. Dialogische Malerei und das Museum der Fragen

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Das Werk des deutschen Künstlers Bernhard Sandfort sticht durch drei entscheidende Aspekte hervor: das eigene konstruktivistische malerische Œuvre, die Idee und Gründung der ersten deutschen Produzentengalerie und die Initiierung eines partizipativen Langzeit-Projekts, dem „Museum der Fragen“. Damit ist Sandfort einer der wenigen Künstler, die sich der Kunst aus der Perspektive des Künstlers, des Rezipienten und des Kunstmarkts annähern und Begrifflichkeiten, wie beispielsweise den der „Produzentengalerie“ erstmals entscheidend prägen.

Bernhard Sandfort (*1936, Köln) hat seit den frühen 1960er-Jahren – in Abgrenzung zu Informel und Tachismus – ein strenges, sowohl auf minimalistischer Konstruktion als auch auf Zufallsverfahren basierendes malerisches Konzept realisiert. Die zumeist mehrteiligen, großformatigen und farbkräftigen Bilder zeigen Linien und Balken, deren Anordnung einerseits strengen kompositorischen Konzepten untergeordnet ist, andererseits aber auch dem Zufall herausfordernden Prinzipien folgt. In diesem Zusammenhang hat Sandfort den Terminus der „metastatischen“ oder auch „dialogischen“ Malerei formuliert.
Mit der Eröffnung der „Galerie für kollektive Kunst“ 1969 in Berlin, der ersten Produzentengalerie in Deutschland, beginnt neben der Tätigkeit als Maler das gesellschaftspolitische Engagement des Künstlers. Als Kritik an dem damals sich zunehmend etablierenden System des Kunstmarktes sucht Sandfort eine Möglichkeit, Kunst direkt und ohne Umwege an den Kunden zu bringen. Im Zuge dieser Direktvermarktungs¬möglichkeit etabliert er 1970 seine Produzentengalerie „Augenladen“ in Mannheim. Hier organisiert Sandfort bis heute neben Ausstellungen auch Veranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Fragen. Mit publizistischen sowie auch öffentlichen Aktionen wie etwa „Woran merken Sie, dass Sie in der Bundesrepublik in einer Demokratie leben?“ (1978) stellt der Künstler den politischen Status quo zur Diskussion.
Eines der hieran anknüpfenden und bis in die Gegenwart fortgeführten Projekte ist Sandforts virtuelles „Museum der Fragen“. Trotz des heutigen immensen Wissenszuwachses haben sich nicht die Anzahl der Fragen – sei es auf wissenschaftlicher, politischer oder persönlicher Ebene – nicht reduziert. In Form einer performativen Befragung wird Sandfort im Rahmen der Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst sein „Museum der Fragen“ in Karlsruhe etablieren und den aktuellen Wissensdurst der Karlsruher Bevölkerung ausleuchten.

Die Ausstellung vermittelt anhand der dreiteiligen Präsentation das Werk dieses Künstlers zwischen abstrakter Malerei und explizitem Engagement.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Kurator: Andreas F. Beitin

Weitere Informationen: http://on1.zkm.de/zkm/stories/storyReader$8028


26.05.2012 - 07.10.2012
Franz Erhardt Walther. Raum durch Handlung

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Eröffnung: Fr, 25. Mai 2012, 19 Uhr im ZKM | Museum für Neue Kunst

Franz Erhard Walther gehört fraglos zu den einflussreichsten Künstlern der vergangenen Jahrzehnte. Kaum ein Kunstschaffender hat die Definition, was Skulptur sein kann, derart frühzeitig und nachwirkend verändert wie er. Durch seine partizipativen Objekte und Textilskulpturen hat er das Verständnis von Kunst sowie das Verhältnis von Kunst und Betrachter einer grundlegenden Neubewertung und Erweiterung unterzogen. Nicht zuletzt auch durch seine langjährige Lehrtätigkeit hat er zahlreiche zeitgenössische Künstler inspiriert. Mit der Ausstellung »Franz Erhard Walther. Raum durch Handlung« zeigt das ZKM | Museum für Neue Kunst im Rahmen des diesjährigen Ausstellungs-Schwerpunktes der Performativität erstmalig die kompletten Schreitbahnen von Franz Erhard Walther.

Schon in seinen frühen fotografischen Arbeiten Ende der 1950er-Jahre hat Franz Erhard Walther begonnen, den von Marcel Duchamp begründeten Diskurs über die Definition der Skulptur fortzuführen. Die Beziehung zwischen Werk, Künstler und Betrachter rückte in den Fokus künstlerischen Schaffens und die Rolle des Rezipienten wurde durch Interaktion hinterfragt. Lange bevor Künstler wie Bruce Nauman u.a. ihren eigenen Körper als skulpturales Medium verwendet haben, hat Walther sich selbst und das Publikum als bildhauerisches »Material« eingesetzt.

Nach seinem Studium bei K. O. Götz ging Franz Erhard Walther 1967 nach New York. Bereits zwei Jahre später präsentierte er in einer Ausstellung im New Yorker MoMA seinen legendären »1. Werksatz« – eine 58-teilige Arbeit, die heute zur Sammlung des Museums gehört. Das grundlegend Neue bei seinen Arbeiten der 1960er-Jahre war die Einbeziehung des ursprünglich zur Kontemplation verdammten Betrachters in den skulpturalen Prozess. Die Ausstellungsbesucher hatten die Möglichkeit, die aus textilen Materialien bestehenden Werke zu benutzen, die als »Angebote« vom Künstler in der Ausstellung präsentiert wurden. Die Arbeiten konnten aufgefaltet, neu arrangiert oder zwischen mehreren Besuchern aufgespannt werden. Entsprechend dieser Grundidee lautet auch die erste Publikation von Franz Erhard Walther »OBJEKTE, benutzen« (1968). Das längst vergriffene Buch wird anlässlich der Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst neu aufgelegt und aktualisiert.

Der aktive Umgang mit einem künstlerischen Angebot, die Erfahrung der Haptik von Stoffen und Materialien, das Empfinden der eigenen Körperlichkeit und das daraus resultierende Handeln im Raum machen auch heute noch das Werk von Franz Erhard Walther zu einem außergewöhnlich zeitgenössischen Beitrag. Seine Arbeit lässt sich als Synthese aus Prozesskunst, Minimal Art und Konzeptkunst deuten und steht mit zahlreichen wichtigen Positionen der zeitgenössischen Kunst im Dialog.
Das ZKM | Museum für Neue Kunst zeigt im freien Erdgeschoss des Hauses erstmalig die kompletten Schreitbahnen von Franz Erhard Walther, eine Auswahl an frühen Fotografien wie auch großformatigen Zeichnungen.
Kuratoren: Peter Weibel und Andreas F. Beitin


23.05.2012 - 15.07.2012
Sensor. Zeitraum für junge Positionen
04_Asta Gröting
Arbeiten aus der Sammlung der La

Pressemitteilung
Museum für Neue Kunst


06.04.2012 - 19.08.2012
Dieter Meier
Works 1969–2011 and the YELLO Years

Pressemitteilung
„Oh Yeah“ und „The Race“ sind zwei der berühmt gewordenen Stücke. In den 1980er-Jahren wurde Dieter Meier einem großen Publikum als Teil des Musikduos YELLO bekannt, das heute zu den einflussreichsten Elektro-Pop-Acts überhaupt zählt. Seine Musikvideos für die Gruppe YELLO haben das Genre nachhaltig geprägt und waren dauerhaft auf MTV zu sehen. Weit weniger bekannt ist das Werk Dieter Meiers als Konzept- und Performancekünstler, dessen Ursprung bis in die späten 1960er-Jahre zurückreicht.

Mit der Ausstellung „Dieter Meier. Works 1969–2011 and the YELLO Years“ präsentiert das ZKM | Medienmuseum das Werk des Züricher Künstlers und Multitalents Dieter Meier und stellt dabei auch seine Tätigkeit als Film- und Videoclip-Regisseur vor.

Bereits Meiers künstlerische Anfänge sind von einem radikalen und absurd-humorvollen Situationismus geprägt, der ihn immer wieder zu Aktionen auf öffentlichen Plätzen und unmittelbaren Auseinandersetzungen mit Passanten inspirierte: 1970 ging er für eine Ausstellung in München zwölf Stunden lang durch die Stadt und markierte mit gestempelten Uhren-Aufklebern jede Minute, wo er gegangen, gestanden oder ausgeruht hatte; im Kunstmuseum Luzern stempelten BesucherInnen an einer Stechuhr die Zeit ab, die sie in einem leeren Raum verbracht hatten. Der Sinn sei gewesen, „[...] dass sie mir ein oder zwei Minuten ihres Lebens gewidmet haben“, sagt Meier. Im ICA London zeigte Meier einen Film mit der Anweisung, die BesucherInnen mögen sich das weiße, große Blatt Papier, das sie an der Kasse bekommen hatten, jetzt bitte zehn Minuten lang vor die Augen halten. „Das war dann der Film", sagt Meier. 1976 formte Meier für ein Fotoprojekt Figuren aus Puderzucker und Knete, um sie kurz darauf zu zerstören. Im selben Jahr stellte er 48 imaginäre Biografien im Kunsthaus Zürich aus.
Dieter Meiers Arbeiten waren vom Phänomen der Zeit geprägt, seine Aktionen zumeist bürokratisch genau angekündigt und terminiert. Der scheinbaren Banalität und Unsinnigkeit vieler seiner Aktionen stand schließlich die gesteigerte Erwartungshaltung des Publikums gegenüber. Doch Meier erschuf bewusst Unbedeutendes, der krampfhaften Suche nach Sinnhaftigkeit und künstlerischen Bedeutungsmustern setzte er eine rasende und radikale „Unbedeutung“ entgegen.

Ende der 1970er-Jahre hatte Meier genug vom „Kunstrennen“ und gründete gemeinsam mit Boris Blank das Duo YELLO. Mit Stücken wie „The Race“ oder „Oh Yeah“ feierten YELLO Erfolge in den internationalen Charts; viele Stücke des Duos wurden in den 1980er-Jahren für TV-Sendungen und Spielfilme verwendet. In den Musikvideos von YELLO zeigt sich deutlich der Einfluss von Dieter Meiers frühen Arbeiten: So tauchen die Knetfiguren, von Meier „Lost sculptures“ genannt, im Video zu „Pinball Cha Cha“ (1982) wieder auf.

2010 öffnete Dieter Meier erstmals sein künstlerisches Archiv für die Ausstellung „En passant“ im Berliner Projektraum der Galerie Grieder Contemporary. Die teilweise verschollen geglaubten Fundstücke werden nun in der Ausstellung „Dieter Meier. Works 1969–2011 and the YELLO Years“, die 2011 in der Sammlung Falckenberg in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen war, im ZKM | Medienmuseum präsentiert.

Biografie
Dieter Meier wurde 1945 in Zürich geboren. Neben seiner Arbeit als Musiker und Künstler ist Dieter Meier Schriftsteller (Hermes Baby, 2006; Die Maske des Erzählers, 2012), Kinderbuchautor (Windjo,; Oskar - wie ein Tiger, Kein & Aber, Zürich) und Filmemacher (81`000 Einheiten, Jetzt und Alles, Lightmaker). Er war professioneller Pokerspieler, entwarf Uhren und betreibt in Argentinien biologische Landwirtschaft, Rinderzucht und Weinbau. Seine Produkte verkauft er in Deutschland, USA, der Schweiz und in seinem Laden für argentinische Produkte „Ojo de Agua“ in Zürich.


24.03.2012 - 12.08.2012
the name is BURROUGHS – Expanded Media

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Werke wie »Naked Lunch« oder »The Soft Machine« haben William S. Burroughs (1914-1997) als Autor weltberühmt gemacht. Weit weniger bekannt ist dagegen, dass Burroughs auch als multimedial arbeitender Künstler ein umfangreiches und vielgestaltiges Werk geschaffen hat, das Experimente mit Tonband, Film und Fotografie ebenso umfasst wie Malerei und Collagen. Die umfangreiche Ausstellung »the name is BURROUGHS – Expanded Media« stellt nun erstmals in Deutschland das künstlerische Schaffen des Schriftstellers vor, untersucht die vielfältigen Verbindungen zwischen literarischer und experimentell-bildnerischer Produktion und erweitert das Bild zusätzlich durch die Präsentation der »Collaborations«, die Burroughs zusammen mit anderen KünstlerInnen geschaffen hat. Zusätzlichen Reiz gewinnt die Ausstellung durch eine Reihe von Werken zeitgenössischer internationaler KünstlerInnen, die sich dezidiert auf die Schriften von Burroughs und seine »Expanded Media«-Methode beziehen und damit das bildnerische Potenzial aus heutiger Perspektive individuell ausloten.

Ziel der Ausstellung ist es, in der Rückschau die visionäre Explosivität des literarischen Schaffens von William S. Burroughs erfahrbar zu machen und zugleich die Ausstrahlung seiner Ideen und Philosophie auf ein weltweites Netz von SchriftstellerInnen, MusikerInnen und KomponistInnen, MalerInnen, FotografInnen, VideokünstlerInnen und FilmemacherInnen erstmals in Europa in dieser Fülle zu präsentieren. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gilt Burroughs mehr denn je – und besonders aufgrund der in den 1960er Jahren gemeinsam mit dem Maler, Schriftsteller, Erfinder Brion Gysin, dem Mathematiker Ian Sommerville und dem Filmemacher Antony Balch durchgeführten Experimente – als ein Pionier der Medienkunst. Insofern reflektiert das ZKM | Museum für Neue Kunst mit der Ausstellung »the name is BURROUGHS – Expanded Media« auch zugleich die besondere Aufgabenstellung der Institution und die eigene Geschichte, war es doch Burroughs, der 1993 als Erster den »Siemens Medienpreis« in Karlsruhe erhielt.

Kuratoren: Udo Breger, Axel Heil und Peter Weibel mit wertvoller Unterstützung durch James Grauerholz und seinen Mitarbeiterstab.

Publikation: Zur Eröffnung der Ausstellung erscheint ein reich bebildertes Buch zu William S. Burroughs als Vertreter der Gegenkultur, mit einem Text von Ian MacFadyen, herausgegeben von Axel Heil in seiner Reihe »Future of the Past« (Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln).

Im Laufe der Ausstellung wird das ZKM in Zusammenarbeit mit dem »Estate of William S. Burroughs« eine umfassende Publikation produzieren, in der mit zahlreichen Essays und mehr als 300 Abbildungen von größtenteils bisher unveröffentlichten Werken dem vielfältigen Oeuvre des Künstlers Rechnung getragen wird.


17.03.2012 - 06.01.2013
Sound Art. Klang als Medium der Kunst

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Die Ausstellung »Sound Art. Klang als Medium der Kunst« im ZKM | Medienmuseum sowie im öffentlichen Raum der Stadt Karlsruhe präsentiert einen Überblick über den aktuellen Stand der Klangkunst im 21. Jahrhundert. Von Futurismus über Fluxus bis hin zu Twitter-Sonifikationen zeichnet das ZKM anhand besonderer Beispiele die Geschichte der Klangkunst nach. Der Fokus liegt jedoch auf zeitgenössischen Praktiken: Mit Werken von 70 lebenden KlangkünstlerInnen, von denen rund 30 Neuproduktionen der letzten Jahre vorstellen werden, gewinnen die BesucherInnen einen Einblick in den ungewöhnlichen Klangkosmos zeitgenössischer Kunst. Eine eigene Ausstellungsarchitektur wird die Klangwelt visualisieren, die BesucherInnen der Ausstellung werden selbst zu KlangerzeugerInnen.

In zahlreichen Ausstellungen dominiert die Seherfahrung. »Sound Art. Klang als Medium der Kunst« bringt die Hörerfahrung in den Vordergrund und verändert das visuelle Erleben. Dadurch bietet sich den BesucherInnen die Möglichkeit einen vollkommen neuen Klangkosmos kennenzulernen, den bisher weder Radio und Film, noch die Musikindustrie in dieser Breite etablieren konnten.

Die Ausstellung »Sound Art. Klang als Medium der Kunst« macht neue Klangerfahrungen nicht nur im Museum erlebbar: Mit drei Installationen auf dem Vorplatz des ZKM und fünf Installationen im öffentlichen Raum der Stadt Karlsruhe können PassantInnen auf Klänge stoßen. Zudem bereichert ein ausgewähltes Konzertprogramm mit performativ herausragenden Projekten die Ausstellung: LaMonte Young, Xenakis, Cage und Ryoji Ikeda stehen stellvertretend für das breite Spektrum dieses Programms. Der Reichtum der Klänge in der Ausstellung wird auch durch den Reichtum der Archive ermöglicht, die dem Publikum zum ersten Mal in diesem Umfang in Karlsruhe vorgestellt und zugänglich gemacht werden. Dazu gehören unter anderem die »ungehörte Avantgarde« aus Skandinavien, das Broken Music Archiv aus Berlin und kuratierte Hörstationen aus europäischen Archivbeständen.

Kurator: Peter Weibel
Projektleitung und Ko-Kuratorin: Julia Gerlach

Eine Ausstellung im Rahmen der 21. Europäischen Kulturtage Karlsruhe


14.03.2012 - 13.05.2012
Sensor. Zeitraum für junge Positionen
03_Michael Beutler

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Die Ausstellungsreihe Sensor. Zeitraum für junge Positionen zeigt in kurzen Zeitabständen Werke junger Künstlerinnen und Künstler aus den mit dem ZKM | Museum für Neue Kunst kooperierenden Sammlungen. Im dritten Teil der Ausstellungsreihe wird die Rauminstallation »A-Frame« von Michael Beutler aus der Sammlung Grässlin, St. Georgen präsentiert.

In seinen prozessorientierten Arbeiten lotet Michael Beutler die Beziehung von Innen und Außen sowie die Raumtransformation durch architektonische Eingriffe aus. Er arbeitet ortspezifisch und geht von der jeweils vorhandenen Ausstellungssituation aus. Mit »A-Frame« verwandelt er den Ausstellungsraum im ZKM | Museum für Neue Kunst in ein leuchtendes farbiges Zelt mit Wänden aus Papierwaben. Bei der Konzipierung seiner Arbeiten lässt er sich oft von den Situationen und der Architektur inspirieren, die ihn bei seinen Reisen beeindruckten. So ist »A-Frame« in der Tat eine einfache, dreieckige tragende Konstruktion, die im Hausbau Anwendung findet. Wie ihr Prototyp entfaltet die Raumskulptur eine soziale Wirkung. Einerseits dient das Zelt als Ort der zufälligen Begegnung der AusstellungsbesucherInnen, andererseits erinnern die für die Produktion der Papierwände entwickelten Tische an den Entstehungsprozess, an dem HelferInnen und MitarbeiterInnen der Berliner Galerie von Michael Beutler mitgearbeitet haben.

Kuratorin:
Daria Mille


08.03.2012 - 29.04.2012
Moments.
Eine Geschichte der Performance in 10 Akten

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ZKM | Museum für Neue Kunst
Ausstellungsbeginn: 08. März 2012
Abschlusspräsentation der ersten Phase/
Eröffnung: Sa, 17. März 2012, 16 Uhr
ZKM | Museum für Neue Kunst, EG

»Moments. Eine Geschichte der Performance in 10 Akten« ist eine internationale Live-Ausstellung zur Geschichte der Kunstrichtung Performance in Tanz und bildender Kunst. Als Ausstellung ›in progress‹ zeigt und entwickelt das Projekt neue Formate der musealen Präsentation von Live-Acts. Die Ausstellung beginnt im leeren Ausstellungsraum. Während der achtwöchigen Laufzeit des Ausstellungsprojekts entwickelt sich − unter der Zeugenschaft einer für die gesamte Periode zur Begleitung und Beobachtung eingeladenen Gruppe von Studierenden − vor dem Publikum ein szenischer Akt rund um zehn zentrale Stationen der Tanz- und Performancegeschichte. Einen Schwerpunkt dabei bilden Performances und Arbeiten von Frauen, welche seit den 1960er-Jahren die Genregrenzen zwischen Tanz, Performance, visuellen Medien bewusst thematisierten, überschritten und kritisierten. Hierbei reflektierten sie gleichfalls die implizit männlichen Blickkonstruktionen und Gestenlogiken ihrer gleichzeitig arbeitenden Kollegen.

In der Ausstellung werden u. a. Marina Abramović, Graciela Carnevale, Simone Forti, Anna Halprin, Reinhild Hoffmann, Channa Horwitz, Lynn Hershman Leeson, Sanja Iveković, Adrian Piper und Yvonne Rainer vertreten sein. Die Künstlerinnen dokumentieren ihre historischen Performances zum Teil selbst im Ausstellungsraum. Boris Charmatz, in Zusammenarbeit mit KollegInnen aus Kunst und Theorie, nähert sich den dokumentierten Arbeiten szenisch an und entwickelt vor Ort einen Live-Akt um diese zentralen Momente der Performancegeschichte. Die Künstlerin Ruti Sela wird diese künstlerische Annäherung an die Arbeit ihrer VorgängerInnen filmisch-künstlerisch dokumentieren und einen Film direkt im Ausstellungsgeschehen produzieren. Zudem werden neue performative Methoden und Aktionen der Vermittlung historischer Performances an die BesucherInnen entwickelt.

Ausgangspunkt ist das Interesse an der Aufarbeitung von Geschichte, das sich gegenwärtig in so genannten Re-Enactments historischer Performances, aber auch beispielsweise in der unlängst entbrannten Kontroverse rund um die museale Darstellbarkeit der Performances von Joseph Beuys durch Fotodokumente niederschlägt. Im Zentrum steht dabei die »heroische« Periode der 1960er bis 1980er-Jahre, in welcher eine radikale (Neu)definition des Genres im engen Dialog der Performancebewegungen von bildender Kunst und Tanz stattfand.

Die Ausstellung »Moments. Eine Geschichte der Performance in 10 Akten« baut sich in vier Phasen auf, in denen jeweils andere Akteure im Ausstellungsraum agieren:

1. Act − Bühne und Display (8.3.–17.3.2012)
»Moments. Eine Geschichte der Performance in 10 Akten« bricht mit den Routinen musealer Institutionen. Zu Ausstellungsbeginn steht nur das leere Display von zehn künstlerischen Positionen. Die Künstlerinnen der ›heroischen‹ Performance-Generation der 1960er- und 1970er-Jahre selbst richten die Ausstellung vor den Augen des Publikums ein. Parallel zum Aufbau finden öffentliche Gespräche, Diskussionsrunden und Reenactments der Künstlerinnen statt. Die erste Phase schließt mit der eigentlichen Eröffnung der Ausstellung am 17.3.2012 ab. Im Rahmen der Eröffnung findet die Performance »Practice Makes a Master« von Sanja Iveković, reenacted von Sonja Pregrad, statt. Die Performance wird zusätzlich am 18.3.2012, 17 Uhr, zu sehen sein.

2. Re-Act − Interpretative Aneignung im künstlerischen Labor (18.3.–30.3.2012)
In einem zweiwöchigen künstlerischen Labor des französischen Choreografen Boris Charmatz und ausgewählter KollegInnen aus Kunst und Wissenschaft, das im Ausstellungsraum stattfindet, diskutieren und entwickeln diese künstlerische Strategien und Methoden der Aneignung und Re-Interpretation der in der Ausstellung dokumentierten, historischen Performances. Am 30.3.2012 werden in einem Open Lab die Ergebnisse öffentlich reflektiert. Am 31.3.2012 wird es im Rahmen einer Kooperation mit dem Badischen Staatstheater einen Performance-Abend in dessen Studio geben.

3. Post-Production − Filmediting (31.3.–14.4.2012)
Die Künstlerin Ruti Sela dokumentiert filmisch das künstlerische Labor. In der dritten Ausstellungsphase wird das Display zum Produktionsstudio eines Performance-Kunst-Filmes. Der Schauplatz des Films ist die Ausstellung selbst, sein Thema der multiple Umgang mit Performancegeschichte in ihr. Die BesucherInnen können in der Ausstellung die Produktion des Filmes live verfolgen. Das Ende dieser Projektphase markiert die Premiere des Filmes am 14.4.2012.

4. Remembering the Act − Performative Vermittlung des Ausstellungsprozesses durch künstlerische Zeugen (15.4.–29.4.2012)
Von Beginn an begleiten zehn sog. »ZeugInnen« (Studierende verschiedener internationaler Hochschulen) die Ausstellung. Sie sind die aktiven VermittlerInnen des Gesamtprozesses und werden in der letzten Phase selbst zu Hauptakteuren der Ausstellung. Ihre Anwesenheit verwebt und verdichtet die Kette von Präsenzen in dieser Ausstellung, die einer Dramaturgie von Akt, Spur, Erinnerung, Interpretation, Re-Act, Spur, Erinnerung, Interpretation, Re-Re-Act folgt. Die Finnisage am 28.4.2012 beendet die vierte Phase und die Ausstellung selbst.

Kuratoren:
Boris Charmatz, Sigrid Gareis, Georg Schöllhammer
Display: Johannes Porsch


/act/ion. recorded performances
Präsentation der ZKM_Videosammlung zur Ausstellung »Moments. Eine Geschichte der Performance in 10 Akten« in der ZKM | Medialounge, 08.03.2012 – 29.04.2012, Eintritt frei


28.01.2012 - 19.08.2012
Der Stand der Bilder. Die Medienpioniere Zbigniew Rybczyński und Gábor Bódy

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Die Ausstellung »The State of Image. Die Medienpioniere Zbigniew Rybczyński und Gábor Bódy« stellt mit Zbigniew Rybczyński (*1949) und Gábor Bódy (1946-1985) zwei Medienpioniere aus Polen und Ungarn vor, die sich in der Tradition der ersten europäischen Avantgarde entwickelten. Obgleich sich beide den Medientechnologien ab den frühen 1970er-Jahren offensiv angenommen haben, sind ihre Gesten sehr verschieden.

Zbigniew Rybczyński ist der konstruktivistische Maler, Zeichner und Entwerfer, Ingenieur der neuen Bild-Zeit-Räume, die er schafft. Er entdeckt und entwickelt den Film wie das Video als Möglichkeit, völlig neue Raum- und Zeiterfahrungen machen zu können. Gábor Bódy hingegen ist der Poet, Linguist und Semiotiker, der Dramatiker. Inspiriert durch die Ideen der französischen Denker, entdeckt er früh die Möglichkeiten einer Poesie der Dekonstruktion, die ihm die neuen Medien bieten. Wie kein anderer seiner Zeitgenossen erkundet er die Qualität einer neuen, einer privaten, intimen Öffentlichkeit, die für ihn mit dem Medium, seinen Distributionsweisen und Wahrnehmungen zusammenhängt. Body gilt, als Pionier des experimentellen Films und der Filmsprache, heute als eine der wichtigsten Figuren des ungarischen Kinos. 1980 begann er am ersten internationalen Video-Magazin zu arbeiten, dessen erste zehn Ausgaben er herausgab. INFERMENTAL versammelt die Arbeit von über 1500 Künstlern aus 36 Ländern und wurde bis 1991 publiziert. Es befindet sich heute in der Videosammlung des ZKM | Karlsruhe.

Gemeinsam ist dem Filmemacher und Philosoph Gábor Bódy und dem Oscar-Preisträger (»Tango«, 1980) Zbigniew Rybczyński eine radikal künstlerische Haltung. Beide benutzen die Technik, um etwas vorher noch nicht Sichtbares und Unerhörtes herzustellen.

»Im vergangenen Jahrhundert haben wir uns an den Gedanken gewöhnt, dass die erste Techno-Avantgarde der Künste aus dem Westen Europas und aus Nordamerika stammt. Dieser Gedanke ist falsch. Nahezu alle Grundlagen für die Entwicklung elektronischer Bild- und Tonwelten sind im Osten entdeckt und erfunden worden.« (Siegfried Zielinski)

Kuratoren:
Piotr Krajewski (WRO Art Center, Wrocław)
Miklós Peternák (C3 Center for Culture & Communication Foundation, Budapest)

Katalog:
»Der Stand der Bilder. Die Medienpioniere Zbigniew Rybczyński und Gábor Bódy«, hg. von Siegfried Zielinski und Peter Weibel im Auftrag von: Akademie der Künste, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Polnisches Institut Berlin
Verlag für moderne Kunst Nürnberg, Oktober 2011, 156 Seiten, davon 48 Seiten Bildteil in Farbe, 19,80 €


18.01.2012 - 04.03.2012
Sensor. Zeitraum für junge Positionen
02_Isabell Heimerdinger und Markus Sixay

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Die Ausstellungsreihe Sensor. Zeitraum für junge Positionen zeigt in kurzen Zeitabständen Werke junger Künstlerinnen und Künstler aus den mit dem ZKM | Museum für Neue Kunst kooperierenden Sammlungen. Im zweiten Teil der Ausstellungsreihe werden Werke von Isabell Heimerdinger und Markus Sixay aus der Sammlung FER COLLECTION im Dialog gezeigt.

Isabell Heimerdinger (*1963 in Stuttgart) lotet in ihren Fotografien und Installationen die Grenzen aus zwischen Authentizität und Simulation, Fiktion und Wirklichkeit, Künstlichkeit und Echtheit. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit stehen die Welt des Kinos und das Medium Film. Seit einigen Jahren beschäftigt sich Heimerdinger verstärkt mit der Figur des Schauspielers und dessen medialer Inszenierung. Dabei thematisiert sie die Dialektik aus Pose und »echtem« Ausdruck, aus Rolle und Identität, aus Imitation und Emotion.

Oft tauchen in den fotografischen, filmischen und installativen Versuchsanordnungen Isabell Heimerdingers Momente der Irritation auf, durch die wir auf subtile Weise auf unsere Sehgewohnheiten aufmerksam gemacht werden und beginnen, diese zu hinterfragen. Was auf den ersten Blick authentisch oder real erscheint, stellt sich bei näherer Betrachtung als Konstruktion oder gar als Täuschung heraus. So scheint zum Beispiel die Lampe in der Arbeit »Eclipse« (2001) selbst zu leuchten. Erst bei näherem Betrachten fällt auf, dass sie von einem Scheinwerfer angestrahlt wird. Heimerdinger nutzt hier die im Film und Theater eingesetzte Technik, um auf die optische Konstruktion jeder Projektion, die auch den Medien Film und Fotografie zugrunde liegt, hinzudeuten.

Die Serie »Interiors« (1997–2000) zeigt Sets bekannter Filme der 1950er- bis 1980er-Jahre. Die menschenleeren Räume evozieren die unheimliche Atmosphäre der Filmsets und stellen so die Inszenierung des filmischen Raumes durch die Lichtregie und den Blickwinkel zur Schau. Heimerdinger analysiert auf diese Weise die psychologische Manipulation mit filmischen Mitteln.
Mit einer Ambivalenz zwischen Faszination für das Kino und der Offenlegung seiner Mechanismen fordern Isabell Heimerdingers Arbeiten die BetrachterInnen auf, das Medium Film und die stets präsente Hollywood-Kultur zu reflektieren.

Der Künstler Markus Sixay (*1974 in Langen) untersucht in seinem Werk die Möglichkeiten und Grenzen von Skulptur durch die Schaffung einer spannungsvollen und ironischen Beziehung zur Realität. Er knüpft an Kunstrichtungen wie Konzeptkunst und Kontextkunst an, und treibt deren Ansätze durch einen dadaistischen Gestus ad absurdum. Ironie und verbal-visuelles Spiel sind feste Bestandteile seiner Arbeit. Der übergreifende Titel einer Serie von Videoarbeiten »Creating nothing by creating something without creating anything« könnte zugleich als Motto für sein Werk stehen.
Obwohl seine Werke eher an unser kognitives Vermögen als an unsere Sinnesempfindungen appellieren, spielt für Sixay das Material eine wichtige Rolle, indem der Werkstoff selbst zum Sinnträger seiner Kunst wird. Die abstrakten Strukturen und Begriffe aus den Bereichen der Ökonomie, Philosophie und Soziologie werden in seinen Werken sichtbar und erwerben dadurch eine »gute Form«. Die Werkstoffe sind auf den ersten Blick direkt der »profanen« Alltagswelt entnommen: Trinkhalme, TV-Testbilder, PU-Schaum, Kunststoff-Folie, Spanndraht usw. Durch subtile Formgebung dieser Materialien sowie ein raffiniertes Arrangement greift Sixay die grundsätzliche philosophische Fragen und soziologische Ideen in Form eines künstlerischen Paradoxons auf.

Die Sensor-Ausstellung präsentiert Werke von Markus Sixay, die von 2002 bis 2005 entstanden sind. Die vermeintlichen ›Objets trouvés‹ legen die Strukturen und Prozesse der Wirklichkeit offen und schaffen dadurch einen Kommentar zu den Phänomenen unserer Zeit. Durch ihren Readymade-Charakter weisen die Objekte einen performativen Aspekt auf. Die bewusste und aktive schöpferische Mitwirkung des Betrachters am kreativen Akt wird benötigt, um sie zu entziffern – ganz im Sinne von Marcel Duchamp, der meinte, dass das Kunstwerk erst durch den Betrachter vollendet wird. Es hängt letzten Endes von uns ab, ob wir uns auf die Denkanregung des Künstlers einlassen und die Werke realisieren.

Kuratorinnen:
Idis Hartmann und Daria Mille


27.11.2011 - 08.01.2012
Wilson`s Watermill


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Ausstellung mit Fotografien von Eric Larrayadieu
über Robert Wilson und das von ihm gegründete Watermill Center

Das Watermill Center auf Long Island, NY, ist ein interdisziplinäres Labor für Kunst und Geisteswissenschaften. Unter der Leitung von Robert Wilson werden dort seit siebzehn Jahren angehende KünstlerInnen aus über 30 Nationen im Rahmen von Sommerprogrammen in intensiven Kursen ausgebildet und in ihrer Entwicklung vorangebracht. Die Fotografien von Eric Larrayadieu zeigen den Künstler und Regisseur Robert Wilson aus einer faszinierenden Perspektive bei seinen Aktivitäten in dem von ihm aufgebauten Watermill Center.

Robert Wilson ist durch mehrere Ausstellungen und Projekte seit vielen Jahren eng mit dem ZKM verbunden. So waren etwa 2010 seine »Video Portraits« in einer Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst zu sehen, zu der auch eine umfangreiche Publikation des ZKM erschienen ist. Als Nachlassverwalter des US-amerikanischen Künstlers Paul Thek war er in die im Jahr 2007 im ZKM realisierte Retrospektive involviert. Auch mit der Region verbindet Robert Wilson einiges, so hat der amerikanische Theater- und Opern-Regisseur sowie Medien-Künstler mehrfach am Festspielhaus in Baden-Baden inszeniert. Ebenso wurden am Badischen Staatstheater mehrere Inszenierungen von Wilson aufgeführt.

Nähere Informationen zum Watermill Center finden Sie hier: www.watermillcenter.org

Im Rahmen von Robert Wilsons 70. Geburtstag findet am ZKM ein umfangreiches Filmprogramm statt:

+++ Rememberemember. Wilson’s Waco-Watermill-World
Premiere am So 27.11.2011, 19 Uhr, ZKM_Medientheater
Weitere Vorführungen am Fr 09.12.2011, 16.12.2011 und am 06.01.2012 (Tag der offenen Tür) jeweils 18 Uhr, ZKM_Vortragssaal, Eintritt frei

Parallel ist vor dem ZKM_Medientheater eine zehnteilige Videostation zum Film Rememberemember. Wilson’s Waco-Watermill-World von Sacha Goldman zu sehen (27.11.2011–08.01.2012).


05.11.2011 - 11.03.2012
Symbiosis. 1.5 Tonnen globale Verwicklung

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ZKM_Museumsbalkon

Symbiosis ist ein Kunstprojekt, das sich mit der weltweiten Problematik der Kleinwaffen auseinandersetzt. Das Thema der so genannten Small Arms definiert sich den einzelnen Gruppen der (Zivil-)Gesellschaften unterschiedlich – wird verdrängt oder fetischisiert – selten wirklich in letzter Konsequenz analysiert und gelöst. Das Symbiosis-Projekt setzt an dieser Überlegung an und möchte den öffentlichen und privaten Diskurs im Kontext der Kleinwaffen-Problematik anregen.
Symbiosis besteht – je nach Ausstellungssituation – aus bis zu 150 Exponaten, die auf den ersten Blick den Charakter von Multiples haben. Bei näherer Betrachtung erweist sich dieser Eindruck jedoch als bewusste Irritation, denn es handelt sich bei den Objekten um unbrauchbar gemachte Kleinwaffen aus dem Bürgerkrieg in Burundi, die neu zusammengesetzt worden sind. Aus der Distanz visualisiert der serielle Charakter der Objekte die industrielle Dimension der Waffenproduktion. Aus der Nähe betrachtet erschließt sich jedoch ein ganz anderes Bild: Mit kleinen Unterschieden, z.B. Individualisierungen durch den Benutzer, erzählt jedes Exponat, hinter einer weißen, unschuldigen Camouflage, eine eigene „Geschichte“, deren Handlungsfäden in verschiedenen Kriegen, zuletzt im Bürgerkrieg in Burundi und der Benutzung als Tötungswerkzeug, zusammenlaufen.
Nach Beendigung der Ausstellungsreihe können die Ausstellungsobjekte zu einem Mindestpreis von 2.500.- Euro erworben werden. Der dabei erzielte Erlös fließt direkt in Projekte der Caritas in Burundi, die sich um Opfer und Leidtragende des Bürgerkriegs kümmern.


29.10.2011 - 12.02.2012
Digital Art Works: The Challenges of Conservation

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Wie lassen sich digitale Daten dauerhaft sichern, wenn das neue Notebook bereits veraltet ist, sobald man damit das Geschäft verlässt? Dieses Phänomen stellt auch die Kunst vor Probleme: Was passiert mit Medienkunst, wenn sich das Internet-Environment, für die sie konzipiert wurde, verändert? Dürfen Arbeiten, die einst für den PC entwickelt wurden, heute auf dem iPad gezeigt werden? Die Ausstellung „Digital Art Works: The Challenges of Conservation“ im ZKM | Medienmuseum geht Fragen nach dem Sammeln, Ausstellen und Erhalten computerbasierter Kunstwerke auf den Grund und lässt die Arbeit rund um die digitale Restaurierung sichtbar werden.

KuratorInnen: Chiara Marchini Camia, Bernhard Serexhe


Weitere Informationen:
http://www02.zkm.de/digitalartconservation/

Nähere Informationen zum Begleitprogramm sind mit Beginn der Ausstellung hier zu finden: http://on1.zkm.de/zkm/ausstellungen/


22.10.2011 - 10.02.2013
Hirschfaktor. Die Kunst des Zitierens

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Eröffnung
Fr, 21. Oktober 2011, 19 Uhr, ZKM_Foyer

Jede kulturelle Produktion wie Kunst, Literatur, Musik, Philosophie entsteht im Kontext einer Tradition – selbst wenn sie mit ihr bricht. Künstler verweisen in ihrer Kunst auf eigene Werke, viel häufiger jedoch auf die anderer Künstler. Wie wird dieser Bezug sichtbar? In welcher Form zeigen sich diese Zusammenhänge auf und welche „Grundbilder“ fließen in die künstlerischen Arbeiten ein? Die Ausstellung „Hirschfaktor. Die Kunst des Zitierens“ untersucht anhand einer Auswahl charakteristischer Werke, wie sich künstlerisches Schaffen und die Strategien der Künstler im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert haben.

Die Kunst vergangener Jahrhunderte richtete sich oftmals an den weltgewandten Connaisseur, der die künstlerischen Anspielungen in einem Werk erkannte. Aufgrund seiner Bildung verstand er die verwendeten Zitate und ließ sich durch das Werk gleichzeitig sein eigenes Wissen bestätigen. Im 20. Jahrhundert ist der Kanon der „zitierfähigen“ Vorlagen zugunsten einer Vielzahl an Zitatvorlagen aus der gesamten menschlichen Lebenswelt erweitert worden.

„Ein Bild ist ein Gewebe von Zitaten aus den zahllosen Ecken der Kultur.“ (Sherrie Levine)

Das Zitat kann als die wichtigste Form der Aneignung im künstlerischen Schaffensprozess angesehen werden. Es reicht von der subtilen, auf einen bestimmten Künstler bzw. ein bestimmtes Werk hinweisenden Verwendung von Farb- oder Formelementen bis hin zur „Appropriation Art“, die bereits bestehende Kunstwerke noch einmal ‚neu’ erschafft. Die Strategie des Zitierens ist dabei als Teil einer kritischen Auseinandersetzung mit der Rezeptionsgeschichte bestimmter, oftmals stilprägender Situationen zu verstehen. Was wurde aus den ehemaligen künstlerischen, gesellschaftlichen oder politischen Vorstellungen und Absichten, mit denen ein Kunstwerk konnotiert war oder noch ist? So durchläuft die eine oder andere Ikone der Moderne zuweilen mehrere Medien, bis sie in und mit einem neuen Werk wieder in den Kunstkontext zurückkehrt. Ironie und Humor sind dabei oftmals Begleiter der neuen, diskursiven Setzungen der Künstler.
Die Feststellung, dass „am Grunde des Bildes bereits ein Bild ist“ (Peter Weibel, 1995) hatte vor allem für die Kunst der Postmoderne eine herausgehobene Bedeutung. Heute ist diese Erkenntnis eine selbstverständliche Quelle künstlerischen Schaffens. Dabei entstammen die „Grundbilder“ des 21. Jahrhunderts zunehmend kunstfernen Kontexten und sind vor allem der Sphäre von Konsum und Design entlehnt. Die Frage nach Stil-, Form- und Motivvorlagen rückt in den Vordergrund.

Der Begriff des Hirsch-Faktors im Titel der Ausstellung wird hier aus der Wissenschaft entlehnt: Benannt nach dem amerikanischen Physiker Jorge Hirsch, wird der Faktor aus der Schnittmenge der Anzahl der Publikationen eines Wissenschaftlers und der Menge der daraus verwendeten Zitate errechnet. Der Hirsch-Faktor gibt damit den „Wert“ des Wissenschaftlers wieder.
Im Gegensatz zu dieser Methode des wissenschaftlichen Rankings geht es in der Ausstellung jedoch nicht darum, zu ermitteln, wie oft etwa Kasimir Malewitschs Schwarzes Quadrat in der Kunst zitiert worden ist. Im Fokus der Ausstellung steht vielmehr eine Präsentation der unterschiedlichsten Modi künstlerischer Aneignung von Stilen, Formen oder Motiven, der Verwendung von Materialien, von Vorlagen aus der Populärkultur, aus der Warenwelt, der Kunst, der Politik etc.

Im Zuge der Diskurse um den Originalitätsanspruch von Kunstwerken und der Rolle des Autors fanden in den 1970er-Jahren zahlreiche Ausstellungen zu den Themen Original, Nachbild, Zitat und Kopie statt. Vor dem Hintergrund einer Bilderflut und der gleichzeitigen Verdichtung von Zitaten in der aktuellen Kunst heute bietet das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie anhand einer Auswahl von signifikanten Werken aus den mit dem ZKM | Museum für Neue Kunst kooperierenden Sammlungen einen neuartigen Blick auf dieses Thema.

Gegliedert ist die Ausstellung entsprechend der Quellen der Zitate aus Kunst, Design, Politik, Religion, Werbung und Konsum, wobei Überschneidungen dem Wesen der aktuellen Kunst entsprechen. Zur Vermeidung einer eindimensionalen Lesart wird auf eine Kennzeichnung der Bereiche in der Ausstellung bewusst verzichtet. Dem Besucher bietet sich mit „Hirschfaktor. Die Kunst des Zitierens“ die Möglichkeit, in einem faszinierenden Spektrum von Bildfindungen ebenso Neuentdeckungen zu machen wie Vertrautem zu begegnen.

Kurator: Andreas F. Beitin


Künstler (Auswahl):
Rodolfo Aricò, Gabriele Arruzzo, Paolo Baratella, Bruno di Bello, Gianni Bertini, John Bock, Corrado Bonomi, Rafal Bujnowski, Ross Chisholm, Clegg & Guttmann, Enrico David, Sven Drühl, Chiara Dynys, Hans-Peter Feldmann, Tano Festa, Sylvie Fleury, Francesco Maria Garbelli, Karl Gerstner, Asta Gröting, Uwe Henneken, Georg Herold, Stephan Huber, Emilio Isgro, Christian Jankowski, Stefan Kern, Imi Knoebel, Alicja Kwade, Mark Leckey, Sherrie Levine, Allan McCollum, Mathieu Mercier, Gerold Miller, François Morellet, Maurizio Nannucci, Manuel Ocampo, Henrik Olesen, Andy Ouchi, Giulio Paolini, Daniel Pflumm, Bernhard Prinz, Tobias Rehberger, Hans Peter Reuter, Salvo, Bojan Sarcevic, Wilhelm Sasnal, Jörg Sasse, Rob Scholte, Elaine Sturtevant, Vincent Szarek, Emilio Tadini, Rirkrit Tiravanija, Rosemarie Trockel, Danh Vo, Andy Warhol, Christopher Williams, Johannes Wohnseifer, Joseph Zehrer, Peter Zimmermann, Heimo Zobernig, Beat Zoderer


22.10.2011 - 08.01.2012
Sensor. Zeitraum für junge Positionen
01_Alicja Kwade

Pressemitteilung
ZKM | Museum für Neue Kunst, 2.OG
Werke aus der Sammlung Christian Boros

Die Ausstellungsreihe Sensor. Zeitraum für junge Positionen zeigt in kurzen Zeitabständen Werke junger Künstlerinnen und Künstler aus den mit dem ZKM | Museum für Neue Kunst kooperierenden Sammlungen – entweder als Einzelpräsentation oder im Dialog. Eröffnet wird die Ausstellungsreihe mit einer Einzelschau von Alicja Kwade aus der Sammlung Christian Boros.

In ihren Skulpturen, Installationen und Fotografien greift die Bildhauerin Alicja Kwade (geboren 1979 in Katowice) bestechend spielerisch kunstgeschichtliche Traditionen, naturwissenschaftliche Theorien und soziologische Fragen auf. Damit berührt sie sowohl aktuelle gesellschaftliche und kulturelle als auch politische und ökonomische Themen. Kwade verändert und
manipuliert die physische Beschaffenheit von Materialen. Dadurch evoziert sie Überraschungseffekte, die unsere Erfahrungswerte und Erwartungshaltungen offenbaren und unsere Sehgewohnheiten irritieren.

Die Umgestaltung einfachster Objekte aus dem Alltag mittels aufwendiger Verfahren zu scheinbar luxuriösen Artefakten zeigt unser Werteverständnis von Materialien, Gegenständen und Ideen.

Die oftmals irrationale Zuschreibung und Wahrnehmung basiert auf kulturellen Mustern, Konventionen und Kodierungen, die Kwade mit ihrem ›Zuwiderhandeln‹ hinterfragt. »Mich interessieren gerade jene Dinge und Phänomene, die man nicht in der Lage ist, zu verstehen [...] es geht um das Abstrakte, Absurde, nicht Erklär- und Erlebbare, was aber trotzdem immer präsent ist [...]«. [1]
Mit den verwendeten Materialien, Fundstücken und Designobjekten schöpft sie auch aus dem Formen- und Ideenreichtum der Kunstgeschichte: Sie streift den Kosmos eines Marcel Duchamp mit seiner Idee des Readymades. Schmelzende Gegenstände und die Aufhebung physikalischer Eigenschaften lassen an Salvador Dalí und René Magritte erinnern. Aber auch Donald Judd und Robert Morris liegen nahe, wenn man die klaren und minimalistischen Skulpturen Alicja Kwades betrachtet. Für diese prozesshafte Weiterentwicklung plädierend, wirkt Kwade den Aspekten des Musealen und des Erhaltens entgegen und berührt auch hier eine grundlegende Fragestellung im aktuellen Kunstbetrieb mit seinen Institutionen.

Ebenso wie Kwade jegliche kunsthistorischen Bezüge eher als unbewusst einfließend bezeichnet, möchte sie auch nicht auf einen ausschließlich naturwissenschaftlichen und philosophischen oder kulturwissenschaftlichen Ansatz in ihrer Arbeit reduziert werden. Es sind eher Bausteine, derer sie sich bedient, um die Identität von Dingen und ihre relative Bedeutung zu untersuchen.

»Kohle (Rekord)« (2006) bietet hierfür einen wunderbar komplexen Beleg: Kwade nimmt handelsübliche Kohle und fertigt davon einen Bronzeguss an, umhüllt die einzelnen Briketts mit Blattgold und positioniert diesen ‚Goldbarren‘-Block auf einem Sockel. Auch hier ist es wieder der entstellte Materialkodex, der darüber hinaus durch das Wortspiel auch auf das immanente Werteverständnis verweist – sowohl auf monetärer als auch auf ideeller Ebene. Hinzu kommen die mit dem künstlerischen Schaffensprozess einhergehende (Wert-) Wandlung und die komplexe, oft unter ökonomischen Gesichtspunkten nicht nachvollziehbare Wertzuschreibung von Kunst.


24.09.2011 - 08.01.2012
Hiroshi Kawano. Der Philosoph am Computer

Pressemitteilung
ZKM | Medienmuseum, Projektraum
Eröffnung: Fr, 23.09.2011, 18 Uhr im ZKM_Foyer

Die Computerkunst war von Beginn an ein Feld, das Fragen nach der Urheberschaft sowie der Originalität aufkommen ließ. Damit irritierte es nicht selten das klassische Kunstverständnis: Ist der Programmierer ein Künstler? Oder muss gar der Computer selbst Künstler genannt werden? Welcher Logik folgt die künstlerische Schöpfung in der computergenerierten Kunst? Dass die Computertechnologie und die mit ihr verbundenen wissenschaftlichen Modelle dazu anregte, Grundlagen der Ästhetik zu hinterfragen, erkannte der Japaner Hiroshi Kawano bereits Anfang der 1960er Jahre. Er war weder ein Künstler, der den Computer als neues Produktionsmittel und Thema entdeckte, noch ein Ingenieur, der über die neue Maschine zur Kunst fand. Kawano ist ein Philosoph, der den Schreibtisch verließ, um im Rechenzentrum theoretische Modelle zur Logik künstlerischer Produktion experimentell zu erproben. Das ZKM widmet ihm nun seine erste Retrospektive.
Der japanische Philosoph Hiroshi Kawano (* 1925) zählt zu den weltweit wichtigsten Pionieren, die begannen die Computertechnologie für die Künste zu erobern. Die Ausstellung im ZKM | Medienmuseum umfasst zahlreiche Werke und Dokumente, die noch nie außerhalb Japans präsentiert wurden. Sie schöpft aus der Fülle des Hiroshi-Kawano-Archives, das sich seit Anfang 2010 am ZKM befindet. Die Retrospektive betont die Sonderrolle Kawanos im Kreis der Pioniere der Computerkunst.
Bereits im September 1964 publizierte Kawano in dem japanischen Fachjournal IBM Review die ersten computergenierten Werke – „Designs“, die er mit Hilfe eines OKITAC 5090A-Computers an der Universität Tokyo errechnet hatte.
Der junge Philosoph, der zu diesem Zeitpunkt Ästhetik am Metropolitan College of Air Technology unterrichtete, war über die Auseinandersetzung mit Neo-Kantianismus, Symbolismus, Semiotik und schließlich der Informationstheorie zur Informationsverarbeitenden Maschine, dem Computer, gelangt. Mithilfe dieser Technologie realisierte er computergenerierte Formen für unterschiedliche künstlerische Gattungen: für Bilder, Lyrik, Skulpturen und Musik.
Kawanos Entschluss, sein Archiv dem ZKM zu schenken, lag nicht zuletzt darin begründet, dass es der deutsche Technikphilosoph Max Bense war, der ihm die entscheidenden Impulse gab, Ästhetik und Computertechnik zusammenzuführen.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation in deutscher und englischer Sprache, mit Beiträgen von Hiroshi Kawano, Yoshiyuki Abe, Jungkwon Chin, Simone Gristwood, Akemi Ishijima, Jungyeon Ma und Margit Rosen.

Kuratorin: Margit Rosen

Biografie: Hiroshi Kawano [* 1925, Fushun, China]

Kawano studierte Philosophie und Wissenschaftsphilosophie an der Universität von Tokyo. Bereits 1935 war der Sohn japanischer Eltern aus China nach Japan zurückgekehrt. Ab 1955, nachdem er als Assistenzprofessor an der Fakultät für Literatur der Universität Tokyo tätig war, unterrichtete er an unterschiedlichen Universitäten, u. a. University of Tokyo, Tokyo Metropolitan College of Air Technology, Tokyo Metropolitan College of Technology, Tokyo Metropolitan Institute of Technology, Nagano University, Tohoku University of Art and Design, Tama Art University und Nihon University. Sein Interesse an Semiotik führte ihn Anfang der 1960er Jahre zu den Schriften von Max Bense und der Informationsästhetik. Im September 1964 veröffentlichte er erste computergenerierte Bilder. Es folgten Experimente mit computergenerierter Literatur und, in den 1970er Jahren, mit computergenerierter Musik.

Weitere Informationen: http://on1.zkm.de/zkm/stories/storyReader$7662


23.09.2011 - 23.09.2011
Ausstellungseröffnung: Hiroshi Kawano.
Der Philosoph am Computer

Pressemitteilung
Eröffnung: 18 Uhr im ZKM_Foyer

Der Japanische Philosoph Hiroshi Kawano (*1925) ist einer der wichtigsten Wegbereiter der Eroberung der Computertechnologie für die Künste. Das ZKM widmet ihm nun seine erste Retrospektive. Die Ausstellung umfasst zahlreiche Werke und Dokumente, die noch nie außerhalb Japans präsentiert wurden. Sie schöpft aus der Fülle des Hiroshi-Kawano-Archives, das sich seit Frühjahr 2010 am ZKM befindet. Die Retrospektive betont die Sonderrolle Kawanos im Kreis der Pioniere der „Computerkunst“: Er war weder ein Künstler, der den Computer als neues Produktionsmittel und Thema entdeckte, noch ein Ingenieur, der über die neue Maschine zur Kunst fand, sondern ein Philosoph, der den Schreibtisch verließ, um im Rechenzentrum theoretische Modelle zur Logik künstlerischer Kreation experimentell zu erproben.
Bereits im September 1964 publizierte Kawano in der japanischen IBM Review die ersten „Designs“, die er mit Hilfe eines OKITAC-Computers an der Universität Tokyo errechnet hatte. Der junge Philosoph, der zu diesem Zeitpunkt Ästhetik am Metropolitan College of Air Technology unterrichtete, war über die Auseinandersetzung mit Neo-Kantianismus, Symbolismus, Semiotik und schließlich der Informationstheorie zur Informationsverarbeitenden Maschine, dem Computer, gelangt. Mit Hilfe dieser Technologie realisierte er ab 1964 computergenerierte Formen für unterschiedliche künstlerische Gattungen: für Bilder, Lyrik, Skulpturen und Musik.
Die Entscheidung Kawanos, sein Archiv dem ZKM zu schenken, lag nicht zuletzt darin begründet, dass es ein deutscher Philosoph war, der ihm entscheidende Impulse gab, um Ästhetik und Computertechnik zusammenzuführen: der in Stuttgart lehrende Max Bense.
Zur Ausstellung erscheint ein deutsch-englisches Buch mit Beiträgen von Hiroshi Kawano, Yoshiyuki Abe, Jungkwon Chin, Simone Gristwood, Akemi Ishijima, Jungyeon Ma und Margit Rosen.
Die Publikation wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Japan Foundation.

Abbildung: Hiroshi Kawano, Design 3-1, 1964
ZKM Collection © ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe


17.09.2011 - 05.02.2012
The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989

Pressemitteilung
ZKM | Museum für Neue Kunst
Eröffnung: Fr, 16.09.2011, 19 Uhr im ZKM_Foyer

Auf welche Weise prägt Globalisierung die Kunst? In welcher Form wird sie zur Bedingung und zum Thema künstlerischer Produktion? Und wie lässt sie sich in einer Kunstausstellung präsentieren?
Die Ausstellung „The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989“, die in einem Forschungsprojekt am ZKM entwickelt wurde, macht es sich zur Aufgabe die globale Praxis darstellbar zu machen, die zur Veränderung der zeitgenössischen Kunst geführt hat.

Als eine Phase geopolitischer Wandlung der Welt bedeutet die Globalisierung zugleich eine Wandlung der Kunst, ihrer Produktions- und Distributionsbedingungen. KünstlerInnen und vor allem die Institutionen der Kunst – Biennalen, Museen, der Markt – stehen vor der Frage, wie weit Kunst „global“ gedacht werden kann und muss.
Die Globalisierung bietet vielen Künstlern erstmals eine Partizipation an einer weltweit expandierenden Kunstproduktion. Zugleich ist sie aber auch ein Machtkampf um Märkte und erschwert auf diese Weise ein „Zusammenwachsen“.„The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989“ versteht sich keinesfalls als eine Biennale, die einen neuen globalen Stil propagieren will. Die Ausstellung sowie das umfangreiche Rahmenprogramm fungieren als Forum für Künstler verschiedenster Herkunft. Viele Künstler und Künstlerinnen bilden hier ihre Arbeitsbedingungen und ihre persönliche Erfahrungen mit den Problemen einer globalisierten Welt ab.
In diesem Zusammenhang rückt das ’Zeitgenössische’ in den Vordergrund. Eine neue Künstlergeneration beansprucht Zeitgenossenschaft, um sich von der Moderne mit ihrem hegemonialen Anspruch zu lösen.

„Zeitgenössische Kunst präsentiert sich heute nicht nur als ’neue Kunst’, sondern als eine ’neue Art von Kunst’, die auf dem Globus expandiert. (...) Sie versteht sich als zeitgenössisch nicht nur in einem chronologischen, sondern auch in einem symbolischen und sogar in einem ideologischen Sinne.“ (Hans Belting)

Der Untertitel „Kunstwelten nach 1989“ verschiebt den Akzent auf die neuen Kunstwelten, die nach dem Ende des Kalten Krieges und in der Ära der New Economy entstanden sind.

Mittels dokumentarischer Materialien und künstlerischer Positionen zeigt die Ausstellung, wie die Globalisierung mit ihren dominanten Marktmechanismen einerseits und ihren Utopien der Vernetzung andererseits auf die unterschiedlichen Sphären der Kunstproduktion und -rezeption einwirkt.




„Mit der Globalisierung erleben wir die Umschreibung der modernen Kunst in ein neues Zeitalter.“ (Peter Weibel)

Jeder Versuch, den Prozess der Globalisierung in seiner Gesamtheit zu erfassen, kann heute nur schnappschussartig einen vorübergehenden Zustand abbilden. Um dem Rechnung zu tragen, wird „The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989“ in sieben Themenbereichen aufgeliedert. Außerdem führt eine groß angelegte Dokumentation, die als eine Chronik der letzten 20 Jahre aufgebaut ist und eine extra entwickelte Präsentation auf einem Panoramascreen einschließt, in das Thema der Ausstellung ein.

Das Modul „Weltzeit. Die Welt als Transitzone“ präsentiert Arbeiten, die die Utopie einer in Raum und Zeit geeinten Welt abbilden. Die Metapher des Flughafens, die Installation einer verlassenen Gangway oder Flugzeug-Friedhöfe, die in Kunstwerken thematisiert werden, bilden hierbei einen Ort der Globalisierung ab. Gleichzeitig kommt die Arbeitssituation der Künstler zum Vorschein: Projekte entstehen simultan an mehreren Orten, mit mehreren Partner, die international verstreut sind; die Produktion erfolgt nicht selten unabhängig vom Aufenthaltsort während die Konzeptionsphase zu einem großen Teil online umgesetzt wurde etc.

„Lebenswelten und Bilderwelten“, spiegelt als ein weiteres Modul die Reaktion von Künstlern auf ihre Erfahrung mit den Massenmedien wider. Der grenzüberschreitende Bildkonsum der Populärkultur ist mit dem Entstehen kollektiver Bildwelten verbunden. Thematisiert wird hier insbesondere die permanente Umschreibung der gleichen Bilder.

Weitere Module der Ausstellung sind: „Weltkunst. Die Wunderkammer aus postkolonialer Sicht“, „Grenzfragen. Der Kunstbegriff der Moderne“, „Netzwerke und Systeme. Globalisierung als Thema“, „Kunst als Ware. Die New Economy und die Kunstmärkte“, „Lost in translation. Neue Künstlerbiografien“.

Das ZKM, das im Wendejahr 1989 als ein Zentrum für Medienkunst gegründet wurde, will als eine im besten Sinne utopische „Fabrik“ den Wandel zur globalen Kunstproduktion, die in den neuen Medien begonnen hat, in einer Ausstellung zur Diskussion stellen und erstmals das Fazit der letzten zwanzig Jahre ziehen. Die Ausstellung liefert kein allgemeingültiges Interpretationsschema, denn ihr Thema lässt sich vom alten Blickpunkt eines westlichen Beobachters nicht mehr glaubwürdig darstellen. Deshalb hat das ZKM zehn internationale KünstlerInnen dazu eingeladen, in einem Residenz-Programm während der Laufzeit der Ausstellung den Blickwinkel der Kuratoren zu erweitern und durch ihre gemeinsamen Projekte und Workshops kritisch in die Ausstellung einzugreifen.
Ihre Resultate werden anschließend im Katalog dokumentiert werden. Außerdem ist in der Ausstellung ein „studio“ eingerichtet worden, um an diesem Ort Diskussionen mit den KünstlerInnen zu veranstalten und dem Publikum die Möglichkeit einzuräumen, aktiv auf die Ausstellung und ihr Thema zu reagieren. Ein Begleitprogramm mit internationalen Wissenschaftlern bietet die Gelegenheit, den derzeitigen Diskurs der Kuratoren und Theoretiker am Ort der Ausstellung zur Sprache zu bringen.

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Broschüre und gibt einen ersten Einblick in den theoretischen Hintergrund. Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Frühjahr 2012 und dokumentiert Erkenntnisse und Resultate des Ausstellungsprojekts.
Weitere Informationen unter: www.global-contemporary.de
Informationen zum Forschungsprojekt GAM: www.globalartmuseum.de

Kuratoren: Peter Weibel, Andrea Buddensieg
Co-Kuratoren: Jacob Birken, Antonia Marten
Wissenschaftliche Beratung: Hans Belting
Curatorial Committee: N’Goné Fall (FR/SN), Carol Lu (CN), Jim Supangkat (ID), Patrick D. Flores (PH)
Kuratorin für Kunstvermittlung: Henrike Plegge
Ausstellungsarchitektur: Kuehn Malvezzi mit Samuel Korn

Teilnehmende KünstlerInnen (u.a.):
Bani Abidi, AES Group, Halim Al-Karim, Halil Altindere, Francis Alÿs, Rasheed Araeen, Kader Attia, Yto Barrada, Richard Bell, Guy Ben-Ner, Tamy Ben-Tor, Ursula Biemann, Michael Bielicky & Kamila B. Richter, Zander Blom, Santiago Borja, Luchezar Boyadjiev, Ondrej Brody & Kristofer Paetau, Erik Bünger, Roberto Cabot, Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova, Chto delat?, Mansour Ciss Kanakassy & Baruch Gottlieb & Christian Hanussek, Com&Com, Minerva Cuevas, Neil Cummings & Marysia Lewandowska, Pauline Curnier Jardin, Manthia Diawara, Ala Ebtekar, Nezaket Ekici, Yara El-Sherbini, Elmgreen & Dragset, Erika & Javier, Doug Fishbone, Brendan Fernandes, Meschac Gaba, Thierry Geoffroy/Colonel, Ghana ThinkTank, Matthias Gommel, Josh Greene with Yangzi, Anawana Haloba Hobøl, Hong Hao, IRWIN und NSKSTATE.COM, Khosrow Hassanzadeh, Mona Hatoum, Antonia Hirsch, Pieter Hugo, Ashley Hunt, Melanie Jackson, David Jablonowski, Christian Jankowski, Anna Jermolaewa, Jin Shi, JJ XI & Cai Yuan, Jompet, Martin Kippenberger, Agung Kurniawan, Surasi Kusolwong, Will Kwan, Moshekwa Langa, Ben Lewis, Liu Ding, Rafael Lozano-Hemmer, James Luna, Pooneh Maghazehe, Tirzo Martha, Gabriele di Matteo, Miao Xiaochun, Mirza/Butler, Nástio Mosquito, Krisna Murti, Jun Nguyen-Hatsushiba, Ni Haifeng, Eko Nugroho, Mattias Olofsson, Adrian Paci, Leila Pazooki, Pavel Pepperstein, Pinky Show, Tadej Pogacar, Elodie Pong, Nusra Latifa Quereshi, Raqs Media Collective, Araya Rasdjarmrearnsook, Navin Rawanchaikul, RYBN, Ho-Yeol Ryu, Ruth Sacks, Chéri Samba, John Smith, Stewart Smith & Robert Gerard Pietrusko & Bernd Lintermann, Sean Snyder, Christa Sommerer & Laurent Mignonneau, SOSka group, Michael Stevenson, Hito Steyerl, Mladen Stilinovic, Jens M. Stober, Jim Supangkat, SUPERFLEX, Stephanie Syjuco, Tsuyoshi Ozawa, Tintin Wulia, The Xijing Men, Xu Bing, Zhou Tiehai


27.08.2011 - 04.09.2011
Anne-Sarah Le Meur. Beyond-Round

Pressemitteilung
»Beyond-Round« ist eine interaktive 360° Panorama-Installation, die den Prozess der Wahrnehmung, speziell den Blick des Besuchers, thematisiert. Nur wenn dieser sehr langsame Bewegungen macht, ist es ihm möglich die projizierten Inhalte ›festzuhalten‹ und zu betrachten. Bei einer schnellen Bewegung hingegen verschwinden die Projektionen aus dem Sichtfeld. Die Dynamik der Bilder sowie die Farben hängen somit vom jeweiligen Verhalten der Besucher ab.
Insgesamt sind vier Phasen möglich: In den ersten beiden Phasen tauchen Bilder auf dem Panorama-Screen auf und verschwinden wieder. Zudem verändern sie ihre Farbe und ihre Schnelligkeit, mit der sie über den Projektionsscreen wandern. In der dritten Phase ist es möglich mit dem Bild direkt zu interagieren. Durch sehr langsame Bewegungen wirkt diese Interaktion wie ein Tanz mit den projizierten Bildinhalten. Phase vier beinhaltet die Option zur face-to-face Situation: Das Bild kann direkt angeschaut und durch langsame Bewegung in seinen Eigenschaften modifiziert werden.


26.08.2011 - 26.08.2011
Ausstellungseröffnung: Anne-Sarah Le Meur. Beyond-Round

Pressemitteilung
Eröffung der Ausstellung (27.08.2011-04.09.2011).
Freitag, 18.00 Uhr im ZKM_Kubus.


"Beyond-Round" ist eine interaktive 360° Panorama-Installation, die den Prozess der Wahrnehmung, speziell den Blick des Besuchers, thematisiert. Nur wenn dieser sehr langsame Bewegungen macht, ist es ihm möglich die projizierten Inhalte ›festzuhalten‹ und zu betrachten. Bei einer schnellen Bewegung hingegen verschwinden die Projektionen aus dem Sichtfeld. Die Dynamik der Bilder sowie die Farben hängen somit vom jeweiligen Verhalten der Besucher ab.
Insgesamt sind vier Phasen möglich: In den ersten beiden Phasen tauchen Bilder auf dem Panorama-Screen auf und verschwinden wieder. Zudem verändern sie ihre Farbe und ihre Schnelligkeit, mit der sie über den Projektionsscreen wandern. In der dritten Phase ist es möglich mit dem Bild direkt zu interagieren. Durch sehr langsame Bewegungen wirkt diese Interaktion wie ein Tanz mit den projizierten Bildinhalten. Phase vier beinhaltet die Option zur face-to-face Situation: Das Bild kann direkt angeschaut und durch langsame Bewegung in seinen Eigenschaften modifiziert werden.

Abb: Anne-Sarah Le Meur: "Beyond-Round"
Courtesy ZKM | Institut für Bildmedien
Kooperation: Francis Bras (Interface-Z) and Didier Bouchon (Le Cube)
© Anne-Sarah Le Meur


05.08.2011 - 29.01.2012
Sound Art @ Het Apollohuis

Pressemitteilung
Archiv-Ausstellung und CD Präsentation
»Sound Art @ Het Apollohuis«

Die Archiv-Ausstellung widmet sich dem fast zwei Jahrzehnte langen Schaffen des Het Apollohuis in Eindhoven / Niederlande. Dort wurden von 1980 bis 1997 Künstler in zahlreichen Ausstellungen und Installationen, Performances und Konzerten präsentiert und kunsttheoretische Debatten geführt. Unter der Leitung seiner Gründer Paul und Hélène Panhuysen wurde das Haus zum wichtigen Zentrum der Avantgarde zwischen bildender Kunst und Musik.

Seit 2009 befindet sich das Archiv von Het Apollohuis mit zahlreichen Ton, Text- und Bilddokumenten am ZKM und wird dort wissenschaftlich erschlossen, dokumentiert und bewahrt. Im Sommer 2011 erschien in der Edition ZKM milestones bei WERGO mit Sound Art @ Het Apollohuis die erste CD der neuen Reihe. Sie macht bisher unveröffentlichte Ausschnitte von Konzert- und Performance-Aufnahmen wichtiger Künstlerinnen und Künstler aus der gesamten Zeitspanne der Existenz von Het Apollohuis hörbar.

Begleitprogramm zur Ausstellung:
Im August und September ist die CD im Degem Webradio @ ZKM im Slot »ZKM | Musik aktuell« als Stream zu hören.
Am 22. Oktober um 18 Uhr werden die beiden Gründer des Het Apollohuis Paul und Hélène Panhuysen zu einem Werkstattgespräch zu Gast in der Ausstellung im ZKM sein.

Publikation:
· Wergo 2011 / 2 Audio-CDs [Info]

Weitere Informationen:
· http://www.paulpanhuysen.com
· http://on1.zkm.de/zkm/musik/cddvd
· http://biblio.zkm.de/DegemWebradio/programm.htm


15.07.2011 - 04.09.2011
Molecules that changed the world

Pressemitteilung
Ausstellung im Projektraum im ZKM | Medienmuseum


Interaktive 3D-Projektion

Die Projektion "Molecules that changed the world" ist Teil des Symposiums "Molekulare Ästhetik", das im Rahmen des Projekts "Käpsele Connection. Kreativität und Innovation in Baden-Württemberg" in Zusammenarbeit mit dem DFG-Centrum für Funktionelle Nanostrukturen (CFN) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entstand.

Von der Molekularchemie bis zur Molekularbiologie stehen wir an der Schwelle einer Materialrevolution. In den 20er Jahren wurden neue industrielle Materialien, wie Metalle, Plexiglas und Aluminium als Rohmaterial verwendet. Heute, durch die Entwicklungen in der Nanotechnologie und durch computerbasierte Technologien gibt es die Möglichkeit, Einblicke in eine Materie zu erhalten, die weit von bestehenden Vorstellungen entfernt ist, nämlich in die Welt der Moleküle, der Atome und subatomaren Partikel. Die "molekulare Revolution" (Félix Guattari, 1977) hat schon begonnen.



Credits:
Konzeption: Ljiljana Fruk, Bernd Lintermann
Mitarbeit (KIT): Ishtiaq Ahmed, Dennis Bauer, Sinem Engin, Bianca Geiseler, Dania Kendziora, Marko Miljevic, Andre Petershans, Lukas Stolzer
Projektkoordination: Sophie-Charlotte Thieroff
Mitarbeit: Maja Petrović
Grafik: Christina Zartmann
Software: Bernd Lintermann
Technik: Manfred Hauffen
ausstellung_snapShot


02.07.2011 - 16.07.2011
Gewebtes Licht

Pressemitteilung
Präsentation der ausgewählten Werke der Ausschreibung »Gewebtes Licht«,
eine Ausstellung zum Jubiläum »175 Jahre ETTLIN«

Ausstellungseröffnung am 01.07.2011 im ZKM_Foyer, 16 Uhr, Eintritt frei

Licht ist eine Quelle und ein Element der Kunst. Licht macht Kunst sichtbar. Aber Licht kann selbst auch Kunst sein bzw. Kunstwerk werden – vor allem, wenn es sich um »gewebtes Licht«, um Lichtstrukturen handelt, die dreidimensionale Räume und Gebilde schaffen. Die Firma ETTLIN hat ein neuartiges Gewebe entwickelt, das durch Lichteinfall interessante Effekte und 3-D-Wirkung entfaltet. Durch punktförmige Beleuchtung (z.B. durch LEDs) des speziellen Gewebes entstehen Lichtlinien, die sich in die Tiefe des Raumes ausbreiten und so leuchtende Körper bzw. Objekte erzeugen.

Die Ausstellung »Gewebtes Licht« (02.07.–16.07.11) präsentiert 23 ausgewählte Werke des Wettbewerbes »Gewebtes Licht«, der vom ZKM | Karlsruhe ins Leben gerufen wurde. Eingeladen waren KünstlerInnen, DesignerInnen und ArchitektInnen europäischer Akademien und Universitäten, unter Bereitstellung von Gewebe und LED-Lampen, die kreativen und künstlerischen Möglichkeiten dieser neuen Technologie auszuloten. 130 Künstler hatten sich an dem Aufruf beteiligt. Drei Werke wurden mit Geldpreisen in einer Gesamthöhe von 10.000 Euro prämiert.


02.07.2011 - 16.07.2011
Gewebtes Licht

Pressemitteilung
Präsentation der ausgewählten Werke der Ausschreibung »Gewebtes Licht«,
eine Ausstellung zum Jubiläum »175 Jahre ETTLIN«

Ausstellungseröffnung am 01.07.2011 im ZKM_Foyer, 16 Uhr, Eintritt frei

Licht ist eine Quelle und ein Element der Kunst. Licht macht Kunst sichtbar. Aber Licht kann selbst auch Kunst sein bzw. Kunstwerk werden – vor allem, wenn es sich um »gewebtes Licht«, um Lichtstrukturen handelt, die dreidimensionale Räume und Gebilde schaffen. Die Firma ETTLIN hat ein neuartiges Gewebe entwickelt, das durch Lichteinfall interessante Effekte und 3-D-Wirkung entfaltet. Durch punktförmige Beleuchtung (z.B. durch LEDs) des speziellen Gewebes entstehen Lichtlinien, die sich in die Tiefe des Raumes ausbreiten und so leuchtende Körper bzw. Objekte erzeugen.

Die Ausstellung »Gewebtes Licht« (02.07.–16.07.11) präsentiert 23 ausgewählte Werke des Wettbewerbes »Gewebtes Licht«, der vom ZKM | Karlsruhe ins Leben gerufen wurde. Eingeladen waren KünstlerInnen, DesignerInnen und ArchitektInnen europäischer Akademien und Universitäten, unter Bereitstellung von Gewebe und LED-Lampen, die kreativen und künstlerischen Möglichkeiten dieser neuen Technologie auszuloten. 130 Künstler hatten sich an dem Aufruf beteiligt. Drei Werke wurden mit Geldpreisen in einer Gesamthöhe von 10.000 Euro prämiert.


18.06.2011 - 29.01.2012
CAR CULTURE. Medien der Mobilität

Pressemitteilung
Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe präsentiert technologische Entwicklungen der Mobilität unserer Zeit. Die Ausstellung findet anlässlich des Automobilsommers 2011 in Baden-Württemberg statt und zeigt neben ungewöhnlichen Autoskulpturen auch Entwicklungen der immateriellen Mobilität, die unsere technologische Gesellschaft maßgeblich beeinflusst hab


28.05.2011 - 25.09.2011
Bill Bollinger. Die Retrospektive

Pressemitteilung
Bill Bollinger (1939–1988) gehörte Ende der 1960er-Jahre zu den wichtigsten Bildhauern seiner Zeit und wurde in einem Atemzug mit Bruce Nauman, Robert Smithson, Eva Hesse und Richard Serra genannt, bevor er ab Mitte der 1970er-Jahre in Vergessenheit geriet und nicht länger im internationalen Kunstbetrieb präsent war. Die Ausstellung, die nach der ersten Station im Kunstmuseum Liechtenstein nun im ZKM | Museum für Neue Kunst gezeigt wird, ist die erste Retrospektive zum Werk des früh verstorbenen Künstlers, das es in seiner Komplexität, Radikalität und Intensität neu zu entdecken gilt. Gleichzeitig versteht sich diese Präsentation als Beitrag zur aktuellen Aufarbeitung vergessener künstlerischer Positionen.

Mit dieser groß angelegten Werkübersicht präsentiert das ZKM | Museum für Neue Kunst über 30 Skulpturen und an die 100 Arbeiten auf Papier erstmals einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland. Zahlreiches, unbekanntes Dokumentationsmaterial vermittelt zudem einen vertieften Einblick in das überraschende Werk. Zusammen mit der anlässlich der Ausstellung erscheinenden Publikation ist diese Retrospektive das Ergebnis einer mehrjährigen Recherchearbeit. Eine Anzahl der gezeigten Werke wurde, basierend auf historischen Dokumenten, wieder aufgetauchten Installationsanweisungen Bollingers und Aussagen von Zeitzeugen, speziell für diese Ausstellung rekonstruiert.

Diese erste, umfassende Werkschau, kuratiert von Christiane Meyer-Stoll in konzeptueller Zusammenarbeit mit Rolf Ricke, ist eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein, in Kooperation mit dem ZKM | Museum für Neue Kunst in Karlsruhe und The Fruitmarket Gallery in Edinburgh.


28.05.2011 - 25.09.2011
Lee Bontecou. Insights

Pressemitteilung
Die US-Amerikanische Künstlerin Lee Bontecou wird im ZKM | Museum für Neue Kunst anlässlich ihres 80. Geburtstages erstmalig seit mehr als dreißig Jahren in Europa mit einer Ausstellung gewürdigt, die einen Einblick in ihr innovatives Schaffen der 1960er-Jahre gewährt.
Im 20. Jahrhundert waren die 1960er-Jahre das Jahrzehnt, das die meisten Neuerungen brachte – zahlreiche Kunststile etablierten sich, so etwa die Minimal Art, Pop Art und Concept Art, die Arte povera oder auch Performance und Happening. Ebenso im Bereich der verwendeten Materialien wurden in der Kunst neue Wege beschritten. Eine der wenigen Frauen, die in der westlichen Kunstszene der damaligen Zeit eine bedeutende und international anerkannte Position einnahm, war Lee Bontecou (*1931), die in vielen wichtigen Ausstellungen vertreten war, so etwa 1961 bei der Biennale von Sao Paolo oder 1964 bei der documenta III in Kassel. Bontecou kann als artist’s artist bezeichnet werden, denn zahlreiche Künstler haben sich von ihrem Werk inspirieren lassen.


07.05.2011 - 07.08.2011
Francesco Lo Savio – Tano Festa
The Lack of the Other

Pressemitteilung
Mit der Ausstellung „Francesco Lo Savio – Tano Festa. The Lack of the Other“ präsentiert das ZKM | Museum für Neue Kunst das künstlerische Werk der zwei Brüder Francesco Lo Savio und Tano Festa. Obgleich ihre Bedeutung für die Kunstwelt unbestreitbar ist, sind sie scheinbar dennoch in Vergessenheit geraten. Mitte der 1960er Jahre gehörten sie zu den Vorreitern einer neuen Künstlergeneration. Nach dem im Höchstmaß ausgelebten Kunstausdrucks eines Jackson Pollock, formulierten sie ein Kunstkonzept als konkrete und autonome Aktivität. Noch vor dem Aufkommen der Minimal Art konfrontierten sie die schöpferische Geste des Künstlers mit den Prinzipien der industriellen Produktion.


07.05.2011 - 07.08.2011
ATLAS. How To Carry the World on One’s Back?

Pressemitteilung
ZKM | Museum für Neue Kunst
In Kooperation mit Reina Sofia und der Sammlung Falckenberg

Auf welche Weise arbeiten bestimmte Künstler, wie entwickeln sie ihre Ideen? Das ZKM | Museum für Neue Kunst zeigt eine interdisziplinäre Ausstellung, die ausgehend vom Bilderatlas „Mnemosyne“ von Aby Warburg den Bogen quer durch das 20. bis ins 21. Jahrhundert spannt. Nicht das vollendete Werk, sondern die Arbeitsfläche und Inspirationsquellen stehen im Vordergrund der Ausstellung, die kreative Prozesse offen legen will.

Die Ausstellung formuliert die Frage, wie die Arbeit des Künstlers aus der Perspektive einer authentischen Methode zu sehen ist. Wie können wir die Welt betrachten, ohne dem Standard unseres Wissens zu folgen? Entsprechend dieser Fragestellung ist das Konzept von ATLAS nicht darauf angelegt „Meisterwerke“ zu versammeln. Im Vordergrund steht die Aufgabe, Quellen zu eruieren aus denen Künstler schöpften und damit diverse künstlerische Vorgehensweisen nachvollziehbar zu machen. Daher werden nicht Paul Klees Aquarelle zu sehen sein, sondern u.a. sein bescheidenes Herbarium und die durch dieses angeregten graphischen und theoretischen Ideen. Nicht Josef Albers’ Quadrate werden präsentiert, sondern sein Fotoalbum mit Aufnahmen präkolumbianischer Bauten.


30.04.2011 - 12.06.2011
Ingeborg Lüscher
Die andere Seite

Pressemitteilung
ZKM | Medienmuseum


19.03.2011 - 15.05.2011
Edmund Kuppel
PROJEKTIONEN 1970–2010
Ausufernde Sehfelder

Pressemitteilung
„Vor 40 Jahren war der Glaube an authentische Abbildung mittels Fotografie oder Film noch weitgehend unerschüttert, doch regten sich erste Zweifel, ob diese Medien dem Anspruch tatsächlich gerecht werden konnten. Wollten ihre Benutzer überhaupt, dass sich auf der Abbildung oben wieder fand, was sich in Wirklichkeit oben befunden hatte? War unten unten, rechts rechts und links links gewesen, bevor es abgelichtet wurde“
Edmund Kuppel präsentiert im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Arbeiten aus den letzten 40 Jahren, die die Frage der Authentizität fokussieren und die Wahrnehmungsfähigkeit des Betrachters herausfordern. Im Zeitalter des Computers sei ausschließlich die Frage nach der Integrität des Autors ausschlaggebend und nicht die
nach der Authentizität des Mediums. „Begriffe wie falsch oder richtig sind immer eingebunden in ein Ordnungssystem. Es sind Projektionen. Überlagern sie sich, kann die Orientierung verloren gehen. Nichts stimmt mehr, obgleich alles seine Richtigkeit hat“, schreibt Edmund Kuppel zu seiner Arbeit. Die ausgestellten Fotoarbeiten und Installationen veranschaulichen und beschreiben Bewegungsabläufe, Entstehungsvorgänge, Entwicklungsphasen, die unserer Wahrnehmung zugrunde liegen. Für die Ausstellung im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie lag es nahe, sich bei der Auswahl der Arbeiten, die ihren eigenen Bildrand oftmals in Frage stellen, auf den Einsatz von Projektionen zu konzentrieren – sowohl unter dem technischen wie dem philosophischen Aspekt.


13.02.2011 - 03.04.2011
Mischa Kuball. platon`s mirror

Pressemitteilung
Der Düsseldorfer Medienkünstler Mischa Kuball ist einer der wenigen Künstler, der das Licht schon immer auch in seiner (gesellschafts-) politischen Dimension verstanden und es in zahlreichen Werken und Installationen entsprechend eingesetzt hat. In seinem neuen Ausstellungs-Projekt platon`s mirror kommen darüber hinaus zwei weitere Aspekte hinzu: eine wahrnehmungsästhetische Komponente sowie die Möglichkeit einer neuartigen Bildgenerierung durch Computer-Tomografie. Es ergeben sich daraus hochaktuelle Fragestellungen in und für die Kunst. Lichtpolitik und Medienpolitik werden innerhalb dieses Projektes neu verhandelt.

Die Idee zu platon`s mirror basiert auf einem der einflussreichsten Texte der europäischen Literatur: Platons Höhlengleichnis. In ihm wird die Unterscheidung zwischen zwei Formen der Wirklichkeit formuliert: der sichtbaren Realität und der (wahren) Realität der Ideen. Einen Künstler wie Kuball, der sich wie kein zweiter in seiner Kunst mit dem Phänomen des Lichts auseinandersetzt, musste das Höhlengleichnis zur künstlerischen Auseinandersetzung herausfordern. In zugleich einfachen und höchst effektiven Anordnungen mit Projektoren und reflektierenden Silberfolien, Fotografien und Videos schafft Kuball einerseits Räume, die als Gleichnisse der Platon`schen Höhlensituation zu verstehen sind, andererseits übersetzt er in seinen Fotografien und Videos das komplexe Verhältnis von Lichtquelle, Spiegelung, Schattenriss und Abbild in scheinbar endlos zu erweiternde Mediationsstufen, auf denen sich die Wirklichkeit als die Wirklichkeit ihrer Reflexion immer erneut konstituiert.

Die Beschäftigung Kuballs mit dem Thema des Höhlengleichnisses erfolgt in einer Zeit, in der das Problem der »Realität« kaum mehr unter philosophischen, sondern fast ausschließlich unter soziologischen und politischen Gesichtspunkten betrachtet wird. Die Rede von der »Performativität« alles Realen macht scheinbar die Suche nach dem, was an der Wirklichkeit wirklich sei, überflüssig. Mit Mischa Kuballs Rekurs auf Platon ist die Frage verbunden, ob sich tatsächlich so einfach alle Wirklichkeiten als sozial konstruiert deuten lassen, und ob die Vernunft noch als Instrument zur Hand ist, um zwischen Scheinhaftigkeit und Wirklichkeit zu unterscheiden. Insofern lässt sich platon’s mirror nicht nur als Problematisierung der Aktualität Platons verstehen, sondern auch als Wiederbefragung der klassischen Verknüpfung von Lichtmetaphorik und der Idee des aufklärerischen Denkens.


29.01.2011 - 25.04.2011
Robert Cahen video installations

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ZKM | Medienmuseum, Projektraum

Der französische Künstler Robert Cahen gilt als Pionier der Videokunst und hat durch seine Werke, die sich mit Fragen der Wahrnehmung, des Gedächtnis, des Vergehens der Zeit befassen, internationale Anerkennung gewonnen. Die Herausgabe einer DVD zum Werk Cahens durch Ecart Productions mit der Unterstützung des ZKM ist der Impuls für eine kleine Ausstellung, die im ZKM | Medienmuseum für Anfang 2011 vorgesehen ist. Die DVD erfasst 29 bahnbrechende Werke von Cahen, von „L’invitation au voyage” (1973) bis „Blind Song” (2007). Mit ihrem Schwerpunkt nicht auf die bekannteren Videoarbeiten, sondern auf Cahens neuesten Videoinstallationen ergänzt die Ausstellung die DVD in der Bemühung, die Entwicklung von Cahens Werk einem breiteren Publikum bekannt zu machen.


29.01.2011 - 27.03.2011
Frédéric Chaubin
CCCP – Cosmic Communist Constructions Photographed

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ZKM | Museum für Neue Kunst

Die Ausstellung zeigt mit rund 80 Werken des französischen Fotografen Frédéric Chaubin einen Einblick in die avantgardistische Architektur der Sowjetunion aus den zwei Dekaden vor dem Niedergang des kommunistischen Reiches.


11.11.2010 - 27.03.2011
Sounds. Radio – Kunst – Neue Musik

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Zur Zeit der historischen Avantgarden bildeten die Künste eine sich gegenseitig befruchtende Synthese, ehe ab den 1930er-Jahren eine Separierung und Spezialisierung in einzelne Disziplinen einsetzte. Das Radio ist ein Ort, an dem dieses Zusammenspiel der Künste auch gegen die Dominanz eines dialogzentrierten Hörspiels immer wieder erprobt und vorangetrieben wurde.
Das Ausstellungsprojekt Sounds. Radio – Kunst – Neue Musik macht Radio als künstlerisches Medium begehbar und räumlich erlebbar. Ausgehend von der medieneigenen Vielstimmigkeit der Radiokunst und der Faszination der Körperlosigkeit, die die frühen Radiojahre prägte, eröffnet die Ausstellung überraschende Perspektiven auf die Radiokunst und ihr Potenzial, komplexe Erfahrungsräume zu schaffen.
Fünf Radioarbeiten, die im Rahmen des deutsch-tschechischen Radiokunstprojekts rádio d-cz entstanden, bilden den Ausgangspunkt der Ausstellung. AutorInnen, KünstlerInnen, HörspieldramaturgInnen, GeräuschesammlerInnen und MusikerInnen begaben sich für rádio d-cz auf Entdeckungsreise in deutsch-tschechische Lebenswelten. Aus tatsächlicher und fiktiv gestalteter Zeitgeschichte erzählen die Radio-Features, Hörspiele und Soundcollagen von Abenteurern und Selfmade-Männern, über trennende Zäune und verbindende Geräusche. Diese fünf Stücke begegnen in der Ausstellung jeweils historischen und zeitgenössischen Referenzstücken, die ihren jeweiligen stilistischen Echoraum erfahrbar machen.


07.11.2010 - 27.03.2011
Celebrity - The One & the Many

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Das skandinavische Künstlerduo Michael Elmgreen & Ingar Dragset gehört seit einigen Jahren in der internationalen Kunstszene zu den innovativsten Positionen, die mit Skulpturen, Installationen und Performances unterschiedliche Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster hinterfragen. Spektakuläre Projekte wie eine nachgebaute Prada-Boutique in der texanischen Wüste oder ein scheinbar aus dem Boden brechendes Wohnwagengespann inmitten einer noblen Mailänder Einkaufsgalerie haben sie einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Mit ihrem Projekt The Collectors bei der Biennale in Venedig haben Elmgreen & Dragset 2009 nicht nur einen enormen Erfolg beim Publikum erzielt, sondern wurden auch von der Kunstkritik weltweit gefeiert. Das ZKM | Museum für Neue Kunst realisiert mit Celebrity - The One & the Many die erste große museale Einzelausstellung der beiden Künstler in Deutschland.

Die Ausstellung Celebrity - The One & the Many untersucht verschiedene Facetten des gesellschaftlich-kulturellen Klimas. Innerhalb dieser künstlerischen Untersuchung wird eine Reihe miteinander verflochtener Erzählungen inszeniert, die mit willkürlich gesetzten Schlaglichtern die Perspektive auf zahlreiche soziale, politische und nicht zuletzt künstlerische Aspekte lenken will.
Celebrity richtet unter anderem den Fokus auf das Verhältnis zwischen "the one and the many", also dem Einen, einer prominenten Persönlichkeit, einer Ikone, eines a-listers und der Menge von `normalen` Leuten und beleuchtet wie der Lifestyle der rich and famous durch inszenierte, künstliche Realitäten an ein breites Publikum vermittelt wird. Verzerrungen, Gerüchte, Tratsch und Halbwahrheiten spielen in den Geschichten aus der Welt des Glamours bekanntermaßen eine wichtige Rolle, um entweder Traumwelten entstehen lassen – oder Skandale. In diesem Zusammenhang thematisieren die Installationen in Celebrity auch die Mechanismen der medialen Verführung und zeitgenössischen Mythenbildung.


03.10.2010 - 03.04.2011
VOR DEM ZKM
Projekt 99,9% und Kunst im Hallenbau 1980–1994

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Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst und der Hochschule für Gestaltung, HfG_Lichthöfe 3 + 4
Eröffnung am Sa 02.10.10 um 19 Uhr im HfG_Lichthof 3

Der Hallenbau des heutigen ZKM ist das größte Gebäude in Karlsruhe und war früher eine bedeutende Produktionsstätte der Industriewerke Karlsruhe Augsburg (IWKA), die vor dem Ersten Weltkrieg als Badische Waffen- und Munitionsfabrik gegründet wurden. In der Industrieruine richteten sich in den Jahren von 1980 bis 1994 eine zunehmende Zahl von Künstlern Werkstätten und Ateliers ein. Die leer stehenden Gebäude wurden zunächst mit Genehmigung der diversen Eigentümer, dann auch ungenehmigt, als Arbeitsräume genutzt. Mit mehreren Aktionen außerhalb des üblichen Museums und Galeriebetriebs erregte man weit über die Region hinaus große Aufmerksamkeit. Hier entstand eine lebendige kulturelle Szene, die mit legendären Aktionen, wie dem interdisziplinären „Projekt 99,9% aus leerem Raum (1988/1989)“, die IWKA-Ruine einer breiten Öffentlichkeit als ein Forum für Kunst vorgestellt hat.


07.08.2010 - 26.09.2010
Wunderkammer Wissenschaft

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Eine Ausstellung zwischen Kunst, Ästhetik und Wissenschaft
Eine Wanderausstellung der Helmholtz-Gemeinschaft präsentiert durch das Karlsruher Institut für Technologie auf dem ZKM_Musikbalkon und dem ZKM_Museumsbalkon
Eröffnung Fr 06.08. um 19:00 im ZKM_Foyer

Wissenschaft ist ästhetisch. Jenseits unverständlicher Fachbegriffe und trockener Formeln präsentiert die Wanderausstellung »Wunderkammer Wissenschaft« faszinierende Bilder zum Staunen und Entspannen. Die 16 Zentren der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren zeigen dabei Ausschnitte aus ihren Arbeiten. Mit dabei das Karlsruher Institut für Technologie mit den Themen »Sprit aus Stroh«, »Grid-Computing«, »Nanostrukturen« und »Gipfelstation«.

Sechzehn »Wunderkammern« zeigen auf großformatigen Bildschirmen bewegte Nahaufnahmen von Nano-Pyramiden und biologischen Strukturen, Einblicke in komplexe Messinstrumente und Experimente, Blicke auf extreme Landschaften und kosmische Katastrophen. Sie machen den ursprünglichen Impuls des Erforschens erlebbar – das Staunen über die Wunder der Welt.

»Wunderkammern« haben eine lange Tradition: Hier wurden schon in früheren Zeiten bizarre Objekte aus Natur, Wissenschaft und Kunst gesammelt und ausgestellt. Sie bildeten die Welt im Kleinen ab, um sie verstehen zu lernen, und waren damit die Keimzelle vieler wissenschaftlicher Sammlungen und Museen.

Über die gezeigten Bilder können auf mehreren Vermittlungsebenen Informationen zu den Inhalten, den Forschungsthemen und den beteiligten Einrichtungen abgerufen werden. Die Besucher können das Gesehene mittels Podcasts, einem selbst zusammenstellbaren Ausstellungskatalog oder im Internet vertiefen.

Die Ausstellung wird im Rahmen der Karlsruher Museumsnacht am 7. August 2010 gezeigt. Sie ist auch Bestandteil des bundes- und landesweiten Tages der Energie am 25. September 2010, der auf dem Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie mit einem großen Tag der offenen Tür eine seiner zentralen Veranstaltungen erlebt.


03.07.2010 - 26.09.2010
Wolf Kahlen - Video Tapes 1969-2000

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Medienmuseum, Projektraum
Eröffnung Sa 02.07. um 19:00 in der Ausstellung

Wolf Kahlen, in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden, gehört zu den wichtigsten deutschen Videopionieren. Seine Arbeit »S.C.H.A.F.E« von 1975 war im letzten Jahr einer der Publikumslieblinge in der ZKM-Ausstellung »RECORD > AGAIN! 40Jahrevideokunst.de - Teil 2.«

Als Kahlen Mitte der 60er Jahre als junger DAAD-Stipendiat in New York erstmals mit dem damals neuen Medium Video in Berührung kam, war ihm sofort klar, dass dies die Technik für seine Kunst werden sollte. Ein Medium, das nach seiner Auffassung schwer greifbar ist, das subjektiv und auch rahmenlos ist.

So flaniert der Besucher gleich zu Beginn der Ausstellung an der Projektion »Kyoto - Raw Material On Sublime Beauty« vorbei, die überwiegend aus japanischen Straßenszenen besteht und mit ihrer Länge von fast 12 Stunden nie fassbar wird. Sie soll es auch nicht werden.

Denn die Kamera war und ist für Kahlen ein umherschweifendes Auge, das sucht, aber auch zuweilen den Zufall findet, das dokumentiert und doch etwas völlig anderes hervorbringt als die Kamera eines Dokumentarfilmers. Das Medium hat für ihn vielmehr etwas Intimes, seine Videowerke halten Zwiesprache mit dem einzelnen Betrachter.

So zeigte Wolf Kahlen bereits 1975 seine Arbeiten auf Bildschirmen in schwarzen Zelten, die er in der Galerie aufgeschlagen hatte, so als ob er die Werke für viel zu kostbar halten würde, um sie gleichzeitig zu vielen Augen auszusetzen. Damals waren es die ersten 25 Arbeiten, inzwischen sind es fast 160 Bänder geworden, von denen viele seit Mitte der 1980er Jahre auf langen Reisen durch Asien entstanden.

Und wieder besitzt die Ausstellungsarchitektur etwas Intimes. Der Blick auf transparente weiße Stoffbahnen lässt zunächst nur erahnen, was im Saal dahinter auf Flachbildschirmen und einer Beamer-Projektion abläuft. Doch sobald der Besucher den Raum betritt, befindet er sich in einem »Audiovisuellen Reading-Room«, einem Ort des ruhigen und ungestörten Studierens. Monitore und Projektion sind so arrangiert, dass einem kaum jemand über die Schulter schauen kann. Und überall liegt das fast 500seitige Werksverzeichnis aus, das Kahlen für diese Retrospektive herausgebracht hat. Aber man wird das Werk weder in allen Facetten noch in seiner Gänze erfassen können. Doch es ist alles da.

Ergänzt wird die Ausstellung durch sechs Videoskulpturen, darunter zwei aus der Sammlung des ZKM | Medienmuseums, die für diesen Anlass restauriert wurden und so seit vielen Jahren erstmals wieder zu sehen sind.

Kuratiert von Christoph Blase

Katalog: „Wolf Kahlen. VideoTapes 1969 – 2010“, hrsg. von Wolf Kahlen, 487 S. mit zahlreichen Abb., Edition Ruine der Künste Berlin.

Die Ausstellung ist in veränderter Form auch im der Berliner Ruine der Künste (bis 31.7.2010), im Folkwang Museum Essen (bis 01.08.2010) und im WRO Art Center, Wrocław/Polen (ab 08.09.2010) zu sehen.

Weitere Informationen: www.zkm.de/ausstellungen


13.05.2010 - 22.08.2010
Robert Wilson. Video Portraits

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ZKM | Museum für Neue Kunst, 1. OG

Nach Stationen in der Neuen Galerie Graz und in der Sammlung Harald Falckenberg in Hamburg zeigt die Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst eine eigens für das Haus zusammengestellte Auswahl von Videoporträts.


08.05.2010 - 25.07.2010
Katrin Jakobsen: alles wird gut

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Eine Dienstreise nach Thailand und Kambodscha, auf der die Medienkünstlerin und Fotografin Katrin Jakobsen vor einigen Jahren im Auftrag der schwedische „Elle“ eine Fotoserie erstellte, bildete den Ausgangspunkt für ihr komplexes Projekt „alles wird gut”. Konfrontiert mit den Schicksalen tausender misshandelter und missbrauchter Straßenkinder, deren einzige Überlebenschance es ist, ihre Körper an so genannte Sextouristen zu verkaufen, beschloss Katrin Jakobsen etwas zu unternehmen: Die Ausstellung „alles wird gut” präsentiert Fotografien, Videos, Mixed-Media-Installationen und eine dokumentarische Plakatwand, mit denen Katrin Jakobsen massiv auf die verschiedenen Aspekte von Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch aufmerksam machen möchte.


10.02.2010 - 11.04.2010
Bense und die Künste
Eine Ausstellung im ZKM | Medienmuseum, Projektraum

Pressemitteilung
Zum 100. Geburtstag des Philosophen Max Bense zeigt das ZKM eine Ausstellung zu dessen internationaler Wirkung auf bildende Kunst und Literatur, die mit der vonUmberto Eco oder Marshall McLuhan vergleichbar ist. Die Ausstellung, mit der die ZKM-Reihe »Philosophie und Kunst« fortgeführt wird, stellt Bense als Dichter und Schriftsteller vor, als Kunst- und Literaturtheoretiker sowie als Ausstellungskurator und Publizist. Bense, der von 1949 bis zu seinem Tod 1990 in Stuttgart wirkte, propagierte im Nachkriegsdeutschland eine Ästhetik der »technischen Existenz«, welche die medientheoretische Wende der Literatur- und Geisteswissenschaften, wie sie in den 1980er-Jahren erfolgte, um Jahrzehnte vorwegnahm. Seine Überlegungen zu Literatur und Kunst waren dabei Teil eines umfassenden philosophischen Weltbildes, das die naturwissenschaftliche und »technische Realität« der Zivilisation aufzeigte und sich gegen romantische und mythologisierende Tendenzen der deutschen Nachkriegskultur richtete. Bense etablierte bereits damals einen Kulturbegriff, der – in der Tradition der Aufklärung – die Geistesgeschichte der Mathematik, Physik und Ingenieurwissenschaften einschloss.

Max Bense, der am 7. Februar 1910 in Straßburg geboren wurde, studierte an den Universitäten Bonn und Köln Physik, Mathematik, Mineralogie, Geologie sowie Philosophie, promovierte 1937 über »Quantenmechanik und Daseinsrelativität« und arbeitete zunächst als Physiker der Bayer AG in Leverkusen. Nach seinem Kriegseinsatz folgte Bense 1945 einem Ruf der Universität Jena. Doch bereits 1948 floh er nach Westdeutschland und wurde 1949 zunächst als Gastprofessor und 1950 als Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie an die Technische Hochschule Stuttgart berufen. Er lehrte zudem an der HfG Ulm und der Hochschule für bildende Künste Hamburg sowie in Rio de Janeiro.

Bense verfolgte seine literarischen und künstlerischen Neigungen als Publizist und Hörspielautor bereits während des Studiums. In Stuttgart begann er ab 1957 auch Ausstellungen zu organisieren, zunächst in der Galerie Gänsheide, dann in der von ihm gegründeten Studiengalerie an der Technischen Hochschule Stuttgart. Er schrieb über zahlreiche bildende KünstlerInnen, DichterInnen, und unter anderem über Max Bill, Lygia Clark, Alberto Giacometti, Almir Mavignier, Henri Michaux, Mira Schendel und Paul Wunderlich sowie Alfred Andersch, Haroldo de Campos, Reinhard Döhl, Eugen Gomringer, Francis Ponge, Nathalie Sarraute und Gertrude Stein. Neben seinen Ausstellungen und Essays schuf Bense weitere Foren für die Künste: durch die Gründung der Zeitschrift »Augenblick« (1955) und die von ihm und Elisabeth Walther edierte »reihe rot« (1960), in der u.a. Helmut Heissenbüttel, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker und Diter Rot publizierten. Gleichzeitig entwickelte er, ausgehend von Semiotik und Nachrichtentheorie ab Mitte der 1950er-Jahre eine »Informationsästhetik«, die in ganz Europa Vertreter der konkreten und kinetischen Kunst beeinflusste und ihn zum wichtigsten Theoretiker der Pionierzeit europäischer Computerkunst machte. Die Ausstellung mit Publikationen Max Benses sowie Grafiken, Gemälden und Skulpturen der für Max Bense wichtigen oder von ihm beeinflussten Künstlerinnen und Künstler wird ergänzt durch Manuskripte und Fotografien sowie Aufzeichnungen seiner Hörfunkbeiträge und Fernsehauftritte. Sie zeigen den Philosophen und seinen Blick auf die »Kunst in künstlicher Welt« (1956).

Kuratiert von Margit Rosen, Jens Lutz,Miriam Stürner,PeterWeibel


05.12.2009 - 11.04.2010
just what is it …
100 Jahre Kunst der Moderne aus privaten Sammlungen in Baden-Württemberg

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst
Eröffnung Fr 04.12. um 17.30 Uhr im ZKM | Museum für Neue Kunst

In diesem Jahr wird das 10-jährige Bestehen des Museums für Neue Kunst im Hallenbau des ZKM gefeiert, das mit der groß angelegten Jubiläumsausstellung "just what is it ..." begangen werden soll.
Am 4. Dezember 1999 wurde das Museum für Neue Kunst im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe mit dem Ziel eröffnet, bedeutende private Kunstsammlungen des Landes Baden-Württemberg zu präsentieren.
Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass einer Ausstellung, die verdeutlicht, dass sich – über den Kreis der bisherigen Partner des Museum für Neue Kunst hinaus – gerade in Baden-Württemberg eine bundesweit einmalige Konzentration an privaten Sammlerpersönlichkeiten und Sammlungen befindet, deren Bestände in ihrer Qualität und Quantität außergewöhnlich sind. Nirgendwo sonst sind die privaten Sammlungen von der klassischen Moderne bis zur
zeitgenössischen Kunst, das heißt von Cézanne und den Expressionisten bis zu Picasso, von Baumeister bis zu Wols, von Pollock bis Rothko, von Warhol und Beuys bis zu Baselitz, Kiefer, Kippenberger und Rehberger so weitreichend angelegt und von einem derart internationalen Renommee.

Das Museum für Neue Kunst wird zur Feier seines 10-jährigen Bestehens in ein "Museum der Moderne auf Zeit" verwandelt. 100 Jahre Kunst vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts werden anhand von Hauptwerken aus baden-württembergischem Privatbesitz hochkarätig dokumentiert und so wichtige Entwicklungslinien der Moderne und Postmoderne bis hin zur Gegenwart aufgezeigt. Im Sinne eines »musée imaginaire« wird das Museum für Neue Kunst somit zu einem Ort, der einen opulenten Überblick über die Strömungen und Tendenzen vom ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bis heute ermöglicht – ein durchaus ungewohnter Anblick im Museum für Neue Kunst, der umso reizvoller ist!

"just what is it ..." ist der Anfang des Titels einer Inkunabel der Pop Art: der berühmten Collage von Richard Hamilton aus dem Jahr 1956, die zum einen als Exponat in der Ausstellung zu sehen sein wird und etwa die Mitte des zeitlich umspannten Bogens markiert. Zum anderen dient uns "just what is it ..." als Impuls für eine Sequenz wunderbarer Assoziationen, die sich den BesucherInnen auf den unterschiedlichen Ebenen dieser Ausstellung darbieten. Auch aus kulturpolitischer Sicht darf diese Ausstellung sicherlich zu einem Höhepunkt des Kulturjahres 2009/2010 in Baden-Württemberg zählen, zumal die Ausstellung unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Günther H. Oettinger steht.

Der umfassende Jubiläumskatalog spiegelt dieses bundesweit einmalige Konzept wider und bietet darüber hinaus ein anschauliches Bild der unterschiedlichen Profile der einzelnen Sammlungen. Neben zahlreichen Abbildungen und einer Chronik des Museum für Neue Kunst, die das vielfältige Ausstellungsprogramm der vergangenen zehn Jahre auf eindrucksvolle Weise Revue passieren lässt, bieten verschiedene Essays sowohl einen Rückblick auf den Beginn
des Museums als auch einen Ausblick: So werden einerseits grundlegende Gedanken von Heinrich Klotz und Götz Adriani aus der Gründungszeit des Museum für Neue Kunst aufgegriffen, andererseits werden einzelne Aspekte des Ausstellungskonzeptes und des Sammlungsbestandes in Baden-Württemberg von Götz Adriani und Peter Weibel beleuchtet. Gregor Jansen wirft einen Blick auf die vergangenen zehn Jahre des Museums für Neue Kunst mit seinem vielfältigen Ausstellungsprogramm. Darüber hinaus bietet der Anlass auch die Gelegenheit, den Status quo der Kunst zu hinterfragen: Wolfgang Ullrich stellt Überlegungen zur Kunstentwicklung der Gegenwart an und benennt sich abzeichnende Tendenzen für die Zukunft.

Das 10-jährige Jubiläum wird für die Dauer dieses Ausstellungsprojektes von zahlreichen Veranstaltungen begleitet, die u. a. ein großes Symposium umfassen, das ebenfalls einen Blick auf die Entwicklung des Museums im Kontext seiner Geschichte, Gegenwart und Zukunft wirft und eine spannende Diskussion über das Verhältnis öffentlicher Museen und privater Sammlungen verspricht.

Kurator und Konzeption der Ausstellung: Götz Adriani

Herausgeber des Katalogs: Götz Adriani und Peter Weibel Mit Beiträgen u.a. von Götz Adriani, Boris Groys, Heinrich Klotz, Gregor Jansen, Peter Sloterdijk, Wolfgang Ullrich und Peter Weibel

Weitere Informationen: www.zkm.de/justwhatisit

Führungen: Sa 16 Uhr, So 15 Uhr
Themenführungen im ZKM | Museum für Neue Kunst: So 11.30 Uhr

Beteiligte Sammlungen Museum Frieder Burda, Baden-Baden • Sammlung FER
• Sammlung Froehlich, Stuttgart • Sammlung Grässlin, St. Georgen • Landesbank
Baden-Württemberg • Museum Ritter, Waldenbuch • SCHAUWERK Sindelfingen
• Sammlung Scharpff, Stuttgart • Sammlung Siegfried Weishaupt, Ulm • Sammlung
Würth, Künzelsau • sowie weitere private SammlerInnen

KünstlerInnen u. a.
Josef Albers
Arman
Georg Baselitz
Jean-Michel Basquiat
Willi Baumeister
Max Beckmann
Joseph Beuys
Glenn Brown
Daniel Buren
Paul Cézanne
Claude Closky
Dan Flavin
Lucio Fontana
Gotthard Graubner
Keith Haring
Jörg Immendorff
Donald Judd
Ellsworth Kelly
Anselm Kiefer
Martin Kippenberger
Ernst Ludwig Kirchner
Willem de Kooning
Jeff Koons
Joseph Kosuth
Wolfgang Laib
Fernand Léger
Sol LeWitt
Roy Lichtenstein
Robert Longo
Morris Louis
Markus Lüpertz
Piero Manzoni
Agnes Martin
Mathieu Mercier
Bruce Nauman
Emil Nolde
Pablo Picasso
Sigmar Polke
Jackson Pollock
Neo Rauch
Robert Rauschenberg
Tobias Rehberger
Ad Reinhardt
Gerhard Richter
Mark Rothko
Richard Serra
Frank Stella
Elaine Sturtevant
Rosemarie Trockel
Cy Twombly
Günther Uecker
Victor Vasarely
Andy Warhol
Wols
Christopher Wool




13.11.2009 - 10.01.2010
Freie Wahl?
Die Formkräfte des Kunstlebens


Pressemitteilung
Nancyhalle, Kongresszentrum am Festplatz, Karlsruhe
Öffnungszeiten: Do–So 16–19 Uhr
Eröffnung Do 12.11. um 19 Uhr in der Ausstellung

Aufgrund der Überschneidung zweier Ereignisse – 90 Jahre Frauenwahlrecht und Marianne Webers Wortmeldung im Karlsruher Ständehaus vor 90 Jahren – lenken die Ausstellung und das umfangreiche Programm "Freie Wahl? Die Formkräfte des Kunstlebens" (angelehnt an Marianne Webers Aufsatz "Die Formkräfte des
Geschlechtslebens") den Fokus auf weibliche Positionen in der Gesellschaft aus kultureller Perspektive. Immer noch dominieren Männer in allen Bereichen des gesellschaftlichen, öffentlichen Lebens. Führungspositionen werden in Wirtschaft, Politik und Kultur größtenteils von Männern besetzt. Auch die Gender-Debatte der letzten Jahrzehnte konnte an diesem Missverhältnis nur wenig ändern.
Immer noch sind die Rechte von Frauen nicht dieselben wie die der Männer, und nicht zuletzt wird auch die Medien-, Kultur und Kunstszene weit reichend von Männern bestimmt. "Die Formkräfte des Kunstlebens" thematisiert indirekt einen Zustand unserer Gesellschaft, in dem Männer in nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen, öffentlichen Lebens dominieren.
"Freie Wahl?" hat mit Karlsruhe in enger Verbindung stehende Künstlerinnen eingeladen, ihre Arbeiten zu präsentieren und/oder als Hauptaugenmerk eine andere Person zu wählen, mit der eine Kooperation entstehen kann/soll. Diese Person muss nicht aus Karlsruhe kommen, muss keine Künstlerin und nicht weiblich sein. Eine neue Form der Ausstellung und des Weiterdenkens von Frauenwahlrecht und Machtfragen soll somit auch über Lesungen, Musik, Diskussionen, Theater oder Performance thematisiert werden.
Wir sind gespannt, wen die Künstlerinnen (sich) als (eine) andere Position auswählen – egal ob Frau oder Mann, egal aus welchem fachlichem Bereich, egal welcher Nationalität! Wesentlich ist allein die FREIE Wahl, die Entscheidung dabei zu sein, etwas Neues und Ungewöhnliches oder aber auch Bekanntes zu vereinen.

U.a. mit den Künstlerinnen BLESS, Patrycja German, Anna Lea Hucht, Anna Jermolaewa, Anna Kolodziejska, Sandra Meisel, Marijke van Warmerdam, Corinne Wasmuht.

Eine Veranstaltung der Stadt Karlsruhe und dem ZKM | Karlsruhe in Kooperation mit der mood lounge. Initiiert und organisiert von Der Strich, Sandra Meisel, Shahrokh Dini, Gregor Jansen und Christina Irrgang mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe, dem ZKM | Karlsruhe und der mood lounge.


10.10.2009 - 08.05.2011
IMAGINING MEDIA@ZKM

Pressemitteilung
Zurück in die Zukunft
Die Zukunft ist die erklärte Zielrichtung der Arbeit des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. 20 Jahre nach seiner Gründung im Jahr 1989 wirft es nun erstmals einen Blick zurück und eröffnet zu seinem Jubiläum eine große Überblicksschau, welche die Historie des ZKM lebendig werden lässt: ab dem 10. Oktober wird eine umfassende Auswahl der besten Medienkunstwerke präsentiert, die in Zusammenarbeit mit internationalen GastkünstlerInnen am ZKM produziert wurden. Zudem soll durch Dokumentationen und Archivmaterial das ganze Spektrum der Aktivitäten des ZKM sichtbar gemacht werden: Über die klassische Mission des Sammelns, Bewahrens und Präsentierens hinaus, sind dies Forschung, Produktion, Publikation und Restaurierung.

Die Schaffung der Zukunft
Seit zwei Jahrzehnten reagiert das ZKM als ein „digitales Bauhaus“ und „Mekka der Medienkünste” mit künstlerischwissenschaftlichen Forschungen, Entwicklungen und Produktionen auf die schnellen Entwicklungen der Kommunikations- und Informationstechnologien und dem damit verbundenen sozialen Wandel. Ziel ist dabei, die Nutzungsmöglichkeiten, das kreative Potential, aber auch die gesellschaftlichen Auswirkungen der Neuen Medien kritisch aufzuzeigen. „IMAGINING MEDIA@ZKM” zeigt Kunstwerke aus der am ZKM geleisteten Forschungs- und Entwicklungsarbeit. So stellt das ZKM | Institut für Bildmedien eine Vielzahl künstlerischer Arbeiten, aber auch dort entwickeltes technisches Equipment und Software vor wie z.B. die PanoramaTechnologie. Interaktive Installationen, Aufzeichnungen bedeutender musikalischer Produktionen oder die Präsentation des Klangdoms veranschaulichen die Arbeit des ZKM | Institut für Musik und Akustik. Publikationen in Buchform, als CD, CD-Rom, DVD oder internetbasiert, zeigen die Innovationskraft dieser Institute sowie auch des ZKM | Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft. Auf diese Weise soll die Ausstellung einem großen Publikum die Forschungsarbeit und die enorme Produktivität des ZKM sichtbar und erfahrbar machen. Gemeinsam mit GastkünstlerInnen und GastwissenschaftlerInnen aus aller Welt haben die Institute des ZKM eine Vielzahl hoch beachteter Werke hervorgebracht, die weltweit in Biennalen, Festivals und in Ausstellungen gewürdigt worden sind und somit seit zwei Jahrzehnten die Medienkunst entscheidend mitgeprägt haben. So zielt die Ausstellung „IMAGINING MEDIA@ZKM” auf nichts Geringeres als die internationale Entwicklung der Medienkunst anhand der besten Produktionen, besonders der interaktiven Installationen und der Klangkunst, aus dem ZKM nachzuvollziehen.

Die Bewahrung der Zukunft
Während die ZKM | Institute als Avantgardelabors ihren GastkünstlerInnen die komplette Infrastruktur ihrer Forschungsumgebung für die Entwicklung künstlerischer Werke an die Hand geben, werden gleichzeitig die entstandenen Werke durch den schnellen technologischen Fortschritt in ihrem Bestand gefährdet. Vom rasanten Wandel der Datenarchitekturen, Trägermedien und des elektronischen Equipments sind insbesondere die interaktiven Werke der Medienkunst betroffen, beruhen doch ihre medialen Qualitäten auf dem perfekten Ineinandergreifen von Soft- und Hardware an der Schnittstelle von Mensch und Maschine. Da aus zwingenden technischen Gründen die Bewahrung der Medienkunst nicht auf künftige Generationen verschoben werden kann, stellt sich das Projekt „IMAGINING MEDIA@ZKM” die Aufgabe, die besten ZKMProduktionen zu rekonstruieren, restaurieren, konservieren und dauerhaft einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Kuratiert von Peter Weibel und Bernhard Serexhe

Weitere Informationen: http://at.zkm.de Führungen: Sa 16 Uhr (24.10.–28.11.), So 11.30 Uhr (25.10.–29.11.) So 16 Uhr (ab 11.10.) Überschreitungen: Do 05.11., 12.15 Uhr / Fr 04.12., 16 Uhr Themenführungen im ZKM | Medienmuseum: Sa 15 Uhr (ab 10.10.09)

BUs
Sichtbarer Klang: Bernd Lintermann, Torsten Belschner »Sono reMorphed«, 2007, © Bernd Lintermann, Torsten Belschner, Foto: Felix Gross

Michael Naimark »Karlsruhe Moviemap«, 1991 , ©, Foto: ZKM

Spitzentanz mit Gabelstapler: Jeffrey Shaw »Disappearance«,
1993, ©, Foto: Jeffrey Shaw

KünstlerInnen u.a.
Heiner Blum
Jean-Louis Boissier
Andreas Brehmer /
Sirko Knüpfer
Ludger Brümmer
Günter Christmann
Christina Ciupke
Bruno Cohen
Shane Cooper
Luc Courchesne
Robert Darroll
Dennis Del Favero
Frank den Oudsten
Hans Diebner / Sven Sahle
Götz Dipper
Peter Eötvös
Ken Feingold
Paulo Ferreira-Lopes
Frank Fietzek
William Forsythe
Masaki Fujihata
Kiyoshi Furukawa
Thomas Gerwin
Matthias Gommel
Marina Grziniç /
Aina Sˇ mid
Nik Haffner /
Jaroslaw Kapuscinski
Agnes Hegedüs
Jürgen Heiter
Perry Hoberman
Ian Howard
Laszlo Hudacsek
Jon Jost
Elena Kats-Chernin
Dieter Kiessling
Garth Knox / Brian O’Reilly
Michael Krause
Gerd Kührs
Edmund Kuppel
Yannis Kyriakides
Eric Lanz
George Legrady
Bernd Lintermann

IMAGINING MEDIA MOBIL
Ausstellung im Netz
IMAGINING MEDIA@ZKM ist weltweit die erste und derzeit einzige Kunstausstellung,
deren Inhalte lückenlos für mobile Endgeräte zur Verfügung gestellt werden.
Der Zugang erfolgt über QR Codes, die auf der Beschilderung zum jeweiligen
Werk vorzufinden sind. Die Fotokamera des Handys erfasst den Code, der von
einem Barcode-Reader decodiert wird, so dass die BesucherInnen entweder in der
Ausstellung selbst oder unterwegs außerhalb der Ausstellung weiterführende
Informationen (Text, Bild, Video, Sound) zu den KünstlerInnen und ihren Werken per Handy abrufen können. Über die IMAGINING MEDIA@ZKM Online-Community haben die BesucherInnen die Möglichkeit, sich mit anderen Kunstinteressierten auszutauschen, ihr Lieblingswerk mit ihnen zu diskutieren, sich mit Freunden zu ZKM-Events zu verabreden oder einfach neue Bekanntschaften zu schließen.


10.10.2009 - 31.12.2009
Experiments in Art and Technology.
research@zkm


Pressemitteilung
Eine Ausstellung in der ZKM_Medialounge, Eintritt frei
Eröffnung Fr. 09.10. um 19 Uhr im ZKM_Foyer

Im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums öffnet das ZKM seine Archive. Über 1500 Videoarbeiten, rund 13 650 Werke der elektroakustischen Musik und eine Auswahl aus über 1000 Dokumenten können an Seh- und Hörplätzen und über innovative Interfaces bequem abgerufen und recherchiert werden. Mit der Archiv-Ausstellung »Experiments in Art and Technology« zeigt das ZKM ein zentrales Stück Medienkunst-Geschichte. Normalerweise nicht zugängliche Kataloge, Projektskizzen und Künstlerkorrespondenzen machen die bahnbrechende Wirkungsgeschichte der Organisation E.A.T. nachvollziehbar, die 1966 in New York City gegründet wurde und in den folgenden Jahrzehnten KünstlerInnen mit IngenieurInnen zusammenbrachte. So realisierten weltbekannte KünstlerInnen wie Robert Rauschenberg, John Cage und Carolee Schneeman im Kontext von E.A.T. Schlüsselwerke der interaktiven Medienkunst, deren Strahlkraft bis in die Gegenwart anhält.

Kuratiert von Anja Gossens


01.08.2009 - 13.09.2009
Libelli – Papierobjekte aus Printmedien
von Gerhild Rother

Pressemitteilung
Eine Ausstellung in der ZKM_Medialounge
Eröffnung Fr 31.07. um 20 Uhr auf dem ZKM_Musikbalkon

Vom lateinischen Wort für Buch, nämlich »liber«, stammt der Ausdruck »libellus« (Mehrzahl »libelli«), was soviel bedeutet wie »kleines Buch«. Wir wissen, ein Buch besteht aus Papier und darauf gedruckten Buchstaben bzw. Bildern. Das Buch als Objekt ist im 20. Jahrhundert zu einem Lieblingsobjekt der KünstlerInnen geworden. Buchobjekte gehören zu gesuchten Raritäten des Kunstmarktes und erfreuen sich einer legendären Aura. Denken Sie an die Rolle des Buches in Verschwörungsromanen, z.B. »Der Name der Rose« von Umberto Eco (1982). Das Buch ist also ein seit langem anerkanntes künstlerisches Medium. Gerhild Rother ist es gelungen, diesem Medium eine neue Variante abzugewinnen, indem sie sich mit den vielfältigen Eigenschaften des Trägermediums Papier beschäftigt, aus dem die Bücher gemacht sind. Der Stoff, aus dem die Träume sind, heißt Papier, von der ägyptischen Pflanze Papyrus, die schon im Altertum als Rohstoff für die Herstellung von Papier verwendet wurde. Gerhild Rother betreibt also eine Art Archäologie des Papiers und damit des Buches. Das Medium Papier ist als Speichermedium Träger aller Art von Äußerungen und Informationen. Als tektonisches Konstruktionsmedium ist es nicht so bekannt, obwohl ideal, nämlich leicht und stabil zugleich. Bücher können liegen, stehen und hängen, gelegentlich auch fliegen oder schwimmen, sie sind also Maschinen zu Wasser, zu Lande und zu Luft.

Gerhild Rother macht aus Büchern Papierobjekte, die zu unterschiedlichen Skulpturen gefaltet werden. Durch hunderte, manchmal tausende von Faltungen entsteht ein geometrisches Objekt mit vielfältigem Linienspiel und Färbung, gebildet aus den geknickten Schriftzeichen des Inhalts. Gebilde aus Altpapier – nicht bemalt, nicht beschnitten, so dass der verborgene Inhalt durch »Entfaltung« wieder entdeckt werden könnte. In den letzten zehn Jahren sind Papierskulpturen zu folgenden Themen entstanden: Metamorphosen (Holz/Papier), Alte Medien (Buch) und Neue Medien (CD), Ungelesen/ Der verborgene Text, Hängende Bücher/Büchertürme.

Kuratiert von Christiane Riedel und Anne Däuper


01.08.2009 - 06.09.2009
Bewohnbare Bibliotheken
Eine Ausstellung mit Arbeiten von ArchitekturstudentInnen der ETH Zür

Pressemitteilung
Eröffnung Fr 31.07. um 20 Uhr in der Ausstellung

»Bauen für Bauherren« lautete im Herbst 2008 die Semesteraufgabe für 40 ArchitekturstudentInnen der ETH Zürich. Unter der Leitung von Prof. Gregor Eichinger (Architektur und Entwurf) sollten die angehenden ArchitektInnen Entwürfe und dreidimensionale Modelle anfertigen, die speziell den Lebensgewohnheiten und Arbeitsstilen entweder des Philosophen und Kulturwissenschaftlers Peter Sloterdijk oder des Künstlers und Medientheoretikers Peter Weibel angepasst sind. Zusammen mit den beiden »Bauherren« wurden zu Semesteranfang deren Ansprüche und die Anforderungen an das Gebäude erarbeitet sowie konkrete Raumprogramme und Standorte abgestimmt. Beide Auftraggeber wünschten sich einen Lebensraum, der gleichzeitig Denkraum ist, eine Bibliothek, die als Wohnraum dient und einen Arbeitsplatz, der ins Alltagsleben integriert ist. Während Peter Sloterdijk sich einen Turm zum Arbeiten und Wohnen auf dem Land vorstellte, war Peter Weibels zentrales Anliegen ein mobiler Schreibtisch, der ihn zu den Büchern navigiert. Nicht der Lift fährt zur Wohnung, sondern der Lift ist die Wohnung. Am Semesterende diskutierten und bewerteten die Studenten gemeinsam mit den Auftraggebern die Projektergebnisse, die das ZKM nun in der Ausstellung »Bewohnbare Bibliotheken« präsentiert. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit sämtlichen Konzepten und Entwürfen.

Kuratiert von Peter Weibel und Bettina Reinisch


18.07.2009 - 06.09.2009
RECORD > AGAIN!40jahrevideokunst.de – Teil 2

Pressemitteilung
Eröffnung Fr 17.07. um 19 Uhr in der Ausstellung

»RECORD > AGAIN! – 40jahrevideokunst.de – Teil 2« erforscht die Geschichte der deutschen Videokunst von ihren Anfängen in den 1960er- und 1970er-Jahren bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts.

Videogeschichte erforschen bedeutet heute vor allem zunächst einmal, das audiovisuelle Material der vergangenen Jahrzehnte wieder sichtbar zu machen. Vieles lagert vergessen in Museumsdepots und Künstlerateliers, ohne dass es angeschaut werden kann. Die Abspielgeräte für die auf Spulen im Ein-Zoll-, Halb-Zoll- oder gar Viertel-Zoll-Format, auf seltsamen quadratischen oder auch fünfeckigen Kassetten gespeicherten Inhalte sind verschwunden oder defekt. Die Bänder selber sind zudem kaum mehr lauffähig, da sie begonnen haben, sich allmählich aufzulösen und zu verkleben. Um diesen Verfall zu stoppen, wurde 2004 am ZKM das Labor für antiquierte Videosysteme eingerichtet. Inzwischen verfügt es über einen großen funktionierenden historischen Gerätepark gepaart mit moderner digitaler Technik, der es ermöglicht, über 50 obsolete Videoformate der 1960er- bis 1980er-Jahre wieder sichtbar zu machen, hochwertig zu digitalisieren und damit für die Nachwelt zu erhalten.

Das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt »RECORD > AGAIN!« stellt nun in einer Ausstellung, einem umfangreichen Katalog und einer DVD-Studienedition mehr als 50 Videoarbeiten aus den letzten 40 Jahren vor, die exemplarisch die Vielfalt der deutschen Videoszene widerspiegeln. Darunter sind u.a. der berühmte Boxkampf, den Joseph Beuys 1972 auf der documenta 5 veranstaltete, die Rekonstruktion der auf sechs Monitoren gezeigten Arbeit »Schafe« von Wolf Kahlen, die 1976 zum letzten Mal zu sehen war, frühe Videosynthesizer-Arbeiten von Walter Schröder-Limmer, das »Medienhaus« von HA Schult von 1978, eine fast unbekannte Arbeit von Ulrike Rosenbach und Klaus vom Bruch von 1977 und eine Installation mit einem 1985 entstandenen Gretchen-Dutschke-Interview von Gerd Conradt und Michaela Buescher, das um aktuelles Material ergänzt wird.

Die berühmte Arbeit »Objekt zur teilweisen Verdeckung einer Videoszene« von Reiner Ruthenbeck aus dem Jahre 1974 wird in einer dreimal längeren Version als bisher bekannt gezeigt, das nur noch rudimentär erhaltene Band »Wir malen mit dem Rot des Kohls« von Claus Böhmler, ebenfalls von 1974, wurde aufwändig aus mehreren Fragmenten, die aus unterschiedlichen Sammlungen stammten, wieder komplett hergestellt. Eine Entdeckung bilden zwei Bänder des 1976 gestorbenen Wolfgang Stoerchle, der Anfang der 1970er- Jahre in der kalifornischen Videoszene ein wichtige Rolle spielte und dessen Werk später vollständig in Vergessenheit geriet. Die frühe deutsche closed-circuit-Arbeit »Der Magische Spiegel«, die Herbert Schuhmacher 1970 mit der Gruppe Telewissen realisierte und deren Rekonstruktion bereits im ZKM zu sehen ist, wird als Dokumentation, ergänzt um ein Remake 38 Jahre später, gezeigt.
Zudem werden Arbeiten aus der Fernsehgalerie Gerry Schum mit Klaus Rinke und Ulrich Rückriem präsentiert sowie eine Dokumentation über Anna Oppermann von 1977 und eine frühe Zwei-Kanal-Arbeit von Ursula Wevers. Von Holger Czukay wird erstmals die vollständige Version seines »Jahresrückblicks 1982« zusammen mit einer frühen Version von »Cool in the Pool« gezeigt genauso wie bisher unveröffentlichtes Videomaterial des »Festivals Genialer Dilletanten« von 1981 im Berliner Tempodrom.

Eine kunsthistorische Sensation ist ein Schmalfilmdokument, das jene Halb-Zoll-Videoanlage zeigt, mit der 1981 in der DDR eine Kunst-Performance von Michael Morgner aufgezeichnet wurde. Die Videobänder selber bleiben allerdings verschollen. Zu sehen sind auch die Video-Aktion »Achtung Kamera«, die Wolf Kahlen 1980 in Ost Berlin zusammen mit u.a. A.R. Penck veranstaltete, die Rekonstruktion eines Video-Objektes von Jörg Herold von 1988 und das Band »Herakles«, das Lutz Dammbeck 1984 ebenfalls in der DDR produzierte.

Interessante Dokumentationen, die erst durch die einfachen Produktionsbedingungen der Videotechnik möglich wurden, zeigen die Bänder »Viva kleiner Mann – über Wilhelm Reich« von Digne Meller Marcovicz, das »Videoessay Nico-Icon« von Susanne Ofteringer, die Aktivitäten der Freiburger Medienwerkstatt und die Beiträge der alternativen Fernsehproduktionen von »Kunstkanal«, »UTV- Unser Fernsehsender« und dem »Videoart Magazin VAMP«.

Die Ausstellung präsentiert das Material überwiegend auf zeitgenössischen Geräten, der über 400seitige Katalog erscheint im Hatje Cantz Verlag und enthält u.a. Texte von Siegfried Zielinski, Ursula Wevers, Peter Weibel, Ute Vorkoeper, Wolfgang Stickel, Klaus Staeck, Rolf Sachsse, Sylvia Martin, Claus Löser, Gregor Jansen, Wulf Herzogenrath, Wilhelm Hein, Walter Grasskamp, Christiane Fricke, René Block und Christoph Blase sowie eine illustrierte Geschichte der Videotechnik, Erörterungen zur heutigen Restaurierungspraxis und eine ausführliche kommentierte DVD.

Künstlerische Leitung: Peter Weibel
Projektleitung: Christoph Blase

Arbeiten u.a. mit und von Joseph Beuys / Michael Bielicky / Claus Böhmler / Bazon Brock / Gerd Conradt und Michaela Büscher / Holger Czukay / Lutz Dammbeck / Flatz / Jochen Hiltmann / Wolf Kahlen / Digne Meller Marcovicz / Michael Morgner / Heike Mutter / Marcel Odenbach und Gábor Body / A.R. Penck / Klaus Rinke / Dieter Roth / Reiner Ruthenbeck / Ulrich Rückriem / Walter Schröder-Limmer / Herbert Schuhmacher / HA Schult / Gerry Schum / Wolfgang Stoerchle / Ursula Wevers / Paul Wiersbinski

Ausstellungstationen: Nach der Premiere in Karlsruhe wird »RECORD > AGAIN!« an weiteren Standorten gezeigt:
Ludwig Forum Aachen: 18.09.–15.11.2009
Kunsthaus Dresden: 28.11.2009–14.02.2010
Edith-Ruß-Haus für Medienkunst Oldenburg: 26.02.–05.04.2010

Weitere Informationen: www.record-again.de
Führungen: So 14 Uhr
Themenführung im ZKM | Medienmuseum: Sa 15 Uhr



01.05.2009 - 30.08.2009
YOU_ser 2.0: Celebration of the Consumer


Pressemitteilung
YOU_ser: II ist eine Weiterentwicklung der erfolgreichen Schau »YOU_ser: Das Jahrhundert des Konsumenten«, die bereits seit Oktober 2007 im ZKM Medienmuseum gezeigt wird. Als »exhibition in progress« wurden seither immer wieder Teile der Ausstellung verändert, Exponate verliehen und neue Arbeiten ergänzt. Die nun neu hinzu kommenden Werke sollen die partizipatorische Revolution durch das web 2.0 und second life verstärkt in den Ausstellungskontext übertragen.

BU:
Masaki Fujihata
Morel´s Panorama, 2003–2006
interaktive Computer-Installation
© Masaki Fujihata
Foto: Jayoung Bang


01.05.2009 - 30.07.2009
CloudBrowsing (2008–2009)

Pressemitteilung
von Bernd Lintermann, Mahsa Jenabi,
Werner A. König, Torsten Belschner
Interaktive Installation des ZKM_PanoramaLabor
im ZKM_Foyer

BU:
Bernd Lintermann, Torsten Belschner, Mahsa Jenabi, Werner A. König, CloudBrowsing, 2008-09
Fotomontage: Simon Dühning, © ZKM | Karlsruhe



14.03.2009 - 28.06.2009
Banquet_nodes and networks. Netzkultur in Spanien

Pressemitteilung
Banquet_nodes and networks. Netzkultur in Spanien
Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst
ZKM_Foyer
Eröffnung
Fr 13.03.09, 19 Uhr

Von neuronalen Mikrowelten zur globalen Dynamik digitaler Vernetzung führt uns die Ausstellung „Banquet_nodes and networks“. Sie zeigt aktuelle Positionen spanischer Medienkunst, die sich mit vernetzten Systemen auseinandersetzen und stellt dadurch eine sinnvolle Ergänzung zur vorangegangenen Ausstellung „Der diskrete Charme der Technologie“ dar. In den Arbeiten dieser Ausstellung werden Verbindungen von biologischen, sozialen und kulturellen Netzwerken visualisiert und partizipativ erfahrbar gemacht. Dabei geht es um die Wahrnehmung des Lebens als ein vernetztes System – vom Wasser- Molekül bis hin zum globalen Ökosystem. Es geht um die Untersuchung menschlicher Existenz als Teil dieses komplexen, sich selbst organisierenden und erhaltenden Gewebes; als Schnittstelle zwischen den mikro- und makroskopischen, den endo- und exosomatischen Phänomen des Lebens sowie auch als Interface zwischen den biologischen, technologischen oder soziokulturellen Bedingungen und Entwicklungen. Idee und Konzeption: Karin Ohlenschläger und Luis Rico.
Kuratorin: Karin Ohlenschläger. Ausstellungsproduktion: LABoral, Centro de Arte y Creación Industrial, Gijón, Spanien.
Organisation der Wanderausstellung: SEACEX.
Weitere Informationen: www.banquete.org
Führungen: So 13 Uhr

BU:

Canogar_Geologias:
Daniel Canogar
Otras Geologias 9 [Andere Geologien 9], 2005
Im Besitz des Künstlers
© Daniel Canogar; Foto: Morilla de Marcos


28.11.2008 - 06.01.2009
ZKM1:1 MitarbeiterInnen des ZKM im lebensgroßen Porträt

Pressemitteilung
ZKM1:1
MitarbeiterInnnen des ZKM im lebensgroßen Porträt
Fotos der Camera IMAGO1:1 von Susanna Kraus
Eine Ausstellung auf dem ZKM_Museumsbalkon
Eröffnung Fr 28.11. um 18 Uhr

Die Camera Imago1:1, von dem Physiker Werner Kraus und dem Goldschmied Erhard Hößle erbaut, ist nicht nur die größte existierende Kamera der Welt – sie ist zudem die einzig begehbare »Ganzkörper- Selbstporträt-Kamera«. Während der vergangenen zehn Monate hatte sie ihren Platz in der Ausstellung »YOU_ser: das Jahrhundert des Konsumenten« im ZKM | Medienmusem. Seither sind am ZKM etwa 100 lebensgroße Selbstporträts entstanden. Das Besondere der Kamera: Die Menschen können sich in IMAGO1:1 selbst fotografieren. Die Kamera bietet so einen Ort der Auseinandersetzung mit sich selbst, eine Möglichkeit, sich auf eine neue Art und Weise zu betrachten. Es entstehen lebensgroße Schwarz-Weiß-Bilder, die aufgrund der speziellen Optik durch eine außergewöhnliche Intensität und Präsenz gekennzeichnet sind. Jedes Porträt ist ein Unikat – was die Bilder von IMAGO1:1 besonders wertvoll macht. Es entstehen Bilder von hoher Intensität und Aussagekraft, die einen konzentrierten Blick auf die Persönlichkeit des Menschen erlauben. Susanna Kraus, die Tochter von Werner Kraus, hat die Camera restauriert und wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie bot den MitarbeiterInnen des ZKM, mit denen sie über viele Monate zusammenarbeitete, an, sich in der Camera IMAGO1:1 zu fotografieren. Mit diesen Bildern, die von uns, den MitarbeiterInnen des ZKM entstanden sind, möchten wir uns Ihnen, den BesucherInnnen, gerne von einer sehr persönlichen Seite vorstellen. Damit Sie die Menschen sehen, die im Machinenraum des ZKM für Sie und die Kunst arbeiten: Denn hinter jeder Technik steckt immer der Mensch.


25.10.2008 - 15.06.2009
rosalie
»HYPERION_Fragment«, 2008
Eine Komposition aus Licht

Pressemitteilung
rosalie
»HYPERION_Fragment«, 2008
Eine Komposition aus Licht
Lichtinstallation im ZKM_Foyer


Mit »HYPERION_Fragment» kommt neben »HELIOS« (zu sehen im ZKM_Kubus) eine neue Arbeit von rosalie ans ZKM. Entstanden ist das Werk als gemeinsames Projekt der Stuttgarter Künstlerin und des Komponisten Georg Friedrich Haas anlässlich der Donaueschinger Musiktage 2006. In seiner Präsentation im ZKM_Foyer erreicht es nun eine neue Dimension und zugleich auch eine neue Bedeutungsebene als einzigartige Licht-Skulptur. 3.200 computergesteuerte Beleuchtungseinheiten zeigen einen kontinuierlichen Lichtfluss zwischen den unterschiedlichsten Farbtönen. Im Dialog mit »Lichtmusik für großes Orchester« von Georg Friedrich Haas ist dieser Lichtfluss der visuelle Counterpart zu den kontinuierlichen Klangbändern von Haas’ Komposition. Im ZKM wird die Musik jedoch nicht mehr erklingen. »HYPERION_Fragment« wird vielmehr zum autonomen Kunstwerk – als würde das Licht selbst noch einmal neu komponiert. Im Foyer erfährt die Lichtinstallation im Ausmaß von ca. 9,25 x 27 m eine neue monumentale Anordnung. Vor allem in den frühen Abendstunden der nunmehr kürzer werdenden Tage verspricht dies ein atemberaubendes Spiel von Licht, Farben und Rhythmus. Die Ausstellung im ZKM findet anlässlich der Verleihung des Europäischen Kulturpreises an rosalie für das künstlerische Gesamtwerk durch die Europäische Kulturstiftung »Pro Europa« statt.


Bild:

rosalie »HYPERION_Fragment«, Lichtinstallation, 2008, Kunststoff und RGB-Lichtquellen, ca. 9,25 x 27,9m © rosalie, Foto: Wolf Dieter Gericke


29.03.2008 - 01.06.2008
High Times, Hard Times. New York Painting 1967-75
ZKM | Museum für Neue Kunst
Eröffnun

Pressemitteilung
Bild: Howardena Pindell, Untitled, 1968-1970,
Courtesy Sragow Gallery, New York, © Foto: Jeffrey Sturges

In den späten 1960er Jahren war die New Yorker Kunstwelt ein aufregender Ort. Neue Medien wie Performance oder Videokunst wurden entdeckt und die Skulptur entwickelte sich rasant in unterschiedlichste Richtungen. »High Times, Hard Times« vergegenwärtigt die Lebhaftigkeit und Bedeutung dieser Zeit. Die experimentelle, abstrakte Malerei spielte eine große Rolle und ging bis an die Grenzen des Mediums. Die Ausstellung, die die Entwicklung von 1967 bis 1975 in fünf verschiedenen Themenblöcken wiedergibt, versammelt etwa 50 Arbeiten von 40 im New York der damaligen Zeit lebenden und arbeitenden Künstlern. Yayoi Kusama, Alan Shields, Lee Lozano, Richard Tuttle, Mary Heilmann und andere erarbeiteten – beeinflusst vom sozialen Wandel und den brennenden politischen Fragen der späten 1960er und frühen 1970er Jahre – Werke, die Freude, Leidenschaft, Wut und die Grenzen der Vorstellungskraft zum Ausdruck brachten. Gleichzeitig erweiterten sie die konventionellen Konzepte von dem, was Malerei bedeuten könnte. Fast die Hälfte der abstrakten Maler, deren Arbeiten in »High Times, Hard Times« präsentiert werden, sind Frauen, die in ihrer Schaffenszeit von einflussreichen Kunstkritikern missachtet wurden. Diese sahen in den Werken lediglich die Herstellung eines exzentrischen Ausdrucks jedoch keine Erneuerung des Mediums an sich. Afroamerikanischen Künst lern wie Al Loving, Joe Overstreet, Howardena Pindell oder Jack Whitten sowie Künstlern aus anderen Ländern, die vorübergehend in New York lebten (Kusama, Blinky Palermo, César Paternosto, Franz Erhard Walther), wurde ebenfalls die offizielle Anerkennung verweigert. Die Ausstellung »High Times, Hard Times« zeigt Bilder einer Zeit großer Transformation, die Experimente mit der Oberfläche, dem Bildträger, dem Raum, mit Installation, Video und Performance einschließt, und verkörpert damit den freiheitlichen Geist dieser Zeit sowie die Möglichkeiten des Mediums Malerei. »High Times, Hard Times« verspricht die Wiederentdeckung eines vergessenen Stücks Kunstgeschichte. Nach der Ausstellung »MindFrames. Media Study at Buffalo 1973–1990« widmet sich das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie in einer weiteren Ausstellung einer Untersuchung der Kunstentwicklung der 1960er/1970er Jahre und einflussreichen Strömungen. Kuratiert von Katy Siegel, Künstlerischer Berater David Reed


29.02.2008 - 25.05.2008
OUR LITERAL SPEED
Der performative Diskurs
ZKM | Medienmuseum

Pressemitteilung
Bild:Jackson Pollock Bar
»Art & Langauge: We aimed to be Amateurs«, Installationsansicht, documenta X, Kassel, 1997
© Jackson Pollock Bar, directed by Christian Matthiessen

Ausgehend von der Annahme, dass die Kritik-Theorie noch nicht ausreichend als Medium untersucht wurde, beschäftigt sich das Symposium »Our Literal Speed« mit situations- und kontextbezogenen Formen von Kunstkritik/Theorie. Die Theorie bildet nicht länger einen neutralen, abstrakten Hintergrund für die Ästhetik, vielmehr stellt sie heute ihr eigenes Material – die »Ästhetik« ist diskursiv geworden und der »Diskurs« ästhetisch.
Die Veranstaltung versteht sich nicht als Serie aufeinanderfolgender Vorträge, sondern vielmehr als eine Art »Medien Pop Oper« oder »mediales Konzeptalbum«, bei dem wissenschaftliche Vorträge, Podiumsdiskussionen, Screenings, Dokumentationen, Artist Talks, eine Ausstellungseröffnung und Performances unmittelbar ineinander übergehen. Diese ineinander greifenden Formen erscheinen somit als Synthesen aus kollektiver Identität (»Our«), kritischer Reflektion der Kunstgeschichte und ihrer Medien (»Literal«) sowie dem Tempo und der Struktur unserer Bewegung durch die heutigen hybriden Formen der Vermittlung (»Speed«). Die Konferenz wie die begleitende Ausstellung bieten ein temporäres diskursives Labor, in welchem Philosophen und Kunstwissenschaftler, Kuratoren und Künstler nach experimentellen Lösungsansätzen für den Umgang mit den Strukturen der Distribution, der Rezeption und der Zirkulation forschen, die den Kunstkontext heute prägen.
»Our Literal Speed« wird mit weiteren Symposien an der University
of Chicago (2009) und am Getty Research Institute, Los Angeles
(2010) fortgesetzt.

In Kooperation mit der Princeton University, der University of
Chicago und The Getty Research Institute, Los Angeles.

Begleitendes Symposium

Fr–So 29.02.–02.03.08
Our Literal Speed.Derperformative Diskurs
Symposium im ZKM_Medientheater und im ZKM_Vortragssaal

Freitag 29.02.08
18:00 Eröffnung im ZKM_Foyer
18:30 Jackson Pollock Bar »Utopia Station« (Theorieinstallation)
19:30 Anton Vidokle & Hila Peleg »A Crime Against Art«, 2007 (Video)
Mit einer Einführung von Hila Peleg

Samstag 01.03.08
10:00 Zum Gesamtkunstwerk: Performative Präsentationen von
Juliet Koss, Anthony Cokes & Andrew Perchuk, Porter McCray, Matthew Jesse Jackson & Christopher P. Heuer

13:30 Performative Präsentation von Art & Language
Anschließende Podiumsdiskussion mit Art & Language,
Juliet Koss, Anthony Cokes & Andrew Perchuk, Porter
McCray, Matthew Jesse Jackson & Christopher P. Heuer

15:00 Performativität und das Politische Performative Präsentationen von
Peter Weibel, Tania Bruguera & Weather Underground,
Julia Bryan-Wilson und Anton Vidokle

18:00 Ein Gespräch zwischen Tino Sehgal und Peter Weibel

20:00 Jackson Pollock Bar »Art & Language Sings a Song«
(Performance)

21:00 Videoscreening mit Arbeiten von Andrea Fraser, John Bock
und Boris Groys

Sonntag 02.03.

10:00 Formalismus /Geschichtlichkeit /Performance I
Performative Präsentationen von Miwon Kwon, Darby English, Charles Harrison

14:00 – Formalismus /Geschichtlichkeit /PerformanceII

18:00 Performative Präsentationen von WJT Mitchell, der Jackson Pollock Bar (»Theses on Feuerbach«, Theorieinstallation) und Anne Wagner, anschließend Podiumsdiskussion, moderiert von Andrew Perchuk mit einer Abschlusspräsentation von Rainer Ganahl


TeilnehmerInnen und KünstlerInnen u.a.:
Art & Language, Walter Benjamin, John Bock, Tania Bruguera & Weather Underground, Julia Bryan-Wilson, Anthony Cokes, Darby English, Andrea Fraser, Rainer Ganahl, Boris Groys, Charles Harrison, Sharon Hayes, Christopher P. Heuer, Matthew Jesse Jackson, Juliet Koss, Miwon Kwon, Jackson Pollock Bar, Porter McCray, WJT Mitchell, Andrew Perchuk, Tino Sehgal, The Size Queens, Anton Vidokle & Hila Peleg, Anne Wagner, Peter Weibel


23.02.2008 - 18.01.2009
bit international. [Nove] Tendencije Computer und visuelle Forschung Zagreb 1961–1973
ZKM |

Pressemitteilung
Die Geschichte der computerbasierten Künste ist noch nicht ausund hinreichend beschrieben und wird kaum im Zusammenhang mit den anderen Künsten reflektiert. Damit bleibt diesem Bereich der Künste verwehrt, was für die Medien Malerei, Skulptur und selbst Film und Video eine grundlegende Bedingung ist: die Entwicklung eines differenzierten Diskurses sowie die Erzeugung eines kompetenten und kritischen Publikums. Das ZKM hat sich in einer Reihe von Ausstellungen dieser Aufgabe gewidmet, z. B. in der vorangegangenen »Algorithmischen Revolution«. Mit der Ausstellung »bit international. [Nove] tendencije: Computer und visuelle Forschung. Zagreb 1961–1973« widmet sich das ZKM | Karlsruhe einer der wichtigsten internationalen künstlerischen Bewegungen der 1960er Jahre, die seinerzeit in Europa und den USA von enormer Wirkung war, aber heute fast vollkommen vergessen ist: den Neuen Tendenzen.

Bild:Vladimir Bonačić, GF.E 16-4 CNSM, 1969/1971,
Privatsammlung


17.02.2008 - 13.04.2008
GAO Xingjian: Papier, Tusche, Film
ZKM_Musikbalkon und ZKM_Museumsbalkon

Pressemitteilung
Bild:Gao Xingjian, La Transparence, 2000. Courtesy the artist.

In seinem malerischen Werk bezeichnet sich der Literatur-Nobelpreisträger Gao als »Weltbürger«: von den Chinesen hat er die Tusche, das Reispapier, die Pinsel und die Technik der Tuschmalerei übernommen, von der westlichen Malerei unter anderem die dritte Dimension.

Die Ausstellung zeigt Werke der letzten 18 Jahre: Tuschmalereien auf Reispapier und neue großformatige Tuscharbeiten auf Leinwand, zudem einige sehr frühe poetische Aktzeichnungen. Der ebenfalls in der Ausstellung gezeigte experimentelle Film »La Silhouette sinon l’ombre« ist ein »Filmgedicht«, gedreht in Marseille. Er basiert auf einem Gedicht Gaos und seinen Theaterstücken »The Man Who Questions Death« und »Snow in August«. Es handelt sich um eine Interaktion von Zeit- und Raumparametern, Gaos persönlicher Geschichte und den Einfluss der verschiedenen Kulturen, die sein Wesen und seine Kunst formen. Gao spielt sich selbst: er ist Maler, Spaziergänger und Beobachter.

Kuratiert von Frank Pages, Galerie Frank Pages Baden-Baden
Parallel zur Ausstellung zeigt die Galerie Frank Pages weitere aktuelle Arbeiten von
Gao Xingjian


12.01.2008 - 02.03.2008
Candida Höfer. Werkgruppen seit 1968

Pressemitteilung
Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst
Eröffnung Fr 11.01. um 19 Uhr im ZKM | Museum für Neue Kunst

Die Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst zeigt Fotografien Candida Höfers aus verschiedenen Werkgruppen. Beginnend mit den Liverpool- Aufnahmen (1968), die noch vor dem Studium Höfers bei Bernd und Hilla Becher entstanden, umfasst die Ausstellung vier Jahrzehnte ihres Schaffens und zeigt Arbeiten aus den Zyklen »Türken in Deutschland« (1973 und 1979), »Zoologische Gärten« (1990–2000), die Diaprojektion »80 Pictures« (1996) sowie eine Auswahl der seit den 1980er Jahren entstandenen Aufnahmen öffentlicher Innenräume. Inhaltlich folgt die Werkauswahl weniger einer Klassifizierung nach Orten oder Jahren, sondern richtet sich nach Kriterien wie Perspektive, Farbe, Licht oder Blickführung. Auf dieser Grundlage stellt die Auswahl einen Index der Arbeiten Candida Höfers dar, um die Verhältnisse zwischen subjektivem Blick und objektiver Darstellung ins Zentrum zu rücken. Abbildungen von seriellen Reihungen, von Bänken oder Büchern werden vom Blick des Betrachters strukturiert. Dieser »ordnende Blick« folgt sowohl der Funktion der Räume als auch dem fotografischen Bildaufbau selbst. In den Ordnungen löst sich das Reale, das Dargestellte nahezu auf und die Räume selbst erscheinen als Objekte. Die Auswahl der unterschiedlichen fotografischen Formate ist eng mit dem dafür entwickelten Ausstellungsdesign verbunden. Das kuratorische Design der Ausstellungsräume ist gekennzeichnet von einer Wegführung durch verschiedene Raumsituationen. Die Herausarbeitung von Ausstellungsräumen wie Projektionsraum, Galerieraum oder Studioraum ermöglicht es, unterschiedliche Wahrnehmungsbedingungen zu schaffen und thematisiert zugleich die Verbindung zwischen Entstehung und Präsentation der fotografischen Arbeiten. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe »Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis« der HfG (Hochschule für Gestaltung Karlsruhe) unter Leitung von Prof. Wilfried Kühn/Doreen Mende entwickelt.

Führungen: So 16 Uhr am 13.01. / 27.01./ 10.02. / 24.02.


Arbeiten aus den Zyklen: Liverpool 1968, Türken in Deutschland 1973/1979, Räume seit 1980, Zoologische Gärten 1990–2000, 80 Pictures 1996, Possessions seit 2004


12.01.2008 - 02.03.2008
Diamonds and Bars
Die Kunst der Amischen
Quilts der Sammlund Schlumberger

Pressemitteilung
Die Quilts der Amish People aus den Vereinigten Staaten stammen aus den Zeiten von Queen Victoria, von Jugendstil und Art Déco, d.h., sie sind zwischen 1850 und 1940 entstanden. Die ausschließlich von Frauen gefertigten Quilts dieser streng christlichen Religionsgemeinschaft stehen in einem diametralen Gegensatz zur gleichzeitigen europäisch geprägten amerikanischen Kunst und griffen den Gestaltungsprinzipien der Moderne weit voraus. Abstrakte Motive in farbenfroh leuchtenden Farben werden variiert, kombiniert und stellen mit ihren präzisen Gestaltungsvorgaben einen traditionsreichen Zweig der Textilkunst dar. Die »Entdeckung« der Quilts setzte bezeichnenderweise erst in den 1960er Jahren ein, zur Zeit von Minimal Art und Konkreter Kunst. Mit Stringenz und Leidenschaft baute Maria Schlumberger – angeregt durch die profilierte zeitgenössische Sammlung FER ihres Partners Friedrich E. Rentschler – in den letzten 15 Jahren eine der weltweit qualitätvollsten Sammlungen zum Thema Amische Quilts auf. Nach der Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München freuen wir uns, eine Auswahl von 70 Arbeiten aus dieser weltweit einzigartigen Sammlung im ZKM | Museum für Neue Kunst präsentieren zu können.


15.12.2007 - 30.03.2008
Paul Thek. Werkschau im Kontext zeitgenössischer Kunst.
ZKM | Museum für Neue Kunst

Pressemitteilung
Bild: Paul Thek, »Tar Baby«, 1975-76, Sammlung Falckenberg, © The Estate of George Paul Thek, Foto: Archiv Sammlung Falckenberg, Hamburg.


Paul Thek (1933–1988) gilt als Künstler mit Kultstatus. Die bislang umfassendste Werkschau des Künstlers befasst sich mit der phänomenalen Wirkung seines Werks in der Gegenwartskunst und bestimmt Theks geschichtliche Bedeutung: vom legendären Außenseiter zum Mittelpunkt und Begründer einer Kunstströmung. Es ist gelungen, über 300 Werke Theks zusammenzutragen, die sich zum Großteil in Privatbesitz befinden und daher in der Öffentlichkeit bisher nur selten gezeigt wurden.
In seiner anti-heroischen Vielstimmigkeit und Multimedialität und mit seinen Referenzen auf Kunst, Literatur, Theater und Religion gehört sein
Werk (Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, Skulptur und raumgreifende Environments) zu den
zentralen Quellen des Auf- und Ausbruchs der Kunst der 1960er Jahre. Nicht zuletzt deswegen ist ihm eines der frühen theoretischen Meisterwerke dieser Epoche, »Against Interpretation« (1962) von Susan Sontag, gewidmet. Die Abgüsse auch eigener Körperteile, Wachs-Repliken von menschlichem Gewebe, Haaren, Zähnen und Knochen in Plexiglaskästen, die er zwischen 1964 und 1967 unter dem Titel »Technological Reliquaries« herstellte, haben in ihrer Mischung aus Begehren und Abstoßung, aus Verfall und Pathos, der Welt der Ware und der Verklärung des Alltäglichen wie der Idealisierung und der Theatralisierung der korporativen Minimal Art die Wahrheit des Körpers entgegengehalten. Thek hat damit nicht nur Zeitgenossen wie Vito Acconci und Bruce Nauman, sondern auch Künstler der Gegenwart beeinflusst. Seine obsessiven, oft mystischen Inhalte, die ihn zu einem Begründer der Abject Art und Environments, bzw. Ensembles machten, wurden auf eine formale Weise vorgetragen, die den Weg öffnete für die Mischung aus Ateliersituation und totaler Raumgestaltung, aus privaten und allgemeinen Ikonen, aus profanen und religiösen Gegenständen, aus Alltag und Mythos, von beschädigten Objekten zur fragmentarischen Anhäufung gefundener Materialien, wie sie KünstlerInnen von Anna Oppermann bis Thomas Hirschhorn vorangetrieben haben.
Paul Thek ist der Inbegriff eines »Künstler-Künstlers«, dessen Einfluss bis in die jüngste Künstlergeneration reicht. Unsere Auswahl konzentriert sich – mit Ausnahmen und ohne Anspruch auf Vollständigkeit – auf die Werke jüngerer KünstlerInnen, die in einem engen Bezug zu Theks vielfältigem Schaffen stehen. Ausgehend von seinen Ansätzen zeigen sich deren Arbeiten als selbstständige Positionen im gegenwärtigen Kunstbetrieb. Vor diesem Hintergrund wird das Werk Theks aus einer aktualisierten Perspektive in den Blick genommen.
Damit dienen die präsentierten Arbeiten Theks zugleich als Ausgangspunkt zur Erkundung der Arbeiten der anderen in der Ausstellung vertretenen KünstlerInnen.
Als Amerikaner im Exil in Europa, wie schon die Lost Generation und die Beat Generation, fand Thek nach Ausstellungen in der New Yorker Stable Gallery 1964 und 1967 rasch die Anerkennung in Europa. Inspiriert vom Baustil ägyptischer Pyramiden und europäischer Kathedralen versuchte er Umwelten zu schaffen, die einerseits auf Blut und Eingeweide, Fleisch und Knochen verwiesen, sich also auf
die Aura christlicher Reliquien beriefen. Andererseits sah er mit großer Schärfe die Zerstückelung des Körpers in Körperorgane, d.h. in Körper ohne Organe und Organe ohne Körper, im Zeitalter der medialen und gentechnischen Reproduktion voraus, wie sie in der Philosophie von Gilles Deleuze später formuliert werden sollte. Kunst und Leben verschmolzen in Theks Werk, das er als ein »work in progress« aus ephemeren Objekten, unstabilen Materialien und zeitlich begrenzten Installationen verstand und in dem das Band zwischen natürlicher, organischer und künstlicher, technischer Welt neu geknüpft wurde. Die Ausstellung wird auch in den Phoenix-Hallen der Sammlung Falckenberg in Hamburg (10.05.–14.09.08) gezeigt.

Kuratiert von Roland Groenenboom, freier Kurator und Thek-Spezialist, Gregor Jansen, ZKM | Museum für Neue Kunst und Harald Falckenberg, Hamburg, unter Mitarbeit von Axel Heil und Margrit Brehm.

Zu den Ausstellungen erscheint eine Monografie von Axel Heil sowie im April 2008 eine umfangreiche wissenschaftliche Publikation, herausgegeben von Harald Falckenberg und Peter Weibel.

Werke von: Paul Thek und Aidas Bareikis, Cosima von Bonin, Sophie Calle, Björn Dahlem, Sebastian Hammwöhner, Dani Jakob, Gabriel Vormstein, Rachel Harrison, Axel Heil, John Isaacs, Thomas Hirschhorn, Andreas Hofer, Mike Kelley, Jon Kessler, Suchan Kinoshita
Martin Kippenberger, Jonathan Meese, William Pope.L, Gregor Schneider, Zeger Reijers
Bob & Roberta Smith sowie ein Sonderbeitrag von Edwin Klein


23.11.2007 - 06.01.2008
Natur und Umwelt in Armenien
ZKM_Musikbalkon
Eröffnung 22.11.2007, 18 Uhr

Pressemitteilung
Das ZKM präsentiert auf dem ZKM_Musikbalkon Fotografien und Videos, in denen sich armenische Kinder und Jugendliche mit der Natur ihrer Heimat und den spezifischen Umweltproblemen des Südkaukasus auseinandersetzen. Das im Jahr 2006 durch SunChild gegründete Umwelterziehungsprogramm »Following the Sun« hat inzwischen über 1000 Kinder
und Jugendliche in sechs verschiedenen Regionen Armeniens an die Natur- und Umweltthematik herangeführt.
Der Honorarkonsul der Republik Armenien, Herr Günter Pilarsky, fördert dieses Projekt für den Konsularbezirk Land Baden-Württemberg.


23.06.2007 - 02.09.2007
Wolfgang von Kempelen. Mensch–[in der]–Maschine
ZKM | Medienmuseum

Pressemitteilung
Bild: Modell des Schachautomaten von Wolfgang von Kempelen; Rekonstruktion von John Gaughan, 1989
Foto: John Gaughan; Credits: John Gaughan

Als Wunderwerk von technikhistorischer Bedeutung ist der Schachautomat von Wolfgang von Kempelen (1734–1804), mit dem er 1784 auch das Karlsruher Fürstenhaus hinters Licht geführt hat, zugleich Ohrfeige und Parodie. Das spät aufgedeckte Geheimnis des in seinem Inneren verborgenen Menschen entlarvte die scheinbar über künstliche Intelligenz verfügende Maschine. Ausgehend vom Schachautomaten erweitert die gemeinsame Ausstellung der Budapester C3 Stiftung und des ZKM | Karlsruhe das Bild von Kempelens als Wissenschaftler, Ingenieur, Künstler, Schausteller, Beamten und Privatperson um die mechanischen Erfindungen seiner Epoche. Die Ausstellung legt den Akzent auf die aktuellen, künstlerischen Bearbeitungen. Von den mechanischen Automaten bis zu den Robotern und Hochleistungsrechnern von heute begleitet die Ausstellung die verschiedenen Varianten des Schachautomaten. Die intelligente Maschine – ein Widerspruch in sich? Die Ideen von »künstlicher Intelligenz«, die den Menschen durch die Maschine ersetzt, wirft diese Frage auf. Wenn in jeder Maschine der Mensch steckt, so kann er auch durch die Übermächtigkeit der von ihm in Gang gesetzten Maschinerie vernichtet werden. Kuratiert von József Mélyi, Rita Kálmán.
Kurator im ZKM: Bernhard Serexhe, Kuratorische Assistenz: Barbara Kirschner
Mit Werken von u. a.: Attila Csörgö, Ken Feingold, Péter Forgács, Severin Hoffmann & David Moises, György Jovánovics, Gergely László, János Major & Péter Rákosi, Katrin von Maltzahn, Onno Onnen, Gyula Pauer, Simon Penny, Martin Riches, robotlab, Paul Sermon, Zoltán Szegedy-Maszák & Róbert Langh & Márton Fernezelyi, Tamás Waliczky, Georg Winter & Michael Markert
Erste Station der Ausstellung: Mücsarnok / Kunsthalle, Budapest, 24.03.–28.05.2007
Führungen: So 13 Uhr Weitere Informationen: www.zkm.de. Dieses Projekt findet im Rahmen von Bipolar deutsch-ungarische Kulturprojekte und Ungarischer Akzent statt. Bipolar ist ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes.


15.06.2007 - 20.04.2008
Klio. Eine kurze Geschichte der Kunst in
Euramerika nach 1945
ZKM | Museum für Neue

Pressemitteilung
Bild: Lucio Fontana;»Concetto spaziale, Attese«, 1965
Sammlung Siegfried Weishaupt;© Fondazione Lucio Fontana
Foto: Christof Hierholzer


Immer wieder stellen KünstlerInnen die Frage, ob die Kunst, wie wir sie kennen, nicht eine genuin europäische Erfindung ist. Zu den größten Leistungen Europas wird die Konstruktion einer Kunst gezählt, die als ausdifferenziertes soziales Subsystem (Niklas Luhman »Die Kunst der Gesellschaft«, 1995) eine eigene Autonomie, Souveränität und ein eigenes Regelsystem geschaffen hat. Dieses Schiff der Moderne wird nun von innen wie von außen analysiert. Wie der Philosoph Otto Neurath gesagt hat »Wie Schiffer sind wir, die ihr Schiff auf offener See umbauen müssen, ohne es jemals in einem Dock zerlegen und aus besten Bestandteilen neu errichten zu können« (Otto Neurath, 1932). In dieser Lage befindet sich auch die Kunst der Moderne. Unter dem Legitimationsdruck, dem sie seit der Aufklärung und deren Rationalitätsgebot unterliegt, muss sie sich selbst in Frage stellen. Im Zeitalter der Globalisierung stellen andere Kulturen unsere Kunstauffassung in Frage. Das Ergebnis ist eine weit reichende Relativierung und wirft vor allem die Frage auf: Wie wird Kunstgeschichte nicht nur legitimiert, sondern wie wird die Geschichte der Kunst überhaupt konstruiert, nach welchen Regeln und Kriterien? Im Erdgeschoss und im ersten Stock des ZKM | Museum für Neue Kunst wird ein Überblick über die zeitgenössische Kunst-Revolution in Asien gegeben. Zur Kalibrierung befindet sich im zweiten Stock des ZKM | Museum für Neue Kunst eine Auswahl der Werke aus der Sammlung des ZKM und der Gründungssammler des ZKM | Museum für Neue Kunst (Froehlich, Graesslin, Rentschler, Weishaupt), die in ausgewählten Beispielen den Kanon der Moderne nach 1945 darstellen. Klio, die Muse der Geschichtsschreibung, möge uns helfen, der Geschichte der Kunst und ihrer Gegenwart Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.


15.06.2007 - 04.11.2007
Ausstellung: Neue Asiatische Kunst. Thermocline of Art
ZKM | Museum für Neue Kunst

Pressemitteilung
Bild: Akino KONDOH
»Ladybird’s Requiem«, 2005–2006 DVD, 5 min 38 sec.; Zur Verfügung gestellt vom Künstler und der Mizuma Art Gallery

In der Ausstellung mit mehr als 100 KünstlerInnen aus ca. 20 asiatischen Ländern von Japan über Korea bis China, von Südostasien bis Zentralasien wird zum ersten Mal ein umfassendes Bild der zeitgenössischen asiatischen Kunstproduktion geboten. Der Begriff »Thermocline« bezieht sich auf ein Meeresphänomen. Wenn die Temperatur im Wasser sich dramatisch ändert, schießt plötzlich ein bisher unsichtbarer Strudel über die Oberfläche hinaus. Ähnliches soll die Ausstellung erreichen: Ein riesiger Kontinent an Kunst, der bisher unter der Oberfläche der Beobachtung verborgen blieb, wird nun sichtbar gemacht. Baden-Württemberg wird damit zum europäischen Observatorium der globalen Kunstentwicklung. Die Themen sind Dynamik und Diversität der asiatischen Religionen und Völker, das tägliche Leben in anderen Kulturen und mit anderer Ethik, andere Auffassungen von Individuum und Gemeinschaft, Humor und Satire als Antwort auf Gewalt und Hierarchien sowie Konflikte zwischen Wirtschaft und Religion, Politik und Kultur. Die Eröffnung der Ausstellung wird innerhalb der Eröffnungswoche der Biennale von Venedig, der Kunstmesse Art Basel, der documenta 12 in Kassel und des Skulpturenprojektes in Münster stattfinden. In den letzten zwei Jahren hat asiatische Kunst, vor allem Kunst aus dem boomenden China, auch im deutschsprachigen Raum von Bern bis Hamburg museale Aufmerksamkeit errungen. Diese bisherigen Ausstellungen wurden jedoch von europäischen Sammlern oder westlichen Kuratoren vorgestellt. Mit der Schau im ZKM | Museum für Neue Kunst wird in Deutschland zum ersten Mal asiatische Kunst aus der Perspektive eines asiatischen Kurators in einer großen Ausstellung vorgestellt. Der Kurator Wonil Rhee, Leiter der Seoul Media City und der Shanghai Biennale, gilt als anerkannter Experte asiatischer Kunst. Es werden dabei nicht nur international anerkannte, in den Westen emigrierte KünstlerInnen vorgestellt, sondern vor allem auch aufstrebende KünstlerInnen, die noch in ihren Heimatländern – von Kasachstan bis Korea, von der Mongolei bis Indonesien – leben. Diese Kunst zeigt andere Werte und Kriterien als die westliche Kunst oder die Kunst, die im Westen und für den westlichen Kunstmarkt produziert wird. Sie ist eine postmoderne und postethnische Kunst, die in Malerei, Installation, Film, Video, Fotografien, Skulptur und Objekt das Konfliktpotential der Globalisierung und ihre Effekte auf den asiatischen Raum zeigt. Es eröffnet sich ein Panorama von Kunst, das die Grenzen unseres Kunstverständnisses gelegentlich überschreitet.
Mit freundlicher Unterstützung der Gallery Hyundai Seoul
Führungen: So 16 Uhr Weitere Informationen: www.zkm.de


04.11.2006 - 07.01.2006
Paul Virilio und die Künste
Ausstellung im ZKM | Medienmuseum


24.09.2006 - 07.01.2007
FASTER! BIGGER! BETTER! light
Signetwerke der Sammlungen

Pressemitteilung
10.01.2007 – 01.05.2007

Die Arbeit der Schweizer Künstlerin aus dem Eröffnungsjahr des ZKM | Museum für Neue Kunst bleibt Titelgeber der erfolgreichen Sammlungspräsentation: Ab dem 10. Januar wird die aktuelle Ausstellung FASTER! BIGGER! BETTER! Signetwerke der Sammlungen in reduzierter und leicht veränderter Form fortgesetzt – diesmal in spannungsvollem Bezug zur Ausstellung Medien und Malerei. Imagination Becomes Reality. Werke aus der Sammlung Goetz (siehe Seite ##). Während diese Sonderausstellung das Bildverständnis aktueller Kunst beleuchtet und den wechselseitigen Einfluss der Malerei auf andere künstlerische Bereiche thematisiert, werden im 1. und 2. Obergeschoss des Museums Hauptwerke der mit dem Museum kooperierenden privaten Sammlungen gezeigt.
Diese Zusammenstellung von rund 180 Signetwerken ist eine Spiegelung der Kunstgeschichte der letzten 50 Jahre: Von den Malereiideologien der 1950er Jahre sowie ihren Gegentendenzen wird der Bogen über eine neue deutsche Figuration in den 1960er Jahren und die beginnende Postmoderne in den 1970er Jahren gespannt. Ein weiterer Schwerpunkt findet sich in den 1980er Jahren. Diese Meisterwerke der wohl spannungsreichsten Dekaden des letzten Jahrhunderts bilden zusammen mit dem Crossover der 1990er Jahre und den neuesten Werken des 21. Jahrhunderts eine ästhetische, besinnliche und nicht zuletzt unterhaltsame Wandelhalle der Sammlungs- und jüngsten Kunstgeschichte. Die Architektur des Museums bietet faszinierende Durch- und Einblicke sowie Beziehungsrahmen, die behutsam neu ausgelotet wurden. Die Ausstellung FASTER! BIGGER! BETTER! light bleibt auch in ihrer veränderten Form Ausgangspunkt für die kommende Zeit, für neue Bezüge der Sammlungen untereinander und Gastspiele anderer Sammlungen.
Kuratoren: Gregor Jansen mit Andreas F. Beitin, Anne Däuper und Yvonne Ziegler




07.09.2006 - 29.10.2006
Infermental - Video-Vokabular der 1980er Jahre

Pressemitteilung
ZKM_Medialounge, Eröffnung Mi 06.09. 18 Uhr in der ZKM_Medialounge

»Infermental« ist das erste internationale Magazin auf Videokassetten, das 1980 von ungarischen und polnischen Experimental-Filmemachern um Gábor Bódy (1946–1985) initiiert wurde. Nach dessen Tod führte seine Frau Vera Bódy die Gesamtkoordination des Projektes fort.

International + Ferment + Experimental = Infermental
Rückblickend auf 10 Jahre resümierte Vera Bódy 1990: »Die von den lokalen Herausgebern (Künstlergruppen aus 12 Städten) jährlich präsentierten Anthologien sind in der Tat ein reicher Fundus für Semiotiker, Topologen und visuelle Philosophen. Ein Vokabular der 80er Jahre ist mit diesem bislang 65-stündigen Video-Archiv der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.« Wechselnde Redaktionen stellten bis 1990 jährlich ein fünf- bis siebenstündiges Magazin zusammen, das über neueste Tendenzen in Kunst und Medien informierte.
Von Anfang an mit dabei waren Astrid Heibach, Georg Pinter und Jozef Robakowski. Zu den wechselnden Editorenteams gehörten – um nur wenige zu nennen – Rotraut Pape, Oliver Hirschbiegel, Peter Weibel, Péter Forgács, Tony Conrad, Keiko Sei und Heiko Daxl. Es entstanden 668 Videowerke von mehr als 1.000 Künstlerinnen und Künstlern aus 36 Ländern mit einer Gesamtdauer von rund 65 Stunden, die sich seit 1992 als Dauerleihgabe im ZKM befinden. Unter den zahlreichen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern waren Gary Hill, Rafael Montañez Ortiz, Marina Grzinic und Aina Smid, Yello, Ulrike Rosenbach, Hiroshi Ito, Mona Hatoum, Paul Garrin sowie Steina und Woody Vasulka.
Anlässlich des 60. Geburtstages von Gábor Bódy präsentiert die Archiv-Ausstellung neben ausgewählten Originaldokumenten aus der Entstehungs- und Wirkungsgeschichte von »Infermental« alle Editionen, die an einer neu geschaffenen Abspielstation interaktiv abrufbar sind.

Kuratiert von Hartmut Jörg

Weitere Informationen: http://www.infermental.de


02.09.2006 - 29.10.2006
Interconnect@ between attention and immersion.
Medienkunst aus Brasilien

Pressemitteilung
ZKM | Medienmuseum, Lichthof 8 und ZKM_Subraum
Eröffnung Fr 01.09. 19 Uhr im ZKM_Foyer

Nach den Sommerferien lädt das ZKM | Medienmuseum zu einer groß angelegten Überblicksschau aktuellster brasilianischer Medienkunst mit ausgewählten Werken des diesjährigen Sérgio Motta- Preises ein.

Neue Erfahrungsräume. Mit einem an den Kunsttrends Europas und Nordamerikas geschulten, wachen Blick geht die neue Generation brasilianischer Künstler vielfältige Wege. Das breite medienkünstlerische Spektrum reicht von der digitalen Manipulation von Strukturen und Texturen über die kreativ-spielerische Aneignung neuer technischer Möglichkeiten bis zur radikalen medien- und gesellschaftskritischen Auseinandersetzung. Dabei verschmelzen in den ausgewählten Werken Erfahrungen aus dem alltäglichen, persönlichen und öffentlichen Raum zu einer weitreichenden Reflexion über Bedeutung und Status der Selbst-Bilder in der Gesellschaft. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit den Neuen Medien Film und Fernsehen, Video und Computer sowie deren Vernetzung steht damit nicht der möglichst virtuose Einsatz neuer Technologien, sondern die teils wohl überdachte, teils nervöse, getriebene und nie aussetzende Identitätssuche und Positionsbestimmung, die der rasante gesellschaftliche Wandel dem Einzelnen permanent abverlangt. Sie ist umso dringlicher, als sich unsere Erfahrungsräume durch neue Interface- Technologien und immersive Installationen beständig erweitern.

Medienkunst in Brasilien. Der »Prêmio Sérgio Motta de Arte et Technologia« wurde erstmals 2000 verliehen. Sein Ziel ist die Förderung des künstlerischen und theoretischen Schaffens im Bereich der Künste und Neuen Medien in Brasilien. Der Preis ist heute eine der wichtigsten Initiativen außerhalb des akademischen Kontextes zur Förderung der zeitgenössischen Kultur in Verbindung mit den neuen Dimensionen der digitalen Kultur in Brasilien. Als Antwort auf die zunehmende Beschleunigung des Dialogs zwischen den Künsten und den Wissenschaften ist er zwischen 2000 und 2005 in jedem Jahr den jeweils aktuellsten Entwicklungen und Formaten angepasst worden. Heute fördert er Werke der Kategorien Bildende Künste, Musik, Literatur, Tanz, Performance, Interaktive Kunst sowie die interdisziplinäre theoretische Auseinandersetzung mit diesen.

Die Ausstellung zeigt Werke von Lucas Bambozzi, Gisele Beiguelman, Caetano Dias, Luiz Duva und Wilson Sukoski, Raquel Kogan, Daniela Kutschat & Rejane Cantoni, Kátia Maciel, Gisela Motta & Leandro Lima, Alice Miceli, Simone Michellin, André Parente, Gilbertto Prado, Rosângela Rennó, Eli Sudbrack, Janaina Tschäpe.

Kuratiert von Vitoria Daniela Bousso, Peter Weibel
Projektleitung: Bernhard Serexhe.

Weitere Informationen: www.premiosergiomotta.terra.com.br

Die Ausstellung wird durch das im Jahr der WM in Deutschland organisierte Kulturprogramm
»Copa da Cultura« des brasilianischen Kulturministeriums gefördert.


25.03.2006 - 09.04.2006
Gesichter des Überlebens.»Raut Pusaran, Raut Hayat«

Pressemitteilung
Prof. em. Günther Uhlig (Institut für Orts-Regional- und Landesplanung, Universität Karlsruhe) und Peter Gotsch (Berater der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, GTZ) geben einen aktuellen Überblick zum Wiederaufbau in Banda Aceh. »Gesichter des Überlebens« setzt der Bilderflut nach der Tsunami- Katastrophe vom 26. Dezember 2004 die Geschichte von Einzelnen entgegen. Die Porträtaufnahmen von Überlebenden sind nachdenklich und still, voll Respekt für die Menschen, aber immer auch hoffnungsvoll. »Raut Pusaran, Raut Hayat« lautet der indonesische Titel der Ausstellung. »Hayat« bedeutet dabei nicht nur »Seele«, sondern auch »Hoffnung« . Die Ausstellung wird ausgerichtet vom Forum Goethe-Institut und Goethe-Institut Jakarta.


03.03.2006 - 14.03.2006
Bazon Brock. Lustmarsch durchs Theoriegelände



19.01.2006 - 03.03.2006
Enseigner / Produire. Lehren, Kommunizieren und Produzieren im Zeitalter des Consumer Generated Cont


02.12.2005 - 12.03.2006
Video/ökonomie – Vertriebe im Weltformat


05.11.2005 - 08.01.2006
Art & Language Luhmann III - what work does the artwork do


15.10.2005 - 06.01.2008
Algorithmische Revolution - zur Geschichte der interaktiven Kunst

Pressemitteilung
Normalerweise liegt eine Revolution vor uns und kündigt sich mit »Getöse« an. Diese Revolution liegt hinter uns und niemand hat sie bemerkt. Umso wirkungsvoller ist sie gewesen. Es gibt nämlich keinen Bereich unseres gesellschaftlichen Lebens mehr, der nicht von Algorithmen durchdrungen ist. Aufgrund des universalen Einsatzes des Computers in allen Bereichen der Kulturtechniken, von der Architektur bis zur Musik, von der Literatur bis zur Bildenden Kunst, vom Verkehr bis zum Management, haben sich in den letzten 50 Jahren algorithmische Entscheidungsprozesse durchgesetzt. Die algorithmische Revolution setzt jene Sequenzierungstechnik fort, die mit der Entwicklung des Alphabets begann und mit dem Genom-Projekt vorläufig endet. Die von ihr hervorgerufenen Veränderungen sind gewaltig, so wenig sie auch wahrgenommen worden sind. Sie ist fast mit einer anthropologischen Wende gleichzusetzen, weil sie als weitere narzisstische Kränkung (Kopernikus, Darwin, Freud) das Gesetz des Handelns sowohl den Händen der Natur wie des Menschen entreißt und eine automatisierbare Eigengesetzlichkeit des Handelns an dessen Stelle setzt. Die Illusion des souveränen Handelns des Individuums und die Romantik der anthropomorphen Entscheidbarkeit wird gedämpft. Unter Algorithmus versteht man eine Handlungsanweisung, die aus einer endlichen Menge von Regeln besteht, welche zur Lösung eines spezifischen Problems führen sollen. Der wohl bekannteste Einsatz von Algorithmen ist deren Umsetzung in der Computerprogrammierung. In der Bildenden Kunst sowie in der Musik sind Algorithmen als Instrumente der Kreation schon lange von großer Bedeutung. Bereits die Künstlerbücher der Renaissance, wie zum Beispiel Piero della Francescas »De prospectiva pingendi« (um 1474) oder Albrecht Dürers illustriertes Buch »Underweysung der Messung« (1525) waren nichts anderes als Handlungsanweisungen zur Herstellung von Gemälden, Skulpturen und Architektur. In der modernen Kunst, in Fluxus, Happening und Performance, wurde das Objekt der Malerei oder Skulptur durch Handlungsanweisungen ersetzt. Diese Handlungsanweisungen an den Benutzer eines Gegenstandes bzw. den Betrachter eines Bildes führten langfristig zur expliziten Integration des Rezipienten in das Kunstwerk. Der Betrachter wurde zum Benutzer und hat damit einen wesentlichen Anteil an der Konstruktion des Kunstwerkes. Damit, und nicht erst mit der technischen Schnittstelle, beginnt die Geschichte der interaktiven Kunst. Deswegen werden wesentliche aber bisher vergessene Werke der OpArt, Kinetik, arte programmata etc. als Ursprünge der interaktiven Kunst erstmals in den Diskurs eingeführt und gezeigt. Diese ästhetische Wendung zur Rezeptionskultur, schon lange vorbereitet, wurde in der Musik wie auch in der Bildenden Kunst und vor allem in der Architektur durch den Computer wesentlich verstärkt, da das berechenbare Bild sowie die berechenbare Musik in ihrer Konstruktion von Entscheidungsprozeduren des Beobachters beziehungsweise Interpreten oder des Computers abhängig sind. Die Konstruktionen der Architektur haben sich ebenfalls von der Motorik der Hand gelöst und zentrale Entscheidungsprozeduren bei der Raumgestaltung algorithmischen Prozessen überlassen, wie sie von der industriellen Software der 3D-Programme angeboten werden. Die frühesten Phasen der Computergrafik und Animation, welche die Voraussetzungen für diese 3D-Programme lieferten, werden ebenfalls erstmals gezeigt. Die Software-Kunst als Triumph der algorithmischen Kunst und aktuellste Praxis der Medienkunst erhält ein eigenes Präsentationsfeld ebenso wie die algorithmische Netzkunst und die neuesten Explorationen einer algorithmischen Literatur und akusmatischen Musik.

Anhand der ZKM-Sammlung sowie ausgewählter Leihgaben präsentiert die von Peter Weibel und Dominika Szope, Katrin Kaschadt, Margit Rosen, Sabine Himmelsbach kuratierte Ausstellung einen historischen Abriss dieses Umbruches in Bildender Kunst, Musik, Design und Architektur. Eine Ausstellung innerhalb der Ausstellung bietet die Präsentation »Maciunas’ Learning Machines«, kuratiert von Astrit Schmidt-Burkhardt.


14.10.2005 - 20.11.2005
Screening War - zur Rerpäsentation von Krieg in der Videokunst


15.09.2005 - 26.07.2008
»Welt der Spiele« : reloaded
ZKM | Medienmuseum
Dauerausstellung

Pressemitteilung
Der Aspekt der Interaktivität zeigt sich wohl am deutlichsten in Video- und Computerspielen, die heute in nahezu jeden Haushalt und in zahlreiche Kinderzimmer Eingang gefunden haben. Einen ergänzenden Einblick zur Ausstellung Algorithmische Revolution. Zur Geschichte der interaktiven Kunst bietet im 2. Obergeschoss des Medienmuseums eine aktualisierte Präsentation von Computerspielen. »Welt der Spiele« : reloaded ist eine Erweiterung der bisherigen Präsentation von »Klassikern« und Video- und Computerspielen der letzten Jahre und soll von nun an in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Bis heute gilt das Videospiel Tennis for Two aus dem Jahre 1958 als das erste seiner Art. William Higinbotham, der damalige Leiter der Abteilung Instrumentation Division am Brookhaven National Laboratory der amerikanischen Regierung, entwickelte das Spiel für Besucher des Laboratoriums, als er feststellte, dass sich diese bei der Besichtigung der meist statischen Displays langweilten. Das damals aus einem Analogcomputer und einem Oszillografen bestehende Spiel steht am Anfang einer Entwicklung, die stark vom Fortschritt der Computertechnologie gekennzeichnet ist und die das ZKM dokumentarisch belegen wird. Die grafisch noch ebenso einfachen Spiele der folgenden Jahre entstanden in erster Linie auf Großrechnern amerikanischer Universitäten und Institutionen, wie beispielsweise das Spiel Spacewar aus dem Jahre 1962, das das Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelte. Die Fernsehtechnologie der 1970er Jahre brachte die Entwicklung von münzbetriebenen Spielautomaten für die die Bezeichnung »Videospiel« eingeführt wurde. Das Videospiel setzte sich zunehmend durch und wurde durch die Entwicklung von Spielkonsolen nicht mehr nur für Spielhallen, sondern auch für Heimanwender zunehmend attraktiver. Mit der Einführung der Home- und Personalcomputer entwickelten sich schließlich zwei technisch unterschiedliche Arten des Videospiels, das sogenannte »Tele-Spiel«, das auf speziellen Heimkonsolen basierte sowie das »Computerspiel«. Zu Beginn der 1980er Jahre kam es aufgrund verschiedener Ursachen zum Einbruch des Videospielmarkts und damit zu einer eingeschränkten Produktion, die erst 1985 mit Nintendo eine neue Ära der Videospiele einläuten sollte. In einer »Ahnengalerie« wird die Geschichte dieser Spiele gezeigt. Künstlerische Installationen dokumentieren breite Anwendungsmöglichkeiten der Spieltechnologie und eine Auswahl aktuellster Spiele stellt den neuesten Entwicklungsstand vor.

Bild: Ausstellungsansicht Welt der Spiele : reloaded Foto: ONUK